Portrait: Tierheilpraktikerin Nicola Karmann

Nicola Karmann arbeitet in Düsseldorf als Tierheilpraktikerin und kümmert sich liebevoll und gewissenhaft um kranke Hunde und Katzen. Doch was genau steckt eigentlich hinter dieser Berufsbezeichnung? Wir haben sie für ein Interview getroffen, um das herauszufinden. Dabei hat uns auch der süße Labrador Retriever Balou Gesellschaft geleistet.

Tierheilpraktikerin Nicola Karmann mit braunem Labrador Retriever Balu

Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?

Ich habe mich schon zu meinen Schulzeiten für Tierberufe interessiert. Nach dem Abitur und einem geisteswissenschaftlichem Studium, inklusive Abschluss, arbeitete ich zuerst viele Jahre in einem mittelständischen Unternehmen. Nach meinem Ausscheiden aus dem Unternehmen 2006 begann ich eine sehr fundierte Ausbildung zur Tierheilpraktikerin, einschließlich vieler Praktika bzw. Fortbildungen bei Tierärzten und naturheilkundlich arbeitenden Tiertherapeuten. Direkt nach der Ausbildung machte ich mich erst mit einer mobilen Praxis, dann ab 2008 mit eigenen Praxisräumen, selbständig.

Was machst du genau als Tierheilpraktikerin?

Als Tierheilpraktikerin verschaffe ich mir durch eine genaue, ausführliche Fallaufnahme (Anamnese) zuerst einmal einen Überblick über den Verlauf der Erkrankung und den aktuellen Gesundheitszustand des Tieres. Dabei verwende ich sowohl schulmedizinische, als auch alternative Diagnoseverfahren. Anschließend kommen naturheilkundliche Heilmethoden zum Einsatz, um Krankheiten zu behandeln oder vorzubeugen.

Die Berufsbezeichnung „Tierheilpraktiker” ist rechtlich nicht geschützt und es gibt keine geregelte Berufsausbildung. Allerdings können bei vielen Ausbildungsstätten Abschlussprüfungen abgelegt werden, die dann zum Beitritt in einen Fachverband berechtigen und zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichten.

Was umfasst die Naturheilkunde?

Hinter dem Oberbegriff „Naturheilkunde“ stehen alle Therapieformen, die das Tier ganzheitlich betrachten. Oft werden diese Therapieformen auch als
Komplementärmedizin oder ganzheitliche Tierheilkunde bezeichnet. Nicht einzelne Körperteile oder erkranke Organe werden behandelt, sondern das gesamte Lebewesen wird in die Therapie mit einbezogen, bestehend aus Körper, Geist und Seele.

Darin unterscheidet sich die Naturheilkunde oft von der Veterinärmedizin, bei der in vielen Fällen die einzelnen Symptome im Vordergrund stehen. Aber nicht nur bei bereits bestehenden Erkrankungen lohnt sich der Weg zum Tierheilpraktiker – die Naturheilkunde bietet auch zur Vorsorge und Gesunderhaltung viele Möglichkeiten.

Welche Krankheiten kann ich als Tierhalter mit Naturheilkunde behandeln?

Diese Frage ist meines Erachtens nicht pauschal zu beantworten. Da viele naturheilkundliche Therapien die Selbstheilungskräfte des Körpers der Tiere anregen, hängt die Wahl der Therapie, oder eine Kombination aus mehreren Therapieformen, auch z.B.vom Alter, Gesamtzustand und Akzeptanz des tierischen Patienten ab. Dabei können sowohl akute, als auch chronische Erkrankungen behandelt werden. Darüber hinaus gibt es aber auch Situationen, die eine sofortige Vorstellung des Tieres beim Tierarzt erfordern, sowie Erkrankungen, bei denen die Naturheilkunde Linderung, aber keine Heilung bringen kann.

Welche Leistungen bietest du an?

Ich arbeite unter anderem mit Heilpilzen, Homöopathie, Organpräparaten, Schlangengiften, Elektrotherapie und Blutegeln. Ein Schwerpunkt meiner Praxis liegt in der sogenannten Bioresonanztherapie. Dabei können Unverträglichkeiten getestet und gegebenenfalls behandelt werden.

Wie funktionieren denn die einzelnen Therapien?

Balou hat zum Beispiel Arthrose am Ellenbogengelenk. Dafür setzen wir Blutegel ein. Wir rasieren die Stellen frei, setzen dann die Blutegel dran, die sich dann vollsaugen können. Dabei schläft er auch direkt ein. Blutegel sind schmerzstillend und entzündungshemmend. Manchmal können Schmerzmittel dadurch komplett abgesetzt werden. Die Elektrotherapie wird bei Schmerzen, Lähmungen oder Verspannungen eingesetzt. Das funktioniert auch bei Katzen, wenn sie wollen. Schlangengift wird in kleinen Ampullen gespritzt oder über das Futter hinzu gegeben.

Was macht deine Praxis besonders?

Ich führe eine Terminpraxis und nehme mir dementsprechend viel Zeit für meine Patienten und deren Besitzer. Zu einem Ersttermin gehört eine ausführliche Fallaufnahme (Anamnese) der Erkrankung(en). Erst danach erstelle ich für das Tier eine individuelle Therapie. Dabei steht für mich aber immer die Lebensqualität im Vordergrund, ganz nach dem Motto: „Alles, was nötig ist, aber nicht alles, was möglich ist.“ Meine Praxis steht in engem Kontakt zur Tierarztpraxis „Düsselpfoten“ und zur „Tierphysiotherapie Melanie Kujadt“. So kann veterinärmedizinisches Wissen, bzw. physiotherapeutisches Wissen zum Wohle des Tieres mit naturheilkundlichen Therapien sinnvoll ergänzt werden.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt?

Der Veterinär empfiehlt mich weiter. Jeder arbeitet zwar für sich, aber wir schicken uns gegenseitig die Kunden zu. Zum Beispiel kann ich manchmal auf Kortison nicht verzichten. Insgesamt tauschen wir uns oft aus und der Kunde kann dann entscheiden, welche Behandlungsform er möchte.

Balu war kurz davor, eingeschläfert zu werden, aber er wurde durch uns wieder aufgepäppelt. Generell müssen Kunden zustimmen, dass ich Einsicht in den Krankheitsverlauf bekomme. Ich frage dann auch bei den Kollegen nach, wenn ich mehr Informationen benötige. Wir haben auch Therapien, die sich überschneiden, aber manchmal ist es effizienter, die Behandlung aus einer Hand zu bekommen. Der Kunde ist auch einfach zufriedener, weil 3 verschiedene Tierheilberufler gut zusammenarbeiten.

Hast du selbst Haustiere?

Da Tiere für mich zur persönlichen Lebensqualität zählen, auf die ich auch in meinem privaten Leben nicht verzichten möchte, habe ich einen tierischen „Mitbewohner“. Da wir seit ein paar Jahren alten Katzen ein Plätzchen für den Lebensabend bieten können, wohnt seit diesem Sommer der 18 Jahre alte Kater „Tiger“ bei uns. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie alte Tiere noch einmal aufblühen können und freue mich, wenn er mit seinem „Personal” zufrieden ist (lächelt).

Naturheilpraxis für Tiere
Tierheilpraktikerin Nicola Karmann
Eduard-Schloemann-Straße 35

40237 Düsseldorf
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Ein Kommentar

  1. 16. November 2019 um 14:59
    Wie arbeite ich als Tierheilpraktikerin? - Naturheilpraxis-Nicola Karmann: […] Portrait: Tierheilpraktikerin Nicola Karmann […]