Mietrecht: Ist Tierhaltung immer erlaubt?


Haustiere in der Mietwohnung halten ist ein viel diskutiertes Thema. Eigentümer befürchten Schäden an der Mietsache und Nachbarn eine Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Vor allem ist die gesetzliche Lage nicht eindeutig. Wir klären auf, was du grundsätzlich beim Mietrecht beachten musst.

Corgi und braune Katzen kuscheln auf Bett

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im März 2013 entschieden, dass ein generelles Haustierverbot nicht zulässig ist. Der Vermieter muss künftig sachliche Argumente vorbringen, die ein Verbot zulässig machen. Auch sollen die Interessen beider Parteien unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren abgewogen werden. Grundsätzlich gelten folgende Bestimmungen hierzu:

Kleintiere sind ohne Zustimmung des Vermieters erlaubt

In der Regel darfst du als Mieter Nagetiere wie Hamster, Kaninchen und Meerschweinchen ohne Zustimmung deines Vermieters halten. Auch Fische, Vögel und bestimmte Reptilien gelten als Kleintiere. Hunde und Katzen hingegen sind keine Kleintiere. Hier musst du in deinen Mietvertrag verschauen, welche Klausel bezüglich Haustierhaltung gilt.

Auch ohne Klausel muss der Vermieter zustimmen

Existiert keine Klausel über Haustiere im Mietvertrag, bedeutet dies nicht, dass die Haltung uneingeschränkt verboten oder erlaubt ist. Du bist als Mieter verpflichtet, die Mietsache nur vertragsgemäß zu gebrauchen. Bei einer Tierhaltung muss dein Vermieter prüfen, ob dieser Gebrauch laut Mietrecht gewährleistet ist. Führt das Beherbergen eines Haustieres zur Verschlechterung der Mietsache oder zur Störung der Nachbarn, musst du dein Tier abgeben. Andernfalls kann eine Kündigung vom Mietvertrag gerechtfertigt sein. Das heißt, auch frei herumlaufende Kleintiere, die die Wohnung schädigen, können verboten werden.

Hunde- oder Katzenhaltung muss nach Einzelfall geprüft werden

Sprechen keine gewichtigen Gründe gegen eine Tierhaltung, muss dein Vermieter gemäß Mietrecht die Haustiere tolerieren und seine Zustimmung geben. Diese kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Selbst eine stillschweigende Duldung über einen längeren Zeitraum gilt juristisch als Zustimmung. Grundlos kann diese dann auch nicht mehr zurückgenommen werden. Eventuell musst du Auflagen beachten, z.B. dein Haustier kastrieren oder einer Maximalanzahl von Tieren zustimmen.

Kampfhunde dürfen abgelehnt werden

Vermieter dürfen Kampfhunde grundsätzlich verbieten. Dies erfolgt unter der Voraussetzung, dass andere Mieter durch das Tier bereits belästigt worden sind oder sich durch das Verhalten des Hundes gefährdet fühlen. Auch eine Gefährdung von Kindern rechtfertigt ein Verbot. Diese Rassen gelten als Kampfhunde:

  • Pit-Bull
  • American Staffordshire Terrier
  • Bullterrier
  • Tosa Inu
  • Bullmastiff
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro
  • Mastin Espanol
  • Mastino Napolitano
  • Mastiff

Jedes Bundesland stuft diese Rassen jedoch unterschiedlich ein. Es gibt zumindest die Möglichkeit, mit einem Wesenstest die Unbedenklichkeit nachzuweisen.

Das Interesse des Mieters kann höher wiegen

Wenn du auf einen Blindenhund angewiesen bist, darf der Eigentümer die Haltung nicht einfach untersagen. Auch wenn das Verbot sogar im Mietvertrag steht, wiegt in diesem Fall dein Interesse höher. Yorkshire Terrier werden manchmal sogar als Kleintiere betrachtet. Diese Hundeart wird eher als ungefährlich angesehen und stört die Nachbarn nicht in größerem Maße.

Letztendlich ist es eine Abwägungssache

Die Tierhaltung in Mietwohnungen unterliegt keiner eindeutigen Rechtsprechung. In vielen Fällen sind Haustiere erlaubt, solange nicht schwerwiegende Gründe dagegen sprechen. Grundsätzlich gilt:

  • Ein Totalverbot der Haustiernutzung ist nicht zulässig.
  • Eine Erlaubnis zur Haustiernutzung ist nicht widerrufbar.
  • Mieter eines Wohnkomplexes müssen gleich behandelt werden.
  • Eine artgerechte Tierhaltung ist erforderlich, Tierhortung ist verboten.
  • Tierzucht in Mietwohnungen ist nicht erlaubt.
  • Eine Zustimmung zur Katze bedeutet keine Zustimmung zum Hund.

Du suchst noch nach einfachen Rezepten für Hundeleckerlis? Dann haben wir für dich ein tolles. Es ist für Allergiker geeignet. Wenn du dich bei uns registriert hast, erhältst du direkt das Dokument zum Download.

0 Kommentare