Ohrenpflege beim Hund – So geht’s richtig


Fast jeder Hund hatte schon einmal Probleme mit seinen Ohren. Vor allem die schlappohrigen und langhaarigen Vierbeiner haben damit häufig zu kämpfen. Wie du die Ohren deines Hundes richtig pflegst, erfährst du hier.

Ohrenpflege ist nötig beim langhaarigen Hund

Ohrenpflege beim Hund – Warum sie so wichtig ist

Regelmäßige und intensive Ohrenpflege bei deinem Vierbeiner ist eine wichtige Pflegeanwendung und hat zusätzlich noch den positiven Nebeneffekt, dass die Routine die Bindung zwischen dir und deinem tierischen Freund stärkt. Das Berühren, Reinigen und die gründliche Begutachtung der Ohren sollte für deine Fellnase zur angenehmen Regel werden. Einem Hund sollte am besten schon als Welpe beigebracht werden, dass er sich an den Ohren, den Zähnen und den Pfoten anfassen lässt. Das macht die künftige Ohren-, Zahn- und Fellpflege oder das Krallenschneiden um einiges einfacher. Scheu dich nicht, der Ohrenpflege deiner Fellnase regelmäßig etwas Zeit einzuräumen, denn auch im Rudel gibt es Ohren-Pflegerituale. Schließlich sind die Ohren wichtige und empfindliche Sinnesorgane des Hundes. Bei einer Nichtbehandlung kann eine verschleppte Infektion oder ein Parasitenbefall einen großen Gehörschaden zur Folge haben.  Die Ohren eines Hundes sorgen nicht nur für die Orientierung, sondern auch, wie beim Menschen, sitzt hier das Gleichgewichtsorgan. Gesunde Ohren sorgen außerdem dafür, dass der Hund hört und orten kann, woher Geräusche oder wichtige Kommandos kommen.

Ohrenformen des Hundes

Hunde besitzen verschiedene Ohrenformen. Allen gemeinsam ist, dass sie sie um bis zu 180 Grad drehen können. Somit können Hunde genau hören, aus welcher Richtung ein Laut kommt.

Das Hundeohr besteht aus dem äußeren Ohr (Außenohr), dem Mittelohr und dem Innenohr. Die Ohren sind überaus wichtige Organe für den Hund. Mit ihnen kommunizieren die Hunde untereinander, und sie geben ihnen Orientierung. Dein Hund kann um ein Vielfaches besser hören als du und kann dabei sowohl höhere als auch tiefere Frequenzen wahrnehmen. Gesunde Hundeohren sind gut durchblutet und innen sauber.

Ursachen von Ohrenkrankheiten beim Hund:

  • Spitzen vom Gras: Beim Spielen im hohen Gras können sich sogenannte Grannen im Ohr deines Hundes sammeln. Besonders im Sommer können sich Grannen leicht im Hundeohr verfangen und dort bis zum Trommelfell vordringen. Das ist für den Hund besonders schmerzhaft und kann das Trommelfell in Mitleidenschaft ziehen. 
  • Milben: Ohrmilben sind winzige Parasiten, die sich im Außenohr und rund um die Ohrenränder festsetzen können. Sie ernähren sich von Hautschuppen und Ohrenschmalz. Infektionen mit Ohrmilben gehen mit starkem Juckreiz einher und sind ansteckend, sodass auch alle im Haushalt lebenden Tiere behandelt werden müssen. Ob dein Vierbeiner unter Milbenbefall leidet, erkennst du, wenn sich dunkel bis schwärzliches Gekräusel in der Ohrmuschel und an den Ohrrändern absetzt. Den Tierarzt zu konsultieren ist jetzt unbedingt notwendig. Er kann dir ein spezielles Reinigungsmittel geben und eine Salbe, die Milben abtötet. Auch Zecken können in den Hundeohren sitzen. Entferne diese unverzüglich mit einem Zeckenhaken.
  • Umwelt- und Futtermittelallergien: Allergien verursachen regelmäßig Ohrenprobleme beim Hund. Die Symptome (wie Juckreiz und Schmerzen) können Schmerzmittel und Antiallergika von deinem Tierarzt lindern.

Ohrenkrankheiten beim Hund: Das solltest du wissen

In der Regel verfügen die Ohren des Hundes über ausreichende Selbstreinigungskräfte. Dazu gehören die Bildung von Ohrenschmalz (Cerumen), feine Schutzhaare, gute Belüftung und Durchblutung. Doch durch die vielfältigen Hunderassen haben sich die Ohrenformen unserer Vierbeiner stark verändert, dass die natürlichen Reinigungsmechanismen leider nicht immer gut funktionieren. Hier bist du gefragt und musst die Reinigung zuweilen selbst übernehmen.

Die häufigsten Ohrenkrankheiten beim Hund betreffen das Außenohr, das bedeutet die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang.

Hunde, die häufig Ohrenpflege benötigen:

  • Langhaarige Rassen mit Schlapp- und Knickohren
  • Hunde mit starker Behaarung im Außenohr
  • Allergische Hunde (Futtermittelallergie, Umweltallergie)

Abgeknickte und stark überhängende Hundeohren sind nicht gut durchlüftet und bieten ein feuchtes, warmes Klima, in dem Keime, Pilze und Bakterien schnell gedeihen können. Bei Knickohren ist der Gehörgang meist zu eng, sodass sich dort Schmutz und Erreger einnisten können. Wohingegen bei stark behaarten Hundeohren – wie z.B. beim Pudel – die Haare den Gehörgang verstopfen. Das Ohrenschmalz kann so nicht auf natürliche Weise abfließen und das Ohr sich selbst nicht richtig belüften. Dadurch können Ohrentzündungen beim Vierbeiner schneller entstehen. Zecken, Milben sowie andere Parasiten bevorzugen zudem einen geschützten Bereich wie die Ohren.

Symptome von Ohrenentzündungen beim Hund

Sobald die Lauscher deines Vierbeiners unangenehm riechen, dunkle Flüssigkeit absondern oder der äußere Gehörgang rötlich und wund ist, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Ohrenentzündung vor. Der Tierarzt spricht hier von einer Otitis. Anzeichen, dass dein Hund unter einer Ohrenentzündung leidet sind:

  • Hund kratzt sich häufig am oder im Ohr
  • Reibt Kopf/ Ohren am Teppich
  • Hält seinen Kopf häufig schief, ggf. schüttelt ihn
  • Ist berührungsängstlich an den Ohren
  • Jault auf
  • Ist unruhig bis aggressiv

Wenn Ohrenpflege allein beim Hund nicht mehr ausreicht 

Wenn dein Hund schon eine Entzündung hat, solltest du unbedingt mit deinem Tierarzt besprechen, welche Medikamente und Spülungen du zur Säuberung und Pflege der Hundeohren benutzen solltest. Hier helfen keine Hausmittel mehr, und die Kontaktaufnahme mit deinem Tierarzt ist notwendig.

Ohrenpflege beim Hund – So reinigst du richtig

Prävention ist wie so oft auch bei Hundeohren die beste Medizin. Da Ohrenkrankheiten immer einer tierärztlichen Behandlung bedürfen, sorge mit einer ausreichenden Ohrenpflege dafür, dass es dazu erst gar nicht kommt.

Schritt 1: Die Ohren deines Hundes untersuchen

Schau dir den Allgemeinzustand der Ohren deines Hundes an. Lass den Hund bei dir sitzen oder stehen, so dass du leicht in seine Ohren schauen kannst. Wenn dir nur Schmutz und normales Ohrenschmalz auffällt, kannst du mit der Reinigung der Ohren anfangen. Übertreibe es aber nicht, um nicht die selbstreinigenden Schutzkräfte des Hundeohres durcheinander zu bringen. Achte darauf, ob du ein dunkles Sekret entdeckst, was aus dem Hundeohr kommt. Auch auf Kratzer, Schorf und Wunden solltest du achten. Ausschau solltest du auch nach Parasiten und anderen Fremdkörpern im Ohr deines Vierbeiners halten. Denn, wenn du etwas davon entdeckst, reinige das Ohr NICHT und rufe deinen Tierarzt an.

Schritt 2: Die Hundeohren reinigen

Entweder besorgst du dir nun einen speziellen Reiniger für Hundeohren im Fachhandel oder behilfst dir mit Haushaltsprodukten. Egal, was du nutzt, jeder dieser Reiniger kann am äußeren Bereich der Innenseite der Ohrmuschel verwendet werden. Der kommerzielle und der selbstgemachte Reiniger werden auf die gleiche Weise verwendet. Schütte den Reiniger nicht direkt in den Gehörgang deines Hundes, sondern verwende immer ein Tuch oder ein Wattepad. Tauche es in die Flüssigkeit. Drücke überschüssige Flüssigkeit aus, so dass das Tuch feucht ist, aber nicht tropft. Wische nun sanft über die Innenseite der Ohrmuschel. Entferne allen Schmutz und Dreck, den du sehen kannst. Wenn die Ohren deines Hundes sehr schmutzig sind, wirst du mehrere Tücher oder Wattepads verbrauchen. Achte auch darauf, die Spalten sanft zu reinigen, da sich dort leicht Dreck und Ohrenschmalz ansammeln. Einige Hundeohren können nämlich auch zu viel Ohrenschmalz (Cerumen) produzieren. Das kann auf Dauer gewisse gesundheitliche Risiken wie mögliche Verstopfung des Gehörgangs und Ohrzündungen nach sich ziehen. Aber auch Ohrmilben fühlen sich davon angezogen. Lasse deinen Hund die Ohren nach der Reinigung selber säubern. Es ist normal, dass ein Hund nach der Reinigung seine Ohren selbst säubern will und mit Kopfschütteln reagiert. Lasse ihn ruhig, so kommt überschüssiger Reiniger aus dem Gehörgang.

Langhaariger Hund nach der Ohrenpflege

Wie oft die Hundeohren reinigen?

Bei einem gesunden, stehohrigen Hund reicht es, einmal wöchentlich die Ohren zu kontrollieren und mit geeigneten Mitteln zu reinigen. Bei wahren Schlappohren und langhaarigen Hunden solltest du lieber täglich einen Blick in und hinter die Lauscher wagen und das überschüssige Ohrenschmalz entfernen. Gesunde Ohren erkennst du daran, dass sie gut durchblutet und sauber sind.

Schlappohren sind anfälliger für Keime, weil unter den Ohrdeckeln ständig ein feuchtwarmes Klima herrscht, in dem Pilze und Mikroorganismen prima gedeihen. Spezielle Ohrentropfen für Hunde lösen tiefer sitzenden Schmutz. Durch das unweigerliche Ohrenschütteln wird der Schmutz nach außen geschleudert und du kannst die Ohren wie gewohnt säubern.

Übrigens: Wenn dein Hund gerade schwimmen war, ist danach eine gute Zeit für die Ohrenpflege und -reinigung. Die Reinigungslösung entfernt Wasser aus dem Ohr, was gut ist, da Wasser zu einer Ohrinfektion führen kann.

Mittel für die Ohrenpflege beim Hund:

Neben meist teuren Produkten aus dem Fachhandel können auch diese Hausmittelchen helfen:

  • Ein fusselfreies Baumwolltuch: Tränke das Tuch mit warmen Wasser und wickel es um den Zeigefinger. Fahre dann damit vorsichtig über die innere Ohrmuschel deines Vierbeiners. Wiederhole diesen Vorgang mehrfach.
  • Kokosöl: Allrounder, der vielfältig einsetzbar ist. Kokosöl beugt Entzündungen vor und pflegt nicht nur das Fell, sondern auch die Ohren deines Hundes.
  • Apfelessig: Sehr effektiver Essig gegen Bakterien.
  • Ringelblume: Die Ringelblume oder auch Calendula wirkt entzündungshemmend.

Im Fachhandel findest du zudem spezielle Ohrreinigungsmittel, die du ins Hundeohr träufelst. Anschließend wird die Lösung vorsichtig von außen ins Ohr einmassiert. Dabei sollen sich nach einer gewissen Einwirkzeit Dreck und Ablagerungen auflösen. Lass deinen Hund sich nach dieser Anwendung kräftig schütteln, um so die losen Partikeln selbst loszuwerden. Des Weiteren gibt es auch schon fertig getränkte Ohrreinigungstücher für den Hund. Sie sind mit zusätzlichen Essenzen wie z.B. Aloe Vera angereichert und pflegen die empfindliche Ohrmuschel beim Hund zusätzlich.

Vermeiden solltest du für die Säuberung der Hundeohren unbedingt Wattestäbchen. Mit ihnen riskierst du, das Trommelfell deiner Fellnase zu beschädigen oder Ohrenschmalz und Verunreinigungen noch tiefer in den Ohrkanal zu schieben.

Hartnäckige Ohrenprobleme beim Hund

Manche Hunde leiden dauerhaft oder häufig wiederkehrend an Ohrproblemen. Bei betroffenen Vierbeinern ist unbedingt die Fütterung zu überprüfen. Erhält der Hund über seine tägliche Nahrung beispielsweise zu viele Kohlenhydrate, ist sein Stoffwechsel hohen Belastungen ausgesetzt. Die Haut wird jetzt vermehrt zur Entgiftung genutzt. Das Milieu auf der Haut verschiebt sich und bietet unerwünschten Keimen die Möglichkeit sich anzusiedeln. Insbesondere die Ohren der Fellnasen bieten einen geschützten Raum für Keime. Sie können sich gut vermehren und dem Hund sehr unangenehm werden. Eine Umstellung des Futters oder auch die zeitweise Gabe von Schonkost ist ratsam.

Zum Abschluss der Ohrenpflege beim Hund 

Da Hunde an den Ohren sehr empfindlich sind und eine Reinigungsprozedur dementsprechend ungern über sich ergehen lassen, sind helfende Hände, Geduld und gutes Zureden notwendig. Anschließendes Lob, das Lieblingsleckerli oder eine extra Gassi-Erkundungstour helfen deinem Hund, das Erlebnis nicht in allzu schlechter Erinnerung zu behalten. 

Wie pflegst du die Ohren deines Hundes? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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