Katzenseuche – Was du wissen solltest


Auch im Tierreich gibt es Krankheiten, die sich als Epidemien verbreiten können und lebensbedrohlich für die infizierten Katzen sind. Die Katzenseuche gilt dabei als eine hoch ansteckende, lebensgefährliche Allgemeinerkrankung der Katze. Was du darüber wissen solltest und wie du deine Samtpfote davor schützen kannst, erfährst du hier.

Katze liegt im Bett

Allgemeines zur Katzenseuche

Die Katzenseuche wird auch als Feline Panleukopenie bezeichnet. Leukopenie bedeutet eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, welche durch eine Katzenseuche verursacht wird. Bei der Katzenseuche handelt es sich um eine hochansteckende Virusinfektion. Umgangssprachlich wird auch oft von einer sogenannten Katzenstaupe oder Katzenpest gesprochen. Leider kommt es nicht selten vor, dass bei infizierten Katzen, besonders bei jungen Kitten, die Erkrankung tödliche Folgen hat.

Auslöser und Ansteckung der Katzenseuche

Die Katzenseuche wird durch einen winzigen Erreger ausgelöst: Das sogenannte Feline Parvovirus. Dieses Virus gelangt dabei über die Schleimhäute von Nase und Maul in den Körper der Katze. Erstmals befällt das Virus die Lymphknoten im Rachenraum und die Mandeln. Von dort aus breitet sich die Infektion auf das lymphatische Gewebe von Thymus und Darm und anschließend im ganzen Körper aus. In der Regel ist das Virus bereits nach 4 Tagen in den Darmzellen nachweisbar, ab diesem Zeitpunkt beginnt bereits die Virusausscheidung. Zwischen dem Auslöser bzw. der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit und dem damit einhergehenden Auftreten der Symptome, also der Inkubationszeit, liegen bei der Katzenseuche meist 4 – 6 Tage. Die Zeit kann jedoch in einigen Fällen nur 2 Tage oder sogar bis zu 10 Tagen betragen.

Das Virus ist hochansteckend und wird mit dem Kot und den Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Die Katzen infizieren sich also über den Kontakt mit verseuchten Ausscheidungen wie Kot oder Nasensekret, es erfolgt also eine orale Aufnahme des Virus. Dabei ist das Virus extrem widerstandsfähig und langlebig gegen Umwelteinflüsse. Da es sehr resistent gegenüber äußeren Faktoren ist, kann es bis zu 1 Jahr lang in der Umwelt überleben und ist ebenfalls immun gegen die meisten gängigen Desinfektionsmittel. Die Übertragung des Virus kann durch direkten Kontakt von Katze zu Katze oder indirekt über die infizierte Umwelt bzw. Objekte wie beispielsweise Fressnapf, Körbchen und Katzentoilette erfolgen. Eine weitere neue Infektion kann daher zu völlig unerwarteten Zeitpunkten und Orten erfolgen. Auch Parasiten wie Läuse oder Flöhe können den Erreger von einem Tier zum anderen befördern.

Besonders betroffen von einer Infektion sind Jungkatzen und nicht oder nicht ausreichend geimpfte Katzen. In den meisten Fällen infizieren nicht geimpfte Mamas ihre Kitten. Dabei müssen die Kitten nicht mal geboren sein, um das Virus von ihrer Mama übertragen zu bekommen.

Gelangt das Virus in eine Gruppe von Katzen, werden sich sämtliche ungeimpfte Samtpfoten infizieren. Die Gefahr, dass sich eine Katzenseuche in nicht ausreichend medizinisch betreuten Tierheimen, –kliniken oder –pensionen ausbreitet, ist entsprechend sehr hoch. Besonders gefährdet sind neben Kitten und ungeimpften Tieren auch Katzen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise aufgrund einer chronischen Grunderkrankung, wie zum Beispiel der Katzenleukose. Diese ist ebenfalls eine ansteckende und sehr gefährliche Katzenkrankheit, welche durch die Infizierung mit dem Felinen Leukämievirus ausgelöst wird. Dieses Virus greift wiederum das Immunsystem der Katze an, wodurch die Abwehrkräfte geschwächt sind.

Katzen mit Freilauf, die keinen Impfschutz gegen die Krankheit haben, sind eher gefährdet als Wohnungskatzen. Sie können sich in der Umgebung durch andere ungeimpfte Katzen mit dem Parvovirus anstecken. Wohnungskatzen sind dabei natürlich nicht automatisch vor der Katzenseuche geschützt. Wie eben erwähnt ist auch eine Übertragung durch den indirekten Kontakt mit verseuchten Gegenständen möglich. Es kann also sein, dass du den Parvovirus von draußen mit deinen Schuhen in die Wohnung bringst und sich deine geliebte Samtpfote dadurch ansteckt.

Hab keine Sorge, das Parvovirus kann bei uns Menschen nicht zu einer Erkrankung führen, da es nicht mit unseren menschlichen Zellen kompatibel ist. Die Katzenseuche ist also nicht gefährlich für Menschen, und es besteht kein Infektionsrisiko.

Besonders gefährdet sind also in erster Linie:

  • Ungeimpfte Jungkatzen
  • Katzen mit Auslauf
  • Katzen in Tierheimen, -pensionen oder -kliniken
  • Katzen, die an einer anderen Grundkrankheit leiden

Symptome der Katze bei Katzenseuche

Die Symptome der Katze bei Katzenseuche können unterschiedlich ausfallen. Es ist in jedem Fall wichtig, dass du mögliche Anzeichen schnell erkennst, da die Krankheit sonst tödlich bei deiner Samtpfote enden kann. Selbst wenn du nur eine kleine Vermutung hast, solltest du umgehend deinen Tierarzt aufsuchen. Die ersten Symptome zeigen sich normalerweise 2 – 6 Tage nach der Ansteckung.

Eine infizierte Katze wirkt zunächst lustlos, müde und niedergeschlagen. Nasenausfluss und Bindehautentzündungen können ebenfalls auftreten. Du wirst bemerken, dass das Fressverhalten deiner Samtpfote abnimmt bzw. sie nichts mehr fressen möchte. Eine kranke Katze erbricht häufig und bekommt starken, blutigen Durchfall. Durch den häufigen Durchfall und das Erbrechen verliert die Katze sehr viel Flüssigkeit und kann austrocknen

Da im Krankheitsverlauf der Katzenseuche die weißen Blutkörperchen stark abnehmen, wird die Katze immunschwach. Durch die Verminderung ist der Abwehrmechanismus stark geschwächt, und es besteht kein Schutz vor weiteren bakteriellen Erkrankungen mehr. Es tritt hohes Fieber auf, das sogar auf 40°C – 41°C steigen kann. Nach einigen Tagen sinkt die Temperatur dann wieder ab. Doch das heißt nicht, dass die Katze die Krankheit überstanden hat. Der erstmals hohe Anstieg und das Absinken ist bei der Katzenseuche ziemlich üblich. Nach dem Absinken auf eine halbwegs normale Körpertemperatur steigt diese dann wieder erneut extrem an. Das kann wiederum ziemlich schnell zum Tod führen, wenn es nicht behandelt wird. 

Wird eine Katze während der Trächtigkeit infiziert, schädigt das Virus das Gehirn der ungeborenen Kitten und kann zu einer Unterentwicklung des Kleinhirns führen. Leider kommt es dabei häufig zu Fehlgeburten oder Totgeburten. Überleben die Kätzchen dennoch, weisen sie oftmals starke Behinderungen auf, worunter vor allem Gleichgewichtsstörungen und Gangprobleme fallen.

Überblick über die Symptome:

  • Apathie, Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit 
  • (Blutiger) Durchfall 
  • Nasenausfluss 
  • Bindehautentzündung
  • Erbrechen 
  • Hohes Fieber (40°C – 41°C)

Verlaufsformen

Die Symptome einer bestehenden Katzenseuche hängen vom Verlauf der Krankheit ab. Dabei unterscheidet man zwischen 3 Verlaufsformen: Perakut, akut, subakut.

  • Perakuter Verlauf: Symptome wie Erbrechen und Durchfall treten in der Regel nicht auf. Das Tückische bei diesem Verlauf ist, dass das betroffene Tier gesund und normal wirkt und die Krankheit ganz plötzlich ausbricht. Die infizierten Tiere zeigen dabei also keinerlei Symptome und sterben innerhalb von wenigen Stunden an Katzenseuche.
  • Akuter Verlauf: Beim akuten Verlauf sitzt die kranke Katze lange Zeit mit eingeknickten Vorderpfoten an einer Stelle und rührt sich nicht vom Fleck. Dabei äußern sich die typischen Symptome, das heißt die Katze hat Durchfall und häufiges Erbrechen, was zu einer starken Austrocknung führt. Außerdem verweigert sie Nahrung und Flüssigkeit und hat hohes Fieber. Der entstehende Flüssigkeitsverlust und die folgende Austrocknung können innerhalb kürzester Zeit Herz-Kreislauf sowie Nieren so sehr beanspruchen, dass Schock und Tod einsetzen können.
  • Subakuter Verlauf: Beim subakuten Verlauf sind die Anzeichen nicht so deutlich. Hierbei macht sich die Katzenseuche vor allem durch Apathie und Durchfall über mehrere Tage bemerkbar. Aus diesem krankheitsbedingten Durchfall kann chronischer Durchfall werden, der kaum bis gar nicht mehr behandelbar ist. Hiervon betroffen sind meist ältere gesunde Tiere.

Diagnose der Katzenseuche

Besteht der Verdacht auf Katzenseuche, muss deine Katze so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden, damit dieser eine klare Diagnose stellen und eine schnelle Behandlung durchführen kann. Der Tierarzt kann die Katzenseuche durch eine Blutuntersuchung und eine Kotuntersuchung diagnostizieren. Im Kot lässt sich der Erreger, das Parvovirus, direkt nachweisen. Eine Blutuntersuchung gibt Informationen über die Zahl der weißen Blutkörperchen. Eine an Katzenseuche erkrankte Katze weist nämlich eine starke Verminderung der weißen Blutkörperchen auf.

Behandlung der Katzenseuche

Katzenseuche muss unbedingt vom Tierarzt behandelt werden, da die Krankheit sehr gefährlich ist. Nachdem der Tierarzt mittels einer Blut- oder Kotuntersuchung die Katzenseuche diagnostiziert hat, ist es wichtig, schnell zu handeln. Bei einer Behandlung geht es zunächst einmal um die Stabilisierung des meist stark geschwächten und an Flüssigkeitsmangel leidenden Tieres. Der Tierarzt versorgt dabei die Katze mit elektrolythaltigen Infusionen, um ihr die verlorene Flüssigkeit und Salze (Elektrolyte) zuzuführen. Die bestehenden Symptome werden mit einem Mittel gegen Brechreiz gelindert. In besonders schweren Fällen versucht der Tierarzt, durch eine Bluttransfusion zu helfen. Antibiotika schützen die Samtpfote vor weiteren gefährlichen Bakterien, die das geschwächte Immunsystem angreifen könnten.

Es erfolgt eine entsprechende Behandlung durch Schmerzmittel, Medikamente und immunabwehrstärkende Mittel. Das Virus selbst kann der Tierarzt leider nicht abtöten. Denn das Immunsystem deiner Katze hat als Aufgabe, den Erreger selbst zu bekämpfen und zu vernichten. Der Tierarzt unterstützt die Katze also dementsprechend beim Kampf gegen das Virus.

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist die möglichst frühe Unterstützung der Ernährung. Eine Zwangsfütterung der erkrankten Katze oder gar die Ernährung über eine Sonde ist meist dringend nötig, da betroffene Samtpfoten nicht selbstständig fressen.

Infizierte Katzen sollten sofort von anderen getrennt und isoliert werden. Zudem musst du unverzüglich strenge Hygienemaßnahmen einleiten, um durch wirksame Desinfektion eine weitere Kontamination der Umwelt sowie der Kontaktperson zu verhindern. Auch deine liebevolle Pflege zur Katze ist nun sehr wichtig. Sie ist meist nicht mehr in der Lage, rechtzeitig auf die Katzentoilette zu gehen, da sie enorm geschwächt ist. Da blutiger Durchfall mit zu den Leitsymptomen der Katzenseuche zählt, ist es wichtig, die Samtpfote zu säubern. Da Katzen grundsätzlich sehr reinliche Tiere sind, würde deine geliebte Katze stark darunter leiden, wenn sie in ihren eigenen Exkrementen liegen müsste.

Übersteht die Katze die ersten 5 Tage nach Ausbruch der Krankheit, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich vollständig erholen wird. Umso älter und kräftiger die Katze, desto höher stehen die Chancen einer Besserung. Trotz einer ausreichenden Behandlung kommt es bei Kitten leider sehr häufig vor, dass die Katzenseuche ihnen besonders schwer zu schaffen macht und sie zum Tod führt.

Vorbeugung der Katzenseuche

Die Katzenseuche ist eine weltweit verbreitete Krankheit, die mit schweren Folgen verbunden ist. Eine Impfung gegen Katzenseuche ist die wirksamste Vorbeugung und dringend für alle Katzen zu empfehlen. Da das Virus allgegenwärtig und sehr widerstandsfähig ist, ist es auch die einzige Möglichkeit, deine Katze vor einer Infektion zu schützen. Nach angemessener Impfung besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit der lebenslangen Immunität gegen Katzenseuche. Kitten sollten ab der 6. bis zur 8. Lebenswoche erstmalig geimpft werden. Danach empfiehlt es sich, die kleinen Samtpfoten bis zur 16. Lebenswoche im Abstand von 3 – 4 Wochen erneut zu impfen. Die Impfung gegen Katzenseuche sollte dann immer wieder alle 1 – 3 Jahre aufgefrischt werden. 

Hast du eine ungeimpfte Katze, die eines oder mehrere der genannten Symptome zeigt, solltest du schnellstmöglich mit ihr zum Tierarzt. Hinter den Symptomen könnten sich außerdem andere gefährliche Erkrankungen wie eine Infektion mit dem Felinen Coronavirus verbergen. Was das ist, erfährst du in dem Artikel Coronavirus bei Hund und Katze.

Hatte deine Katze schon einmal die Katzenseuche? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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