Leben mit Hundewelpen – Der Überblick

Die meisten Hunde ziehen als Welpe in ein neues Zuhause ein. Denn die süßen Vierbeiner lassen sich noch erziehen im Gegensatz zu erwachsenen Tieren. Doch das erfordert viel Zeit und Geduld. Auch musst du unter anderem für die richtige Ausstattung, das optimale Futter und passende Impfungen sorgen. Wir geben dir Tipps rund um die Anschaffung eines Hundewelpen.

Hundewelpe auf Arm

Hundewelpen kaufen

Beim Kauf eines Hundewelpen stellt sich immer zuerst die Frage: Zucht oder Tierheim? Beides hat Vor- und Nachteile.

Hundewelpen aus der Zucht

Wenn du dich für einen Hundewelpen aus der Zucht entscheidest, suche nach einem seriösen Züchter, der einem Rassezuchtverein angeschlossen ist. Am umfassendsten sind die Zuchtauflagen bei den Verbänden, die dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angegliedert sind. Dieser bietet umfassende Datenbanken an, bei dem du dich über Eltern, Vorfahren und bisherige Nachkommen informieren kannst.

Denn ein Hund mit Abstammungsnachweis steht nicht nur für Reinrassigkeit aufgrund einer transparenten Ahnenreihe, sondern auch für Selektion nach rassetypischen, charakterlichen und nicht zuletzt gesundheitlichen Kriterien. Bei einem seriösen Züchter kannst du die Welpen und deren Eltern ab einem Alter von zirka 4-5 Wochen in ihrem Zuhause kennenlernen. Der Züchter kann einschätzen, welcher Welpe zu dir passen könnte und wird dir auch auf den Zahn fühlen, ob du geeignet bist.

Wichtig ist hierbei, dass du dir Welpen und Hündin genau anschaust. Die Welpen sollten zwecks optimaler Sozialisierung in das Alltagsgeschehen integriert sein, Spielmöglichkeiten haben und einen munteren, zutraulichen sowie sauberen Eindruck machen. Auch die Elterntiere sollten ausgeglichen wirken. Ein guter Züchter ist auch nach dem Verkauf seines Jungtiers gerne Ansprechpartner rund um Fragen zur Rasse oder zu der speziellen Entwicklung deines Welpens. Natürlich hat ein Zuchttier seinen Preis, doch dafür ist es ein gesundes und gut versorgtes Tier. Du musst mit ca. 1400 € rechnen, abhängig von der Rasse natürlich.

Hundewelpen aus dem Tierheim

Wenn du jedoch einen Vierbeiner aus dem Tierheim haben möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Das örtliche Tierheim, spezielle Organisationen, die sich auf die Vermittlung bestimmter Rassen spezialisiert haben, und allgemeinere Tierschutzorganisationen, die ihre Schützlinge vor allem über das Internet vermitteln. Bei Letzteren handelt es sich dabei oft um Fundtiere aus dem Ausland, wo die Bedingungen viel schlechter sind.

Im örtlichen Tierheim kannst du deinem potenziellen neuen Freund unkompliziert einen Besuch abstatten. Informiere dich am besten vorher über den aktuellen Bestand. Außerdem bieten manche Tierheime an, mit deinem Wunschhund spazieren zu gehen und ihn näher kennenzulernen. In jedem Fall aber sollte das Tierheim dich bezüglich des Charakters umfassend beraten und dir Hunde vorstellen, die zu dir passen. Die Anschaffungskosten betragen hier um die 200 bis 400 €.

Im Internet besteht nicht die Möglichkeit, den Hundewelpen vorher kennenzulernen. Achte darauf, dass der Tierschutz dich trotzdem berät und dir einen Vierbeiner vermittelt, der zu dir passt. Auf keinen Fall solltest du Welpen zum “Schnäppchenpreis” oder aus “Zufalls-Würfen“ kaufen. Denn dies sind unseriöse Angebote, bei denen der Züchter nur das Geld im Blick hat. Und die Gesundheit leidet bei diesen Hunden. Kaufe auch nicht aus Mitleid, denn das Angebot regelt die Nachfrage.

Die passende Rasse von Hundewelpen finden

Hunderassen unterscheiden sich nicht nur durch ihr Aussehen, sondern auch durch typische Eigenschaften. Überlege daher, welche Art von Hund zu dir passt. Möchtest du einen, der dich überall hin begleitet? Soll er Haus und Hof bewachen? Oder soll er dich beim Joggen oder Wandern begleiten? Auch ist wichtig zu betrachten, was du ihm bieten kannst. Manche Rassen brauchen viel Auslauf und einen großen Garten, anderen reicht die Stadtwohnung. In unserem Überblick findest du eine Auswahl an Hunderassen.

Ausstattung für Hundewelpen

Damit sich dein Kleiner im neuen Zuhause wohlfühlt, brauchst du einiges an Zubehör. Entweder du kaufst es im Zoofachgeschäft oder bestellst es im Internet. Folgende Punkte solltest du beachten:

  • Futternapf
  • Wassernapf
  • Welpenfutter, Kauknochen für Welpen, Leckerli, Leckerlidose, Leckerlitasche für unterwegs
  • Auto-Transportbox, Trenngitter, Sicherheitsgurt
  • Hundebett, Hundebox, Hundekissen
  • Leine, Hals, Geschirr
  • Spielzeug
  • Bürste
  • Floh- und Zeckenmittel für Welpen
  • Besonders schonendes Hundeshampoo
  • Besuch einer Hundeschule
  • Hundehalterhaftpflicht mit ausreichender Deckung
  • Hundemarke von der Stadt
  • Kotbeutel

Schon vor seinem Einzug solltest du die Wohnung welpensicher machen. Du musst den Kleinen vor Elektrokabeln, giftigen Pflanzen oder steilen Treppen schützen. Bringe auch teure Teppiche in Sicherheit. Da der Hundewelpe noch nicht weiß, was er darf und was nicht, solltest du die Gegenstände, die ihn bei seinen Erkundungstouren durch sein neues Zuhause gefährden können, außer Reichweite bringen. Denn je geringer das Risiko für deinen neuen Mitbewohner ist, desto entspannter kannst du dich voll und ganz um deinen Schützling kümmern.

Kosten Erstausstattung für Hundewelpen

  • Futter- und Wassernapf: 20-40 €
  • Hundebett: 60-100 € + 20 € Decke
  • Hundespielzeug: 20-50 €
  • Literatur: 20 €
  • Hundepflege: 20-30 €

Jährliche Kosten

  • Haftpflichtversicherung (variiert nach Rasse): 60 €
  • Entwurmungen 30 €
  • Impfungen beim Tierarzt 60-80 €
  • Zecken-/Floh-Vorsorge 40-50 €
  • Hundesteuer (variiert nach Rasse und Wohnort) Ø 100 €

Hundefutterkosten

  • Sehr kleiner Hund (~5kg): 50 €
  • Kleiner Hund (~10kg): 60 €
  • Mittlerer Hund (~20kg): 70 €
  • Großer Hund (~40kg): 100 €
  • Sehr großer Hund (~60kg): 120€

Hundewelpen füttern

Für ein gesundes Wachstum deines Hundewelpen sind die Qualität des Futters und die richtige Futtermenge besonders wichtig. Er braucht ein Futter, das ihn mit ausreichend Energie und einem optimalen Nährstoffmix versorgt. Bis zum Erwachsenenalter durchlaufen Hundewelpen, je nach Rasse, verschiedene Wachstumsmuster. Dabei gilt: Kleinere Rassen haben eine geringere Wachstumsgeschwindigkeit als mittlere bis große Rassen. Kleine Hunderassen sind oft schon mit acht Monaten ausgewachsen, große hingegen erst mit über zwei Jahren.

Bis zur dritten Woche bekommen Welpen ausschließlich gehaltvolle Muttermilch, die alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien enthält. Danach darf es zusätzlich auch etwas Welpenfutter oder hochwertiger Welpen-Brei sein, um den erhöhten Bedarf an Nährstoffen zu decken. In der achten bis zehnten Woche werden die Welpen von der Muttermilch entwöhnt, und es kommt ausschließlich Welpenfutter in den Napf. Dies bekommt der Kleine bis zu einem Alter von etwa eineinhalb Jahren. Das Futter ist speziell auf die Bedürfnisse von Hunden im Wachstum abgestimmt. Es ist entweder im Fachgeschäft oder im Internet erhältlich.

Etwa bis zum sechsten Monat solltest du deinen Welpen drei bis vier Mal täglich füttern. Danach reichen zwei bis drei Portionen über den Tag verteilt aus, bis dein Kleiner fast schon erwachsen geworden ist. Ausgewachsene Hunde kommen bestens mit ein bis zwei Mahlzeiten pro Tag aus. Hier ist noch mal ein kurzer Überblick zu den verschiedenen Futtersorten für Hundewelpen:

  • Trockennahrung: Leichte Dosierung; weniger Verderben im Sommer; weniger Geruch; kein Dosenabfall
  • Nassnahrung: Unterstürzend bei der zusätzlichen Wasseraufnahme; besseres “Verstecken” von Medizin
  • Gemischte Fütterung: Trocken- und Nassfutter abwechseln: In den ersten 1-2 Wochen nach Einzug des Welpen auf eine Futterumstellung verzichten und das gewohnte Futter weiterführen.
  • Futterfrequenz: Mindestens drei kleine statt wenige große Mahlzeiten
Husky Welpe auf Wiese

Bewegung von Hundewelpen

Wenn der Welpe zu dir kommt, ist er gerade an die zwei Monate alt. Er muss das neue Zuhause, in dem er die nächsten Jahre leben wird, ganz neu entdecken. Dafür muss er eine Menge leisten, denn er kommt in eine völlig fremde Umgebung mit ungewohnten Gerüchen und unbekannten Dingen. Außerdem muss er den Abschied von seinen Wurfgeschwistern und der Mutter verarbeiten und sich nun alleine zurecht finden. Das heißt, wenn dein neuer Hundewelpe bei dir einzieht, reichen die Erkundung der neuen Umgebung und das Kennenlernen der neuen Mitbewohner als Beschäftigung aus.

In der Zeit zwischen der 4. und ungefähr der 16. Lebenswoche ist der Welpe besonders empfänglich dafür, neue Dinge kennenzulernen und positiv zu verknüpfen. Aus diesem Grund solltest du ihn zunächst mit all den Sachen vertraut machen, die ab jetzt zu seinem Alltag gehören und die er vielleicht noch nicht kennt.

Hier sind ein paar Tipps, die zu beachten solltest.

  • Lasse ihn laufen, ignoriere kleine Fehltritte, lobe ihn, wenn er etwas richtig macht, und kuschele mit ihm, wenn er es zulässt.
  • Vermittle ihm Geborgenheit und Sicherheit, und lasse ihn in aller Ruhe ankommen.
  • Achte darauf, dass er regelmäßig nach draußen kommt, um sein Geschäft zu erledigen, aber mache keine langen Spaziergänge mit ihm.
  • Außerdem braucht der kleine Hund regelmäßige Ruhe- und Schlafeinheiten. Im Grunde kann man sagen, dass der Welpe rund 20 Stunden am Tag ruhen und nur vier Stunden täglich aktiv sein sollte.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Pro Lebenswoche sollte ein Hund eine Minute spazieren gehen. Ist der Hundewelpe zehn Wochen alt, sind das also zehn Minuten. Damit dein Vierbeiner zu einem gesunden Hund heranwachsen kann, benötigt er ganz viel Schlaf – bis zu 22 Stunden täglich. In dieser Zeit verarbeitet er das Erlebte und tankt Energie für neue Abenteuer. Sorge also entsprechend dafür, dass der Hundewelpe seine benötigten Schlafpausen von einer halben bis zu einer Stunde mehrmals am Tag einhalten kann.

Kommandos für Hundewelpen

Du kannst deinem Hundewelpen sogar erste Kommandos beibringen. „Komm“, „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ sind gute erste Beispiele. Beherrscht dein Welpe nämlich diese Kommandos, erleichtern die Befehle deinen Alltag mit dem Hund enorm. Am besten beginnst du damit gleich nach der Eingewöhnungsphase. Denn das hat den Vorteil, dass sich dein Kleiner zu diesem Zeitpunkt noch in der Sozialisationsphase befindet. Ein paar Tipps solltest du auch hierbei beachten.

  • Er sollte nicht müde oder ausgepowert sein und während des Trainings nicht von anderen Dingen abgelenkt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, die ersten Kommandos mit deinem Hundewelpen im Haus an einem ungestörten Ort zu üben.
  • Achte auch darauf, den jungen Hund nicht zu überfordern, damit er während des Trainings keinen Frust aufbaut und später die Motivation verliert. Kurze Trainingseinheiten von fünf Minuten mehrfach über den Tag verteilt sind ideal.
  • Hüte dich zudem davor, zu streng mit deinem Hund zu sein. Das Lernen von Kommandos soll deinem Hund Spaß machen und ihm ein gutes Gefühl vermitteln, wenn er etwas richtig macht.
  • Beende das Training immer mit einem Erfolgserlebnis und gönne deinem Vierbeiner danach Ruhe. So kann er das Erlernte verarbeiten.

Hundewelpen sozialisieren

Im Alter ab der 4. bis ungefähr zur 20. Lebenswoche sind Welpen besonders aufnahmefähig für neue Reize, Menschen und Situationen. Dies ist die Sozialisationsphase. Werden Hundewelpen in dieser Lebensphase mit Neuem konfrontiert und erleben diese Erfahrung als positiv, speichern sie das Erlebte auch so. Umgekehrt gilt dies natürlich ebenso: Negative Erlebnisse werden in Erinnerung behalten und führen dazu, dass der Hund diese meidet oder ängstlich darauf reagiert. Hier sind einige Ratschläge, die du beachten sollest, um deinen Hund richtig zu sozialisieren.

  • Überlege in Ruhe, mit welchen Situationen, Geräuschen, technischen Geräten, Umgebungen und Lebewesen der Hund in deinem Alltag konfrontiert werden wird. Dies kann das Geräusch des laufenden Staubsaugers sein, die Fahrt mit dem Bus oder der Umgang mit kleinen Kindern. Führe den Hund Stück für Stück an diese neuen Dinge heran und sorge dafür, dass diese Begegnungen für den Welpen positiv verlaufen.
  • Unternimm mit dem Welpen abwechslungsreiche Ausflüge. Dies kann eine Tour aufs Land sein, wo der Hund Schafe oder Kühe kennenlernt, oder eine Fahrt in die Stadt, wo er sich an eine größere Anzahl an Menschen, einen Fahrstuhl oder eine Rolltreppe gewöhnen muss. Gehe dabei langsam und geduldig vor und schütze den Hund vor Überforderung.
  • Konfrontiere deinen Welpen auch mit den unterschiedlichsten Arten von Menschen und der Art der menschlichen Kommunikation. Es ist wichtig, dass der Kleine später keine Angst vor großen Männern, körperlich behinderten Menschen oder kleinen Kindern hat.
  • Gehe mit dem Hund auf verschiedenen Untergründen in unterschiedlichen Umgebungen spazieren. Dies kann ein Spaziergang im Wald sein, der Besuch eines Sportplatzes oder das Laufen über Metallbrücken.
  • Suche eine gute Welpenschule in deiner Umgebung und besuche einen Welpenkurs. Hier lernt dein Vierbeiner den Umgang und die Kommunikation mit anderen Artgenossen unterschiedlicher Rassen mit verschiedenen Charakteren. Darüber hinaus fördern gemeinsame Übungen die Bindung zwischen Hund und Halter. Der Austausch mit den Hundetrainern und anderen Hundehaltern hilft dir dabei, deinen Hund besser zu deuten und zu verstehen.
  • Vergiss dabei nie, dass dein Hund und auch du dabei Spaß haben sollten. Setze dich und deinen Vierbeiner nie unnötig unter Druck und gehe die ganze Sache positiv und mit Freude an.

Hundewelpen impfen

Natürlich spielt auch die Gesundheit von Hundewelpen eine wichtige Rolle. Denn die Kleinen müssen direkt gegen einige Grundkrankheiten geimpft werden. Welpen sind noch Hundekinder und vertragen Impfstoffe noch nicht so gut wie ausgewachsene Hunde. Aus diesem Grund können bei der Impfung mögliche Nebenwirkungen eher und auch in stärkerem Maße auftreten. Du solltest deshalb vorab mit deinem Tierarzt darüber sprechen, welche Impfungen sinnvoll sind, welche dein Hund eventuell gar nicht benötigt und welche Impfungen du später nachholen kannst.

Hier ist ein Vorschlag für die Impfung von Welpen:

  • In der achten Woche sollte dein Hund gegen Parvovirose, Hepatitis, Staupe und Leptospirose geimpft werden.
  • In der zwölften und 15. Woche werden diese Impfungen noch einmal wiederholt.
  • Zusätzlich wird empfohlen, die Welpen in der zwölften Woche gegen Tollwut zu impfen.

Das Thema Impfen ist unter Hundehaltern und Fachleuten sehr umstritten. Die Diskussion bezieht sich vor allem darauf, welche Impfungen überhaupt nötig sind. Beispielsweise ist Tollwut in unseren Regionen nicht mehr verbreitet. Allerdings brauchst du diese Impfung, wenn du mit deinem Hund ins Ausland verreisen möchtest. Sprich am besten mit deinem Tierarzt über die Impfungen, die für deinen Hund wichtig sind. 

Zusammenfassung für Leben mit Hundewelpen

Wenn du dir einen Hundewelpen kaufen möchtest, musst du dich auf einiges vorbereiten und dir vorab Gedanken machen, was du deinem neuen Mitbewohner bieten kannst. Folgende Fragen musst du dir stellen:

  • Hundewelpen aus Zucht oder Tierheim kaufen?
  • Welche Rasse passt zu meinen Umständen?
  • Welche Ausstattung benötige ich?
  • Welche Kosten kommen auf mich zu?
  • Welches Futter ist wichtig in welcher Lebensphase?
  • Mit welcher Umgebung und welchen Leuten wird der Vierbeiner konfrontiert?
  • Welche Impfungen benötigt er?

Hast du dir einen Hundewelpen zugelegt oder planst es zu tun? Erzähle es uns hier in einem Kommentar.

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