Katze zugelaufen – Kann ich sie behalten?


Streunende Katzen sind keine Seltenheit. Doch ob die Mieze wirklich keinen Besitzer hat oder einfach einen Ausflug durch die Nachbarschaft unternimmt, ist auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Hier erfährst du, wie du in so einer Situation richtig handelst. Denn wenn du die Samtpfote einfach behältst, kannst du dich strafbar machen.

Scheue Katze in der Natur

Katze zugelaufen: Hat die Katze kein Zuhause?

Viele Katzen leben als Freigänger und haben demnach in Ihrem Zuhause Zugang zu einem Garten. Meist ist ihr Revier größer, als du denkst, und so sind sie regelmäßig auch in der entfernteren Nachbarschaft unterwegs. Da Freigänger dazu neigen, auf ihren täglichen Streifzügen ähnliche Routen abzugehen, kann es durchaus vorkommen, dass dich eine fremde Katze in regelmäßigen Abständen besuchen kommt. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass es sich dabei um eine entlaufene Katze handelt. Häufig wird die Katze nicht vermisst, sondern kehrt täglich in ihr Zuhause zurück, wo sie gefüttert und umsorgt wird. Die erste Frage, die sich stellt, wenn dir eine Mieze zuläuft, ist daher, ob sie herrenlos ist und tatsächlich Hilfe benötigt oder ob sie sich nur auf einem Streifzug befindet. Diesen Unterschied festzustellen, ist manchmal nicht ganz einfach.

Katze zugelaufen: Anzeichen für eine Nachbarskatze

Wenn dir eine fremde Katze einen Besuch abstattet, solltest du zuerst einmal das Tier beobachten, bevor du handelst. Achte auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Samtpfote. Bedenke dabei, dass eine auf Streifzug befindliche oder von ihren Besitzern vermisste Katze meist kein Halsband trägt, mit welchem man sie einem Halter zuordnen könnte. Viele Katzenhalter verzichten aus Sicherheitsgründen auf den Einsatz von Halsbändern. Diese stellen gerade für Freigängerkatzen nämlich ein gewisses Risiko dar, da Katzen damit an Pflanzen und Zäunen hängenbleiben und sich dadurch schwere Verletzungen zufügen können. Anhand des körperlichen Zustandes lässt sich eine Katze, die ein Zuhause hat, meist von einem streunenden oder ausgesetzten Tier unterscheiden. Anzeichen für eine Nachbarskatze sind:

  • Sie sieht gesund und gut ernährt aus.
  • Das Fell wirkt gepflegt.
  • Die Katze hat eine Tätowierung im Ohr.
  • Sie hat einen Microchip unter der Haut.

Durch den guten optischen Zustand kannst du schon bei vielen Katzen ausschließen, dass es sich um ein heimatloses Tier handelt.

Katze zugelaufen: Anzeichen für eine heimatlose Katze

Häufig sind wildlebende Katzen sehr dünn, ungepflegt oder mit Parasiten befallen. Jedoch ist auch das keine Garantie, und eine dünne Katze kann auch einfach nur alt sein und einen Besitzer haben.

Definitiv deine Hilfe benötigt eine zugelaufene Katze auf jeden Fall, wenn du Verletzungen oder kahle Stellen in ihrem Fellkleid feststellen kannst. Dasselbe gilt auch für ausgesetzte Katzen. Solche erkennst du meist daran, dass sie alleine mitten in der Natur, auf der Straße oder in einem Park in einem Karton oder einer Transportbox ausgesetzt wurden. In so einem Fall sollte jeder, der eine heimatlose Katze gefunden hat, diese als erstes zu einem Tierarzt oder in ein nahegelegenes Tierheim bringen.

Beim Fund einer optisch gesunden weiblichen Katze solltest du außerdem genau beobachten. Denn es könnte sein, dass sie irgendwo Katzenjunge versteckt hat. Diese solltest du auf keinen Fall anfassen. Bringe die Katze oder die kleine Familie am besten sofort zum Tierarzt. Wenn du das nicht selbst machen willst, kontaktiere Tierschutz oder Tierheim. Hier können die Wunden der Mieze fachärztlich versorgt werden und herausgefunden werden, ob die Katze eine Tätowierung oder einen Microchip unter der Haut hat, mit dem sich der Besitzer normalerweise schnell ermitteln lässt.

Katze zugelaufen: Tipps für das richtige Verhalten

Findest du eine fremde Katze bei dir im Garten oder am Haus, gilt es sich richtig zu verhalten.

Die fremde Katze möchte rein

Wenn die Mieze vor deiner Balkon- oder Terrassentür sitzt und darauf hofft, hereingelassen zu werden, heißt das nicht, dass sie nicht woanders bereits ein schönes Zuhause hat. Manche Katzen sind extrem neugierig und möchten am liebsten alles erkunden. So auch gerne mal die Häuser und Wohnungen der Nachbarschaft, besonders wenn es aus ihnen gut duftet und die Besitzer der Katze sympathisch sind. Schließlich sind die wenigsten Katzen einer Extraportion Futter und Streicheleinheiten abgeneigt. Doch genau da liegt das Problem. So hart es klingt, aber lass die Türe lieber zu. Wenn die Katze in den Sommermonaten durch die geöffnete Tür spaziert, musst du sie aber natürlich auch nicht vertreiben. Nur beim Futter heißt es konsequent zu sein.

Darf ich die fremde Katze füttern?

Auch wenn die süße Mieze dich noch so lieb anschaut, solltest du der fremden Katze nicht einfach Futter geben, ohne zu wissen, woher sie kommt oder wem sie gehört. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Katze aus der Nachbarschaft, die von ihrem Besitzer regelmäßig gefüttert wird und der du mit deiner gut gemeinten Extraportion Futter eher schaden würdest. Denn manche Katzen neigen zu Übergewicht oder haben Allergien und Unverträglichkeiten gegen bestimmte Lebensmittel und dürfen daher nur spezielles Futter fressen. Wenn du dem neugierigen Gast trotzdem etwas Gutes tun möchtest, kannst du ihm eine Schale mit Wasser hinstellen, damit er sich erfrischen kann.

Katze zugelaufen: Anzeigepflicht

Wenn du dir sicher bist, dass die zugelaufene Katze ausgesetzt wurde, heimatlos ist oder ihr Zuhause nicht wiederfindet, musst du den Fund bei der zuständigen Behörde melden. Tiere fallen unter das Fundrecht. Der Finder hat demnach eine Anzeigepflicht gegenüber der Gemeinde. Die Aufnahme der Anzeige übernehmen in einigen Städten das Ordnungsamt, der Tierarzt oder das Tierheim – erkundige dich am besten beim Tierheim, ob du die Katze selber melden sollst oder ob sie das übernehmen. Wenn du eine Mieze, ohne vorher dich informiert zu haben, aufnimmst, handelst du nicht nur falsch, weil die ursprünglichen Besitzer ihre Samtpfote wahrscheinlich vermissen und suchen, sondern auch gesetzwidrig. Wenn du die Katze nicht nach § 965 BGB meldest, machst du dich strafbar, und es könnten Schadensersatzansprüche gegen dich geltend gemacht werden.

Katze zugelaufen: Vermisste Katze

Wenn dir eine Katze in einem Treppenhaus zugelaufen ist, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um eine entlaufene Wohnungskatze handelt und ihr Besitzer sie bereits vermisst. In solch einem Fall mag die Rückgabe des entlaufenen Stubentigers relativ einfach laufen, vielleicht kennst du das Tier auch schon bereits. Jedoch ist es häufig weitaus schwieriger den Besitzer auszumachen, wenn die Katze nicht tätowiert oder gechippt ist. Abgesehen davon, dass du den Fund der Mieze meldest und dich um ihn kümmerst, kannst du Weiteres tun, damit der eigentliche Besitzer ausgemacht wird:

  • Aufhängen von Infozettel. 
  • Schalten von Anzeigen in lokalen Zeitungen.
  • Schalten von Anzeigen in Facebookgruppen.
  • Achten auf Infozettel und Anzeigen mit dem Titel “Katze vermisst”.

Auch wenn es im Volksmund heißt, dass Katzen sich ihre Menschen aussuchen, kann dieses instinktive Verhalten juristisch betrachtet keinen Einfluss auf das Eigentum an der Katze haben. Nur der Eigentümer selbst kann über sein Grundrecht an der Katze entscheiden. Er muss zwar gemäß § 903 Satz 2 BGB die besonderen Vorschriften zum Schutz der Tiere beachten. Dennoch kann er frei entscheiden, ob überhaupt und wem er seine Katze übereignen möchte.

Pflege der Katze während der Suche

Ist die Katze weder tätowiert noch trägt sie einen Mikrochip, über die sich der Besitzer ermitteln ließe, kann die Suche nach ihrer Herkunft etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wenn du die Katze beim zuständigen Tierheim, der Tierschutzbehörde oder dem Tierarzt gemeldet hast, kannst du sie vorübergehend bei dir zu Hause aufnehmen. Du solltest dir allerdings bewusst sein, dass du dich in dieser Zeit auch um das Tier kümmern können musst. Wenn du nicht ausreichend Zeit für die Mieze aufbringen kannst und die Katze so mehrere Stunden allein in der für sie fremden Umgebung zurücklassen wird, wäre das für die ohnehin schon verstörte Katze sicher sehr beängstigend. Eine vorübergehende Unterbringung im Tierheim wäre in diesem Fall unter Umständen die bessere Entscheidung.

Darüber hinaus solltest du dir klar darüber sein, dass sich das Zusammenleben mit der fremden Katze möglicherweise recht anstrengend gestaltet. Du weißt schließlich nicht, was die Katze alles vorher durchgemacht und erlebt hat – Verhaltensstörungen, wie das Zerkratzen von Möbeln, Urinieren in der Wohnung oder extremes nächtliches Miauen sind daher durchaus möglich. Wenn du bereits Erfahrungen mit Katzen hast und genügend Zeit aufbringen kannst, dich deines Findlings anzunehmen, kannst du der Katze allerdings ein schönes Zuhause auf Zeit schenken. So kommt sie mit viel Liebe und Geduld durch diese schwierige Zeit.

Wann darf ich die zugelaufene Katze behalten?

Wenn du die zugelaufene Katze gerne aufnehmen möchtest, musst du nach dem Fund 6 Monate warten. Meldet sich der ursprüngliche Besitzer innerhalb dieses Zeitraumes nicht bei dir, gehört die Katze rechtmäßig dir. Bedenke jedoch, dass jedes Jahr viele tausend Katzen verschwinden, die eigentlich ein Zuhause haben. Deswegen solltest du bei einem Fund immer zuerst aktiv werden, den Besitzer suchen und den Fund melden. Wenn du merkst, dass eine Katze gut zu dir und deinem Leben passt, überlege doch statt der Besuchskatze einer der vielen Katzen, die in den Tierheimen sitzen und warten, ein schönes neues Zuhause zu geben. Die Besuchskatze gehört im Zweifel jemanden. Schau dir dazu am besten unseren Beitrag “Katze adoptieren” an.

Lief dir schon einmal eine Katze zu? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

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