Ohrmilben beim Hund: Was du dagegen tun kannst

Wenn sich dein Hund ständig kratzt und andere ungewöhnliche Verhaltensweisen mit dem Kopf zeigt, handelt es sich möglicherweise um Ohrmilben. Wie du diese am besten erkennst und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Ohrmilben bei hellbraunem Hund mit angehobenen Ohren, der in die Kamera schaut

Definition von Ohrmilben

Ohrmilben kommen zwar im Vergleich zu anderen Arten bei Hunden recht selten vor, können für betroffene Vierbeiner aber ernste gesundheitliche Schäden mit sich bringen. Bei Ohrmilben handelt es sich um kleine Parasiten, die sowohl Katzen als auch Hunde an den Ohren befallen können. Die Milben sind für das menschliche Auge kaum sichtbar und lassen sich durch eine dunkelbraune krümelige Ablagerung am Ohr erkennen.

Sie fühlen sich besonders im äußeren Gehörgang und innerhalb der Ohrmuschel wohl. Dort ernähren sie sich von abgestorbenen Hautzellen, Ohrenschmalz und Gewebeflüssigkeiten deines Vierbeiners. Im Ohr entsteht dadurch ein perfektes Klima für Bakterien und andere Krankheitserreger. Daher tritt bei Ohrmilbenbefall auch meistens eine bakterielle Infektion auf. Innerhalb von nur drei Wochen entwickelt sich die Larve zur fertigen Ohrmilbe. Sobald diese erwachsen ist, hat sie eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 21 Tagen. Danach verbleibt sie im Ohr deines Hundes, falls du es nicht gründlich reinigen solltest.

Symptome von Ohrmilben

Auch wenn sie durch ihre winzige Größe nicht erkennbar sind, bleiben Ohrmilben nicht lange unentdeckt. Wenn dein Hund von Milben befallen ist, bemerkst du dies an seinem ungewohnten Verhalten. Er sendet durch folgende Symptome deutliche Zeichen:

  • Starker Juckreiz
  • Häufiges Kopfschütteln
  • Braun-schwarze Verschmutzung der Ohren
  • Kratzen am Ohr
  • Reiben des Kopfes an harten Gegenständen und am Boden
  • Haarausfall
  • Verkrustungen im Gehörgang und am Ohr
  • Hautabschürfungen
  • Abgeschlagenheit
  • Abgeknicktes Ohr
  • Kahle Stellen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Zunahme an Ohrenschmalz

Sind Ohrmilben übertragbar auf Menschen?

Grundsätzlich werden Ohrmilben durch den direkten Körperkontakt von Tier zu Tier übertragen. Dabei kommen nicht nur Hunde infrage, sondern häufig auch Katzen. In seltenen Fällen befallen die Parasiten auch uns Menschen. Wir zählen aber glücklicherweise nicht zu den bevorzugten Wirten der Milben. Trotzdem solltest du einen allzu nahen Kontakt zum Hundeohr vermeiden.

Wenn du mehrere Tiere hast, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, ist das Ansteckungsrisiko entsprechend höher. Ohrmilben können in jeder Altersgruppe auftreten, treten jedoch bei Hundewelpen häufiger auf als bei ausgewachsenen Tieren. Kommt dein Hund zum Beispiel beim Toben mit dem Ohrenschmalz eines infizierten Hundes in Kontakt, kann er sich anstecken.

Ohrmilben töten

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund an Ohrmilben leidet, musst du sofort mit ihm zum Tierarzt gehen. Er kann die Ohren mit Hilfe eines Otoskops nach Spuren von Parasiten absuchen und feststellen, ob neben der Infektion bereits eine bakterielle Entzündung vorliegt. Reicht diese Untersuchung nicht aus, wird er einen Abstrich aus dem Ohr deines Hundes entnehmen und unter dem Mikroskop nach Milben und Eiern suchen.

Daneben wird er überprüfen, ob das Trommelfell noch intakt ist. Je nachdem was bei der Untersuchung raus kommt, wird er eine entsprechende Behandlung vornehmen. Es gibt einige Möglichkeiten, die Milben töten können. Dazu zählen zum Beispiel Mittel wie Sprays, Puder oder welche zum Baden. Für was du dich entscheidest, hängt von den persönlichen Vorlieben ab.

Lässt sich dein Hund beispielsweise nicht gern baden, sollte zu einem Spray gegriffen werden. Falls du noch andere Haustiere im Haushalt hast, musst du aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr alle entsprechend behandeln. Nur so können die Milben zuverlässig abgetötet werden und sich nicht weiter ausbreiten.

Hund nach Milbenbefall pflegen

Nach einem Milbenbefall ist eine regelmäßige Ohrenpflege wichtig. Wenn ein leichter Befall vorliegt, musst du die angetrocknete Kruste im Ohr aufweichen, um diese anschließend entfernen zu können. Dabei empfehlen sich einige Tropfen warmes Wasser, die mithilfe einer Pipette reingetropft werden können. Bestenfalls schüttelt dein Hund dann den Kopf, wodurch die Kruste herausgeschleudert wird. Anschließend solltest du eine ausreichende Menge Mandelöl auf einen Wattebausch geben und das Innenohr betupfen, damit die restliche Kruste schonend entfernt wird.

Auch die Hautpflege spielt eine wichtige Rolle. Wenn die Ohrmilben zuverlässig abgetötet und entfernt wurden, solltest du an die betroffenen Hautstellen deines Hundes denken. Besonders bei leicht geröteter oder minimal aufgekratzter Haut eignet sich vor allem eine Wundcreme aus der Apotheke. Die Salbe wird dabei dünn aufgetragen und verhindert, dass sich die Haut entzündet. Für zu trockene Hautstellen empfehlen wir eine Creme oder Salbe aus Ringelblume. Diese dient zur Pflege und Hemmung von Entzündungen und kann zudem Juckreiz lindern.

Hausmittel bei Ohrmilbenbefall

Durch den ständigen Juckreiz und das ständige Kratzen können sich offene Stellen bilden, in die Bakterien oder Keime eindringen können. Um das zu verhindern, solltest du den Juckreiz lindern. Wenn du dabei kein chemisches Produkt verwenden möchtest, gibt es diverse Hausmittel, die bei der Bekämpfung helfen können. Zwar ist dabei keine Garantie gewährleistet, jedoch solltest du sie durchaus ausprobieren. Folgende Mittel eignen sich hierbei:

  • Kokosöl: Das Öl hat eine pflegende und beruhigende Wirkung, und lässt sich leicht auftragen. Erwärme es dafür am besten und massiere es vorsichtig in die betreffenden Hautstellen ein. Achte unbedingt darauf, dass es nicht heiß ist, sondern gerade so warm, dass es flüssig ist. Zudem ist die darin enthaltene Laurinsäure hilfreich gegen die Milben.
  • Apfelessig: Der Essig hat eine reinigende, kühlende und desinfizierende Wirkung für deinen Hund. Verdünne ihn dafür im Verhältnis 1:1 mit Wasser und trage ihn direkt auf die Haut auf. Wichtig ist, dass du ihn nicht pur und auf keinen Fall auf offene Hautflächen aufträgst.
  • Neemöl: Das Öl hilft bei der Linderung von Hautproblemen und ist besonders wirksam gegen Milben. Erhitze dafür am besten eine Tasse Wasser und gib einige Tropfen des Öls dazu. Fülle dann die Mischung in eine Pumpflasche um, damit die Ohrmuschel behandelt werden kann. Auch hier ist es wichtig, dass das Wasser nicht heiß ist.

Neben den genannten Hausmitteln kann es manchmal ausreichen, die betroffenen Hautstellen zu kühlen. Feuchte dafür einen Waschlappen mit kaltem Wasser an und halte ihn außen sowie innen an die Ohrmuschel. Versuche neben den täglichen Spaziergängen dir viel Zeit zum Spielen zu nehmen, damit sich dein Hund vom Kratzen ablenkt

Vorbeugung von Ohrmilben

Um Ohrmilben und andere Erkrankungen der Ohrmuschel und des äußeren Gehörgangs zu vermeiden, ist eine regelmäßige Ohrenpflege ratsam. Achte aufgrund der Verletzungsgefahr darauf, keine Wattestäbchen, sondern weiche Tücher zur Reinigung zu verwenden.

Die richtige Bewegung und das Futter sind essentiell für die Gesundheit deines Hundes. Das meinen auch deutsche Hundehalter in unserer Umfrage. In der nachfolgenden Infografik siehst du die Ergebnisse der Befragung.

Infografik mit Illustrationen Hundegesundheit
Infografik Hundegesundheit

Hatte dein Hund auch schon mal Ohrmilben? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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