Katze hat Verstopfung – Wie du jetzt handeln solltest


Verstopfung kommt bei Katzen recht häufig vor und kann lebensbedrohliche Folgen haben. Mit der richtigen Fütterung und einigen einfachen Maßnahmen kannst du jedoch viel dazu beitragen, dass deine Katze sich beim Koten nicht quälen muss.

Getigerte, mollige Katze wälzt sich

Was versteht man unter Verstopfung bei Katzen? 

Katzen können, genauso wie wir Menschen, manchmal Verdauungsprobleme bekommen, bei denen es ihnen schwer fällt, Stuhlabgang zu haben. Sollte dir auffallen, dass deine Mieze viel Zeit auf ihrem Katzenklo verbringt, könnte sie unter Verstopfung leiden. Veränderungen am Stuhlabsatz können auch bei Samtpfoten auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen.

Durchfall bei Katzen fällt dabei meist recht schnell auf, Verstopfung bleibt hingegen häufig für einen längeren Zeitraum unentdeckt. Das ist besonders bei Freigängern der Fall, die selten ihr Katzenklo nutzen. Bei Wohnungskatzen ist dies einfacher, denn du als Katzenbesitzer kennst nach einiger Zeit die Kotmenge, die bei deiner Katze üblicherweise anfällt. Verringert sich diese plötzlich, kann es sich um eine Verstopfung handeln. Normalerweise dauert die Reise der Nahrung durch den Magen-Darm-Trakt der Katze etwa 12 bis 24 Stunden. Da Katzen täglich fressen, sollten sie also auch täglich Kot absetzen. Dieser sollte fest sein und seine Form behalten. Manchmal kann auch ein Tag Pause auftreten und die Angelegenheit dauert im Allgemeinen etwas länger, aber dies ist nicht gleich ein Grund zur Beunruhigung. Bei Unregelmäßigkeiten solltest du jedoch darauf achten, ob es zu weiteren Auffälligkeiten kommt und deine Mieze folgende zusätzliche Anzeichen zeigt:

  • Mühe und Schmerzen beim Absetzen des Kots
  • Kleine, rundliche und harte Kotballen
  • Verschleimter oder blutiger Kot
  • Vermehrtes Scharren auf dem Katzenklo
  • Appetitlosigkeit 
  • Gewichtsabnahme 
  • Teilnahmslosigkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen

In diesen Fällen solltest du umgehend einen Tierarzt aufsuchen, denn unbehandelt kann es im Extremfall zu einem Darmverschluss oder einem Megakolon kommen. Der Tierarzt wird genau feststellen können, ob deine Katze Medikamente benötigt oder ob Hausmittel wie eine Ernährungsumstellung ausreichend sind. Warte nicht zu lange ab, bevor du mit deiner Katze, die von Verstopfung geplagt ist, zum Tierarzt gehst – es könnte auf etwas sehr viel Schlimmeres als eine bloße Verstopfung hinweisen.

Stufen von Verstopfung bei Katzen

Verstopfungen werden von Tierärzten in drei Stufen unterteilt. Die geringste Form der Verstopfung bei deiner Fellnase nennt sich Konstipation. Hierbei kommt es zu einem Stau von Kot im Dickdarm, in dessen Folge die Katze deutlich seltener Kot absetzt. Der Kot ist härter und die Katze hat sichtbar Mühe bzw. Schmerzen beim Koten.

Tritt trotz einer Behandlung keine Besserung auf, sprechen Tiermediziner von einer sogenannten Obstipation. In diesem Fall kommt es bereits zu deutlichen Funktionsverlusten des Magen-Darm-Kanals.

Wenn der Dickdarm schließlich gar nicht mehr dazu fähig ist, Kot weiter zu transportieren, und kann die Mieze dementsprechend keinerlei Kot mehr absetzen, handelt es sich um eine Koprostase. Dann kann ein sofortiger Eingriff notwendig sein.

Ursachen für eine Verstopfung bei der Katze

Wenn deine Katze unter einer Verstopfung leidet, gibt es dafür vielerlei Ursachen. Manchmal ist es schwierig, diese eindeutig zuzuordnen, aber oft liegen sie auch auf der Hand. Zu den Auslösern zählen hauptsächlich:

  • Übergewicht: Kontrolliere das Gewicht deiner Katze regelmäßig. Verstopfung tritt bei übergewichtigen Katzen häufiger auf als bei normalgewichtigen.
  • Zu wenig Bewegung: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Aktivität deiner Katze und ihrer Darmtätigkeit. Bei trägen Katzen passt sich der Darm an und es ist wahrscheinlicher, dass es zu einer Verstopfung kommt. Bewegung kann die Motilität des Darms stimulieren, was das Futter leichter durchdrückt und verhindert, dass Kot im Darm stecken bleibt.
  • Falsche Ernährung: Verantwortlich für Verstopfung kann in mehrfacher Sicht die Ernährung sein. Grundvoraussetzung sollte ein hochwertiges Katzenfutter mit hohem Ballaststoffanteil sein. 
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme: Achte darauf, dass deiner Katze viel frisches Wasser zur Verfügung steht. Eine zu geringe Wasseraufnahme kann zu Austrocknung führen und den Stuhlgang deines Lieblings erschweren. Erneuere das Wasser täglich.
  • Verschluckte Fremdkörper: Es kann vorkommen, dass deine Katze schwer verdauliche Fremdkörper wie z.B. Katzenstreu hinunter geschluckt hat, welches im Magen aufquillt. Das kann zu Verstopfung führen. 
  • Haarballen: Möglicherweise liegt die Verstopfung auch an mangelnder Unterstützung bei der Fellpflege. Katzen sind sehr reinlich und putzen sich täglich. Dabei gelangen – je nach Üppigkeit des Fells und vielleicht gerade anstehenden Fellwechsels – viele Haare in den Magen. Dort sammeln sie sich zu Haarballen, die mitunter von der Mieze erbrochen werden. Gelingt ihr das nicht in ausreichendem Maße, kann es zu einer Verstopfung kommen. 
  • Krankheiten: Für eine Verstopfung verantwortlich kann auch eine Krankheit sein. In Frage kommen zum Beispiel eine chronische Nierenerkrankung, Fehlbildungen der Rückenwirbel, ein Beckenbruch, Zuckerkrankheit oder eine Entzündung im Darm- bzw. Anusbereich. 
  • Tumore: Tumore im Magen-Darm-Trakt können zu Verstopfung führen, indem sie Druck ausüben und so den Darm einengen. Die Größe von Dickdarm, Rektum und Anus deiner Katze wird so verringert. 
  • Medikamente: Eine Störung des Magen-Darm-Trakts aufgrund der Einnahme von starken Medikamenten kann zu Verstopfung führen. Wenn deine Samtpfote auf Medikamente angewiesen ist, kontaktiere bitte für eine Lösung einen Tierarzt.
  • Psychische Probleme: Dauerstress oder andere psychische Gründe können ebenso dahinter stecken, dass es deinem Tier schlecht geht. Bei manchen Katzen machen sie sich durch Erbrechen oder Durchfall bemerkbar, andere können unter Verstopfung leiden.
Getigerte Katze trinkt frisches Wasser
Katze trinkt frisches Wasser

Wie kann ich die Verstopfung meiner Katze behandeln?

Bei einer leichten Verstopfung können auch Hausmittel und gezielte Maßnahmen helfen, das Problem zu beseitigen:

  • Öl: Unter das Futter gemischt kann es dazu beitragen, den Darm zu schmieren, sodass der Kot leichter passieren kann. Zudem hilft Öl dabei, dass der Kot weicher wird. Bis zu einem halben Teelöffel Olivenöl im gewohnten Nassfutter sollte ausreichen.
  • Mehr Flüssigkeit: Deine Katze sollte immer die Möglichkeit haben frisches Wasser zu trinken. Stelle einen Napf mit Wasser an eine für deine Katze gut erreichbare Stelle. Nicht jedoch neben ihren Fressnapf, denn dann kann deine Mieze das Wasser nicht als solches identifizieren. Ratsam ist es auch, wenn du mehrere Wassernäpfe im Wohnbereich aufstellst. Manche Katzen bevorzugen es, fließendes Wasser zu trinken wie das von einem tropfenden Wasserhahn oder einem Trinkbrunnen für Katzen.
  • Nassfutter: Mit Hilfe von Nassfutter kannst du mehr Flüssigkeit in die Nahrung deiner Katze bringen. Wenn deine Katze nur Trockenfutter frisst, versuche behutsam ihr etwas Nassfutter zu geben. Ein Wechsel zu einer reinen Nassfutterkost könnte ebenfalls erwogen werden, solange deine Katze es verträgt.
  • Flohsamenschalen: Versuche mit Flohsamenschalen die Verdauung und Darmgesundheit deiner Katze zu fördern. Sie können den Kot aufweichen und die Darmaktivität erhöhen, bei zu hoher Gabe aber auch Durchfall verursachen. Weiche ¼ bis ½ Teelöffel Flohsamenschalen über Nacht in der dreifachen Menge Wasser ein. Gib dann 2 Teelöffel von dem entstandenen Schleim zum Nassfutter, um das Fressen deiner Katze mit Ballaststoffen anzureichern und so die Verdauung in Schwung zu halten.
  • Kürbis: Ein paar Teelöffel pürierter Kürbis oder Butternusskürbis im gewohnten Futter erhöhen die Ballaststoffmenge und können dazu beitragen, dass ein träger Darm wieder auf Trab kommt. Wenn der Darm deiner Katze nicht vollkommen verstopft ist und sie noch immer normal frisst, dann versuche diese Beilage. Du kannst auch Kürbis aus der Dose dafür verwenden.
  • Laktulose: Enthalten im Lactulose Sirup, handelt es sich dabei um einen Zweifachzucker, der bei Darmträgheit eingesetzt werden kann. Erhältlich in der Apotheke.
  • Milchzucker: Zusätzlich zu den Mahlzeiten kann der an einer leichten Verstopfung leidenden Katze Milch angeboten werden, denn eine erwachsene Katze ist laktoseintolerant. Wenn die Mieze keine Milch trinkt, kann man ihr alternativ zweimal am Tag einen Teelöffel Sahne geben.
  • Futterumstellung: Ballaststoffreiches Futter enthält mehr quellfähige Pflanzenfasern, die das Wasser binden und damit zu einer besseren Konsistenz des Kots beitragen.
  • Mittel gegen Haarballen: Manche Katzen, insbesondere langhaarige, benötigen mitunter ein Mittel gegen Haarballbildung, damit sich weniger Haare in ihrem Verdauungstrakt sammeln. Sie werden im Handel häufig in Form von Pasten in verschiedenen katzenfreundlichen Geschmacksrichtungen wie Thunfisch angeboten.
  • Rohe Leber: Das Füttern von roher Leber regt die Verdauungstätigkeit deiner Katze an und sorgt für eine häufigere Entleerung des Darms. Zur Vorbeugung und Behandlung von chronischer Verstopfung ist dies eines der besten natürlichen Mittel.
  • Fisch: Gib deinem Vierbeiner häufiger Fisch. Besonders fettige Fischsorten, wie Makrele und Sardinen, können bei Verstopfung helfen. Beachte jedoch, dass eine reine Fischdiät deine Mieze nicht genügend mit den Nährstoffen versorgen, die sie braucht. Eine ausgewogene Ernährung ist hilfreich.

Ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig?

Wenn eine Verstopfung nur vorübergehend aufgetreten ist und die Katze ansonsten einen gesunden Eindruck macht, kannst du fürs Erste auf einen Tierarztbesuch verzichten. Grundsätzlich sollte aufgrund der vielen Probleme, die eine Verstopfung mit sich bringen kann, im Zweifelsfall aber immer der Tierarzt aufgesucht werden.

Erkläre ihm, seit wann das Problem bei deiner Samtpfote besteht und berichte von deinen Beobachtungen. Die Angaben, die du zur Krankengeschichte machen kannst, können helfen, der Ursache für die Verstopfung schneller auf den Grund zu kommen. Eine gründliche Allgemeinuntersuchung steht an erster Stelle, um das Allgemeinbefinden deines Schützlings zu beurteilen. Hierzu wird der Bauch vorsichtig abgetastet und die Analregion begutachtet. Zeigt die Katze bei diesen Untersuchungen bereits besorgniserregende Krankheitsanzeichen wie etwa starke Austrocknung, wird eventuell schon jetzt die Entscheidung gefällt, sie stationär aufzunehmen.

Bei leichter bis mittelschwerer Verstopfung können Einläufe mit lauwarmem Salzwasser die Verstopfung bei Katzen lösen. Dies sollte allerdings nur der Fachmann und somit der Tiermediziner vornehmen, denn falsch angewendet kann ein Einlauf für deine Katze gefährlich sein. 

Verstopfung bei Katzenbabys

Gestromtes Katzenbaby
Verstopfung bei Katzenkindern ist gefährlich

Anfällig für Verstopfung sind häufig ältere und schwache Katzen, da sie sich meist weniger bewegen. Wenn jedoch Verstopfung bei Kitten auftritt, ist die Herangehensweise etwas anders als bei erwachsenen Katzen. Hier gilt zu beachten, dass man bei Katzenbabys generell selten Kotabsatz beobachtet, da die Mutter in den ersten Wochen den Analbereich der Welpen stets ableckt und somit den Kot beseitigt. Nach ungefähr 2 Wochen sollten die Kitten selbstständig Kot absetzen. Wenn aber die typischen Symptome wie ein aufgeblähter Bauch, Schmerzlaute und fehlendes Koten gezeigt werden, sollten die Katzenbabys sofort von einem Tierarzt untersucht werden, um die Ursache der Verstopfung zu klären und die richtige Behandlung zu wählen.

Ernste Folgen bei Nichtbehandlung von Verstopfung

Unbehandelt kann eine Verstopfung bei Katzen weitreichende Folgen haben. Zu den schweren Folgen einer Nichtbehandlung zählen besonders ein Megakolon und ein Darmverschluss.

Megakolon

Sammeln sich große Mengen von hartem Kot im Darm des Tieres an infolge einer schweren Verstopfung, kann das zu einem Megakolon führen. Dabei handelte sich um eine krankhafte Erweiterung des Dickdarms. Wird das Megakolon frühzeitig therapiert, dann ist es möglich, dass sich der Darm wieder erholt und nach der Behandlung eine gesunde Verdauung wieder möglich ist. Jedoch kann ein Megakolon in Verbindung mit dem angestauten Kot auch dazu führen, dass der Darm ausleiert. Eine dauerhafte Beeinträchtigung der Verdauung wäre hier die Folge, die nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Darmverschluss deiner Katze

Eine unbehandelte Verstopfung kann in einen Darmverschluss münden. Dieser Zustand ist für deine Katze lebensbedrohlich. Dein Vierbeiner benötigt dann unverzüglich tiermedizinische Hilfe. Der Darmverschluss kann als eine besonders extreme Verstopfung bezeichnet werden. Im Darm geht nichts mehr, wodurch auch kein Kot mehr abgesetzt wird. In manchen Fällen wird bei einem Darmverschluss noch eine dem Kot ähnliche Flüssigkeit aus dem Darm abgesondert. Diese ist nicht mit Durchfall zu verwechseln.

Weitere Symptome bei deiner Katze sind unter anderem:

  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Schwäche
  • Kreislaufprobleme 
  • Schnelle und flache Atmung

Die Symptome erinnern zunächst auch an eine herkömmliche Verstopfung. Eine schnelle Verschlechterung des Zustandes ist allerdings typisch. Ein Tierarzt wird deshalb so schnell wie möglich handeln um den Verdacht auf einen Darmverschluss zu bestätigen. Durch eine Operation lässt sich dieser lebensbedrohliche Zustand in letzter Konsequenz beseitigen. Die Heilungschancen für deinen Vierbeiner erhöhen sich, je früher die Behandlung beginnt.

Hatte deine Katze schon mal Verstopfung? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

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