Wie viel Futter braucht ein Hund?


Als Hundehalter ist man sich oftmals unsicher, wie viel Futter der Vierbeiner denn nun wirklich braucht. Wir erklären dir hier, woran du dich orientieren musst, um die richtige Futterdosierung zu erfassen.

Welpe sitzt in Fressnapf

Berechnung der Futtermenge

Natürlich ist jeder Hund individuell, und es gibt keine Faustregel, die besagt, wie viel dein Hund genau braucht. Dennoch gibt es für ausgewachsene Hunde eine Orientierung, an die du dich richten kannst: 

Die empfohlene Tagesration für einen ausgewachsenen Hund beträgt rund 2 – 3 %  seines Körpergewichts. Ein Hund mit 25 kg erhält demnach 500 – 750 g Futter pro Tag, je nach körperlicher Aktivität. Dieser Richtwert bezieht sich auf Trockenfutter. Nassfutter hingegen enthält aufgrund von beinhaltetem Fleisch und Gemüse einen hohen Wassergehalt. Hier darf es für den Vierbeiner auch einmal etwas mehr Futter als die errechnete Gesamtmenge sein.

Alternativ kannst du die Futtermenge auch mittels der folgenden Formel berechnen, die den Tagesbedarf eines ausgewachsenen Hundes ermittelt:
Körpermasse (in kg) hoch (0,75) x 100 Kilokalorien (kcal) = Tagesbedarf. Beispielsweise wiegt ein Hund 30 kg. Diese 30 kg rechnet man hoch 0,75, was 12,82 kg ergibt. Diese Zahl wird dann mit 100 kcal multipliziert. Nach der Berechnung hat also der Hund einen Tagesbedarf von rund 1282 kcal. 

Die Berechnungen sind allerdings sehr allgemeine Angaben. Somit lässt sich nicht pauschal eine Futtermenge als Idealwert festlegen. Die individuelle Futtermenge für deinen Vierbeiner hängt von vielen Faktoren ab.

Hauptfaktoren, die für die Futtermenge eine wichtige Rolle spielen

Wie viel Futter dein Hund braucht, hängt in erster Linie vom individuellen Energiebedarf deines Hundes ab. Dieser wird wiederum von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Folgende spielen dabei eine wichtige Rolle:

Alter

Das Alter deines Hundes ist entscheidend bei der Dosierung des Hundefutters. Welpen haben nämlich andere Bedürfnisse als ältere Hunde, da im Wachstum eine andere Zusammenstellung der Nährstoffe benötigt wird. Welpen benötigen entsprechend spezielles Welpenfutter, aus dem sie die Energie für das Wachstum und deren gesamte Entwicklung ziehen können. Achte dabei auch unbedingt darauf, deinem Welpen nicht zu viel zu geben, da Übergewicht negative Folgen für seine Entwicklung haben kann. Grundsätzlich sollten Welpen ca. 5 – 6 % ihres Körpergewichts an Hundefutter pro Tag bekommen. Erwachsene Hunde sollten so viel Futter bekommen, dass sie ihr Normalgewicht halten können. Bei älteren Hunden wird der Stoffwechsel langsamer und sie bewegen sich weniger. Dadurch haben sie einen geringeren Futterbedarf, an dem du die Dosierung anpassen solltest. Wenn ein alter Hund zu viel bekommt, besteht schnell das Risiko zu Übergewicht.

Größe

Die Größe des Hundes spielt bei der Futterdosierung eine wichtige Rolle. Natürlich benötigt beispielsweise ein Neufundländer mehr Futter als ein Yorkshire Terrier. Je größer der Hund ist, umso größer ist sein Energiebedarf, und umso mehr sollte in seinem Napf landen.

Gewicht

Im Normalfall hängt das Gewicht mit der Größe zusammen. Hierbei musst du besonders aufpassen. Wenn beispielsweise dein Jack Russell Terrier 10 kg wiegt, sein Normalgewicht jedoch bei 5 – 6 kg liegt, ist er übergewichtig. Du solltest ihm in dem Fall also nicht die empfohlene Futtermenge für Hunde mit einem Gewicht von 10 kg geben. Die Angaben auf den Futterverpackungen beziehen sich immer auf Tiere mit Normalgewicht. Richte dich also immer nach dem Idealgewicht deines Hundes. 

Um festzustellen, ob dein Hund zu viel oder zu wenig wiegt oder sein Idealgewicht besitzt, solltest du einen Blick auf seine Rippen werfen. Wenn du diese deutlich spüren kannst, bedeutet es, dass er Untergewicht hat. 

Bei Untergewicht solltest du auf jeden Fall die aktuelle Futtermenge beibehalten. Eine plötzlich erhöhte Futtermenge kann der Magen-Darm-Trakt in der Regel nicht verwerten und reagiert stattdessen mit ungewollten Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen. Der häufigste Grund ist, dass der Hund nicht ausreichend Futter bekommt oder es ihm einfach nicht schmeckt. Wechsel also im besten Fall das Futter und schau, ob eine Verbesserung vorliegt. Oftmals stecken aber auch ernstzunehmende Erkrankungen oder Stress hinter dem Untergewicht. In diesen Fällen hilft es nur, der Ursache auf den Grund zu gehen und diese bei Möglichkeit schnell zu beseitigen. Was genau bei Untergewicht zu tun ist, erfährst du hier

Wenn du bemerkst, dass dein Hund Übergewicht hat, solltest du dies nicht auf die leichte Schulter nehmen. Übergewicht heißt aber nicht, seine Futtermenge einfach von einen auf den anderen Tag zu reduzieren. Du kannst ihm stattdessen Diätfutter geben oder alternativ auch das Futter selbst zusammenstellen. Achte darauf, dass du wenig Kohlenhydrate und eher hochwertige Proteine verfütterst. Portioniere am besten die feste Tagesration, um sie nicht zu überschreiten. Übergewicht beim Hund ist ein umfangreiches Thema und immer mehr Hunde leiden darunter. Mehr Informationen zu der Thematik findest du hier.

Körperliche Aktivität

Wer sich viel bewegt und durch die Gegend rennt und spielt, ist danach besonders hungrig. Sehr aktive Hunde brauchen deshalb auch mehr Futter. Damit ist aber nicht die doppelte Menge gemeint. Etwas mehr als normal ist vollkommen ausreichend. Ist dein Hund eher weniger aktiv bis träge, kann er normal bzw. etwas weniger gefüttert werden. So vermeidest du unnötige Pfunde, die Sportmuffel schwer loswerden.

Nebenfaktoren, die den Energiebedarf des Hundes beeinflussen

Kastration

Bei manchen Rüden und Hündinnen sinkt nach einer Kastration der Grundbedarf an Energie, denn die Kastration beeinflusst den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt. Insbesondere bei Hündinnen kann nach dem operativen Eingriff eine Gewichtszunahme beobachtet werden. Dies hängt damit zusammen, dass ihnen nach der Kastration bestimmte Geschlechtshormone fehlen, die einen hemmenden Einfluss auf die Futteraufnahme haben sollen. Bei Rüden wird vermutet, dass die Gewichtszunahme mit einer verminderten Aktivität zusammenhängt. Somit kommt es nach einer Kastration oft dazu, dass die Hunde bei gleichbleibender Futtermenge zunehmen. Deshalb ist es in den Wochen danach wichtig, das Gewicht genau zu beobachten und gegebenenfalls die Menge des Hundefutters zu verringern. Falls du dir unsicher bist, kannst du dies auch mit dem Tierarzt besprechen.

Fellwechsel

Zweimal im Jahr steht der Fellwechsel an. Dieser ist für einen Hundekörper anstrengend, was viele Hundehalter unterschätzen. Deshalb solltest du deinen Hund beim Fellwechsel aktiv unterstützen. Gerade Hunde mit viel Fell benötigen beim Fellwechsel 10 – 20 % mehr Energie. Also kannst du in der Zeit ruhig einen oder zwei Esslöffel mehr Futter dazugeben. Zu der Zeit braucht der Hund vor allem mehr essentielle Fettsäuren als üblich. Hundefutter, welches viele Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren enthält, ist dann genau das richtige. Auch das Hinzufügen von etwas Lachsöl sorgt für eine gesunde Haut- und Fellbildung.

Trächtigkeit

Während der Trächtigkeit deiner Hündin ist es wichtig, auf ihre Gesundheit zu achten. Dabei musst du vor allem dafür sorgen, dass sie alle wichtigen Nährstoffe erhält, die sie jetzt benötigt. Eine richtige Ernährung ist der Grundstein dafür, dass sowohl deine Hündin als auch die Jungen gesund bleiben. Während der Trächtigkeit benötigt sie zusätzliche Nährstoffe und Kalorien, insbesondere dann, wenn sich ein großer Wurf ankündigt. 

In den ersten Trächtigkeitswochen ist es wichtig, dass du ihr die normale Menge an Futter gibst. Sei nicht besorgt, wenn deine Hündin in dieser Zeit die Futteraufnahme gelegentlich verweigert oder erbricht. Dies gehört mit zu dem normalen Prozess der Trächtigkeit. Eine Erhöhung der Futtermenge solltest du also erst nach 4 Wochen vornehmen. Steigere dann die Portionsgröße am besten wöchentlich, sodass sie in der 9. Woche etwa ein Drittel mehr als vor Beginn der Trächtigkeit zu sich nimmt. Kontrolliere währenddessen immer wieder die Größe der Portionen und wiege diese am besten ab, damit deine Hündin nicht zu viel frisst und übergewichtig wird. Wenn dir ihr Gewicht während der Trächtigkeit Sorgen bereitet, wende dich einfach an den Tierarzt

Wie viel Futter bekommt dein Hund? Erzähle es uns gerne hier in einem Kommentar.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zu Hundefutter. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Hundehalter achten am meisten auf die Inhaltsstoffe im Futter und kaufen es vor allem im Fachhandel. Ihrer Meinung nach hat das Futter den größten Einfluss auf die Gesundheit des Hundes.

Infografik Hundefutter

Du suchst noch nach einfachen Rezepten für Hundeleckerlis? Dann haben wir für dich ein tolles. Wenn du dich bei uns registriert hast, erhältst du direkt das Dokument zum Download.

0 Kommentare