Veganes Futter für Hund und Katze: Pro und Contra

Viele Menschen ernähren sich zunehmend vegetarisch oder vegan, aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen. Davon sind viele auch Tierhalter. Diese stellen sich natürlich die Frage, ob sie konsequenterweise ihr Haustier auch vegan ernähren sollten. Wir stellen hier die Argumente für und gegen vegane Ernährungsweise vor.

Katze und Hund auf Sofa

Vegane Ernährung bei Hunden und Katzen ist ein heikles Thema. Es gibt viele hitzige Diskussionen im Netz. Vegane Tierhalter befürworten die gleiche Ernährungsweise ihrer Tiere, während andere Tierhalter schnell Tierquälerei vorwerfen. Auch Experten sind gespalten. Viele Tierärzte sind gegen den Verzicht auf tierische Produkte, während es bereits Startups gibt, die veganes Tierfutter anbieten. Auch Organisationen wie PETA preisen die vegane Tierernährung an. Bevor du jedoch entscheidest, die Ernährungsweise deines Haustieres umzustellen, solltest du einen Tierarzt aufsuchen, der auch Ernährungsexperte ist. Denn diese Entscheidung hängt auch von Alter, Rasse und Gesundheitszustand deines Tieres ab.

Was bedeutet vegane Ernährung?

Im Rahmen einer veganen Ernährung wird auf die Gabe von tierischen Produkten jeglicher Art verzichtet. Anders als bei einer vegetarischen Ernährung sind also auch Milch, Eier und tierische Fette vom Speiseplan gestrichen. Kohlenhydrate, Proteine, Vitamine, Fette und Mineralstoffe werden aus rein pflanzlichen Produkten bezogen.

Bei Hunden und Katzen trifft dies grundsätzlich auch zu. Doch erweist sich die Versorgung als etwas komplizierter, wenn man nicht allein auf die Aufnahme benötigter Inhaltsstoffe blickt. Auch die Umwandlung der Nährstoffe und die Verdauungstätigkeit müssen berücksichtigt werden. So werden erst im Rahmen der Verstoffwechselung von Aminosäuren beispielsweise Taurin und L-Carnithin freigesetzt.

Zudem kann es bei einer unausgewogenen Ernährung zu Vitamin- und Kalziummangel kommen – weshalb die Umstellung auf eine vegane Ernährung immer mit einer gründlichen Recherche einhergehen sollte, welche Stoffe von welcher Haustierart zusätzlich benötigt werden. Das heißt generell, dass jede Ernährungsform ausgewogen sein muss. Auch Fleisch fressende Hunde können zum Beispiel Mangelerscheinungen bekommen, wenn das Futter nicht alle wichtigen Inhaltsstoffe hat.

Grundsätzlich ist eine vegane Ernährungsweise viel nachhaltiger als eine konventionelle aufgrund der geringeren Treibhauseffekte. Die folgende Graphik von foodwatch zeigt die Unterschiede:

Quelle Graphik: foodwatch

Was ist artgerechte Haltung?

Ein Streitpunkt unter Tierhaltern ist die artgerechte Haltung. Gegner von Veganismus erklären, dass Hunde und Katzen nun mal Fleischfresser sind und tierische Inhaltsstoffe besser verwerten können als pflanzliche. Jedoch sind Hunde schon sehr lange domestiziert und haben sich der Ernährung von Menschen angepasst. Sie sind zu Allesfressern geworden. Das heißt, Hunde sind flexibler in ihrer Ernährung. Bei Katzen gestaltet sich dies allerdings schwieriger. Katzen haben trotz ihrer Domestizierung weiterhin Mäuse gefressen. Der Stoffwechsel der Katze ist außerdem noch nicht so gut erforscht wie der des Hundes. Auch ist es schwieriger, eine Katze auf eine andere Ernährungsweise umzustellen, da sie eine starke Nahrungsprägung hat.

Hunde haben einen erhöhten Kalziumbedarf, während für Katzen Taurin essentiell ist. Solltest du dich also entscheiden, dein Tier vegan zu ernähren, musst du alles mit deinem Tierarzt abklären. Denn wer einfach selbst einen Speiseplan zusammenstellt, vergisst oft wichtige Nährstoffe. Daher ist die Frage, was artgerecht ist, schwierig zu beantworten. Letztendlich muss die Tiernahrung alle wichtigen Nährstoffe liefern. Sonst müssen Zusatzpräparate gegeben werden, um den Bedarf abzudecken.

Profitieren Tiere gesundheitlich von veganer Ernährungsweise?

Es gibt Beispiele von Hunden und Katzen, die durch eine vegane Ernährungsweise ihre Gesundheit verbessert haben. Jedoch gibt es keine zuverlässigen Studien, die diesen Zusammenhang eindeutig belegen. Tierärzte verweisen auf den Placebo-Effekt, der sehr ausgeprägt ist bei Hunden. Das heißt, seine Gesundheit verbessert sich, wenn er allein schon mehr Aufmerksamkeit vom Halter bekommt. Aber natürlich kann es im Einzelfall immer sein, dass ein Hund mit einer Allergie oder Hautkrankheit eventuell von einer Ernährungsumstellung profitiert.

Wie funktioniert die vegane Ernährungsweise bei Hund und Katze?

Alle lebensnotwendigen Aminosäuren, die Hunde benötigen, sind in Pflanzen vorhanden. Zum Beispiel enthalten Kichererbsen fast genauso viel Eiweiß wie Rindermuskelfleisch. Es empfiehlt sich allerdings, Taurin und L-Carnithin zu supplementieren, falls diese im veganen Fertigfutter nicht enthalten sind.

Für Katzen sind Taurin und die sogenannte Arachidonsäure essentiell, also lebensnotwendige Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Hinzu kommen Vitamin B12, wie auch bei der veganen Ernährung für Menschen, und das fettlösliche Vitamin D. In Alleinfuttermitteln oder Supplementen für Selbstkocher sollte dies jedoch in ausreichender Menge vorhanden sein.

Im Handel gibt es bereits zahlreiche vegane Fertigfuttersorten, sowohl Trocken- als auch als Nassfutter. Du solltest darauf achten, dass das Futter auch wirklich ein Alleinfutter ist, das ohne weitere Zusätze auskommt. In Fertigfutter sind nämlich oft Geschmacksverstärker, Zucker und andere minderwertige Zutaten versteckt. Du solltest auch testen, welches Futter deinem Tier schmeckt.

Insgesamt ist es zu empfehlen, dass du dich ausführlich über vegane Ernährungsweisen bei deinem Tier informierst und die Entscheidung auch abhängig machst von dem Umständen deines Haustieres. Zu dem Thema muss es noch mehr Informationen und eindeutige Studien geben, um eine klare Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen. Wichtig ist jedenfalls, dass du das auch mit deinem Tierarzt besprichst.

Ernährst du deinen Hund oder deine Katze vegan oder überlegst du? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

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