Läufigkeit der Hündin – Das ist zu beachten


Du bemerkst ein verändertes Verhalten bei deiner Hündin und weißt nicht, woran es liegen kann? Eine läufige Hündin verhält sich meist aufgrund ihrer hormonellen Umstellung anders als sonst. Aber keine Sorge, wir erklären dir, was es mit der Läufigkeit auf sich hat und geben dir Tipps, die du während dieser Zeit beachten solltest.

Hund mit rotem Halsband an roter Leine

Allgemeines zur Läufigkeit der Hündin

Die Läufigkeit, auch Hitze genannt, bezeichnet die fruchtbare Phase des Sexualzyklus der Hündin. Dieser natürliche Vorgang tritt bei allen Hündinnen ein, die ihre Geschlechtsreife erreicht haben. Die erste Läufigkeit bei einer Hündin kann im Alter von ca. 6 – 18 Monaten auftreten. Kleinere Rassen, wie beispielsweise der Dackel, werden in der Regel früher läufig. Bei sehr großen Hunderassen kann der erste Zyklus auch erst im Alter von 2 Jahren beginnen. Hündinnen werden normalerweise zweimal im Jahr läufig, wobei die Abstände zwischen den Läufigkeiten mit ca. 6 – 8 Monaten schwanken können. Die Dauer der Läufigkeit beträgt rund 21 Tage. Die Duldungsphase, in der die läufige Hündin deckbereit ist, dauert allerdings meist nur 5 oder 6 Tage. Das heißt aber nicht, dass du nur zu der Zeit Acht geben solltest, sondern über den ganzen Zyklus hinweg.

Phasen der Läufigkeit der Hündin

Der Zyklus einer Hündin unterteilt sich in 4 verschiedene Phasen, welche im Folgenden näher erläutert werden.

1. Proöstrus (Vorbrunst)

Durchschnittlich dauert der Proöstrus 9 Tage, jedoch kann seine Dauer von 3 – 17 Tagen variieren. In dieser Anfangsphase schwillt die Vulva der Hündin an, und sie fängt an zu bluten. Dabei ist die Blutmenge von Hund zu Hund individuell. Du wirst nicht zwingend etwas davon sehen, da sich Hündinnen im Normalfall selbst sauber lecken. In dieser ersten Phase wird die Hündin für die Rüden sehr interessant, da diese sie nun gut riechen können. Sie ist aber noch nicht paarungsbereit, weshalb der Rüde bei Versuch der Paarung auf Widerstand treffen wird. Trotzdem solltest du dich nicht darauf verlassen, dass deine Hündin nicht deckbereit ist. Die Zyklen sind sehr individuell, und die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen sind nicht immer deutlich zu erkennen. Es kann also sein, dass deine Hündin bereits paarungsbereit ist, ohne dass du es bemerkst.

2. Östrus (Brunst)

In der zweiten Phase ist die Hündin deckbereit. Man nennt diese Zeit auch Standhitze, da die Hündin nun bereitwillig stehen bleibt und die Rute auf die Seite dreht, wenn sich ein interessierter Rüde nähert. Der Östrus dauert durchschnittlich 9 Tage, kann aber auch von 3 – 21 Tagen variieren. Die Vulva ist nun nicht mehr so stark angeschwollen, und der Ausfluss ist eher wässrig bis schleimig. Während dieser Phase finden mehrere Eisprünge statt, womit die Hündin somit fruchtbar ist.

3. Metöstrus (Nachbrunst)

Die Metöstrus dauert im Durchschnitt zwischen 9 und 12 Wochen. In dieser Phase reduzieren sich die Läufigkeitssymptome. Die Vulva schwillt ab und der Ausfluss wird zunächst gelblich und verschwindet schließlich ganz. Jetzt riecht die Hündin für unerfahrene Rüden zwar immer noch interessant, jedoch nimmt dies stetig ab. Sie ist in der Regel nicht mehr deckbereit. Auch wenn sie äußerlich keine Anzeichen einer Läufigkeit mehr zeigt, gibt es noch über einige Wochen eine hormonelle Veränderung. Bei jeder Hündin, ob tragend oder nicht, werden nach dem Eisprung die sogenannten Gelbkörper gebildet. Diese produzieren wiederum das Schwangerschaftshormon Progesteron. Erst nach 9 – 12 Wochen sind die Gelbkörper abgebaut. Der nun sinkende Progesteronspiegel stößt die Ausschüttung des Hormons Prolaktin an. Dieses kurbelt wiederum die Milchproduktion an, wodurch bei manchen Hündinnen eine Scheinträchtigkeit auftritt.

Scheinträchtigkeit:

Von einer Scheinträchtigkeit spricht man, wenn sich die Hormonlage einer Hündin nach der Läufigkeit so verändert, als wäre sie trächtig, auch wenn sie nicht gedeckt und damit nicht wirklich trächtig ist. Dabei zeigen Hündinnen etwa 3 – 12 Wochen nach der Läufigkeit körperliche und psychische Auffälligkeiten. Bei einer Scheinträchtigkeit ziehen sich viele Hündinnen zurück und bauen ein Nest. Einige zeigen besonders zickiges Verhalten, fressen weniger, wollen nicht nach draußen und wirken lustlos. Andere hingegen werden anhänglich, winseln viel und suchen sich “Ersatzwelpen” wie Kuscheltiere oder Spielzeug. Eine Scheinträchtigkeit dauert in der Regel nur etwa 2 – 3 Wochen an und erfordert meist keine Behandlung. Du kannst sie während der Zeit dennoch unterstützen, indem du sie vor allem von den Gegenständen, die sie für Welpen hält, trennst und sie weitestgehend ablenkst. Zudem ist es wichtig, die Hündin davon abzubringen, an ihrem Gesäuge zu lecken, da dies sonst die Milchbildung stimuliert.

4. Anöstrus (Ruhephase)

Der Anöstrus ist die sogenannte Ruhephase des Zyklus, welche je nach Hund unterschiedlich lange dauert. Sie kann entweder mehrere Wochen oder auch Monate dauern. Es gibt in dieser Phase keine sichtbaren Anzeichen einer Läufigkeit. Beendet wird sie wieder durch die Einleitung des nächsten Proöstrus und somit der nächsten Läufigkeit. In der Übergangsphase von Anöstrus zu Proöstrus bilden sich sogenannte Follikel an den Eierstöcken. In diesen reifen die Eizellen bis zum Eisprung heran.

Anzeichen der Läufigkeit der Hündin

Als Hundebesitzer wirst du meist zweimal jährlich mit einer Läufigkeit konfrontiert, wenn keine Kastration der Hündin stattgefunden hat. Noch bevor die Hündin ihre ersten Blutstropfen verliert, lassen sich an ihrem Verhalten einige Auffälligkeiten feststellen. Das Verhalten erinnert oftmals an das eines markierenden Rüdens, da die Hündin dabei ihr Bein anhebt und alle paar Meter uriniert. Ein häufiges Wasserlassen ist also keine Seltenheit bei einer läufigen Hündin. Damit setzt sie instinktiv die ersten Duftmarken. Du wirst auch automatisch an dem Verhalten der interessierten Rüden die Läufigkeit erkennen, da diese die Hündin von nun an begeistert beschnüffeln.

Ob und wie sich das Verhalten der Hündin ändert, ist je nach Hund sehr unterschiedlich. Bei einigen Hündinnen kann es sein, dass sie während der Läufigkeit ihre gute Erziehung vergessen. Einige entfernen sich etwas von ihrem Besitzer, andere hingegen werden anhänglicher und fordern viele Streicheleinheiten. Häufig schlafen Hündinnen mehr als sonst und wirken allgemein etwas faul. Einige können hingegen auch ständig von einem Liegeplatz zum nächsten wechseln. Es gibt natürlich auch Hündinnen, die von der Läufigkeit kaum aus dem Konzept gebracht werden und sich genauso benehmen wie sonst.

Pflege und Hygiene bei Läufigkeit der Hündin

Im Normalfall übernimmt die Hündin die Hygiene während der Läufigkeit selbst und putzt sich sorgsam und sehr oft. Jedoch kann es trotzdem passieren, dass bei Hundedamen mit stärkeren Blutungen mal ein paar Blutstropfen daneben gehen. Hast du eine Hündin, die sehr reinlich ist und eine Wohnung mit Fliesenboden, musst du im Grunde keine weiteren Maßnahmen ergreifen, außer vereinzelte Blutstropfen zu säubern. Wenn du aber eher hellere Teppiche hast, kann das für dich natürlich sehr anstrengend werden. Dafür gibt es für die läufige Hündin spezielle Schutzhöschen, die verhindern, dass der Ausfluss in der gesamten Wohnung und im Hundebett verteilt wird. Gewöhne deine Hündin aber erstmals langsam und vorsichtig daran, da es für sie etwas Neues ist und sie nicht noch zusätzlichen Stress benötigt. Die Läufigkeitshöschen bringen natürlich den Nachteil mit, dass das natürliche Sauberlecken verhindert wird.

Kurzfristige Lösungen bei Läufigkeit der Hündin

Eine läufige Hündin ist meist vor einer Vielzahl an Verehrern nicht sicher. Das bedeutet für dich, dass du während der Spaziergänge stets aufpassen musst, wenn du nicht gerade Zuchtpläne mit deiner Vierbeinerin hast. Folgendes kannst du tun:

  • Isolation von Rüden: Halte deine Hündin, besonders in der fruchtbaren Phase der Läufigkeit, soweit wie möglich von Rüden fern. Falls der Nachbarshund schon ganz interessiert rüber schaut, solltest du stets darauf achten, dass sie nicht zu nah an ihn rankommt.
  • An der Leine halten: Auch wenn gerade keine anderen Hunde in der Nähe sind, solltest du deine Hündin ständig an der Leine halten. Die Gefahr, dass sie sonst auf eigene Faust einen Ausflug macht, um potenzielle Partner zu finden, ist groß.
  • Ruhige Zonen: Gegenden, in denen du mit vielen anderen Hunden rechnen kannst, solltest du mit deiner läufigen Hündin, so gut es geht, meiden. Sonst sind unnötiger Stress und Ärger vorprogrammiert, wenn du auf besonders aufdringliche Rüden triffst. Dabei kann die Reaktion je nach Hündin unterschiedlich ausfallen. Manche schnappen nach den Verehrern, andere wiederum sind eher ängstlich und neigen dazu, sich vor dem Rüden zu verstecken oder zu flüchten.
  • Höschen: Das Höschen hilft nicht nur bei der Hygiene, sondern kann auch die Rüden davon abhalten, ihr Ziel zu erreichen. So kann also ebenfalls eine ungewollte Schwangerschaft verhindert werden. Nach dem Spaziergang kannst du es dann wieder abnehmen, damit sie sich wie gewohnt sauber lecken kann.

Wenn dir aber doch ein freilaufender Hund entgegenkommt, sprich am besten den Besitzer freundlich darauf an und bitte ihn, den Vierbeiner an die Leine zu nehmen. So besteht keine Gefahr vor unerwünschtem Nachwuchs. Kommt doch mal ein freilaufender Hund auf euch beide zu und ist der Besitzer weiter entfernt, solltest du dich schützend vor deine Hündin stellen, bis er seinen Hund wegnimmt und anleint.

Langfristige Lösungen bei Läufigkeit der Hündin

Wenn deine Hündin keinen Nachwuchs zeugen soll, solltest du sie frühzeitig kastrieren lassen. Bei einer Kastration werden die Eierstöcke der Hündin vom Tierarzt operativ entfernt. Wichtig dabei ist, dass du sie nicht nur sterilisieren lässt. Bei einer Sterilisation kann sie zwar keine Welpen mehr bekommen, jedoch wird die Produktion der Sexualhormone nicht verhindert. Bei einer Sterilisation werden nämlich nur die Eileiter durchtrennt. Wann der ideale Zeitpunkt für eine Kastration ist, lässt sich nicht direkt sagen. Bei Hündinnen sollte eine Kastration frühestens nach 1,5 – 2 Jahren stattfinden. Oft wird bereits früher operiert, jedoch sollte die Hündin zumindest die erste Läufigkeit hinter sich haben. Im Idealfall findet eine Kastration in der Phase der sexuellen Ruhe zwischen den Läufigkeiten, also im sogenannten Anöstrus, statt. Bei der genauen Bestimmung für den richtigen Zeitpunkt steht dir dein Tierarzt zur Seite. Er wird mit dir die Vor- und Nachteile einer frühen oder späteren Kastration gegeneinander abwägen

Der Tierarzt kann bei der Kastration verschiedene Methoden anwenden, um den Eingriff durchzuführen. In der Regel erfolgt die Kastration in Vollnarkose und dauert nicht mehr als 90 Minuten. Über einen Bauchschnitt entfernt der Tierarzt dann die Eierstöcke. Im Normalfall kannst du deine Hündin nach ein paar Stunden unter Beobachtung in der Tierarztpraxis oder Tierklinik wieder mit nach Hause nehmen. Damit sich deine Hündin nicht an der Wunde leckt, solltest du ihr einen Halskragen besorgen. Nach ungefähr 2 Tagen steht eine Nachkontrolle an, und nach etwa 10 Tagen werden dann die Fäden gezogen. Meist erholt sich die Hündin sehr schnell innerhalb von wenigen Tagen. 

Eine Kastration bewirkt, dass die Hündin nicht mehr läufig wird und dadurch keine Rüden mehr anzieht. Sie kann dementsprechend nicht mehr trächtig werden, auch die Gefahr einer Scheinträchtigkeit ist nicht mehr gegeben. Die Kastration minimiert außerdem das Risiko für bestimmte Tumorarten und Gebärmutterkrebs. Da durch die Entfernung der Eierstöcke kaum noch Geschlechtshormone gebildet werden, kann sich dies auf das Verhalten der Hündin auswirken. Einige Tiere werden dadurch ruhiger und ausgeglichener und vertragen sich besser mit Rüden.

Mögliche Risiken einer Kastration:

  • Mögliche Komplikationen wie eine Narkoseunverträglichkeit und Nachblutungen können vorkommen und müssen vor der Entscheidung, ob eine Kastration durchgeführt wird, miteinbezogen werden.
  • Bei älteren Hündinnen besteht die Gefahr, dass sie nach der Kastration inkontinent werden.
  • Durch die Kastration kann der Stoffwechsel beeinflusst werden. Das führt dazu, dass manche Hündinnen an Gewicht zunehmen, obwohl sich ihr Fressverhalten nicht verändert hat.
  • Außerdem kann sich das Fell, vor allem bei langhaarigen Hündinnen wie dem Golden Retriever oder dem Australian Shepherd, verändern. Das Fell wird dadurch länger und bedarf dementsprechend auch eines höheren Pflegeaufwandes.

Die Kastration ist dabei ein endgültiger operativer Vorgang, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Die Kosten einer Kastration bei Hunden können je nach Tierarzt, Geschlecht, Größe und Gewicht der Hündin stark variieren. Informiere dich dafür am besten vorher bei möglichen Tierärzten. Da die Kastration bei der Hündin einen umfangreichen Eingriff mit sich bringt, liegen die Kosten dafür höher als bei Rüden. Du kannst mit Kosten von etwa 150 – 450 € rechnen. Dabei handelt es sich nur um die reine Arbeitsleistung des Tierarztes. Zusätzlich kommen noch Kosten für Narkosemittel, Medikamente und Verbandsmaterialien hinzu.

Wie schaut es bei deiner Hündin mit der Läufigkeit aus? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Die Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zu Gesundheitsthemen. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Wenn sich Hundehalter über Gesundheitsthemen informieren, wird am häufigsten der Tierarzt konsultiert. Auch recherchieren viele Tierbesitzer im Internet. Nach ihrer Ansicht beeinflussen vor allem das richtige Futter und die Bewegung die Gesundheit ihres Hundes.

Infografik mit Illustrationen Hundegesundheit
Infografik Hundegesundheit

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