Rohasche, Rohprotein und Co. – Was ist in meinem Katzenfutter?

Viel Fleisch, ja bitte, und Vitamine, immer her damit – doch was macht Asche in dem Futter meiner Katze? Und ist das gut oder schlecht? Die kleingedruckten Angaben auf der Rückseite der Verpackungen für Katzenfutter sind manchmal schwer zu verstehen. Wir erklären, was es mit den Inhaltsstoffen im Katzenfutter auf sich hat.

Getigerte Katze ist aus Futternapf

Rohasche, Rohprotein und Co. – Analytische Bestandteile

Es ist gar nicht so einfach, minderwertiges und hochwertiges Katzenfutter zu unterscheiden. Der Blick auf die Inhaltsstoffe stiftet zudem oft zusätzliche Verwirrung. Wo Proteine und Fleischanteil uns noch als Inhaltsstoffe verständlich erscheinen, hört es bei den sogenannten analytischen Bestandteilen meist auf. Dabei wird oft gerade dazu geraten ein Blick auf den Gehalt an verschiedenen Nährstoffgruppen im Futter zu werfen. Denn die analytischen Bestandteile sollen uns dabei helfen, ein gutes Katzenfutter auszusuchen.

Die Angaben sollen verschiedene Futtermittel von unterschiedlichen Anbietern quantitativ vergleichbar machen. Vergleichbar sind die Angaben zu den analytischen Bestandteilen mit der Nährwert-Tabelle, die sich auf jeder Verpackung für menschliche Nahrungsmittel befinden muss. Bei Nahrungsmitteln für Menschen steht die Zutat mit der größten verwendeten Menge zu Beginn. Gefolgt wird diese von den weiteren verwendeten Zutaten in absteigender Reihenfolge bis zum geringsten Inhaltsstoff. Bei Futtermitteln für Tiere ist diese Reihenfolge nicht gesetzlich vorgegeben. Was an erster Stelle steht, wie z.B. Rindfleisch, muss nicht einen großen Anteil des Futtermittels darstellen. Der unachtsame Blick auf die Inhaltsstoffe hier kann also täuschen.

Rohasche, Rohprotein und Co. – Die Weender Futtermittelanalyse

Um die Beurteilung von Futtermitteln weltweit zu vereinfachen und einheitlich zu gestalten, wurde 1886 die Weender Futtermittelanalyse im heutigen Göttingen entwickelt. Bei der Analyse von Futtermitteln wird eine Stichprobe des Katzenfutters in seine Bestandteile zerlegt. Nährstoffgruppen werden als Rohasche, Rohprotein, Rohfett und Rohfaser zusammengefasst, die auf der Deklaration jedes Katzenfutters zu finden sind. Die gewonnenen, prozentuellen Angaben der Rohnährstoffe beziehen sich in der Regel auf die Trockenmasse, also das Produkt, dem Feuchtigkeit entzogen wurde. Hat das Produkt noch Feuchtigkeit in sich, wird ebenfalls der Feuchtegehalt angegeben. Laut Gesetz muss jedes Futtermittel, das zur Verfütterung an Tiere vorgesehen ist, diese Deklaration haben.

Der Ausdruck „roh“ hat dabei nichts mit der Qualität der Inhaltsstoffe zu tun, sondern bezieht sich auf „Rohstoff“ und nicht auf „rohe Zutaten“. Mit dieser Analyse ist es möglich, die Zusammensetzung eines Futters zu ermitteln und mit anderen Futtermitteln vergleichbar zu machen. Jedoch sagen die Analysewerte des Futters im Gegensatz zu einer Nährwert-Tabelle nichts über den Energiegehalt oder die Qualität der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe aus.

Feuchtigkeit

Als erstes wird die Futterstichprobe als Frischmasse bei über 100 °C getrocknet, um die Trockenmasse zu erhalten. Die Dauer ist abhängig von der Art des Futtermittels. Dabei verdampft das im Futter enthaltene Wasser, aber auch flüchtige organische Substanzen wie z.B. Alkohole, Ammoniak oder Essigsäuren. Der verdampfte Gewichtsanteil wird als Feuchtigkeit des Katzenfutters angegeben. Der Rückstand aus dem Trocknungsprozess ist der Gehalt an Trockenmasse. Damit befinden sich in dieser Trockenmasse nur noch die essenziell verwertbaren Nahrungsbestandteile wie Eiweiße, Fette, Fasern.

Der Feuchtegehalt muss laut dem Verband der „European Pet Food Industry“ (FEDIAF) bei Trockenfuttern in der EU nicht zwingend angegeben werden, wenn er unter 14 Prozent liegt. Der Feuchtigkeitsgehalt bestimmt darüber, ob es sich um ein Trockenfutter, ein Feuchtfutter oder ein Nassfutter handelt. Bei der Deklaration der Futterkonsistenz gelten einheitliche industrieübliche Definitionen:

FutterartFeuchtigkeitsgehalt
Trockenfutter≤14 Prozent
Feuchtfutter14 – 60 Prozent
Nassfutter>60 Prozent

Denke daran, Stubentiger, die vorwiegend mit Trockenfutter gefüttert werden, haben einen erhöhten Wasserbedarf.

Rohprotein

Unter der Angabe Rohprotein wird der Maßstab für den Eiweißgehalt eines Futters verstanden. Dies kann jedoch nicht mit gleichen Maßstäben bewertet werden, wie bspw. der Fleisch-Gehalt des Futters. Da es auch eiweißreiche Pflanzen gibt, die als nicht tierische Einweiß-Quelle dienen und ebenfalls als Rohprotein gelten. Die Weender Futtermittelanalyse unterscheidet nicht nach Herkunft oder Qualität des Eiweißes. Rohproteine werden in günstigen Futtermitteln meist aus tierischen Nebenerzeugnissen gewonnen, also aus Fleischabfällen wie Hufe, Krallen oder Hörnern. Eine weitere günstige pflanzliche Eiweißquelle ist zudem Soja. Dies ist jedoch für die meisten Katzen nicht gesund und kann Allergien auslösen.

Wie hoch der Proteingehalt für Katzen am besten sein sollte, ist strittig. Ein hoher Fleischanteil im Katzenfutter gilt als natürlich und artgerecht. Die Verfechter von pflanzen- und kohlenhydratreicher Fütterung meinen hingegen eine chronisch zu hohe Proteinzufuhr könnte Organschäden nach sich ziehen. Ansonsten gibt es bislang keine nachvollziehbaren Fakten gegen eine proteinreiche Fütterung für gesunde Tiere. Zumal es ohnehin auf die tatsächliche Verdaulichkeit der verwendeten Proteinquellen im Katzenfutter ankommt.

Viel Rohprotein im Katzenfutter erhöht die Akzeptanz und geht vermeintlich mit einem hohen Fleischgehalt einher. Hier lässt sich der Ursprung für Tricksereien mit Futtermitteln ausmachen. Tierische Nebenerzeugnisse oder minderwertige Proteine aus Pflanzen führen zwar zu einem hohem analystischen Messwert, aber wenig tatsächlich verdaulichem Protein im Katzenfutter. Das wirklich verwertbare Rohprotein wird auch als verdauliches Rohprotein (vRP) bezeichnet. Dieses wird jedoch nur selten deklariert.

Rohasche

Dieser Ausdruck stiftet bei vielen Katzenhaltern Verwirrung. Viele denken hier würde dem Katzenfutter künstlich Asche zugesetzt. So ist es jedoch nicht. Die Rohasche macht die anorganische Stoffgruppe der Futtermasse aus. Darunter fallen wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Der Rohasche-Anteil wird klassischerweise durch das Verbrennen des Futters, also Erhitzen auf über 500 Grad Celsius ermittelt. Beim starken Erhitzen im Ofen verbrennen die organischen Bestandteile des Futters. Übrig bleibt der unverbrennbare, anorganische Anteil, der also aufgrund der analytischen Methode diesen Namen trägt. Hersteller dürfen diesen Wert auch als „Ascherückstand“ oder als „anorganischer Stoff“ deklarieren. Im Futter befindet sich also keine Asche im herkömmlichen Sinne.

Die Nährstoffe, die zu dieser Gruppe gehören, sind für den Hund und seine Ernährung wichtig, denn hierunter fallen lebenswichtige Stoffe wie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Kupfer u. a. Zu Rohasche zählen aber nicht nur die Spuren- und Mengenelemente mit Nährwert für den Hund. Auch Verunreigungen mit anorganischem Anteil wie Erde und Sand machen sich hier bemerkbar.

Ein Rohasche-Gehalt von <10 Prozent in Trockenfuttern und <2 Prozent in Nassfuttern mit mittlerem Fett- und Proteingehalt wird empfohlen. Weist ein Futter einen erhöhten Rohaschegehalt auf, ist dies ein Anzeichen dafür, dass eine erhöhte Menge an Mineralien und Spurenelementen im Futter vorliegt. Daher liegt der Rohaschegehalt bei Ergänzungsfuttermitteln, die der zusätzlichen Versorgung mit Mineralien dienen, höher.

Es gibt Meinungen, dass ein hoher Rohaschegehalt zu Verdauungsbeschwerden bei der Katze führt. Bei überhöhter Mineralstoffzufuhr, wie bspw. bei Knochenfütterung, kann es zu Kotabsatzbeschwerden und Verstopfungen kommen. Wichtig ist, dass die enthaltenen Mineralien der Katze in ausgewogenen Mengen und guten Qualitäten zur Verfügung stehen.

Rohfaser

Im Katzenfutter sind auch zu einem bestimmten Anteil pflanzliche, unverdauliche Fasern zu finden. Rohfasern sind nicht mit Ballaststoffen zu verwechseln. Ein Großteil der Ballaststoffe im Katzenfutter ist für die Darmflora der Katze fermentierbar und leistet einen Beitrag für die Ernährung. Die nicht-verdauliche Rohfaser dient nicht dem Nährwert, sondern erfüllt rein mechanische Funktionen. Sie soll die Darmbewegung anregen oder die allgemeine Verdaulichkeit des Futters beeinflussen. Vor allem die Zellbestandteile wie CelluloseHemicellulose und Lignin unterstützen die natürliche Funktion des Darms. Auf diese Weise können Verstopfungen und einem trägen Darm vorgebeugt werden. Daher sollte das Futter eine ausreichende Rohfasermenge aufweisen. Ist der Gehalt an Rohfasern im Futter jedoch zu hoch, kann es wiederum die Verdauung belasten. Ein Rohfaser-Gehalt von >1-3 Prozent in Trockenfuttern und >0,2  Prozent in Nassfuttern kann als ungefärer Richtwert dienen.

Rohfett

Zu den Rohfetten zählen neben den reinen tierischen und pflanzlichengesättigten und mehrfach ungesättigten Fetten auch Wachse und fettlösliche Vitamine. Fette tragen einerseits zur Energiedichte des Katzenfutters bei, stellen aber darüber hinaus auch essentielle Fettsäuren bereit oder wirken als Geschmacksverstärker. Viele Trockenfutter sind daher mit Fett überzogen, um sie glänzender und appetitlicher zu machen. Katzen mit einem erhöhten Energiebedarf, wie z.B. Kitten oder untergewichtige Miezen, benötigen ein Futter mit erhöhtem Rohfettgehalt. Die fettreichen Inhaltsstoffe im Katzenfutter reichen von guten Futterölen über pflanzliche Zutaten hin zu Industrieresten und tierischen Nebenprodukten wie Talg oder Schmalz. Deswegen gilt auch hier, dass ein alleiniger Blick auf das Rohfett-Gehalt nicht ausreicht, um ein Katzenfutter bewerten zu können. Als Richtwert wird ein Rohfett-Gehalt von ca. >5 Prozent in Trockenfuttern und >1  Prozent in Nassfuttern bei gesunden, ausgewachsenen Samtpfoten empfohlen.

Auf welche Inhaltsstoffe achtest du besonders in deinem Katzenfutter? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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