Katzen erziehen – Das solltest du wissen

Du bist am Überlegen, dir ein Kätzchen als Mitbewohner zu suchen, aber bist dir unsicher? Besonders was den Punkt Erziehung angeht, sind viele ängstlich und trauen es sich nicht zu. Jedoch muss es klare Regeln geben, an die sich die Katze halten muss. Zwar denken viele, Katzen lassen sich nicht erziehen. Wie es doch klappen kann und was zu beachten ist, erfährst du hier.

Katzenbabys liegen zusammen im Kratzbaum

Katzen erziehen: Die Natur der Katzen

Katzen haben den Ruf, eigensinnig, dickköpfig und selbstständig zu sein. Die Katzenerziehung unterscheidet sich grundsätzlich von der Hundeerziehung. Hunde haben beispielsweise oftmals den “will to please”. Sie wollen dementsprechend ihrem Herrchen gefallen und genießen es, den Tag über seinen Anweisungen zu folgen. Dabei besteht ein wesentlicher Unterschied zu Katzen. Sie sind selbstständig und tun gerne mal das, was sie wollen und sind weniger daran interessiert, ihrem Besitzer zu gefallen oder gar eine Aufgabe für diesen zu erledigen. Katzen fühlen sich in deiner Wohnung als Revierbesitzer und Chef. Jedoch kann auch ihnen klar gemacht werden, was verboten und was erlaubt ist.

Du solltest dir in jedem Fall bewusst sein, dass viele Verhaltensweisen zur Natur der Katze gehören und sich nicht ohne weiteres abtrainieren lassen. Sie kratzt beispielsweise nicht an deinen Möbeln, weil sie dich ärgern möchte, sondern weil sie ihre Krallen stutzen muss und es zum täglichen Pflegeprogramm zählt. Bestrafung bringt in jedem Fall nichts. Du solltest versuchen, ihr unerwünschtes Verhalten in eine alternative, erwünschte Richtung zu lenken.

Katzen erziehen: Von Beginn an

Kitten lernen in den ersten Wochen vieles von ihrer Mutter und ihren Geschwistern. In dieser Zeit lernen sie vor allem, sich zu sozialisieren, und sich durch die Erziehung zu einem selbstbewussten und freundlichem Wesen zu entwickeln. Deshalb sollten Katzenbabys auch nicht vor der 12. Lebenswoche von ihrer Mutter getrennt werden. Bis dahin sind sie von ihr abhängig und lernen alle wichtigen Verhaltensmuster von ihr. Ein zu früher Trennungsprozess kann schwerwiegende Folgen auf das spätere Leben haben. Auch der Erziehungsprozess des Tieres gestaltet sich dann aufwändiger. Im Idealfall ist die Katze stubenrein und weiß, wie sie mit anderen Katzen und der neuen Familie umzugehen hat.

Deine Katze von Beginn an zu erziehen dient nicht nur dazu, dass du mit ihr harmonisch leben kannst. Auch im Hinblick auf Gefahrenquellen ist die Erziehung sehr wichtig. Natürlich will sich dein Kätzchen am liebsten direkt überall herumtreiben und die gesamte Wohnung nutzen und erkunden. Das kannst du ihm schon allein aus Sicherheitsgründen nicht gestatten. Ein Sprung auf die heiße Herdplatte, Küchenanrichte, das Regal im Bad oder Spielereien mit herumliegenden Kabeln sind gefährlich für die Samtpfote. Wenn du sie frühzeitig erziehst, kannst du sie davon abhalten und sie vor den Gefahren schützen. Bemerkst du, dass die kleine Samtpfote die verbotenen Plätze ansteuert oder im Begriff ist, etwas unerwünschtes zu tun, sag mit lauter Stimme “Nein!” oder klatsche kurz in die Hände.

Das neue Kitten sollte zwar nicht gleich mit erzieherischen Maßnahmen überfordert werden, dennoch ist es von Anfang an wichtig, dass sich kein unerwünschtes Verhalten im Leben der Katze und somit in ihrem Alltag einschleicht. 

Katzen erziehen: Grundlegende Erziehungsmaßnahmen

Besonders bei einer reinen Wohnungskatze, die sich also dauerhaft mit dir dasselbe Revier teilt, ist es wichtig, dass beide Seiten Rücksicht aufeinander nehmen. Wenn eine gemeinsame Zusammenarbeit vorhanden ist, steht einer harmonischen Wohngemeinschaft nichts mehr im Wege. Im Wesentlichen sollte deine Katze folgende Lektionen lernen:

Stubenreinheit

Für die Katzenhaltung ist es notwendig, dass das Tier sein Katzenklo benutzt. Im Idealfall hat dein Kätzchen bereits in seiner Kinderstube gelernt, wozu die Kiste mit dem Streu gut ist. Stelle das Katzenklo an einem ungestörten Ort auf, bestenfalls mit gleicher Entfernung zum Schlaf- und Futterplatz. Dass die Toilette regelmäßig sauber gehalten wird, versteht sich natürlich von selbst. Im Idealfall hast du bei einer Katze zwei Toiletten. Das liegt daran, dass es manche Katzenbabys lieber haben, ihr kleines und großes Geschäft zu trennen. Andere wiederum teilen sich ungern Toiletten mit weiteren Katzen.

Der Gang zur Katzentoilette und das Buddeln im Katzenstreu sollte ein Abenteuer für die kleine Samtpfote sein. So gelingt es auch, die ganze Aufmerksamkeit des Tieres für dieses Vorhaben zu erlangen, und ein Erfolg lässt bestimmt nicht lange auf sich warten. Setze die kleine Samtpfote direkt nach dem Fressen in die Katzentoilette und entferne nicht direkt die Hinterlassenschaften. Dadurch hat das Kätzchen die Möglichkeit, den Geruch und den dafür bestimmten Ort zu verknüpfen. Falls deiner kleinen Samtpfote trotzdem mal ein Malheur passiert, ist es wichtig, nicht verärgert zu sein. Reagiere ruhig und geduldig darauf. Keinesfalls solltest du mit dem Tier schimpfen oder es bestrafen. Verwende in der Anfangszeit am besten die vom Vorgänger bekannte Katzenstreu.

Wenn deine bisher stubenreine Katze die Toilette nicht benutzt oder kaum und ihr Geschäft häufig an anderen Stellen in der Wohnung verrichtet, ist das kein Lerndefizit, sondern hat andere zu ermittelnde Gründe. Wird deine Katze also plötzlich unsauber, sollte der erste Weg zum Tierarzt führen, um zum Beispiel eine Blasenentzündung auszuschließen. Dies ist nur eine von vielen Krankheiten, die Unsauberkeit auslösen können. Jedoch können auch andere Gründe wie ein Wechsel des Toilettenstandortes, neue Streusorte, verschmutzte Toilette oder Störungen beim Toilettengang die Ursache sein. Halte also die Katzentoilette immer sauber.

Gehorsamkeit

Damit die Katze verbotene Dinge wie Selbstbedienung am Esstisch oder Krallenwetzen an den Möbeln unterlässt, musst du ihr deutliche Signale wie “Nein!” geben oder kurz in die Hände klatschen, wenn sie im Begriff ist, etwas unerwünschtes zu tun. Verwende dafür am besten immer den gleichen, bestimmten Tonfall – natürlich ohne zu schreien – und sprich deine Katze ausdrücklich mit ihrem Namen an. So lernt sie, dass ihr aktuelles Tun kommentiert wird. Wenn sie daraufhin vom Sofa ablässt oder sich vom Esstisch zurückzieht, solltest du sie direkt loben.

Wie erwähnt, reicht ein deutliches “Nein!” meist aus, damit die Katze weiß, was ihr gestattet ist, und was nicht. Wichtig dabei ist, das Wort nicht ständig einzusetzen, sonst verliert es früher oder später an Bedeutung. Die wichtigsten Kommandos, die jede Katze kennen sollte, lauten: “Nein!”, “Raus!” und “Runter!“. Dabei handelt es sich um klare und eindeutige Laute, die jede Katze deutlich voneinander trennen kann.

Auf den Namen hören

Die Katze sollte ihren Namen kennen, sich angesprochen fühlen und bestenfalls auf Zuruf kommen. Wichtig ist dabei auch, sie dabei wenn sie immer ausgiebig zu loben und zu streicheln.

Katzenklappe nutzen

Die kleine Katze muss gegebenenfalls lernen, ihr Misstrauen zu überwinden und die Katzenklappe zu nutzen. Nach und nach wird sie Vertrauen an diesem Zubehör gefunden haben und es gerne als Durchgangsmöglichkeit nutzen.

Krallenwetzen

Krallenwetzen ist ein angeborenes Verhalten, das sowohl der Krallenpflege als auch der Kommunikation mit Artgenossen dient. Außerdem verstreut die Katze über ihre Fußballen Pheromone, die Duftmarken hinterlassen. Durch das Kratzen markiert sie also zusätzlich ihr Revier. Im Freien schärft die Katze ihre Krallen an Bäumen und Holzpfosten, in der Wohnung sucht sie sich adäquate Kratzstellen. Um zu vermeiden, dass sich die kleine Samtpfote an deinen Möbeln vergreift, solltest du am besten den Kratzbaum oder idealerweise mehrere an einer bzw. mehreren gut zugänglichen Stellen aufstellen. Das gilt auch für Katzen mit Auslauf. Der Kratzbaum muss dort stehen, wo sich die Katze meistens aufhält. Dadurch kann sie ihre Krallen schärfen und ihr Pflegeprogramm weiterhin durchführen, ohne deine Möbel, Teppiche und Tapeten zu zerstören.

Was die Katze nicht darf:

  • Unsauber sein.
  • Kratzen an Möbeln.
  • Betteln.
  • Transportbox verweigern.
  • Zimmerpflanzen anknabbern.

Katzen erziehen: Konsequent sein

Von vornherein sollte von dir klar festgelegt werden, was deine Katze darf und was nicht. Die Regeln zwischendurch zu ändern verwirrt deine Katze nur und kann dazu führen, dass alle bisherigen Lernerfolge zunichte gemacht werden. Wenn du also alle Regeln einmal klar definiert hast, müssen diese von allen Personen im Haushalt konsequent und ohne Ausnahme langfristig durchgesetzt werden. Nur so kann sich ein anhaltender Erfolg einstellen. Geduld und Konsequenz sind also ein Muss bei der Katzenerziehung. Lernerfolge brauchen meistens mehr als nur ein paar Tage. Lasse dich also nicht von dem süßen Katzenblick von deinen Regeln abbringen und gehe konsequent mit deinem Kätzchen um.

Katzen erziehen: Belohnung

Bei der Katzenerziehung empfiehlt sich, wie eben erwähnt, mit einer gewissen Konsequenz zu erziehen. Aber dennoch sollte die Erziehung umsichtig, liebevoll und auf Basis einer positiven Verstärkung sein. Das heißt für dich, dass du nicht nur den Fokus auf ungeliebte Situationen setzt und die positiven Dinge als selbstverständlich hinnimmst, sondern diese belohnst. Wenn deine kleine Samtpfote beispielsweise zu Beginn eurer Zeit brav das Katzenklo aufsucht, kannst du sie dafür gerne loben. Das kann mit Worten, Zuneigung oder einem Leckerli geschehen. Katzen machen meist nämlich nur das, was sie für lohnenswert halten. Lohnt es sich nicht für sie, werden sie weiterhin ihrem ursprünglichen Verhalten nachgehen. Doch auch hier hat die Methode nur Erfolg, wenn du konsequent bleibst.

Beispielsweise kannst du, falls deine Katze immer auf den Esstisch springt, sie kommentarlos auf den Boden zu setzen. Bleibt sie ein paar Sekunden dort, gib ihm ein Leckerchen. Deine Katze lernt mit der Zeit, dass es sich für sie mehr lohnt, auf dem Boden sitzen zu bleiben. Der Esstisch verliert nach und nach seinen Reiz.

Katzen spielerisch erziehen: Clickertraining

Clickertraining kann das Zusammenleben von euch beiden ungemein erleichtern und bringt einige Vorteile mit sich. Mit einem sogenannten Clicker erzeugt man klackende Geräusche, die sich bei der Erziehung und bei Spielübungen einsetzen lassen. Wenn das Clickergeräusch zeitlich unmittelbar vor einem vertrauten Reiz gegeben wird, entsteht für die Katze eine feste Verknüpfung zwischen den Signalen. Durch Clickertraining können zum Beispiel scheue Katzen zutraulicher werden, was einiges für dich erleichtern wird. Auch Verweigerer der Transportbox können durch das Training mit dem Clicker lernen, einem bestimmten Gegenstand zu folgen und sich an diesen zu gewöhnen.

Im Training gibt es nach jedem Clickern einen Leckerbissen, bis die Katze Belohnung mit den Clickergeräuschen verknüpft. Im nächsten Schritt wird dann der Clicker eingesetzt, sobald die Katze von sich aus das Wunschverhalten zeigt. Währenddessen sind zusätzliche Lautsignale nicht nötig, da sie die Katze nur verwirren können. Dabei solltest du wissen, dass nicht jede Katze diese spielerische Art zu lernen mag; aber einen Versuch ist es allemal wert. Du wirst schon merken, falls es deiner Samtpfote nicht gefällt.

Katzen erziehen: Tabus

Dir sollte in jedem Fall bewusst sein, dass keine Katze daran interessiert ist, dich absichtlich zu ärgern und dir was böses will. Die Fehler liegen oftmals in der Katzenerziehung selbst. Dabei solltest du einige Punkte unbedingt vermeiden:

1. Katze anschreien

Die kleinen Katzenöhrchen sind nicht für laute Geräusche geeignet, da ihr Gehör äußerst sensibel ist. Daher solltest du deine Katze niemals anschreien, selbst wenn sie etwas angestellt hat, was dir gar nicht passt. Sie würde deine Wut wahrscheinlich sowieso nicht mit dem Unfall verbinden, sondern nur verwirrt und ängstlich sein. Gehe also geduldig und ruhig mit ihr um.

2. Gewalttätig sein

Gewalt ist generell keine Lösung für jegliche Situationen. Das Verhältnis zwischen euch beiden wäre dauerhaft gestört und abgesehen davon, würdest du dich der Tierquälerei schuldig machen. Brutalität und Gewalt sind also absolute Tabus.

3. Am Nacken packen

Dieses Verhalten hat sich der Mensch aus der Natur abgeschaut. Aber wenn die Katzenmama ihr Kleines am Nacken packt, ist das natürlich. Wenn du das bei deiner kleinen Samtpfote machst, ist sie nur irritiert und es besteht die Gefahr, dass du sie verletzt.

4. Inkonsequent sein

Bereits zu Beginn der Katzenerziehung solltest du dir feste Ziele und Regeln setzen, die du durchgehend befolgst. Wenn du nämlich deine Meinung von Tag zu Tag änderst, wird deine Katze nicht verstehen, wenn ein Verbot besteht. Erlaubst du ihr beispielsweise an einem Tag, auf den Esstisch zu springen, und verbietest es sonst, wird sie es nicht als Verbot verstehen. Bleibe also konsequent und gib nicht auf.

5. Falsches Timing

Egal, ob du deine Katze bestrafen oder belohnen möchtest, achte darauf, dass du dies rechtzeitig nach der Situation tust. Wenn deine Katze also etwas erfolgreich erledigt hat, bringt es nichts, ihr erst nach Minuten ein Lob oder Leckerli zu geben. Erfolgt die Belohnung nicht unmittelbar nach der Situation, wird sie es womöglich nicht damit verbinden. Mit Bestrafungen sind, wie schon gesagt, nicht Gewalt oder Schreie gemeint. Wenn du deiner Katze zu einer Situation “Nein” sagen möchtest, solltest du dies sofort tun.

6. Katze nerven

Katzen brauchen, wie wir auch, mal ihre Ruhe und ziehen sich zurück. Wenn du bemerkst, dass deine kleine Samtpfote gerade lieber für sich sein möchte, solltest du dies immer akzeptieren und sie zu nichts drängen. Wenn sie in Kuschel- oder Spiellaune ist, wird sie schon von alleine auf dich zukommen. Auch während des Fressens ist die Katze gerne alleine. Häufige Störungen verursachen Stress und können sie auf Dauer verunsichern. Lasse ihr also unbedingt genügend Freiraum.

7. Ungeduldig sein

Besonders bei der Erziehung solltest du stets geduldig sein. Wenn du ihr etwas beibringen willst, solltest du sie nicht überfordern oder hetzen. Auch Katzen haben mal einen schlechten Tag. Etwas zu lernen braucht oft seine Zeit und klappt nicht immer sofort auf Anhieb. Probiere es also immer wieder, bis es funktioniert. 

Überblick über Tabus bei der Katzenerziehung:

  • Schreie deine Katze nicht an.
  • Sei nicht gewalttätig.
  • Packe sie nicht am Nacken.
  • Sei konsequent.
  • Achte auf das passende Timing.
  • Nerve deine Katze nicht.
  • Sei geduldig.

Wie hast du deine Katze erzogen? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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Ein Kommentar

  1. 20. Januar 2020 um 14:58
    Wann ist die Katze ausgewachsen? | hundkatz.de: […] und erreicht seine volle Größe. Am besten informierst du dich über die verschiedenen frühen Entwicklungsstadien mit ihren spezifischen Bedürfnissen. Dann bist du gut vorbereitet. Gerade im Lebenshalbjahr […]