Ohrmilben bei Katzen: Was du wissen solltest

Der lästige Befall mit Ohrmilben zählt zu den häufigsten Krankheiten von Katzen. Wenn sich deine Katze also auffällig intensiv an den Ohren kratzt, ist es möglich, dass es sich um Ohrmilben handelt. Wie du diese bei deiner Katze erkennst und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Ohrmilben bei gestreifter Katze mit angehobenen Ohren, die in die Kamera schaut

Definition von Ohrmilben

Ohrmilben sind kleine, weiße Parasiten und können für betroffene Vierbeiner ernste gesundheitliche Schäden mit sich bringen. Die Milben sind für das menschliche Auge kaum sichtbar und lassen sich durch eine dunkelbraune krümelige Ablagerung am Ohr erkennen. Sie fühlen sich besonders im äußeren Gehörgang und innerhalb der Ohrmuschel wohl. Dort ernähren sie sich von abgestorbenen Hautzellen, Ohrenschmalz und Gewebeflüssigkeiten deiner Katze. Im Ohr entsteht dadurch ein perfektes Klima für Bakterien und andere Krankheitserreger.

Daher tritt bei einer Infektion mit Ohrmilben auch meistens eine bakterielle Infektion auf. Innerhalb von nur drei Wochen entwickelt sich die Larve zur fertigen Ohrmilbe. Sobald diese erwachsen ist, hat sie eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 21 Tagen. Danach verbleibt sie im Ohr deiner Katze, falls du es nicht gründlich reinigen solltest. Die Milbe braucht nicht zwingend deine Katze als Wirt, sie kann auch in einer feuchten Umgebung mehrere Wochen überleben.

Symptome von Ohrmilben

Auch wenn sie durch ihre winzige Größe nicht erkennbar sind, bleiben Ohrmilben nicht lange unentdeckt. Wenn deine Katze von Milben befallen ist, bemerkst du dies an ihrem ungewohnten Verhalten. Folgende Symptome sind deutliche Zeichen:

  • Starker Juckreiz
  • Häufiges Kopfschütteln
  • Braun-schwarze Verschmutzung der Ohren
  • Kratzen am Ohr
  • Blutige Ohren
  • Reiben des Kopfes an harten Gegenständen und am Boden
  • Verkrustungen im Gehörgang und am Ohr
  • Zunahme an Ohrenschmalz
  • Miauen und Unruhe durch Juckreiz und Schmerz
  • Geröteter Gehörgang
  • Abgeknickte Ohren
  • Schlechtes Hören

Sind Ohrmilben übertragbar auf Menschen?

Grundsätzlich werden Ohrmilben durch den direkten Körperkontakt von Tier zu Tier übertragen. Dabei kommen nicht nur Katzen, sondern auch Hunde infrage. In seltenen Fällen befallen die Parasiten auch uns Menschen. Wir zählen aber glücklicherweise nicht zu den bevorzugten Wirten der Milben. Trotzdem solltest du zu der Zeit einen allzu nahen Kontakt zum Katzenohr vermeiden.

Wenn du mehrere Tiere hast, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, ist das Ansteckungsrisiko entsprechend höher. Ohrmilben können in jeder Altersgruppe auftreten, treten jedoch bei jungen Katzen häufiger auf als bei ausgewachsenen Tieren. Besonders Freigänger sind öfters betroffen, da die Übertragungsgefahr von bereits befallenen Katzen in der Natur entsprechend größer ist.

Ohrmilben töten

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Katze an Ohrmilben leidet, musst du sofort mit ihr zum Tierarzt gehen. Es ist wichtig, dass deine Katze richtig behandelt wird, um weitere Erkrankungen durch mögliche bakterielle Entzündungen vorzubeugen. Der Tierarzt kann die Ohren mit Hilfe eines Otoskops nach Spuren von Parasiten absuchen und feststellen, ob neben der Infektion bereits eine Entzündung vorliegt.

Reicht diese Untersuchung nicht aus, wird er einen Abstrich aus dem Ohr deiner Katze entnehmen und unter dem Mikroskop nach Milben und Eiern suchen. Daneben wird er überprüfen, ob das Trommelfell noch intakt ist. Je nachdem, was bei der Untersuchung raus kommt, wird er eine entsprechende Behandlung vornehmen.

Es gibt einige Möglichkeiten, die Milben töten können. Dazu zählen zum Beispiel Mittel wie Sprays, Puder oder Spot-on-Präparate. Für was du dich entscheidest, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Falls du noch andere Haustiere im Haushalt hast, musst du aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr alle entsprechend behandeln. Nur so können die Milben zuverlässig abgetötet werden und sich nicht weiter ausbreiten.

Katze nach Milbenbefall pflegen

Nach einem Milbenbefall ist eine regelmäßige Ohrenpflege wichtig. Wenn ein leichter Befall vorliegt, musst du die angetrocknete Kruste im Ohr aufweichen, um diese anschließend entfernen zu können. Dabei empfehlen sich einige Tropfen warmes Wasser, die mithilfe einer Pipette reingetropft werden können. Bestenfalls schüttelt deine Katze dann den Kopf, wodurch die Kruste herausgeschleudert wird.

Anschließend solltest du eine ausreichende Menge Mandelöl auf einen Wattebausch geben und das Innenohr betupfen, damit die restliche Kruste schonend entfernt wird. Auch die Hautpflege spielt eine wichtige Rolle. Wenn die Ohrmilben zuverlässig abgetötet und entfernt wurden, solltest du an die betroffenen Hautstellen deiner Katze denken.

Besonders bei leicht geröteter oder minimal aufgekratzter Haut eignet sich eine Wundcreme aus der Apotheke. Die Salbe wird dabei dünn aufgetragen und verhindert, dass sich die Haut entzündet. Für zu trockene Hautstellen empfehlen wir eine Creme oder Salbe aus Ringelblume. Diese dient zur Pflege und Hemmung von Entzündungen und kann zudem Juckreiz lindern.

Hausmittel bei Ohrmilbenbefall

Durch den ständigen Juckreiz und das häufige Kratzen können sich offene Stellen bilden, in die Bakterien oder Keime eindringen können. Um das zu verhindern, solltest du den Juckreiz lindern. Wenn du dabei kein chemisches Produkt verwenden möchtest, gibt es diverse Hausmittel, die bei der Bekämpfung helfen können. Zwar ist dabei keine Garantie gewährleistet, jedoch kannst du sie durchaus ausprobieren. Dabei solltest du wissen, dass sie Entzündungen nicht verhindern können. Verwende die vorgeschlagenen Mittel nur in Absprache mit dem Tierarzt, da er einen Überblick über den Behandlungsprozess hat.

  • Rizinusöl: Das Öl kann Ohrmilben bekämpfen, und in Verbindung mit Olivenöl oder Kokosöl den Juckreiz lindern sowie bakterielle Hautinfektionen behandeln. Mische dazu einen Esslöffel Olivenöl oder Kokosöl mit zwei Tropfen Rizinusöl. Tupfe das Öl mit einem Tuch in den äußeren Gehörgang deiner Katze, so dass die gesamte Hautoberfläche von einem Ölfilm bedeckt ist. Wende es am besten morgens und abends an.
  • Paraffinöl und Olivenöl: Beide Öle sollen die Milben ersticken und das Ohr trocken, wodurch du ihnen ihre gewünschte feuchte Umgebung entziehst. Reinige das Ohr vorher mit einem nassen Wattebausch, bevor du das Öl in den Gehörgang deiner Katze reibst. Das Olivenöl kannst du dann einfach mit dem Finger auf die betroffenen Stellen auftragen. Trage dabei lieber Handschuhe, um eine eigene Infektion zu vermeiden. Führe diese Prozedur am besten täglich durch.
  • Kokosöl: Das Öl hat eine pflegende und beruhigende Wirkung, und lässt sich leicht auftragen. Erwärme es dafür am besten und massiere es vorsichtig in die betreffenden Hautstellen ein. Achte unbedingt darauf, dass es nicht heiß ist, sondern gerade so warm, dass es flüssig ist. Zudem ist die darin enthaltene Laurinsäure hilfreich gegen die Milben.
  • Apfelessig: Der Essig hat eine reinigende, kühlende und desinfizierende Wirkung für deinen Hund. Verdünne ihn dafür im Verhältnis 1:1 mit Wasser und trage ihn direkt auf die Haut auf. Wichtig ist, dass du ihn nicht pur und auf keinen Fall auf offene Hautflächen aufträgst.

Vorbeugung von Ohrmilben

Um Ohrmilben und andere Erkrankungen der Ohrmuschel sowie des äußeren Gehörgangs zu vermeiden, ist eine regelmäßige Ohrenpflege ratsam. Achte aufgrund der Verletzungsgefahr darauf, keine Wattestäbchen, sondern weiche Tücher oder Wattepads zur Reinigung zu verwenden. Um die Milben rechtzeitig zu erkennen und einem weiteren bzw. erneuten Milbenbefall vorzubeugen, solltest du deine Katze täglich am Ohr untersuchen.

Hatte deine Katze auch schon mal Ohrmilben? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Du suchst noch nach einfachen Rezepten für Katzenleckerlis? Dann haben wir für dich ein tolles. Wenn du dich bei uns registriert hast, erhältst du direkt das Dokument zum Download.