„Wir wollten ein Tier retten”.


Thomas und Lena Backmann sind stolze Besitzer des Labrador-Schnauzer-Mischlings Wilma. Der süße Vierbeiner stammt ursprünglich aus Korfu, Griechenland, und wurde in einem Tierheim in Ratingen abgegeben. Das Ehepaar entdeckte sie online und verliebte sich sofort in den viereinhalb Monate alten Welpen. Wir haben sie über ihren Vierbeiner interviewt.

Hündin Wilma auf Boden

Wie habt ihr Wilma entdeckt?

Lena Backmann: Wir haben auf einer Internetseite geschaut, wo alle Tierhilfeorganisationen vertreten sind. Da sind auch Hundebilder abgebildet, wo ich Wilma entdeckt habe. Zudem war sie in Ratingen, und ich meinte dann zu meinem Mann, dass wir sie uns doch einmal anschauen könnten. Wir konnten dann sehr spontan am gleichen Tag noch Wilma besuchen. Wir beide mussten noch etwas diskutieren, da Thomas eigentlich Labradore liebt. Aber ich fand sie eben so toll, weil sie etwas anders aussieht. Ich musste ihn noch etwas bearbeiten, und am nächsten Tag haben wir dem Tierheim zugesagt. Und dann ging alles schneller als erwartet. Wir konnten sie noch am gleichen Tag zu uns holen.

Wie ist ihr Charakter?

Lena Backmann: Sie ist sehr liebebedürftig, menschenbezogen und gibt viele Küsschen. In ihrem Umgang her ist sie sehr zärtlich, das heißt, sie beißt nicht oder ist in irgendeiner Form aggressiv. Wilma ist aber auch noch eher zurückhaltend, prinzipiell nicht bei uns, aber bei fremden Leuten. Hier im Haus war sie anfangs auch unsicher, da sie auch zum Beispiel keine Geräusche kennt. Sie ist einfach noch ängstlich.

Wie habt ihr sie an ihr neues Zuhause gewöhnt?

Thomas Backmann: Learning by doing eigentlich. Wir haben uns am Anfang mit ihr sehr viel beschäftigt und ihr es schön gemacht mit Decken, Kissen und Leckerli. Die erste Nacht haben wir beide auch bei ihr geschlafen, um mitzukriegen, ob sie drinnen pinkelt. Aber das Erstaunliche ist, dass sie es nicht tut. Wir hatten ihr direkt gezeigt, dass sie draußen pinkeln kann, und es hat sofort funktioniert. Sie hat nicht einmal groß oder klein drinnen gemacht. Sie ist jetzt schon komplett stubenrein.

Lena Backmann: Ich habe mich auch am Anfang mit zu ihr ins Hundebett gesetzt, um ihr Sicherheit zu geben. Sie hat ganz viele Decken, damit sie weiß, ihr passiert hier nichts. Das hat gut geklappt, wobei wir das eigentlich alles eher intuitiv gemacht haben.

Wie geht sie mit anderen Tieren um?

Lena Backmann: Wir waren noch nicht mit ihr draußen. Das ist noch die Baustelle, die wir haben. Sie kennt es nicht, an der Leine zu gehen, das wurde nicht mit ihr trainiert. Alles vor der Tür kennt sie nicht, da sie weder im Tierheim noch in der Pflegestelle richtig draußen war. Wir müssen sie erst noch daran gewöhnen. Daher werden wir auch eine Hundeschule besuchen.

Thomas Backmann: Bei der Pflegestelle waren noch 2 große Hunde, mit denen Wilma gar kein Problem hatte. Wir gehen noch nicht richtig mit ihr spazieren, da sie noch klein ist und das schlecht für die Knochen wäre. Sie erkundet einfach alles im Garten, tobt rum, und wir spielen mit ihr. Wenn sie Kinder hört, ist das aber noch schwierig für sie, da sie ihr unbekannt sind.

Wie groß wird Wilma?

Lena Backmann: Das ist noch die große Frage. Wir denken, Labrador-Größe, um die 50 bis 55 cm. Sie hat jetzt schon eine Schulterhöhe von 35 cm.

Wie macht ihr Pfoten und Fell sauber?

Lena Backmann: Aktuell hat sie noch viele Haare, aber ich denke, das ist Welpenfell. Denn an den Hinterbeinen hat sie auch ganz kurze Haare wie ein Labrador. Das wird bestimmt ausfallen, wenn sie größer wird. Sollte sie doch sehr langes Haar weiterhin haben, wird sie geschoren. Wenn Wilma im Garten war, machen wir ihre Pfoten mit dem Handtuch sauber.

Thomas Backmann: Sie weiß das auch schon. Sie kommt reingelaufen, bleibt einen Meter in der Wohnung stehen. Dann werden die Pfötchen sauber gemacht und eventuell abgerubbelt, wenn es nass war. Anschließend bekommt sie ein kleines Leckerchen dafür. Das heißt, sie hat das schon verknüpft, wenn sie stehen bleibt, dass sie eine Belohnung kommt.

Ehepaar Backmann

Welches Futter bekommt sie?

Lena Backmann: Sie bekommt Trockenfutter für Welpen, denn die Dame von der Pflegestelle hat sie schon auch damit gefüttert. Sie verträgt das sehr gut.

Thomas Backmann: Man sollte generell nicht zu viele Proteine füttern, da die Hunde sonst zu schnell groß werden, und das ist schlecht für das Knochenwachstum.

Wie sieht es mit Impfungen aus?

Thomas Backmann: Leider ist ihr Tierpass griechisch, daher wissen wir nicht genau, welche Impfungen sie schon hat. Sie hat auf jeden Fall alle Standard-Impfungen, die man als Welpe haben sollte. Sonst dürfte man sie gar nicht nach Deutschland einführen. Wir waren aber noch nicht beim Tierarzt, haben erst nächste Woche einen Termin.

Und mit Kosten?

Lena Backmann: Wir haben erstmal eine Schutzgebühr gezahlt, die man immer zahlen muss, wenn man sie rettet. Das waren 300 €. Klar, Hundebetten und Spielzeug haben wir auch schon gekauft. Muss ja schön sein.

Habt ihr euch jetzt in Zeiten des Coronavirus umgestellt?

Thomas Backmann: Wir sind eh unter Quarantäne zurzeit. Deswegen hat das ganz gut gepasst, sich einen Hund zuzulegen. Wir können ja aktuell nichts machen. Wenn also etwas mit Wilma wäre, müsste jemand anderes sie zum Tierarzt bringen.

Hattet ihr schon selbst Hunde vorher?

Lena Backmann: Also ich selbst hatte noch keinen eigenen Hund vorher, aber meine Eltern hatten viele aus der Tierrettung. Thomas Vater hatte auch immer eigene Hunde. Daher kennen wir uns aus.

Welche Tipps habt ihr für Leute, die sich einen Welpen zulegen wollen?

Thomas Backmann: Nehmt euch Zeit. Die Hunde müssen lernen, stubenrein und auch alleine zu sein, wenn man auf der Arbeit ist. Klar, sie schlafen eh die ganze Zeit, aber es ist einfach wichtig, sie daran zu gewöhnen.

Lena Backmann: Und bitte aus dem Tierheim, keine Züchter. Klar, prinzipiell finden wir manche Rassen auch super, wie zum Beispiel die Doodles, die für Allergiker geeignet sind. Rhodesian Ridgebacks finden wir auch ganz toll. Doch es ist einfach unverantwortlich und daneben, dass die Züchter so viel Geld bekommen, während die ganzen kleinen Tiere in anderen Ländern schlecht behandelt werden. Sie haben dann keinen tollen Start. Wir beide könnten nicht damit leben, einen Hund vom Züchter zu holen. Denn wir wollten ein Tier retten. Und dafür ist Wilma, wie alle anderen Tiere, auch sehr dankbar.

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Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zur Hundehaltung und deren Vor- und Nachteile. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Vorteile eines Hundes sind besonders, dass sich der Hundehalter viel bewegt, der Hund treu ist und aufheitert. Nachteile sind vor allem die Hundesteuer und die vielen Haare.

Infografik illustriert zu Vor- und Nachteilen der Hundehaltung
Infografik Vor- und Nachteile Hundehaltung

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