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Langzeitgedächtnis – Warum erinnert man sich im Alter besser an die Vergangenheit?


Was jüngst war, ist nicht präsent. Erlebnisse, die schon lange zurückliegen, dagegen sind in lebendiger Erinnerung. Im Alter lässt das Kurzzeitgedächtnis nach. Das Langzeitgedächtnis wird dafür aktiver. Woran das liegt und warum das nicht schlecht sein muss, erfährst du hier.

Alte Briefe, Fotos und Feder

Langzeitgedächtnis vs. Kurzzeitgedächtnis

Erinnerungen aus einer bestimmten Zeitspanne scheinen uns besonders präsent. Studien lassen vermuten, dass die Zeit zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr besonders in unserem Gehirn verankert ist. Diese Zeitspanne wird in der Gedächtnisforschung auch als sogenannter Erinnerungshügel bezeichnet. In der Forschung wird zwischen drei Formen des Gedächtnisses unterschieden:

  • Das ikonische Gedächtnis: Reicht als Ultrakurzzeitgedächtnis nur wenige Millisekunden zurück.
  • Das Kurzzeitgedächtnis: Erinnerungen an das letzte Gespräch, die letzten Tage oder Wochen.
  • Das Langzeitgedächtnis: Prägende Emotionen, Orte und Geschehnisse auch vor längerer Zeit werden hier abgespeichert.

In der Regel wird es mit zunehmendem Alter schwerer, sich an bestimmte Sachen aus der Vergangenheit zu erinnern. Aber das betrifft nicht die Erinnerungen, die wir während der Zeit des Erinnerungshügels gemacht haben. Die Informationen aus früheren Lebensphasen werden im Großhirn abgespeichert und bleiben länger verfügbar. Subjektiv sind für uns deshalb auch die Erinnerungen aus dieser Zeit stärker präsent. Im Alter erinnern wir uns leichter an Vergangenes als an Gegenwärtiges. Die Erinnerungen werden meist emotionaler und ichbezogener. Denn die wieder auftauchenden Bilder werden intensiver erlebt, und sie sind mit viel mehr Gemütsregungen verbunden.

Langzeitgedächtnis – Nostalgie

Alte Fotos ansehen und durch verstaubte Briefe stöbern – in alten Erinnerungen zu schwelgen kann uns den Eindruck vermitteln, all die gute Zeit sei schon vorbei. Das macht Nostalgie meist eher zu einem wehmütigen Gefühl. Doch nostalgische Gedanken können uns auch zu einem besseren Gefühl verhelfen. Wenn es einem schlecht geht, kann es auch helfen, sich an frühere Zeiten zu erinnern. So konnten beispielsweise schöne Erinnerungen an die Kindheit in Studien das Gefühl von Geborgenheit bei den Versuchspersonen auslösen. Nostalgie kann auch unsere Gegenwart beeinflussen, da die alten Erinnerungen ein Gefühl der Selbstkontinuität erzeugen können. Somit dienen sie in gewisser Weise als roter Faden für unser jetziges Dasein.

Und die soziale Komponente ist auch nicht zu vergessen. Denn gemeinsame Erinnerungen können unsere sozialen Beziehungen stärken. Zusammen erlebte Erinnerungen und Erfahrungen können zusammenschweißen.

Langzeitgedächtnis – Alzheimer & Demenz

Tief sitzende Erinnerungen können auch für Therapien von Menschen genutzt werden, die an Alzheimer oder Demenz leiden. Bei Demenzkranken ist die Erinnerung an frühe Lebensjahre jedoch dadurch bedingt, dass die Hirnareale, die fürs Merken und für das Kurzzeitgedächtnis zuständig sind, angegriffen werden. Bei geistig gesunden Senioren haben die Gedanken an Kindheit und Jugend dagegen eine psychologische Funktion. Dabei kommt es oftmals vor, dass unsere Erinnerungen an die Kindheit und Jugend positiver aussehen als sie in Wirklichkeit waren. Schlecht ist das nicht, weil wir dadurch psychische Stabilität erlangen können. Doch aus welchem Grund auch immer wir uns im Alter besser an unsere früheren Lebensphasen erinnern, das gemeinsame Erinnern hilft und verbindet.

Langzeitgedächtnis – Trainieren

Wenn wir älter werden, altert auch unser Gehirn. Die neurologische Basis des Gedächtnisses geht zurück, und unser Erinnerungsvermögen wird schlechter. Das muss aber nicht heißen, dass wir alles vergessen, was wir erlebt haben. Sein Gedächtnis kann man nämlich trainieren. Das Gehirn funktioniert wie ein Muskel, der fit gehalten werden sollte. Klassiker wie das Konzentrationsspiel Sudoku sind dabei nur eine Möglichkeit. Abwechslung lautet die Devise. Es geht nicht darum Bekanntes zu üben, sondern auch mal was komplett Neues auszuprobieren. Eine vollkommen neue Sprache zu erlernen fordert die Synapsen weitaus mehr als sich in ewigen Wiederholungen zu ergehen. Das Gleiche gilt für so gut wie alles: Neue Spiele, neue Sprachen und auch neue Urlaubsorte. Es mag im ersten Moment merkwürdig klingen, aber durch neue Erfahrungen und Erinnerungen können wir besser bereits gemachte Erinnerungen ins Gedächtnis rufen.

Nicht nur was gegen den körperlichen Alterungsprozess, sondern auch unserer Gedächtnisleistung förderlich ist die Bewegung. Regelmäßiges Walken oder der Spaziergang mit unserem Hund halten Körper und Geist auch im Alter fit.

Ist die lang zurückliegende Vergangenheit für dich auch präsenter geworden? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar.

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