Schuppen beim Hund: Das solltest du wissen


Genau wie bei uns ist die Haut bei Hunden ein großes und wichtiges Organ. Ein gesunder Hund lässt sich vor allem an gepflegtem und glänzendem Fell erkennen. Wenn er also plötzlich Schuppen hat, besteht nicht immer direkt Grund zur Sorge. Wir erklären dir hier, was möglicherweise dahintersteckt und was du dagegen tun kannst.

Hund mit Schuppen guckt raus aus dem Fenster

Schuppen beim Hund erkennen

Bei Hunden gibt es zwei verschiedene Arten von Schuppen. Es gibt einmal die weißen, die man eher lose zwischen dem Fell findet, und die durch trockene Haut entstehen. Nicht zu verwechseln mit weißen Pünktchen im Fell deines Hundes, welche einen Milbenbefall darstellen. Außerdem gibt es die gelblich erscheinenden Schuppen, die eher groß sind und an der Hautoberfläche festhaften. Diese gehen mit einer erhöhten Talgproduktion neben den Haarwurzeln einher. Zusätzlich zu den Schuppen ist es möglich, dass sich der Eigengeruch deines Hundes erhöht. Riecht er also stärker als sonst, solltest du ihn auf ein schuppiges Fell hin untersuchen.

Mögliche Ursachen für Schuppen beim Hund

Wie wir Menschen können auch unsere geliebten Vierbeiner Schuppen bekommen. Falls du im Fell deines Hundes wenige Schuppen entdeckst, ist das vollkommen normal und zunächst einmal nicht weiter zu beachten. Der Körper bildet schließlich jeden Tag neue Hautzellen. Bei der Zellerneuerung der Haut werden die abgestorbenen Hautzellen abgestoßen. Diese werden dann gegebenenfalls in Form von Schuppen sichtbar, wenn zu viele Zellen produziert, vorzeitig abgestoßen oder fehlerhaft gebildet worden sind. Durch eine regelmäßige Fellpflege inklusive sanftem Bürsten, idealerweise mit einer Naturbürste, kann dem vorgebeugt werden. Die Haut wird dabei massiert und die Durchblutung angeregt, was wiederum den Fellwechsel fördert.

Wenn du jedoch bemerkst, dass die Schuppenproduktion überhand nimmt, solltest du der Ursache zeitnah auf den Grund gehen und etwas dagegen unternehmen. Es kann verschiedene Gründe für die Schuppenbildung geben. Oft sind sie dabei harmlos. Doch können auch ernstzunehmende Erkrankungen hinter dem Symptom der schuppigen Haut stecken. Lasse deinen Hund deshalb am besten rechtzeitig von einem Tierarzt untersuchen. Er kann genau herausfinden, was die Hautprobleme bei deinem Hund ausgelöst hat und wie sie sich wieder beheben lassen.

Mögliche harmlose Ursachen für Schuppen bei deinem Hund:

  • Fellwechsel: Jeder Hundebesitzer kennt es: Zweimal im Jahr kleidet sich dein geliebter Vierbeiner passend für die kommende Jahreszeit ein. Im Frühjahr haart der Hund am stärksten, da er dort das dichte Winterfell loswird. Im Herbst legt er sich wiederum einen Pelz zu, um für den kalten Winter gut gerüstet zu sein. Dass dabei nur das vorhandene Hundefell dichter wird und wächst, ist falsch. Auch hier wirft dein Vierbeiner das leichte Sommerfell ab und tauscht es gegen ein dickes Winterfell. Während des Fellwechsels können sich zeitgleich Schuppen bilden. Entdeckst du also weiße Schuppen im sonst gesunden und glänzenden Fell deines Hundes, kann dies die Ursache sein. Wenn das der Fall ist, verschwinden diese nach kurzer Zeit wieder von alleine.
  • Falsches Futter: Oft sind Schuppen beim Hund die Folge einer falschen Ernährung. Falsches Futter kann entsprechend zu einem Nährstoffmangel und somit zu Stoffwechselproblemen führen. Futterunverträglichkeiten und Futtermittelallergien sind ebenfalls möglich, wenn es um Schuppen bei deinem Hund geht.
  • Trockene Luft: Gerade in den Wintermonaten sind viele Hunde von trockener Haut betroffen, was sich besonders in Form von Schuppen bemerkbar macht. Grund dafür ist das nasskalte Klima draußen und die trockene Heizungsluft drinnen.
  • Veränderter Hormonhaushalt: Hormone haben einen großen Einfluss auf das Hautbild. Hier kann beispielsweise eine Kastration eine Veränderung des Fells sowie der Haut mit sich bringen.

Mögliche ernsthafte Ursachen für Schuppen bei deinem Hund:

  • Parasitenbefall: Auch ein Befall mit Parasiten kann als Ursache für Schuppen infrage kommen. Dazu zählt zum Beispiel ein Befall mit Milben oder Flöhen, der zu Hautproblemen bei deinem Hund führt. Zudem ist es möglich, dass die Beschwerden nicht durch die Hautparasiten, sondern durch Würmer oder Giardien verursacht werden. Diese entziehen dem Körper nämlich wichtige Nährstoffe und führen dann zu Hautproblemen. Leidet dein Hund an einem Befall, müssen sie frühzeitig beseitigt werden.
  • Krankheiten: Häufig sind es Krankheiten, die den Stoffwechsel des Hundes betreffen. Typische Beispiele sind hierfür Leber-, Nieren-, oder Schilddrüsenerkrankungen. Diese Stoffwechselerkrankungen können sich unter anderem durch eine erhöhte Schuppenbildung bemerkbar machen. Der Tierarzt kann das Vorliegen einer Erkrankung diagnostizieren und entsprechend behandeln. In der Regel verschwindet dann auch wieder das Hautproblem deines Hundes.
  • Allergien: Hat dein Hund Schuppen, kann eine Allergie die Ursache sein. Besonders die Atopische Dermatitis zeigt sich in Form von Hautproblemen. Sie wird durch den Hautkontakt mit ganz unterschiedlichen Stoffen aus der Umwelt ausgelöst. Zu deren häufigsten Allergenen zählen Hausstaubmilben sowie Pollen von Blüten oder Gräsern. Dabei leidet der Hund vor allem unter starkem Juckreiz und trockener Haut.
  • Hautpilz: Hautpilz ist eine Erkrankung der Haut und kann neben Haarausfall, entzündeter und geröteter Haut auch Schuppen hervorrufen. Bei Verdacht solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen, da Hautpilz für Menschen und Tiere ansteckend ist.
  • Psychische Probleme: Die Psyche kann beim Hund ebenfalls Haut- und Fellprobleme auslösen. So können sich Schuppen durch übermäßigen Stress oder Angst bilden, beispielsweise nach einem Umzug oder bei Verlust einer Bezugsperson.
  • Seborrhoe: Man unterscheidet zwischen der primären und der sekundären Seborrhoe. Die primäre gehört zu den vererblichen Hautbildungsstörungen beim Hund. Die sekundäre ist dagegen eine Folgeerkrankung und tritt im Zusammenhang mit vielen anderen entzündlichen Erkrankungen auf, wie z. B. Allergien oder hormonellen Erkrankungen. Wird dabei die Grunderkrankung diagnostiziert und erfolgreich behandelt, verschwindet die sekundäre Seborrhoe wieder. Schuppenbildung ist bei der Seborrhoe das Hauptsymptom. Diese können als trockene oder fettige Schuppen auftreten.

Überblick über die möglichen Ursachen von Schuppen bei deinem Hund:

  • Fellwechsel
  • Falsches Futter
  • Trockene Luft
  • Veränderter Hormonhaushalt
  • Parasitenbefall
  • Krankheiten, besonders Stoffwechselerkrankungen
  • Allergien
  • Hautpilz
  • Psychische Probleme
  • Seborrhoe

Schuppen beim Hund behandeln

Regelmäßige Fellpflege

Wenn es sich bei deinem Hund eher um leichten Schuppenbefall handelt, reicht es meist aus, die Schuppen mittels regelmäßigen Bürstens zu entfernen. Verwende dafür am besten eine Naturbürste, die zum Beispiel aus Wildschweinborsten besteht. Mit dem Bürsten sorgst du gleichzeitig dafür, dass abgestorbene Hautpartikel und lose Haare aus dem Fell entfernt werden. Auch bei einer durch den Fellwechsel ausgelösten Schuppenbildung genügt regelmäßiges Bürsten und Kämmen. Durch die daraus entstehende Anregung der Durchblutung wird gleichzeitig der Fellwechsel beschleunigt.

Tägliche Streicheleinheiten

Eine weitere Maßnahme, die deinem Hund dabei helfen wird, ist das Streicheln. Dadurch wird anhand der leichten Massage die Durchblutung der Haut gefördert. Wenn du also deinen Hund regelmäßig streichelst, kann die Talg- und Ölproduktion angeregt werden und zu einem geschmeidigen Fell verhelfen. 

Hundeshampoo

Falls es sich um gelbe, ölige Schuppen handelt, sind diese deutlich schwerer zu entfernen als weiße Hautschuppen. Wenn dein Tierarzt dabei keine anderen Ursachen feststellt, hilft spezielles Hundeshampoo. Dieses lässt die Schuppen leichter von Haut und Haaren lösen. Sprich am besten mit deinem Tierarzt ab, welches Präparat für deinen Hund gut geeignet ist.

Futterumstellung

Treten Schuppen ernährungsbedingt auf, solltest du das Futter umstellen. Besonders zu viel Getreide kann Haut- und Verdauungsprobleme begünstigen. Versuche also den Anteil an Getreide etwas zu reduzieren. Der Gang zum Tierarzt ist besonders bei einem Mangel  ratsam. In Rücksprache mit ihm kannst du ein Nahrungsergänzungsmittel oder Spezialfutter ausprobieren. Diese helfen dabei, ernährungsbedingte Haut- und Fellprobleme zu beseitigen. Häufige Inhaltsstoffe sind dabei Biotin und Antioxidantien, welche die Haut und das Fell gezielt stärken sollen.

Luftbefeuchter

Besonders im Winter machen sich die Hautprobleme wie Schuppen durch die trockene Heizungsluft bemerkbar. Um dem entgegenzuwirken, solltest du deinem Hund zuliebe einen Luftbefeuchter in deiner Wohnung aufstellen.

Bekämpfung der Parasiten

Bei einem Parasitenbefall ist es wichtig, rechtzeitig zu reagieren. Da er neben einer Vermehrung noch weitere Beschwerden zur Folge haben kann, solltest du umgehend geeignete Behandlungsmaßnahmen ergreifen. Ist dein Hund von einem Milbenbefall betroffen, ist es wichtig, den Tierarzt aufzusuchen. Dieser wird schnell eine gezielte Diagnose stellen und die jeweilige Milbenart erkennen. Dazu wird er effektiv den möglichen Milbenbefall behandeln, um weitere Schäden zu vermeiden. Sonst können die Milben weiterhin stark die Hautgesundheit deines Hundes beeinträchtigen und in manchen Fällen auch Menschen und andere Tiere befallen.

Wenn du Flöhe entdeckst, ist es wichtig schnell zu handeln. Befreist du deinen geliebten Vierbeiner nicht rechtzeitig, nimmt der Flohbefall nur noch mehr zu. Je mehr es davon gibt, desto mehr Arbeit und Zeitaufwand hast du. Für die Bekämpfung der Ungeziefer stehen verschiedene Mittel zur Verfügung, wie beispielsweise sogenannte Spot-On-Lösungen. Dabei ist eine gewisse Wartezeit nach dem Auftragen einzuhalten, um deinen Hund wieder streicheln zu können. Außerdem ist es wichtig, die Umgebung deines Hundes flohfrei zu bekommen. Man geht davon aus, dass nur ca. 5% der Flöhe auf ihrem Wirt leben und die restlichen 95% an Eiern, Larven und Puppen sich in der Umgebung befinden. Das bedeutet zugleich auch, dass es mit einer Abtötung der Parasiten auf deinem Hund nicht getan ist. Notwendige Vorgehensweisen sind:

  • Intensive Reinigung von Teppichen und Möbeln: Gründlich mit dem Staubsauger behandeln.
  • Decken, Kissen, Spielzeug und Körbchen bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Falls nötig: Reinigung des Autos.
  • Falls weitere Haustiere vorhanden, müssen diese ebenfalls behandelt werden.
  • Bekämpfe sie mit sogenannten Floh Foggern (auch Flohbomben genannt), welche ihren Wirkstoff in die Wohnräume versprühen.

Medikamente oder Salben

Ist eine Erkrankung für die Schuppen verantwortlich, solltest du dringend zum Tierarzt gehen, damit diese so rasch wie möglich behandelt werden. Besonders für notwendige Medikamente oder Salben zum Eincremen der betroffenen Stellen ist dies vonnöten.

Falls dein Hund an Hautpilz leidet, hilft nur der Gang zum Tierarzt. Dieser wird ihm dann ein Rezept für die richtigen Medikamente ausstellen. Bei Verdacht auf eine Allergie wird der Tierarzt erstmals einen Allergietest machen. Gegebenenfalls wird er entsprechende Salben und Hautpflegeprodukte verschreiben. Im Falle einer Futtermittelallergie wird er bei der Ernährungsumstellung helfen und Nahrungsergänzungsmittel empfehlen. 

Ursachenfindung psychischer Probleme

Im Falle von psychischen Problemen verschwinden die Schuppen meist wieder von ganz alleine. Falls dein Hund sehr sensibel oder ängstlich ist, kann der Stress auch länger anhalten. Besonders dann ist es wichtig, dass du die Ursache für den Stress identifizierst und beseitigst, damit das Hautproblem nicht chronisch wird.

Behandlung der Seborrhoe

Die primäre Seborrhoe ist nicht heilbar und erfordert eine lebenslange Behandlung. Hierbei wird der Tierarzt eine Therapie verschreiben. Dazu gehören Medikamente und spezielle Shampoos, die helfen, ein normales Hautbild und Haarkleid wieder herzustellen. Die sekundäre Seborrhoe wird am besten geheilt, indem die zugrunde liegende Erkrankung erstmals vom Tierarzt diagnostiziert und behandelt wird.

Überblick über hilfreiche Maßnahmen:

  • Regelmäßige Fellpflege
  • Tägliche Streicheleinheiten
  • Futterumstellung
  • Biotin
  • Luftbefeuchter
  • Präparate gegen Milben und Flöhe
  • Umgebung flohfrei kriegen
  • Spezielles Hundeshampoo
  • Tierarztbesuch
  • Gegebenenfalls verschriebene Medikamente oder Salben vom Tierarzt
  • Ursachenfindung der psychischen Probleme

Hausmittel gegen Schuppen beim Hund

Wenn du schwere gesundheitliche Probleme ausschließen kannst und sich keine Parasiten am Körper deines Hundes befinden, können einige Hausmittel gegen die Schuppen helfen. 

Apfelessig

Apfelessig kann im Kampf gegen die lästigen Schüppchen helfen. Bürste dafür entweder mit einer in Apfelessig getränkten feinen Bürste sanft durch das Fell, oder tröpfel ihm etwas davon in sein Haar. Dies hilft dabei, tote Hautpartikel und abgestorbenes Haar zu binden, um diese leichter zu entfernen. Auch die Ölproduktion wird dabei angeregt. Mach dir keine Sorgen, falls dein Hund durch Ablecken etwas Essig aufnimmt. Die darin enthaltenen Vitamine und Mineralien stärken nebenbei noch sein Immunsystem.

Leinöl

Leinöl zählt zu den Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, und kann beim Tier dazu beitragen, die Gesundheit zu verbessern. Wenn du etwas kaltgepresstes Leinöl in das Futter träufelst, fördert es nicht nur die Verdauung, sondern regt zugleich die Ölproduktion bei trockener Haut an. Auch zur äußerlichen Behandlung kann es angewendet werden. Teste es vorab auf einer kleinen Hautstelle, damit Nebenwirkungen in Form von Allergien und Unverträglichkeiten gegen das Leinöl vermieden werden.

Nachtkerzenöl

Das Öl kann helfen, das Fell und die Haut zu pflegen und den Feuchtigkeitshaushalt wieder herzustellen. Bürste und massiere dafür deinen Hund mit Nachtkerzenöl ruhig zweimal wöchentlich. Ein kleiner Tropfen Öl auf einer weichen Bürste genügt dabei.

Fettcreme

Wenn dein Hund einzelne trockene Hautstellen hat, können diese zudem mit einer Fettcreme gepflegt werden. Dadurch beschleunigst du den Heilungsprozess und trägst dazu bei, dass es bei deinem Vierbeiner nicht mehr so stark juckt.

Schuppen beim Hund vorbeugen

Um eine ernährungsbedingte Folge von Hautproblemen zu vermeiden, solltest du von Beginn an auf eine angemessene, ausgewogene Ernährung achten. Grundsätzlich hilfst du schon allein durch eine regelmäßige Fellpflege bei der Vorbeugung von Schuppen. Auch häufige Streicheleinheiten sorgen für eine Förderung der Hautregeneration und der Ölproduktion. Einen Schuppenbefall als Folge eines Parasitenbefalls kannst du durch eine regelmäßige Kontrolle des Fells vermeiden.

Hat dein Hund auch schon mal plötzlich Schuppen bekommen? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Die richtige Bewegung ist auch essentiell für die Gesundheit deines Hundes. Das meinen auch deutsche Hundehalter in unserer Umfrage. Hier siehst du die Ergebnisse der Befragung.

Infografik Umfrage Hundegesundheit
Infografik Hundegesundheit

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