Katzengeburt – Das solltest du wissen

Deine Katze erwartet Kitten, und bald ist es so weit? Dann beginnt für euch beide einer der aufregendsten Momente im Leben. Zwar kannst du dich bei der Geburt von Katzenbabys voll und ganz auf die Instinkte der Katzenmama verlassen, deiner Unterstützung steht jedoch nichts im Wege. Wir erklären dir hier, was zu beachten ist und wie du dich auf die Geburt vorbereiten kannst.

Zwei Kitten saugen an der Katzenmama

Vorbereitung der Katzengeburt

Obwohl die Katze durchaus in der Lage ist, die Geburt ganz allein durchzustehen, solltest du zum Ende der Tragzeit gut vorbereitet sein. Vor der Geburt gilt es natürlich erstmal, die 9 Wochen der Trächtigkeit zu überstehen. Was du dabei beachten solltest und wie du damit umgehst erfährst du in unserem Beitrag Katze ist trächtig. Folgendes solltest du vor der Geburt bereitstellen:

Wurfkiste

Eine Kiste oder ein Karton mit sauberen Laken, Bettbezügen oder Handtüchern ist wichtig für die Geburt der Katze. Achte auf jeden Fall darauf, dass der Karton groß genug ist für die Samtpfote und ihren Wurf. Eine ausreichende Höhe ist ebenfalls wichtig, damit die neugierigen Kitten nicht auf die Idee kommen, auf Erkundungstour zu gehen. Stelle das Wurflager an einen angenehm warmen Ort bei Zimmertemperatur auf, wobei auch eine Wärmelampe helfen kann.

Telefonnummer

Falls während der Geburt doch mal Komplikationen auftreten sollten, ist es sinnvoll, wenn du die Telefonnummer des Tierarztes deines Vertrauens stets zur Hand hast.

Waage

Wenn die kleinen Kitten auf die Welt gekommen sind, solltest du sie alle wiegen. Notiere dir den Verlauf der Geburt mit Uhrzeit und Gewicht.

Milch

Zwar produziert die Katzenmama im Idealfall genügend Milch, jedoch kann es vorkommen, dass sie nicht alle Kitten mit ausreichend Milch versorgen kann. Für diesen Fall solltest du spezielle Aufzuchtmilch für Kitten bereithalten.

Handtücher

Falls die Katzenmama die Kitten nicht selbst ableckt, musst du dabei mit sauberen Tüchern nachhelfen. Sonst können die frisch geborenen Kitten nicht richtig atmen.

Anzeichen vor der Katzengeburt

Es ist immer gut, wenn du bei der Katzengeburt direkt zur Stelle bist und im Fall der Fälle helfen kannst, sollte es Komplikationen geben. Es gibt einige Anzeichen für eine bevorstehende Katzengeburt, auf die du achten kannst:

  • Eine Futterverweigerung kurz vor der Geburt ist ganz normal. Besonders einen Tag vor dem Wurf frisst die Katzenmama nicht mehr, sondern bereitet sich auf das anstehende Ereignis vor. Dafür wird ihr Trinkverhalten umso mehr steigen.
  • Die Körpertemperatur deiner Katze wird innerhalb der letzten 12 – 24 Stunden vor der Geburt auf ca. 37,8°C sinken.
  • Kurz vor der Geburt wird die werdende Mama gegebenenfalls etwas lauter, erscheint unruhiger oder will sich ständig putzen.
  • Der Geburt gehen starke Kontraktionen im Unterbauch voraus, gefolgt von etwas Scheidenausfluss. Bemerkst du, dass der Ausfluss dickflüssig und schwarz bzw. blutig ist, solltest du den Tierarzt kontaktieren. Nach dem Ausfluss sollten sehr schnell die Kitten folgen.
  • Deine Samtpfote legt sich auf die Seite und atmet schwer.

Die Katzengeburt

Die Geburt einer Katze lässt sich in 3 Phasen unterteilen:

1. Öffnungsphase

Die erste Phase der Geburt wirst du nicht direkt mit bloßem Auge erkennen. In dieser Zeit stellt sich der Katzenkörper auf die Geburt ein. Der Geburtsweg weitet sich und wird gleitfähig gemacht. Der Gebärmutterhals öffnet sich, und die Wehen drücken die Welpen in den Geburtskanal. Äußerlich macht sich die Phase nur dadurch bemerkbar, dass die Katzenmama unruhig wird und nervös umherstreift. Im Idealfall wird sie sich im vorbereiteten Wurflager niederlassen. Wunder dich jedoch nicht, wenn sich deine Samtpfote lieber für einen anderen Ort entscheidet, weil sie sich dort wohler fühlt.

2. Austreibungsphase

Phase 2 umfasst die Geburt der Katzenbabys. Es ist also soweit: Die Katzenmama bringt ihre Kitten zur Welt. Zunächst tritt dabei eine dunkle Flüssigkeit aus, wobei es sich um den Inhalt der ersten Fruchtblase handelt. Ist die gräuliche Fruchtblase sichtbar, vergeht nur noch eine kurze Zeit bis die Jungen auf der Welt sind. Zwischen den Wehen und der Austreibung der ersten Katzenbabys vergehen ca. 2 Stunden. Durch abwechselndes Zusammenziehen und Ausdehnen der Bauchmuskulatur werden die Kitten in den Geburtskanal befördert. Im Durchschnitt bringt eine Katze bis zu 3 – 6 Babys zur Welt. Ein Kitten braucht dabei nur wenige Minuten, um den Mutterleib zu verlassen. Die Kätzchen kommen in der Regel in einem Abstand von 30 – 45 Minuten zur Welt, in manchen Fällen dauert es sogar über eine Stunde. Du solltest also vor allem viel Zeit und Geduld haben, da der gesamte Geburtsvorgang insgesamt 2 – 6 Stunden dauern kann.

3. Nachgeburtsstadium

In dieser letzten Phase der Geburt ist es wichtig, die frisch gebackene Katzenmama noch einmal genau zu beobachten. Währenddessen musst du ihr normalerweise keine Hilfestellung geben. Jedes Kätzchen ist von einer Plazenta, der sogenannten Nachgeburt, umgeben, die in der Regel sofort nach seiner Geburt ausgeschieden wird. Diese wird dann von der Katzenmama selbst gefressen. Das mag für dich vielleicht sehr unappetitlich und ungewohnt wirken, ist aber völlig normal. Achte dabei darauf, dass deine Samtpfote genauso viele Nachgeburten frisst wie sie Kätzchen geworfen hat, nichts darf in deiner Samtpfote zurückbleiben.

Anschließend wird sie ihre Kleinen selber von der Fruchthülle befreien und die Nabelschnur durchbeißen. Diese sollte noch 1 – 1.5 cm abstehen, da sie sich sonst entzünden könnte. Achte nur darauf, dass die junge Mama ihrem Nachwuchs die Näschen ableckt, damit die Kätzchen atmen können. Wenn dies nicht der Fall ist, musst du gegebenenfalls einspringen und ihr bei der Pflege der neugeborenen Kitten behilflich sein. Reiße dafür die ungeöffnete Fruchtblase mit Hilfe eines Handtuchs vorsichtig auf. Säubere behutsam Maul und Nase und reibe die Kleinen mit einem sauberen Lappen, Handtuch oder Waschlappen schnell und gegen den Strich trocken.

Wenn alle Kitten geboren sind, geht das Gerangel um die Nahrung los. Jeder möchte sich schnell eine Zitze sichern, die während der gesamten Säugezeit als ihr Eigentum verteidigt wird. Die Aufnahme der ersten Muttermilch ist von entscheidender Bedeutung, denn durch sie erhalten die Katzenbabys alle Abwehrkörper und Schutzstoffe, die sie selbst noch nicht bilden können.

Komplikationen bei der Katzengeburt

Du solltest auf jeden Fall den Tierarzt deines Vertrauens vor der Geburt informieren. So ist er vorbereitet und kann schneller reagieren, wenn es bei der Geburt zu Komplikationen kommt. Dabei gibt es unterschiedliche Ursachen, die zu Komplikationen führen können. Bei folgenden Anzeichen solltest du unbedingt den Tierarzt rufen:

  • Die Eröffnungswehen ziehen sich über 6 – 8 Stunden hin, die erste Babykatze ist aber immer noch nicht zur Welt gekommen.
  • Starke Presswehen dauern über eine halbe Stunde an, ohne dass sich die Kitten zeigen.
  • Die Plazenta tritt auch nach der Geburt des nächsten Kittens nicht aus. Falls also eine Plazenta oder ein Teil davon in der Gebärmutter bleibt, besteht die Gefahr einer Gebärmutterentzündung. Allerdings kann die fehlende Plazenta noch bis zu 36 Stunden nach der eigentlichen Geburt ausgestoßen werden.
  • Übelriechender oder stark blutiger Ausfluss sowie Ausfluss in größeren Mengen gehören ebenfalls in tierärztliche Behandlung.
  • Die Katze versorgt ihre Kitten nach der Geburt nicht ausreichend.
  • Die Katzenmutter zittert nach der Geburt und wirkt unruhig oder aufgeregt. Das könnten Anzeichen einer Eklampsie sein, wobei es sich um einen Kalziummangel handelt.
  • Zu große oder tote Katzenbabys können ebenfalls zu Schwierigkeiten bei der Geburt führen.

Wichtig ist, dass du wirklich nur dann eingreifst, wenn es absolut notwendig ist. Sonst könntest du den Geburtsprozess behindern und deine Katze verärgern. Versuche in jedem Fall ruhig und gelassen zu bleiben. Deine Nervosität kann sich sonst auf deine Samtpfote übertragen, und manchmal werden Geburtsstörungen erst durch Stress verursacht.

Direkt nach der Katzengeburt

Katzenbabys müssen sofort nach der Geburt und dann jeden Tag zur gleichen Zeit gewogen werden, wobei die Gewichte in einer Tabelle notiert werden müssen. Diese Gewichtskontrolle ist für lange Wochen die einzige Möglichkeit zu kontrollieren, ob die Babys sich gut entwickeln oder Probleme vorliegen. Ein normales Geburtsgewicht liegt etwa zwischen 80 und 100 g. Hat ein Kitten ein darunterliegendes Gewicht, solltest du es besonders im Auge behalten. Am besten nimmst du die Geschlechterbestimmung 2 – 3 Tage nach der Geburt vor, da du zu dem Zeitpunkt den Unterschied zwischen Katzen und Katern am deutlichsten erkennst.

Nun braucht die Katzenmama viel Ruhe und auch die Katzenbabys sollten nicht direkt mit vielen Menschen konfrontiert werden. Kinder sollten nur unter Aufsicht mit dem Katzennachwuchs spielen, und das erst nach ein paar Wochen. Schlaf- und Ruhebedürfnisse des Katzennachwuchses sollte immer an erster Stelle stehen und respektiert werden.

Hat deine Katze schon mal Kitten bekommen? Erzähle uns gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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