Katze ist trächtig – Das musst du beachten


Wenn deine Katze trächtig ist, beginnt nicht nur für sie eine besonders aufregende Zeit, sondern auch für dich. Es ist völlig normal, wenn du mit der Situation anfangs etwas überfordert bist, aber keine Sorge. Wir zeigen dir, was du zu beachten hast und wie du die Trächtigkeit überhaupt erkennst.

Allgemeines zu einer trächtigen Katze

Genau wie bei uns Menschen, gibt es auch bei Katzen eine Zeit, in der sie trächtig werden können und aktiv nach einem Partner suchen. Diese fruchtbare Phase wird auch als Rolligkeit bezeichnet und tritt bei Katzen erstmalig mit Erreichen der Geschlechtsreife, meist im Alter zwischen 6 und 10 Monaten, ein. Die Rolligkeit tritt dabei mehrmals im Jahr für jeweils einige Tage auf. Dabei orientiert sich die Paarungsbereitschaft der Samtpfote an den Jahreszeiten. Dadurch hängt die Häufigkeit der Rolligkeit davon ab, ob es sich um eine Freigänger- oder Wohnungskatze handelt. Grundsätzlich wird eine Freigängerkatze zweimal pro Jahr für jeweils 8 – 10 Tage rollig. Reine Wohnungskatzen können dagegen wegen des künstlichen Lichts auch öfters rollig werden. Es kann sogar sein, dass die Ruhephasen zwischen den Rolligkeiten komplett entfallen und sie dauerrollig sind. Die Wahrscheinlichkeit für eine Trächtigkeit ist also in beiden Fällen groß.

Die Trächtigkeit bei der Katze dauert ungefähr 9 Wochen. Dabei wirft eine Katze im Schnitt 3 – 6 Katzenbabys. Die genaue Anzahl variiert natürlich, je nachdem, welche Rasse sie ist und in welchem Alter sie sich befindet. Orientalische Katzenrassen haben dabei meist größere Würfe als Langhaarkatzen. Eine Katze kann in der Regel zweimal pro Jahr trächtig werden.

Ablauf der Trächtigkeit:

  • 6. Tag: Wanderung der befruchteten Eizellen der Gebärmutter
  • 12. Tag: Einnistung in der Wand der Gebärmutter
  • 15. Tag: Verbindung der Embryos mit dem Blutkreislauf der werdenden Katzenmama
  • 21. Tag: Die Embryos sind jetzt per Ultraschall zu erkennen
  • 28. Tag: Jetzt haben sie bereits eine Größe von ca. 3 – 4 cm
  • 38. Tag: Nerven, Sinnesorgane und Muskeln bilden sich aus
  • 50. Tag: Bei den ca. 7 cm großen Jungen bildet sich Fell
  • 60. Tag: Geburt

Anzeichen einer trächtigen Katze

Tatsächlich ist die Trächtigkeit bei einer Katze nicht sofort zu erkennen. Oft gibt es erst nach den ersten 2 Wochen körperliche Anzeichen für eine trächtige Samtpfote. Mögliche Anzeichen sind dabei:

Zitzen

Die Zitzen gelten als wichtiger Hinweis auf eine Trächtigkeit. Denn bereits 2 – 3 Wochen nach Eintritt der Trächtigkeit zeigt sich eine Veränderung der Zitzen. Sie nehmen eine rosarote Farbe an und werden durch die Anschwellung größer. Das Fell, welches rund um die Zitzen ist, lichtet sich zudem leicht. Nicht immer deuten vergrößerte Zitzen automatisch auf eine Trächtigkeit hin. Sie können auch ein Hinweis dafür sein, dass deine Katze jetzt bereit für die Befruchtung ist.

Übelkeit

Nicht nur bei uns Menschen gibt es die morgendliche Übelkeit während der Trächtigkeit. Katzen können ebenfalls Übelkeit verspüren und sich über einen bestimmten Zeitraum übergeben. Falls dies regelmäßig und auffällig häufig geschieht und sie andere Anzeichen zeigt wie Durchfall, solltest du den Tierarzt aufsuchen.

Bauchumfang

Auch der Bauch deiner Katze wird sich nach und nach vergrößern. Ungefähr ab der 5. Woche kannst du beobachten, wie der Bauch deutlich wächst. Wichtig dabei ist, dass du nicht selbst am Bauch ertastest, ob deine Katze Babys kriegt. Die Gefahr, die Mama oder die ungeborenen Jungen durch einen zu harten oder falschen Griff zu verletzen, ist zu groß. Überlasse das Ertasten also zur Sicherheit dem Tierarzt. Natürlich spricht ein aufgeblähter Bauch nicht direkt für eine Trächtigkeit. Zeigt sie auch andere Symptome, können dahinter auch Krankheiten stecken. Kontaktiere in dem Fall am besten den Tierarzt, um auf Nummer sicher zu gehen.

Gewichtszunahme

Je nach Anzahl der Jungen nimmt eine Katze im Laufe der Tragzeit zwischen 1 und 2 kg zu. Aber nicht nur durch die Jungen im Bauch kommt es zu einer Gewichtszunahme. Damit einher geht auch ein gesteigerter Appetit deiner Samtpfote, der gerade zum Ende der Trächtigkeit auftritt. Sie futtert sich dabei Reserven an, die sie während der Geburt und der Stillzeit gut brauchen wird. Ein gesteigerter Appetit kann aber auch ein Hinweis auf einen Wurmbefall oder eine Krankheit sein. Lasse deine Katze daher am besten vom Tierarzt untersuchen.

Aufmerksamkeit

Während der Trächtigkeit kann es sein, dass deine Katze verschmuster wird und öfters die Nähe zu dir sucht. Es ist also ganz normal, wenn sie mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit von dir verlangt. Genauso schnell kann sie aber auch wieder das Weite suchen. Solche Stimmungsschwankungen sind ebenso mögliche Symptome. Akzeptiere in jedem Fall ihr Verhalten und gib ihr gegebenenfalls die gewünschte Nähe.

Die beschriebenen Anzeichen sind die, auf die du selbst achten kannst. Wie du jedoch schon bemerkt hast, können viele dieser Anzeichen auch von Krankheiten ausgelöst worden sein. Um ganz sicher zu gehen, solltest du also deinen Tierarzt aufsuchen. Er kann dir dann zweifelsfrei sagen, ob deine Katze trächtig ist oder nicht. Ab der 3. Woche kann er ertasten, ob sich Kätzchen in ihrem Bauch befinden. Ebenfalls nach ca. 3 Wochen kann er einen ersten Ultraschall machen. Nach 40 Tagen kannst du dabei auch erfahren, auf wie viele Kitten du dich freuen kannst. Allerdings ist dies nicht zu 100 % genau, je nach Lage können die kleinen Kitten ihre Geschwister verdecken, so dass die genaue Anzahl erst bei der Geburt feststeht.

Hier noch einmal zusammenfassend, wann die jeweiligen Anzeichen auftreten:

  • Ab dem 15. Tag nach dem Deckakt kann ein Tierarzt die Föten meist schon ertasten.
  • Ab dem 20. Tag lässt sich die Trächtigkeit durch eine Ultraschalluntersuchung beweisen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind für dich weder körperliche noch psychische Veränderungen deiner Katze erkennbar.
  • Ab der 3. bis 4. Woche färben sich die Zitzen allmählich rosa und schwellen an.
  • Ab der 5. Woche wird der Bauch runder und nimmt die Form einer Birne an.
  • Zum Ende hin macht sich ein gesteigerter Appetit bemerkbar.
  • Ab der 7. Woche kann durch ein Röntgenbild die genaue Anzahl der Kitten bestimmt werden (außer es werden welche verdeckt).

Unterstützung einer trächtigen Katze

Neben der ganzen Aufregung ist es wichtig, dass deine Katze während der Trächtigkeit besondere Pflege, Geborgenheit und Zuneigung bekommt. Wir geben dir im Folgenden Tipps, die du bei deiner trächtigen Katze beachten solltest. 

Geeignetes Wurfnest

Du kannst deine Katze auf die Geburt vorbereiten, indem du ihr ein Wurflager baust, damit sie es sich während und nach dem Wurf bequem machen kann. Am besten kannst du dafür einen Pappkarton oder eine Kiste aus Holz verwenden. Lege darin Laken, Bettbezüge oder Handtücher aus. Wichtig beim Wurfnest ist, dass Hygiene großgeschrieben wird und saubere Tücher nicht fehlen. Achte auf jeden Fall darauf, dass der Karton groß genug ist für deine Samtpfote und ihren Wurf. Eine ausreichende Höhe ist ebenfalls wichtig, damit die neugierigen Kitten nicht auf die Idee kommen, auf Erkundungstour zu gehen. Stelle das Wurflager an einen angenehm warmen Ort bei Zimmertemperatur auf. Eine Wärmelampe erfüllt dabei ebenfalls ihren Zweck. Biete ihr am besten nicht nur ein Wurfnest, sondern mehrere an, damit sie selbst auswählen kann. Es kann natürlich auch vorkommen, dass deine Samtpfote einen ganz anderen Ort für ihre Geburt wählt. Bringe dann einfach die Kätzchen nach der Geburt ins Wurflager. Stelle außerdem frisches warmes Wasser bereit.

Zuneigung und Sicherheit

Deine Katze braucht besonders, während sie trächtig ist, viel Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit von dir. Diese Faktoren spielen dementsprechend eine besonders wichtige Rolle bei der Unterstützung. Gib ihr die Zuwendung, die sie sich jetzt wünscht, und schmuse ausgiebig mit ihr. Denke aber daran, dass du umso vorsichtiger mit ihr umgehen musst, je mehr sich ihr Körper verändert. Meide also bei den Streicheleinheiten ihren Bauch, um Verletzungen der Jungen zu vermeiden. Ein Gefühl von Sicherheit wird sie in dieser Phase sehr willkommen heißen. Dies vermittelst du ihr am besten, wenn sonst alles beim Alten bleibt und sie bemerkt, dass du für sie da bist, wenn sie deine Nähe sucht.

Bewegung

Auch während der Trächtigkeit darf und sollte sich die Katze bewegen. Spiel also ruhig weiterhin mit ihr, aber zwinge sie zu nichts. Wenn sie eher das Bedürfnis nach Ruhe hat und sich lieber hinlegen möchte, solltest du das akzeptieren. Bewegung ist also in Maßen gut für deine Samtpfote. Auch hier ist es von Katze zu Katze unterschiedlich. Manche sind bis zum Schluss sehr aktiv, andere hingegen liegen die meiste Zeit lieber rum.

Ruhe

Ruhe ist eines der wichtigsten Dinge, die eine trächtige Katze braucht. Zu viel Trubel stresst die Samtpfote in dem Fall nur. Achte dementsprechend auch darauf, dass sie stets Zugang zu einem Rückzugsort hat. Lasse also im besten Fall alle Türen offen, sodass die Samtpfote sich aussuchen kann, wie viel Nähe sie gerade zu ihren Menschen haben möchte. Besonders wenn Kinder im Haus sind, sind diese Ruhephasen für die Katze wichtig. Lasse sie aber dennoch nicht zu viel alleine. Zu energische Bewegungen sollten am besten vermieden werden, da dies ebenfalls für Stress sorgen kann.

Verzicht auf Medikamente und Kuren

Verzichte im besten Fall auf Medikamente und Kuren bei deiner trächtigen Katze. Alle nötigen Impfungen sollten am besten vor der Befruchtung stattfinden, dann ist bereits vor der Trächtigkeit eine Abwehr aufgebaut, und die Antikörper werden über die Milch auch gleich an die Babys weitergereicht. Sonst kann eine trächtige Katze, die beispielsweise nicht gegen Katzenschnupfen geimpft ist, diesen auf ihre ungeborenen Kätzchen übertragen. Das Gleiche gilt für die Entwurmung. Entwurme deine Katze schon vor der Trächtigkeit, damit eine Wurminfektion der Welpen im Mutterleib verhindert wird. Wenn möglich, sollte es vermieden werden, eine trächtige Katze mit einer Wurmkur zu behandeln. Das hat mit den möglichen Nebenwirkungen für die Kitten zu tun. Frage auf jeden Fall beim Tierarzt nach und verabreiche nicht selbst Medikamente oder Wurmkuren.

Ernährung einer trächtigen Katze

Wenn deine Katze trächtig ist, ist das wunderbar und anstrengend zugleich. Eine werdende Katzenmama hat einen größeren Hunger, der gestillt werden muss. Dabei isst sie nämlich nicht nur für sich alleine, sondern braucht auch die Nährstoffe für ihre heranwachsenden Jungen. Ihre Nahrung sollte daher auf ihre besonderen Bedürfnisse angepasst werden. Während der Trächtigkeit sollte sie grundsätzlich täglich 50 % mehr Kalorien bekommen als sonst. Viel mehr sollte es nicht sein, denn auch eine trächtige Katze kann zu dick werden, was wiederum ihrer Gesundheit schadet.

Neben der Quantität ist auch die Qualität der Nahrung wichtig. Für ihre Versorgung und die der Jungen braucht sie besonders Mengen einiger Nährstoffe. Kalziumreiches Futter ist während der Trächtigkeit besonders zu empfehlen. Kalzium ist dabei nicht nur gut für den Knochenbau des Nachwuchses, sondern auch für die Milchbildung der Katze. Für eine gesunde Entwicklung der Kitten sind außerdem Vitamin A, Taurin, Arachidonsäure, Kupfer und Eisen wichtig. Optimal zur Ernährung werdender und auch säugender Katzenmamas ist Futter für Kitten geeignet. Von dem Moment an, an dem du erfährst, dass sie trächtig ist, bis zu dem Moment der Entwöhnung sollte sie also mit hochwertigem Kätzchenfutter gefüttert werden. Dadurch wird der erhöhte Energiebedarf gedeckt, und sie erhält hochwertige Eiweiße sowie alle guten Nährstoffe, die sie für die Entwicklung der Kitten und der Milchproduktion benötigt. Normales Trocken- oder Nassfutter genügt den Ansprüchen der werdenden Mama jetzt nicht mehr. Alternativ gibt es auch spezielle Nahrung für trächtige Katzen, die du vom Tierarzt beziehen kannst.

Wenn du lieber selbst kochst, solltest du genügend nährstoff-, eiweiß- und vitaminreiche Bestandteile hinzufügen. Erstelle am besten einen Speiseplan, damit die Ernährung so ausgewogen wie möglich ist. Du kannst auch einfach Rücksprache mit deinem Tierarzt halten, damit es deiner Samtpfote an nichts mangelt. 

Neben dem gesteigerten Appetit zeigt eine trächtige Katze auch vermehrtes Trinkverhalten. Trockenfutter sollte dementsprechend vermieden werden, um sicher zu gehen, dass der vermehrte Flüssigkeitsbedarf durch das Nassfutter gedeckt ist.

Wenn die Trächtigkeit deiner Katze schon weit vorangeschritten ist und sie plötzlich kein Futter mehr zu sich nimmt, musst du deswegen nicht verunsichert sein. Denn ein Tag vor dem Wurf frisst die Mama nicht mehr, sondern bereitet sich auf das anstehende Ereignis vor. Wenn deine Katze also nun im hochträchtigen Zustand nichts mehr frisst, kannst du davon ausgehen, dass es bald soweit ist. Weitere Anzeichen für einen bevorstehenden Wurf sind:

  • Unruhiges Verhalten und Umhertigern
  • Lautes Maunzen
  • Sinkende Körpertemperatur auf 37,8 Grad
  • Ständiges Putzen
  • Häufige Gänge aufs Katzenklo
  • Aufsuchen des Wurflagers

War deine Katze schon mal trächtig? Erzähle uns gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Du suchst noch nach einfachen Rezepten für Katzenleckerlis? Dann haben wir für dich ein tolles. Wenn du dich bei uns registriert hast, erhältst du direkt das Dokument zum Download.

0 Kommentare