Personalisierte Medizin – Das Beste für die Patienten


Jeder Mensch hat eine einzigartige Persönlichkeit. Dies gilt ebenso für seine Gesundheit, die unter anderem vom Lebensstil, Geschlecht, Alter und vielen anderen Faktoren beeinflusst wird. Zunehmend werden individuelle Voraussetzungen und Bedürfnisse berücksichtigt und so eine personalisierte Medizin geschaffen. Worum es bei der personalisierten Medizin geht, erfährst du hier. 

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Personalisierte Medizin: Definition

Bei der personalisierten Medizin, auch individualisierte Medizin genannt, soll jeder Patient über die funktionelle Krankheitsdiagnose hinaus unter größtmöglicher Einbeziehung der individuellen Umstände behandelt werden. Dazu gehört auch die kontinuierliche Anpassung der Therapie an den Verlauf der Genesung. Sie stützt sich weitgehend auf die Möglichkeiten der modernen Diagnostik einschließlich der Gendiagnostik

Ziel der personalisierten Medizin ist eine maßgeschneiderte Prävention, Diagnose und Therapie, da sich beispielsweise Krankheiten bei Männern und Frauen unterschiedlich äußern. In der Regel werden Medikamente nur an jungen Männern getestet, da diese zuverlässige Testpersonen sind, die nicht schwanger werden und ausfallen können. Das Problem ist, dass viele Medikamente für Männer bestimmt sind und deshalb für Frauen zu hoch dosiert sind. Das Alter, das Gewicht, das Geschlecht und sogar der Zeitpunkt der Einnahme eines Medikaments können seine Wirksamkeit beeinflussen.

Personalisierte Medizin: Forschung für personalisierte Medizin

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert diesen jungen Teil der Medizin auf verschiedenen Ebenen. Alle 6 deutschen Zentren der Gesundheitsforschung berücksichtigen den Ansatz der personalisierten Medizin für ihr jeweiliges Forschungsfeld. Ziel ist es, dass neue Erkenntnisse möglichst schnell in maßgeschneiderte Therapien einfließen können. Darüber hinaus fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung vielfältige Projekte zur personalisierten Medizin: Von der Grundlagenforschung bis zur angewandten und klinischen Forschung. 

Ziel ist es letztendlich, dass Patienten schneller von medizinischen Therapien und Produkten profitieren können. Zu diesem Zweck sollen die Kompetenzen von Wissenschaft, Kliniken und Wirtschaft in neuen Partnerschaften für Diagnose und Therapie zusammengeführt werden. Neue Methoden und Instrumente sollen entwickelt werden, um die Forschung in der personalisierten Medizin voranzutreiben.

Personalisierte Medizin: Genomprojekt der EU 

Anfang des Jahres 2020 ist Deutschland der “1+Million Genomes Initiative” der EU beigetreten. Ziel der Initiative ist es, einen sicheren und geregelten Zugang zu mindestens 1 Million vollständiger Genomsequenzen und anderer Gesundheitsdaten über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen. Derzeit haben sich bereits mehr als 20 europäische Länder zur Zusammenarbeit verpflichtet.

Was ist ein Genom?

Unter dem Begriff Genom versteht man die Gesamtheit der Erbinformation. Bis auf wenige Ausnahmen ist diese in allen menschlichen Zellen vorhanden. Forscher gehen derzeit davon aus, dass das menschliche Genom mehr als 60.000 Gene umfasst. Neben den Genen, die unter anderem als Bauplan für Proteine dienen, enthält es auch zahlreiche Bereiche, die zum Beispiel regeln, wann und in welcher Menge bestimmte Proteine produziert werden. Es gibt auch Abschnitte des Genoms, von denen wir noch nicht wissen, wofür sie benötigt werden.

Wozu dient das Projekt?

Die “1+Million Genomes Initiative” hat zum Ziel, Daten aus regionalen, nationalen und themenspezifischen internationalen Projekten systematisch unter strikter Beachtung des Datenschutzes und der Datensicherheit zusammenzuführen. Die enorme Datenmenge wird zu einem tieferen Verständnis der Krankheitsmechanismen beitragen und neue Wege für Diagnose, Prävention und personalisierte Behandlung aufzeigen.

Personalisierte Medizin: Beispiel Krebsbehandlung

Eine Therapie für alle Patienten ist heute nicht mehr zeitgemäß. Es muss eine Untergruppierung von Patienten stattfinden, um eine optimale Therapie für jeden zu finden. Eine Erbgutanalyse wird dazu immer öfter für diagnostische Zwecke eingesetzt. Die Gene, sog. Biomarker, liefern hervorragende Hinweise auf versteckte Krankheiten im Körper. In der Krebsbehandlung spielen vor allem prädiktive Marker eine Rolle, da diese über eine bestimmte genetische Veränderung im Tumorgewebe zeigen, ob ein Patient wahrscheinlich auf eine Therapie ansprechen wird oder nicht. Patienten mit bisher nicht behandelbaren Tumoren bekommen so eine weitere Chance. Die Tests können grundsätzlich drei Arten von Prognosen liefern:

  • Ob das in Betracht gezogene Medikament bei diesem Patienten voraussichtlich wirksam ist.
  • Ob der konkrete Patient das in Betracht gezogene Medikament voraussichtlich verträgt.
  • Wie das Medikament für diesen Patienten am besten dosiert wird.

Je individueller eine Behandlung sein soll, desto mehr Daten müssen zum Abgleich vorliegen. Die Daten sollen dazu beitragen, dass mehr Patienten genau die Behandlung erhalten, die optimal an ihre Krankheits- und Lebenssituation angepasst ist. 

Personalisierte Medizin: Beispiel HIV

HIV-Infizierte brauchen eine Kombination von Medikamenten, die verhindert, dass sich das Virus in ihrem Körper vermehrt. Häufig wird ein Medikament mit dem Wirkstoff Abacavir als Teil der Kombination in Betracht gezogen. Etwa 3 Prozent der Patienten vertragen diesen Wirkstoff jedoch nicht. Die Forschung hat gezeigt, dass Patienten mit einem hohen Risiko für schwere Nebenwirkungen (wie Vergiftung) daran zu erkennen sind, dass sie eine bestimmte Variante eines bestimmten Gens haben. Auf dieser Grundlage wurde ein Gentest entwickelt und vom Hersteller des Medikaments getestet, der diese Variante nachweisen kann. Für den Test ist lediglich eine Blutprobe des Patienten erforderlich. Seit 2008 ist jeder Arzt verpflichtet, diesen Test mit seinem Patienten durchzuführen, bevor er das Medikament verschreibt. Wenn der Patient nicht über die Variante verfügt, kann ihm das Abacavir-Medikament verschrieben werden. In dem anderen Fall muss der Arzt zu einer anderen Therapieoption wechseln.

Personalisierte Medizin: Personalisierte Medizin und Differenzialdiagnose

Die moderne Diagnostik bietet nicht nur Vortests für eine personalisierte Medizin, sondern ermöglicht auch eine immer bessere Differenzialdiagnose, also eine immer genauere Erkennung des Subtypes eines Erregers oder des Schweregrades einer Erkrankung im konkreten Fall. Der Beitrag der personalisierten Medizin zur Therapie besteht jedoch nicht in einer genaueren Charakterisierung einer Krankheit, sondern vielmehr in einer genaueren Charakterisierung eines Patienten. Beide, Differenzialdiagnose und personalisierte Diagnose, sind komplementäre Beiträge zur optimalen Therapie. In der Praxis sind natürlich Krankheits- und Patientencharakteristika oft eng miteinander verknüpft, so dass diese Einteilung nicht zu streng gesehen werden sollte.

Personalisierte Medizin: Kosten

Eine personalisierte Behandlung ist mit sehr hohen Kosten verbunden. Eine individuell gefertigte Spritze zur Korrektur eines genetischen Defekts kann 1 Million Euro kosten. Wenn dies gelingt, ergeben sich aber auch Kosteneinsparungen in den folgenden Bereichen:

  • Arztbesuch
  • Krankenhausaufenthalt
  • Arzneimittel
  • Arbeitsunfähigkeit
  • Individuelle Krankheitslast

Für die Zukunft stellt sich die Frage, ob die Krankenversicherung diese Kosten übernehmen soll.

Hast du schon von der personalisierten Medizin gehört? Erzähle uns gerne mehr davon hier in einem Kommentar.

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