So trainierst du deine Katze


Freigängerkatzen erleben draußen täglich verschiedene aufregende Dinge, beschäftigen sich mit ihren sozialen Kontakten und gehen auf Mäusejagd. Hingegen leiden Wohnungskatzen häufig unter starker Langeweile, was sich leider dann wiederum negativ auf ihren Allgemeinzustand auswirken kann. Daher solltest du dafür sorgen, dass deine Katze in der Wohnung beschäftigt ist. Wir geben dir Tipps, welches Katzentraining geeignet ist.

Katze Fitnesstraining

Vermeide Übergewicht

Mangelnde Bewegung ist eine der Hauptursachen von Übergewicht. Wenn deine Mieze zudem noch zu viel frisst, wird sie schnell dick. Dadurch sinkt ihre Lebensqualität. Die Katze bewegt sich immer weniger gern und wird träge. Somit wird sie weiter zunehmen, und ein Teufelskreis beginnt. Selbst ruhige Katzen haben das natürliche Bedürfnis zu klettern, zu lauern, zu springen, zu toben und zu jagen. Hinzu kommt, dass überflüssige Pfunde Gelenke, Wirbelsäule, Herz und Kreislauf belasten. Daher sind die richtige Ernährung und viel Bewegung so wichtig, um Übergewicht zu vermeiden.

Katzentraining in kurzen Einheiten

Generell solltest du mit deiner Katze mehrmals über den Tag verteilt in kurzen Einheiten von 10 bis 15 Minuten spielen. Denn so bleiben Bewegungsapparat, Kreislauf und Stoffwechsel der Katze gesund und in Schwung. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten, die wir dir im Folgenden erklären. Geeignete Spielsachen sind ebenso ein absolutes Muss für Wohnungskatzen. Dafür musst du nicht mal Unsummen ausgeben, du kannst mit ein wenig Kreativität vieles selber basteln. Wie du dies mit ganz einfachen Dingen machen kannst, erfährst du im Video zu Katzenspielzeug basteln.

Cat Agility

Allgemein ist das Ziel von Agility, einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen auf Zeit zu bewältigen. Das englische Wort Agility steht dabei für Gewandtheit und Beweglichkeit, was bei dem Sport wirklich sehr gefragt ist. Das beliebte Geschicklichkeitstraining ist vor allem bei Hundehaltern beliebt. Der Ursprung von Hunde-Agility liegt dabei in Großbritannien, wo der Sport in der Pause einer Hundeshow präsentiert wurde. Das Ganze kam dann so gut an, dass es sich im Laufe der Zeit zu einem anerkannten Turniersport für Hund und Halter entwickelte. Dass es das Training auch für Katzen gibt, wissen allerdings die wenigsten.

Agility für Katzen unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der Variante für Hunde. Hier hat deine Samtpfote ebenfalls als Aufgabe, kleine, selbst gebaute oder gekaufte Hindernisparcours zu bewältigen. Dabei gilt: Je schneller, desto besser! Es ist also ein optimales Trainingsprogramm für deine Samtpfote und bietet vor allem für Wohnungskatzen eine ideale Beschäftigungsmöglichkeit, die gleichzeitig ihre Intelligenz und Geschicklichkeit fördert. Dabei ist Agility nicht nur für Wohnungskatzen optimal, auch Freigängerkatzen lieben diesen abwechslungsreichen und spannenden Katzensport.

Eine klassische gute Übung für Zuhause ist das Durchgehen eines Tunnels. Dabei kannst du einen gekauften Sacktunnel verwenden oder aber auch aus mehreren Kartons einen Tunnel selbst basteln. Besonders für die Stärkung der Koordinationsfähigkeit und Geschicklichkeit deiner Katze sind Balancierungsübungen geeignet. Die Anatomie der Katze ermöglicht ihr, beim Laufen die Pfoten dicht hintereinander aufzusetzen. Das befähigt sie zum lässigen Balancieren. Dafür kannst du optimal ein schmales, stabiles Brett nehmen und es über zwei möglichst schwere erhöhte Punkte legen. Sorge dabei dafür, dass sich das Brett nicht verschiebt oder herunterfällt, während deine Katze darauf balanciert.

Ein weiteres beliebtes Hindernis sind Hürden. Für die Übung kannst du zum Beispiel 2 Bücher und 1 leere Küchenrolle benutzen. Hürden sollten aber nicht zu hoch sein, damit die Gelenke nicht unnötig strapaziert werden. Eine weitere Übung ist der Slalomlauf. Für die Slalomstrecke kannst du ganz einfach gefüllte Wasserflaschen oder umgedrehte Blumentöpfe benutzen. Auch das Hindurchkriechen unter Hindernissen wird oft und gerne von Katzen als Übung genutzt. Mehr zu dem Thema findest du in unserem Artikel zu Agility.

Schwarz-Weiße Katze in rotem Tunnel
Katze im Tunnel

Katzentricks

Nicht nur Hunde lieben Tricks und Kommandos, sondern auch Katzen. Zu Beginn ist Routine wichtig, das heißt: Trainiere immer am gleichen Ort und in absolut ruhiger Umgebung. Ohne Musik und sonstige Hintergrundgeräusche kann sich deine Mieze am besten auf ihre Aufgabe konzentrieren. Halte eine schmackhafte Belohnung bereit, mit der du einzelne Trainingsschritte positiv verstärken kannst. Dies kann auch ein schmackhaftes Trockenfutter sein. So kann sich deine Samtpfote einen Teil ihrer täglichen Futterration erarbeiten.

Generell sind sehr junge Katzen manchmal nicht in der Lage, sich auf Tricks zu konzentrieren – leichter wird es meist ab einem Alter von rund 1 Jahr. Die Basis für die Tricks bildet die klassische Konditionierung: Die Katze erlernt dabei ein bestimmtes Verhalten durch positive Verstärkung.

Kommandos einführen

Kommandos kannst du einführen, wenn deine Katze den jeweiligen Trick bereits beherrscht. Wenn du während des Trainings sicher bist, dass deine Katze in den nächsten Sekunden das erwünschte Verhalten zeigen wird, gib ihr ein passendes Kommando. Dies kann verbal sein, oder du machst beispielsweise immer die gleiche Geste mit der Hand. Übe das solange, bis die Katze das gewünschte Verhalten „auf Kommando“ zeigt. Denke daran, dass der Spaß immer im Vordergrund stehen sollte. Hat deine Katze ein Kommando einmal zuverlässig erlernt, belohne sie nur noch dann, wenn sie den Trick „auf Kommando“ ausführt, nicht, wenn sie ihn von sich aus anbietet.

„Komm her”

Katzen kommen zuverlässig, wenn man sie ruft. Allerdings nur, sofern sie Lust dazu verspüren oder eine Mahlzeit wittern. Mit etwas Training kannst du die Erfolgsrate steigern. Setze dich vor sie auf den Boden und zeige ihr ein Leckerli in deiner Hand. Du musst ihr immer die gleiche Anweisung geben und das Ganze bis zu 10 Mal wiederholen. Und wenn dein kleiner Tiger dich verfolgt, um schneller an die verlockenden Stückchen zu gelangen, wirf sie etwas weiter weg und stelle so erneut etwas Abstand her.

„Platz”

Um deiner Katze „Platz!“ beizubringen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kannst du zum Beispiel ein Leckerli in die Hand nehmen und dies langsam auf den Boden legen und festhalten. Deine Katze wird sich vermutlich irgendwann davorlegen. Gib ihr das Leckerli bereits bei ersten Anzeichen zum Hinlegen und locke sie so immer weiter in die Liegeposition. Bestärke erwünschtes Verhalten mit einem akustischen Signal. Hat deine Katze verstanden, was von ihr erwartet wird, kannst du ein Kommando einführen. Hier eignet sich die Geste der nach unten geführten Hand besonders gut.

Rolle machen

Ausgangslage für diesen Trick ist „Platz!“. Liegt deine Katze also vor dir, bewegst du eine Hand langsam so über sie, dass sie, um der Hand mit Blicken folgen zu können, eine seitliche Drehung auf den Rücken ausführen muss. Die ausführende Hand hält dabei kein Leckerli, doch du belohnst jede Bewegung in die richtige Richtung mit einem kleinen Leckerbissen sowie einem akustischen Signal – bis die Katze eine vollständige Rolle durchführt. Übe die Rolle immer von der gleichen Seite aus. Wenn du den Trick beidseitig ausführen möchtest, müsstest du beides getrennt trainieren, was deine Katze zu Beginn jedoch verwirren könnte. Hat sie den Trick verinnerlicht, kannst du entweder ein akustisches Kommando einführen oder es bei der über die Katze geführten Hand belassen.

Slalom

Beim Slalom-Laufen ist neben einer engen Bindung zwischen Mensch und Katze auch etwas Koordination von beiden Seiten gefragt. Ziel ist es, dass die Katze zwischen den gegrätschten Beinen ihres Menschen hindurchläuft. Ähnlich wie beim Sprung durch den Reifen kannst du die Katze Schritt für Schritt mit einem Leckerli in die gewünschte Richtung und durch deine auseinanderstehenden Beine locken. Dabei sollte die Mieze immer von der Seite des hinten stehenden Beins starten. Besonders elegant sieht der Slalom aus, wenn sich beide fließend bewegen. Übe die Bewegungen langsam ein und bringe viel Geduld mit. Selbstverständlich solltest du darauf achten, deiner Katze nicht versehentlich auf die Pfoten zu treten – gehe also sehr behutsam nach vorne.

Clickertraining

Beim Clickertraining wird ein erwünschtes Verhalten der Katze mittels eines akustischen Signals verstärkt. Das Clickergerät selbst ist ein kleines Gehäuse mit einem Auslöseknopf, in das ein Stahlblechstreifen montiert ist. Beim Druck auf den Knopf wird dieser Blechstreifen verbogen und erzeugt ein kurzes, scharfes Knackgeräusch. Der Clicker kann auch durch andere akustische Signale ersetzt werden: Eine Klingel, Hupe oder Pfeife zum Beispiel funktionieren ebenfalls. Generell sind Clicker sehr einfach bedienbar und passen in jede Hosentasche. Bei Beginn des Clickertrainings solltest du dich auf ein Geräusch festlegen, das du während des Trainings konstant beibehältst.

Generell ist diese Traingsmethode für alle Katzen geeignet. Doch besonders Wohnungskatzen können durch die Übungen viel mehr Anregung und Abwechslung in ihrem Alltag erhalten. Katzen können auch zutraulicher werden, was zum Beispiel die Fellpflege oder die Vergabe von Medikamenten erleichtert. Katzen, die nur äußerst ungern in eine Transportbox gehen, können durch Clickertraining lernen, einem bestimmten Gegenstand zu folgen und sich an diesen zu gewöhnen. Auch kannst du deiner Mieze das Zerkratzen von Möbelstücken oder Tapeten abgewöhnen.

Folgende Übungen kannst du machen:

  • Männchen machen
  • Pfote geben
  • Durch einen Ring springen
  • Balancieren
  • Spielgeräte apportieren
  • Auf Kommando Sitz machen

Mehr zu dem Thema erfährst du in unserem Artikel zu Clickertraining.

Hier noch ein Video zum Clickertraining vom WDR.

Beitrag vom WDR: Clickertraining für die Katze

Beutefang-Spiele

Katzen liegen bekanntlich gerne auf der Lauer, beobachten die Beute, haben weit geöffnete Augen und ein wackelndes Hinterteil. Warum nicht einfach mal das in der Wohnung spielen? Für ein solches Katzentraining werden fast keine Utensilien benötigt. Hierfür sind Kartons, Papiertüten, Schachteln, Einkaufskörbe und Teppiche als „Versteck“ und „Unterschlupf“ vollkommen ausreichend. Das Spielzeug der Begierde wird durch geschicktes Verstecken und Bewegen unwiderstehlich werden.

Korken

Du hast noch Korken von einer Weinflasche übrig? Dann kannst du ein tolles Spielzeug zum Katzentraining daraus basteln. Dafür benötigst du lediglich eine Schnur, die du um den Korken bindest. Damit kannst du deine Katze durch die Wohnung tollen lassen. So spielerisch lässt sich Katzenfitness in den Alltag einbauen.

Lichtspiele

Einem hin und her huschenden Lichtfleck wird deine Katze immer unterliegen. Der Jagdinstinkt ist einfach zu groß, was sich optimal für das Fitnesstraining ausnutzen lässt. Ob es sich dabei um das Licht einer Taschenlampe, eines schwachen und dafür geeigneten Laserpointers oder um die Reflexion der Sonne auf einer Uhr handelt, ist dabei unwesentlich. Lasse deinen kleinen Jäger durch die gesamte Wohnung laufen und kombiniere den Weg mit Sprungmöglichkeiten.

Kreisel

Wie auch Kinder lieben Katzen Kreisel, denn sie machen unglaublich viel Spaß. Verwende einen Kreisel, der nicht zu groß ist. Orientiere dich einfach an der Größe der anderen Lieblingsspielzeuge deiner Mieze. Einmal in Schwung gebracht, reagieren Kreisel teilweise unberechenbar. Spontane Richtungswechsel oder kleine Sprünge trainieren das Reaktionsvermögen deiner Katze. Ist sie vielleicht im ersten Moment noch etwas erschreckt, wird sie sich aber sicherlich schon bald mit dem ungewöhnlichen Trainingsgerät anfreunden können.

Raufspiele

Als Katzenhalter weißt du, dass ein offen zur Schau gestellter Bauch eine Falle ist. Kaum wird die Hand zum Streicheln ausgestreckt, kann schon im nächsten Moment ein Angriff darauf erfolgen. Zeigt deine Katze dieses Verhalten, lässt sie sich sicher leicht zu Raufspielen motivieren. Dabei wird die Katze liebevoll geschubst, gestoßen, auf den Rücken gedreht oder über den Boden gezogen. Danach wirst du im optimalen Fall wieder „zurück überfallen“. Wenn das einige Minuten so läuft, hat deine Samtpfote bereits ein spielerisches Training absolviert. Achte jedoch darauf, dass das Raufen nicht zu wild wird. Wenn deine Katze nämlich beginnt, Krallen und Zähne einzusetzen und grob wird, solltest du das Spiel sofort abbrechen. Deine Katze soll ja keine Kratzbürste werden.

Kratzbaum

Ein hoher Kratz- und Kletterbaum mit vielen Plattformen bietet deiner Katze eine wunderbare Beschäftigung. Auch Versteckmöglichkeiten, wie z.B. das Katzenhäuschen, können deiner Katze Herausforderungen, Spiel und Spaß bringen. Umzugskartons eignen sich ebenfalls als ideale Beschäftigung für die Mieze. Mit Einstiegsöffnung und Gucklöchern wird dieser im Handumdrehen zum Lieblingsort deiner Katze. Dabei ist der Pappkarton gleichzeitig ein willkommenes Rückzugsplätzchen für sie und wunderbar zum Beknabbern.

Zwei Perserkatzen sitzen auf Kratzbaum
Zwei Katzen auf Kratzbaum

Intelligenzspielzeug

Um an Leckerlis zu kommen, laufen Samtpfoten zu Hochformen auf. Dabei gibt es verschiedene Varianten, bei denen die Katze herausfinden muss, wie sie an die leckere Belohnung kommt:

Futterkugel und Futterlabyrinth

Die Kugel oder ein vergleichbarer Hohlkörper werden mit Leckerli oder Trockenfutter befüllt. Manchmal besteht das Innenleben der Kugeln aus einem Labyrinth oder unebenen Flächen. Um an das Futter zu kommen, reicht es also nicht, die Kugel einfach herumzurollen: Das Objekt muss so manipuliert werden, dass der Inhalt den Weg nach außen findet. Eine Variante besteht darin, die Belohnung aus Hohlräumen herauszutatzeln.

Fummelbretter

Fummelbretter funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip, sind aber in der Regel wesentlich komplizierter. Ein Fummelbrett besteht aus verschiedenen Hohlräumen, Röhren, Schienen, Noppen und Ritzen, aus denen die Katze mit Pfoten, Krallen und Zunge die Leckerlis herausholen muss. Manche Bretter erfordern zudem, dass die Katze mehrere Aktionen miteinander kombiniert, um zum Erfolg zu kommen.

Schnüffelteppich

Solche Decken sind das textile Äquivalent zum Fummelbrett. In den Teppich sind verschiedene Täschchen eingenäht, die mit Leckerlis, aber auch mit interessant riechenden Duftproben wie Katzenminze bestückt werden können. Achte bei Schnüffelteppichen besonders auf das Material: Die Katze darf mit den Krallen nicht in zu grobmaschigem Material hängen bleiben.

Roundabouts

Bei diesen Intelligenzspielzeugen sind Kugeln oder anderes Spielzeug so eingepasst, dass sie zwar mit den Tatzen erreicht und bewegt, aber nicht herausgeholt werden können. Zusätzliche Geräuscheffekte wie Rasseln in den Kugeln regen den Jagdtrieb an.

Du kannst ein Intelligenzspielzeug auch selber basteln. Hier sind zwei Beispiele für dich:

Futter an der Angel

Befestige ein Leckerli so an einer Schnur, dass die Katze an dieser ziehen muss, um es zu erreichen. Lege zusätzlich mehrere „leere“ Schnüre aus und beobachte, ob die Katze die „richtige“ benutzt. Achtung: Lasse deine Mieze bei diesem Spiel nicht unbeaufsichtigt, um Missgeschicken mit der Kordel vorzubeugen.

Mehr oder weniger

Den Deckel von gleich aussehenden Döschen markierst du auffällig mit einem Punkt, zwei oder drei Punkten. Verstecke das Leckerli stets in derselben Dose und finde heraus, ob die Katze lernt, immer die Dose mit „mehr“ oder „weniger“ Punkten zu wählen.

Hier ist noch ein Video vom WDR zum Thema “Beschäftigung der Katze alleine zu Hause.”

Beitrag vom WDR: “Beschäftigung für Katzen allein zu Hause”

Was tust du, damit deine Katze fit gehalten wird? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

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