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Streunerkatze – Wer trägt die Kosten?


Die Herkunft freilaufender Katzen ist manchmal ungewiss. Als was die Streuner klassifiziert werden, gibt Auskunft darüber, wer anfallende Tierarzt- oder Tierheimkosten übernehmen muss. Wie haben ein paar interessante Gerichtsurteile für euch herausgesucht.

Rot-weiße Katze sitzt auf Fliesen

Streunerkatze: Fall 1

Eine Katzenliebhaberin hat auf einem verlassenen Hof in der Stadt Alsfeld 6 Katzen eingefangen. Sie brachte sie ins ortsansässige Tierheim, um dort die Fellnasen medizinisch behandeln, kastrieren und chippen zu lassen. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 1215,59 €. Das Geld für die Behandlung der Streunerkatzen verlangte die Katzenfreundin von der Gemeinde. Ihrer Aussage zur Folge, waren die Katzen in einem schlechten Zustand und sie habe somit die Aufgabe der Gemeinde wahrgenommen.

Das Urteil

Das Verwaltungsgericht Gießen hat in ihrem Urteil vom 02.03.2016 festgelegt, dass der Klägerin kein Aufwendungsersatzanspruch nach dem Fundrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zustehe.

Streunerkatze: Fall 2

Im Laufe des Jahres 2016 wurden insgesamt 3 verletzte Streunerkatzen in eine Tierklinik bei Koblenz abgegeben. Die behandelnde Tierärztin versorgte die Katzen. Es entstanden Kosten in Höhe von 2036,12 €. Diese verlangte sie von der Gemeinde zurück, die als Trägerin der Fundbehörde fungiert.  Die Gemeinde jedoch lehnte eine Kostenerstattung ab mit der Begründung, dass sich die Katzen in einem Zustand befunden hätten, der auf ihre Verwilderung hingedeutet habe.

Das Urteil

Das Verwaltungsgericht Koblenz hat in seinem Urteil vom 13.09.2017 der Tierärztin Recht gegeben und die Zahlungsklage gegen die Gemeinde stattgegeben. Die Ärztin habe mit der Entgegennahme und medizinischen Behandlung der Katzen jeweils ein Geschäft der Gemeinde in ihrer Funktion als Fundbehörde ausgeführt.

Streunerkatze: Die Begründung

Die beiden Fälle sind auf den ersten Blick sehr ähnlich. Trotzdem fällt das Urteil im Fall 1 gegen eine Kostenübernahme durch die Gemeinde und im Fall 2 dafür aus. Der Grund dafür ist der Gleiche. Es geht darum, ob die streunende Katze als Fundkatze eingestuft wird. Eine freilaufende Katze wird als Fundtier angesehen, wenn:

  • Sie nicht herrenlos ist.
  • Ggf. einen Besitzer hat oder eine Institution, die sich um sie kümmert.
  • Sie einen gepflegten Allgemeinzustand aufweist.
  • Sie eine Tätowierung im Ohr hat.
  • Sie einen Mikrochip unter der Haut hat.

Katzen sind zwar keine Sachen, werden laut den geltenden Vorschriften aber so behandelt. Das Bürgerliche Recht geht davon aus, dass es sich bei gefundenen Gegenständen wie auch Katzen grundsätzlich um Fundsachen handele, die der Finder dem Verlierer, dem Eigentümer oder der Fundbehörde herausgeben oder anzeigen müsse. Nur weil eine Hauskatze ohne ihren Besitzer oder Eigentümer unterwegs sei oder sich von ihrem Zuhause bzw. ihrem Revier entfernt habe, sei kein Indiz dafür, dass sie herrenlos sei. Schließlich gibt es zahlreiche Freigängerkatzen, die Besitzer haben. Tierärzte, Tierschutzvereine und Tierheime sind dazu berechtigt, eine Kostenerstattung zu verlangen, wenn es sich um eine Fundkatze handelt. Das gilt sowohl für die Tierarztkosten als auch die Pflegekosten. Für Pflege und Ernährung gefundener herrenloser Katzen besteht dagegen kein Kostenersatzanspruch.

Eigenständig lebende und herrenlose Katzen dagegen können als sogenannte Wildlinge angesehen werden. Sie zeichnen sich durch scheues, zurückgezogenes Verhalten aus und lassen sich in der Regel nicht anfassen. Wildlinge lassen sich meist nur mit einer Falle einfangen.

Bei Fall 1

Die Katzen gelten nicht als Fundtiere, weil sie eingefangen werden mussten, um erst in den Besitz der Katzenfreundin zu gelangen.

Bei Fall 2

Bei diesen 3 Katzen handelt es sich vermutlich nicht um Wildlinge, so das Verwaltungsgericht Koblenz. Eine der Katzen sei mittels Mikrochip gekennzeichnet gewesen und habe ein Halsband getragen. Den anderen Kater habe die Finderin selbst zur Tierklinik gebracht, nachdem er lange Zeit im Bereich eines von Menschen bewohnten Anwesens herumgestreunt sei. Das lasse darauf schließen, dass er den Kontakt zu Menschen bzw. zu menschlichen Behausungen suche. Die 3. Katze sei nach 5-wöchiger Behandlung und stationärem Aufenthalt bei der Tierärztin ins Tierheim aufgenommen worden, anschließend in einer Pflegestelle untergebracht und von dort aus vermittelt worden. Das wäre so nicht möglich gewesen, wenn es sich tatsächlich um einen Wildling gehandelt hätte.

Streunerkatze: Fazit

Häufig ist es bei einer freilaufenden Katze nicht so einfach auszumachen, ob es sich um ein Fundtier handelt oder nicht. Der allgemeine Ernährungs- und Pflegezustand der Katze kann ein Indiz sein oder auch ob die Katze menschenscheu oder an Menschen gewöhnt ist. Häufig sind wildlebende Katzen sehr dünn, ungepflegt oder mit Parasiten befallen. Jedoch ist auch das keine Garantie, und eine dünne Katze kann auch einfach nur alt sein und einen Besitzer haben. Wenn du eine verletzte Katze entdeckst, solltest du definitiv handeln. Wenn sich die Katze von dir anfassen lässt und du Erste Hilfe leisten und sie zum Tierarzt bringen kannst, ist die Katze vermutlich auch ein Fundtier. Wenn die verletzte Katze jedoch zu scheu ist, alarmiere einen Tierschutzverein.

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Was ist deine Meinung zu den Urteilen? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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