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Trauer um Hund – Wie kann ich mit dem Verlust umgehen?


Wenn dein geliebter Vierbeiner stirbt, kann das wie lähmend wirken und dich aus der Spur werfen. Ein Allheilmittel oder pauschale Zeitangaben, wie und wann man mit dem Verlust besser umgehen kann, gibt es hierbei nicht. Wir beleuchten, wie Gesellschaft und Wissenschaft mit dem Thema umgehen, und überlegen, wie wir im Todesfall unseres Hundes handeln können.

Labrador liegt auf dem Boden, sw-Bild

Trauer um Hund: Arten des Verlustes

Die Art des Todesfalls entscheidet meist darüber, wie du dich verabschieden kannst und wie du mit deinen Gefühlen umgehst.

Unerwarteter Todesfall

Ob durch einen Unfalltod oder eine nicht diagnostizierte Krankheit – das Ableben der geliebten Fellnase kann manchmal unerwartet sein. Wenn menschliches Versagen, auch das eigene, oder gar Boshaftigkeit für das Abtreten des Hundes verantwortlich sind, können zusätzlich noch Gefühle wie Wut und Schuldvorwürfe die Trauerarbeit des Halters erschweren. Auch kann es passieren, dass Hunde weglaufen oder ausbrechen und dann einfach verschwinden, so dass die eigentlichen Halter keine Chance mehr haben, sich zu verabschieden, und nicht wissen, wo sich der Hund befindet und wie es ihm geht. Wenn der Verlust des geliebten Hundes plötzlich auftritt, hat man keine Zeit, sich mit dem Abschied bewusst auseinanderzusetzen.

Erwarteter Tod

Wenn der Hund alt geworden ist und seine natürliche Lebenszeit sich dem Ende zuneigt, ist es die Idealvorstellung, wenn er auf natürliche Weise einschläft. Doch auch hier hat man mit seiner Trauer und Ohnmacht zu kämpfen. Denn egal, wie viel Zeit man hatte, sich auf das Abtreten der Fellnase gedanklich vorzubereiten, der letztliche Verlust ist trotzdem hart.

In einem anderen Fall ist die Lebensqualität deines Hundes durch Krankheiten mitunter so gering geworden, dass Medizin und Therapien ihm nicht mehr helfen. Hier ist es ratsam zu versuchen, die Situation sachlich zu betrachten. Die Euthanasie bzw. das Einschläfern deines treuen Freundes ist meist die humanste Lösung, wenn dein Hund leidet und nicht auf andere Therapien anspringt. Das Leben des Hundes krampfhaft zu verlängern, führt vielleicht zu praktisch mehr Lebenstagen, aber diese sind dann nicht mehr lebenswert für ihn. Sprich am besten ausführlich mit deinem Tierarzt über diese Option und weihe liebende Mitmenschen in dein Gefühlschaos mit ein. Niemand erwartet von dir, dass du dich mit dieser Entscheidung leicht tust.

Trauer um Hund: Folgen

Schlafstörungen, sozialer Rückzug, Probleme im Job, Selbstverletzungen, Depressionen, Schuldgefühle, Essstörungen und ein Gefühl von Leere – die Liste an Schwierigkeiten, mit denen Hundehalter nach dem Tod ihrer Fellnase möglicherweise konfrontiert werden, ist lang. Ein japanisches Forscherteam fand in einer Studie 2014 dazu heraus, dass mehr als die Hälfte der damals befragten Tierhalter angegeben haben, nach dem Verlust ihres Haustieres an Depression, Angst, Schlaflosigkeit und somatischen Störungen gelitten zu haben. Besonders auffällig in der Studie war, dass die Symptome umso stärker ausgeprägt waren, je jünger die Befragten waren. Das Alter der Befragten reichte dabei von 22 bis 89 Jahren. Zum anderen war die Trauerreaktion bei den weiblichen Befragten stärker ausgeprägt.

In der Gesellschaft scheinen manche dieses Ausmaß an Trauer unverständlich zu finden. Da es “nur” ein Tier ist, dessen Ableben man betrauert. Sogar man selbst scheint sich hinter diesen Floskeln schützen zu wollen. Die Wahrheit ist jedoch, egal wie relevant es für die Gesellschaft, für das große Ganze, ist, es kann umso relevanter für den Halter sein. Viele sehen ihren Hund als Familienmitglied an. Und um ein geliebtes Familienmitglied zu trauern, ist für die meisten völlig normal. So gibt es in den USA sogar manche Firmen, die ihren Mitarbeitern 1 bis 3 Tage bezahlte Auszeit gewähren, wenn ihr Haustier stirbt. Das Thema Trauer handhabt also ein jeder Arbeitgeber anders. Wenn man sich jedoch vorstellt, dass ein Mitarbeiter mit den oben erwähnten Folgen zu kämpfen hat, sind diese paar Tage Auszeit wahrscheinlich auch wirtschaftlicher fürs Unternehmen.

Trauer um Hund: Stadien

Schon seit langer Zeit studieren Philosophen und Psychologen den Trauerprozess. Auch die Auswirkungen des Verlustes eines Haustieres rückt mehr und mehr ins Interessengebiet der Forschung. Manche, wie die berühmte Autorin Elisabeth Kübler-Ross, definieren verschiedene Stadien der Trauer. Dazu gehören:

  • Leugnen und Isolation
  • Wut
  • Verhandeln
  • Depression
  • Akzeptanz

Jeder Halter trauert jedoch auf andere Weise, und so kann es sein, dass du dich in diesen Stadien der Trauerbewältigung nie befunden haben musst. Auch eine Verweildauer ist nicht festzulegen. Eine gesunde Trauer bedeutet, den Schmerz über den Verlust zu überwinden und ihn nicht dein ganzes Leben beherrschen zu lassen. Wenn die Zeit dafür gekommen ist, kannst du dich so wieder positiv an deine Fellnase zurück erinnern.

Manchen mag eine Urne zum Abschied nehmen helfen.

Auch ein Schmuckstück mit einem Teil der Asche des verstorbenen Hundes bei sich zu tragen, mag dem ein oder anderem helfen.

Wurdest du schon einmal mit dieser Situation konfrontiert? Wie bist du mit deiner Trauer umgegangen? Erzähle uns deine Sicht hier in einem Kommentar.

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