Wann ist der Hund ausgewachsen?


Viele Hundehalter fragen sich, wann ihr Hund denn ausgewachsen ist. Ein wesentlicher Faktor ist die Hunderasse, die Größe und Gewichtsklasse vorgibt. Hier erfährst du alles Wichtige, um zu wissen, wann dein Hund ausgewachsen ist.

Australian Shepherd Welpen auf Terrasse auf

Der Zusammenhang zwischen Größe und Wachstum

Man muss vier Größen bzw. Gewichtsklassen von Hunden unterscheiden: 

  • Kleine: Widerristhöhe bis zu 35 cm
  • Mittelgroße: Widerristhöhe bis zu 60 cm
  • Große: Widerristhöhe bis zu 70 cm
  • Sehr große: Widerristhöhe bis zu 90 cm

Zwischen der Größe der Hunderasse und dem Wachstum gibt es einen Zusammenhang. Kleine Hunderassen werden im Verhältnis zu ihrem Endgewicht deutlich schwerer geboren als große Rassen. Während kleinere Hunde ihr Gewicht in der Wachstumsphase auf das Fünfundzwanzigfache vergrößern, ist es bei großen Hunden sogar das Hundertfache

Außerdem brauchen große Hunde länger als kleine, um ausgewachsen zu sein. Bei kleinen Hunden liegt der Wachstumsprozess bei 10 Monaten, bei sehr großen bei 2 Jahren. Die endgültige Körpergröße eines Hundes ist genetisch vorgegeben. Deshalb kannst du die Endgröße eines Hundes nicht durch eine übermäßige Ernährung beeinflussen. Zwar kannst du damit die Wachstumsgeschwindigkeit beschleunigen, nicht aber das Endergebnis. Außerdem ist es nicht gesund für deinen Hund. 

Wichtig für dich zu wissen ist: Ein gesundes Wachstum ist ein verhältnismäßig langsames Wachstum. Da Hunde einen Wachstumszeitraum von meist 1 Jahr haben, muss besonders auf die Aufzucht und Fütterung geachtet werden.

Bei Welpen erfolgt die schnellste Gewichtszunahme zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat. Der Körper deines Hundes wird in diesem Zeitraum am meisten gefordert. Eine sorgfältige Ernährung und Haltung ist hier am wichtigsten. Die Entwicklung des Körpergewichts kann ungefähr so gemessen werden: Bei kleinen Rassen sind nach 6 Monaten etwa 70% des Endgewichtes bzw. der Endgröße erreicht, bei sehr großen etwas weniger. Daran kannst du in der Regel gut abschätzen, ob das Wachstum deines Lieblings optimal verläuft.

RassengrößeUngefähre Wachstumszeit
Kleinbis 10 Monate
Mittelgroßbis 12 Monate
Großbis 18 Monate
Sehr großbis 24 Monate

Woche 1 bis 2: Die Neonatale Phase

Während der Geruchssinn schon gut entwickelt ist, sind die Augen und äußeren Gehörgänge in den ersten 2 Wochen nach der Geburt noch verschlossen. Welpen können die Milchzitzen dennoch ohne Probleme finden. Die Wärme der Mutter und der Geruchssinn helfen deinem Welpen dabei. Fast den ganzen Tag verbringt der Welpe mit Schlaf und dem Trinken der Muttermilch. Seine eigene Körpertemperatur kann er noch nicht selbst regulieren und sollte deshalb immer warmgehalten werden.

Woche 3: Die Übergangsphase

Augen und Gehör sind nicht mehr verschlossen, sodass dein Welpe nun sehen und hören kann. Er fängt an sich zu bewegen und seine Umgebung wahrzunehmen. Auch seine Geschwister rücken in seine Wahrnehmung und er fängt an zu zahnen.

Woche 4 bis 7: Die Prägungsphase

Die Neugier deines Welpen wächst stetig. Er widmet sich verstärkt seiner Umgebung. In dieser Phase kannst du schon ansatzweise das zukünftige Temperament erkennen. Sehr wichtig ist, dass du deinen Welpen nicht alleine lässt, da der Kontakt zu Menschen und zu seinen Wurfgeschwistern bedeutend ist.

Woche 8 bis 12: Die Sozialisierungsphase

Diese Phase prägt das zukünftige Sozialverhalten deines Hundes. Es ist wichtig, dass er seine Umwelt genau kennenlernt, ohne ihn zu überfordern. Ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung ist die Bewältigung des Unbekannten. Das Selbstbewusstsein deines Welpen ist eine wichtige Voraussetzung für die spätere Harmonie zwischen dir und deinem Liebling.

Monat 3 bis 6: Die Rang- und Rudelordnungsphase

Dein Vierbeiner muss sich nun in eurem „Rudel“ einfinden. Es liegt an dir, ihm Grenzen aufzuzeigen. Nur durch klare und verständliche Regeln kann dein Hund eine Rangordnung erkennen und seine Stellung finden. Hierbei solltest du mit deinem neuen Familienmitglied liebevoll, aber auch konsequent umgehen.

Monat 7 bis 12: Die Pubertätsphase

Auch Hunde haben eine Trotzphase. Parallel wird eine Hündin in dieser Phase zum ersten Mal läufig und ein Rüde verspürt den Drang sich fortzupflanzen. Dein Hund wird versuchen, seine Grenzen auszutesten, und du wirst das Gefühl haben, dass er Gelerntes wieder vergessen hat. In dieser Phase ist deine Geduld gefragt. Du solltest unbedingt fürsorglich, aber konsequent mit deinem Liebling umgehen. 

Monat 12 bis 30: Die Reifephase

Die letzte Phase ist der Übergang vom Welpen zum erwachsenen Hund. Das Wachstum ist nun abgeschlossen, aber beachte, dass dein Hund nie auslernt. Besonders in dieser Phase ist eine enge Bindung zur Förderung des Vertrauens zwischen euch sehr wichtig. Beschäftigte und fördere deinen Liebling ausreichend – körperlich und geistig.

Beachte die richtige Fütterung

1. Wiege die richtige Futtermenge ab

Auf Futterverpackungen werden zwar Empfehlungen zu Futtermenge angegeben, die richtige Menge kann aber je Hund abweichen. Du solltest die Menge vor dem Füttern abwiegen. Nur so kannst du eine Überfütterung vermeiden. Bedenke, dass es besser ist, eher etwas weniger zu füttern

So vermeidest du nämlich ein zu schnell verlaufendes Wachstum. Wenn du deinem Welpen zusätzlich zu der normalen Futterration Leckerlis geben willst, musst du diese in die tägliche Futterration einrechnen. Sollte dein Welpe einer großen oder sehr großen Rasse angehören, kannst du die Wachstumskurve dieser Rasse zur Hilfe nehmen. So kannst du die tägliche Gewichtszunahme besser kontrollieren.

2. Vermeide Über- und Unterversorgung

Wenn du deinem Welpen Fertigfutter gibst, solltest du spezielles Welpenfutter kaufen. Hier hast du bereits die richtige Zusammensetzung an Nährstoffen, und Zusätze sind nicht mehr notwendig. Auch der Calciumbedarf ist bereits im richtigen Verhältnis. 

Wenn du BARF bevorzugst, solltest du dich von einer Fachperson bezüglich der Inhaltsstoffe beraten lassen. Auch die Rationsgröße je Monat solltest du erfragen. In der Wachstumsphase ist es sehr wichtig, eine Über- oder Unterversorgung zu vermeiden.

Beachte: Zwei große Fehler werden in der Entwicklungsphase gemacht:

  • Überfütterung
  • Zu hohe Calciumzufuhr

Ein zu schnelles Wachstum zwischen dem 3. und 6. Monat führt zu wachstumsbedingten Skeletterkrankungen. Da Kreislauf und Muskulatur nicht mit der Skelettentwicklung mithalten können, kommt es zu einem Missverhältnis. In den nächsten 2 bis 4 Monaten zeigen sich die ersten Folgeschäden. Hier kann es beispielsweise zu Fehlstellungen der Vorderbeine, Lahmheit oder Gelenkeinschränkungen kommen. 

3. Achte auf die richtige Calciummenge

Eine zu hohe Calciumzufuhr führt zu Knochen- und Knorpelumbaustörungen, d.h. Knochen und Knorpel verdicken. Durch die unzureichende Versorgung des verdickten Gewebes kommt es zu einer Loslösung von Knorpelstücken, der sogenannten Osteochondrose. Der Körper regelt die Calciumaufnahme durch Vitamin D. Dies geschieht allerdings erst nach dem 5. Monat. Eine Zufütterung von Calcium (z.B. mit Knochenmehl) in hohen Mengen vor diesem Monat führt zu einer unbegrenzten Aufnahme.

Achte auf gesunde Bewegung

Nicht nur die richtige Ernährung spielt eine Rolle in der Wachstumsphase, sondern auch die Bewegung. Durch die optimale Bewegung und Belastung je nach Alter werden Gelenke und Muskeln ausgebildet. Achte also auf die passenden Aktivitäten je Entwicklungsphase. Spaziergänge und Spiele solltest du der jeweiligen Phase anpassen. Dein Welpe kann meist nicht selbst zur Ruhe kommen, da er seine Ausdauer überschätzt. Du musst für Ruhepausen sorgen.

Dein Welpe sollte früh genug lernen, unter Aufsicht Treppen hoch- und runter zu steigen. Insbesondere, wenn du in einer Etagenwohnung wohnst. Für viele Welpen ist das Treppenlaufen zu Anfangs eine Herausforderung, die auch mit reichlich Angst verbunden ist. Zwinge deinen Welpen nicht dazu. Ermutigen kannst du ihn dafür mit einem Leckerli oder indem du ihm liebevoll zusprichst. Achte darauf, dass er nicht mehrere Stufen auf einmal hoch- bzw. runterspringt. Auch solltest du darauf achten, dass er in seiner Entwicklungsphase nicht allzu viel Treppen hoch- und absteigen muss. Zudem sollten die Treppen rutschfest sein.

Kontrolliere das Gewicht

Wenn du deinen Hund wöchentlich misst und wiegst, kannst du sein Wachstum am besten im Auge behalten. Sobald sich seine Größe nicht mehr allzu sehr verändert, wird das Wachstum allmählich stoppen. Du kannst je nach Rassengröße ab dem 10. Monat damit rechnen. Auch beim ausgewachsenen Hund bleibt das Körpergewicht natürlich wichtig. Bis zum 18. Monat sollte sich das Gewicht deines Vierbeines immer an der Untergrenze je nach Rasse befinden.

Sobald er ausgewachsen ist, darf er auch kein Übergewicht bekommen.  Dies kannst du am leichtesten über die Rippen kontrollieren. Sind diese gut abtastbar, besteht kein Übergewicht. Achte auf ein stabiles Gewicht und wiege deinen Hund auch im Erwachsenenalter regelmäßig.

Hast du selbst einen Welpen oder einen Hund in der Wachstumsphase? Erzähle uns gerne hier mehr davon.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zu Hundefutter. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Hundehalter achten am meisten auf die Inhaltsstoffe im Futter und kaufen es vor allem im Fachhandel. Ihrer Meinung nach hat das Futter den größten Einfluss auf die Gesundheit des Hundes.

Infografik Umfrage Hundefutter
Infografik Umfrage Hundefutter

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