Katze hat Fieber – Das ist zu tun

Wie bei uns Menschen ist Fieber bei Katzen ein Anzeichen für verschiedenste Grunderkrankungen. Bei zu hoher Steigung der Körpertemperatur kann es lebensbedrohlich für deine Katze werden. Wie du eine erhöhte Körpertemperatur bei deiner Katze erkennen, messen und senken kannst, erfährst du hier.

Katze hat Fieber: Allgemeines

Von Fieber bei Katzen spricht man, wenn eine Erhöhung der Körpertemperatur vorliegt. Dabei ist Fieber keine eigenständige Krankheit, sondern oftmals Symptom einer Krankheit oder Entzündung. In erster Linie ist es eine Schutzfunktion des Körpers. Es ist nämlich eine Reaktion des Immunsystems, um Krankheitserreger im Körper zu bekämpfen. Zunächst ist Fieber also positiv: Es bedeutet, dass eine funktionierende und noch aktive Immunabwehr bei deiner Katze vorhanden ist.

Anders als bei uns Menschen, wo die normale Körpertemperatur bei 36°C – 37°C liegt, ist sie bei Katzen etwas höher: Zwischen 38°C und 39°C. Somit spricht man von Fieber, wenn Katzen mehr als 39,2°C haben. Die Körpertemperatur einer Katze kann innerhalb eines Tages schwanken. Generell ist die Temperatur morgens etwas niedriger als abends. Nicht immer muss eine erhöhte Körpertemperatur bei Katzen auf Fieber hindeuten. So kann ebenfalls eine Hyperthermie, also ein Hitzschlag, vorliegen. Diese kann bei Katzen als Reaktion auf Stress und Hitze entstehen.

Fieber bei Katzen im Überblick: 

  • 38°C – 39°C: Normale Körpertemperatur
  • Ab 39,2°C: Geringgradig erhöhte Körpertemperatur, Fieber
  • Ab 40°C: Deutlich erhöhte Körpertemperatur
  • Ab 41°C: Hohes Fieber, Lebensgefahr
  • Ab 42°C. Hohes Fieber, akute Lebensgefahr

Fieber kann bei Katzen auf verschiedene Weise auftreten. Dabei unterscheidet man folgende unterschiedliche Arten von Fieber:

  • Remittierendes Fieber: Wenn die Körpertemperatur innerhalb eines Tages um mehr als 1°C schwankt.
  • Intermittierendes Fieber: Wechsel von fiebrigen und kurzen fieberfreien Phasen.
  • Rekurrierendes Fieber: Wenn die fieberfreien Phasen länger dauern. 
  • Atypisches Fieber: Fiebriger Zustand, in dem sich keinerlei Regelmäßigkeiten feststellen lassen. 

Auch im Hinblick auf die Dauer des Fiebers können Unterscheidungen vorgenommen werden. Während ephemeres (eintägiges) Fieber bereits nach 1 Tag überstanden ist, kann akutes Fieber bei Katzen zwischen 8 und 14 Tagen andauern. Von subakutem Fieber spricht der Tierarzt bei einer Dauer von bis zu 3 Wochen. Bei länger anhaltender Dauer der erhöhten Temperatur von über 3 Wochen liegt chronisches Fieber vor.

Katze hat Fieber: Anzeichen

Fieber tritt bei der Katze nie als eigenes Symptom auf, sondern immer gleichzeitig mit anderen Beschwerden. Es ist auch ohne Messung meist äußerlich schon zu erkennen, solange du über die möglichen Anzeichen Bescheid weißt. Fieber macht sich bei einer Katze vor allem durch eine Verschlechterung ihres Allgemeinbefindens bemerkbar. Eine Katze, die Fieber hat, wirkt sehr schlapp und müde. Sie möchte sich nicht mehr so viel bewegen wie sonst und schläft mehr. Generell erscheint die Katze sehr lustlos und apathisch. Aggressivität kann sich ebenfalls bei einer Katze mit Fieber zeigen. Auch an ihrem Fressverhalten wirst du es bemerken. Eine Katze mit Fieber frisst sehr schlecht, in manchen Fällen verweigert sie ihr Futter sogar komplett. Dagegen trinkt sie eventuell mehr als sonst, da sie aufgrund der hohen Temperatur einen größeren Flüssigkeitsbedarf hat. Außerdem kann Fieber die Darmtätigkeit beeinträchtigen. Dies äußert sich durch den sogenannten Fieberkot, der sehr fest und trocken ist. Bei sehr hohem Fieber leidet die Katze unter Schüttelfrost und Dehydrierung.

An ihrem Körper wirst du ebenfalls einige Anzeichen erkennen. Ihre Nase ist meist trocken und warm, und ihre Augen tränen. Bei einigen Katzen macht sich das Fieber durch Zittern und eine schnelle Atmung bemerkbar. Hat deine Katze sehr hohes Fieber, können außerdem die Muskeln und Gelenke steif werden. Natürlich können je nach Ursache noch weitere Begleitsymptome auftreten. Dazu zählen insbesondere Magen-Darm-Beschwerden, wie z. B. Erbrechen und Durchfall.

Hier die häufigsten Anzeichen im Überblick:

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit 
  • Aggressivität
  • Dehydrierung
  • Fieberkot
  • Schnelle Atmung
  • Schüttelfrost
  • Steife Muskeln und Gelenke
  • Trockene Nase und tränende Augen
  • Vermehrtes Trinkverhalten
  • Weniger Bewegung
  • Zittern

Katze hat Fieber: Mögliche Ursachen

Wenn du eine erhöhte Körpertemperatur bei deiner Katze feststellst, solltest du erstmals andere harmlose Ursachen ausschließen. Lag deine Katze die ganze Zeit in der Sonne oder an einem warmen Ort, könnte dies den Temperaturanstieg erklären. Auch Stress oder große körperliche Anstrengungen, wie beispielsweise beim Katzenagility, können zu einer Erhöhung der Körpertemperatur führen. Diese Überhitzung ist aber nur kurzzeitig und geht vorüber. Mögliche Ursachen, die Fieber auslösen, sind dabei:

  • Infektionen mit Bakterien, z. B. Chlamydien, Anaplasmen
  • Infektionen mit Viren, z. B. Katzenschnupfen, Katzenseuche, Coronavirus
  • Infektionen mit Parasiten, z. B. Toxoplasmose, Lungenwürmer
  • Entzündliche Erkrankungen, z. B. Abszesse, Lungen-, Leber-, Herzmuskelentzündung
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Nebenwirkung von Medikamenten oder Impfungen 
  • Tumore
  • Vergiftung
  • Zahnschmerzen

Katze hat Fieber: Richtig messen

Wenn deine Katze ein verschlechtertes Allgemeinbefinden hat und sehr müde und schlapp wirkt, könnte sie Fieber haben. Symptome sind gute Anhaltspunkte dafür, dass deine Katze Fieber hat, doch die einzige Möglichkeit, um dies mit Sicherheit sagen zu können, ist ihre Temperatur selbst zu messen. Besonders wenn du dir unsicher bist, kannst du dir durch die Messung gegebenenfalls den Gang zum Tierarzt ersparen. 

Dafür brauchst du:

  • Ein digitales Fieberthermometer 
  • Gleitmittel (z. B. Vaseline)
  • Eine helfende Person
  • Ein Taschentuch 
  • Desinfektionsmittel 

Der verlässlichste Weg bei einer Katze Fieber zu messen, ist die rektale Messung. Zwar klingt dies sehr unangenehm, ist für deine Katze aber tatsächlich der angenehmste und genaueste Weg. Miss also niemals im Ohr deiner Katze, da sie das als noch unangenehmer empfindet als im Po. Zudem kommt, dass das Messergebnis nicht sehr genau ist. Größere Abweichungen könnten im schlimmsten Fall lebensbedrohlich für deine Mieze werden. Eine Messung im Mund ist ebenfalls ungeeignet. Die wenigsten Katzen dulden ein Thermometer im Mund und versuchen eher den ungewohnten Gegenstand loszuwerden.

Das Fiebermessen kann eine große Herausforderung werden. Hol dir deshalb unbedingt eine zweite Person dazu, die dir hilft, deine Mieze geeignet festzuhalten. Sonst kann es schnell passieren, dass deine Katze die Krallen ausfährt, aggressiv wird und gegebenenfalls beißt. Verwende am besten ein digitales Fieberthermometer, da die Messung dabei sehr schnell geht. Hierfür gibt es spezielle Thermometer für Tiere, die eine digitale Anzeige haben und schneller messen als die Thermometer für uns Menschen. Die zweite Person fasst am besten mit einer Hand unter die Brust und mit den Fingern um die Vorderbeine, die zweite Hand fixiert leicht den Kopf und krault dabei. Bevor es losgeht, solltest du das Thermometer noch einmal gründlich säubern und desinfizieren. Ist deine Katze gut fixiert, streiche ihr vorsichtig über den Rücken bis zum Schwanz, um Körperkontakt aufzunehmen und rede beruhigend mit ihr. Trage vorher etwas Vaseline auf die Spitze des Thermometers auf, um den Prozess zu erleichtern, hebe dann den Schwanz vorsichtig an und führe es dann ungefähr 2,5 cm in den Po ein. Das Thermometer muss dabei leicht an die Innenseite des Enddarms gedrückt werden, um die Temperatur zu messen.

Nach der Benutzung ist es wichtig, dass du das Thermometer gründlich mit einem Taschentuch säuberst und desinfizierst. Dadurch vermeidest du die Übertragung von Krankheiten. Um Verwechslungen des Thermometers vorzubeugen, kannst du es beschriften oder in deinem Katze-Erste-Hilfe-Set verstauen. Damit das Ganze im Notfall schneller geht, sollte die Prozedur am besten schon im Kittenalter geübt werden. Dann ist das Fiebermessen am Ende Routine und erleichtert dir und deiner Katze einiges.

Ist deine Katze beim Fiebermessen sehr gestresst, kann das ein Grund für eine leichte Temperaturerhöhung sein. Miss die Temperatur erneut, wenn sich dein Liebling wieder beruhigt hat. Die Körpertemperatur mittels Abtasten zu bestimmen, ist sehr unsicher und kann keinen sicheren Hinweis auf mögliches Fieber geben. Wärmere oder kältere Pfoten sind zwar mögliche Symptome bei Fieber, aber kein eindeutiges Zeichen dafür.

Katze hat Fieber: Maßnahmen

Wenn deine Katze Fieber hat, kannst du ihr unterstützend zur Seite stehen. Die folgenden Maßnahmen dienen natürlich nicht der Heilung des Fiebers und können somit einen Tierarztbesuch nicht ersetzen. Sie bringen lediglich ein wenig Linderung und verbessern somit den Gemütszustand deiner Katze.

Ausreichend Ruhe

Nun ist es wichtig, dass deine Katze ausreichend Ruhe und eine liebevolle Pflege bekommt. Wenn du eine Freigängerkatze hast, solltest du ihr, wenn möglich, erstmal den Ausgang verwehren. Dein Kätzchen braucht jetzt Ruhe, und Nässe wäre eher kontraproduktiv. Vermeide auf jeden Fall Stress, da es sich negativ auf ihren Gemütszustand auswirken kann.

Regelmäßiges Fiebermessen

Natürlich ist es wichtig, dass du regelmäßig die Körpertemperatur deiner Katze misst, um gegebenenfalls eine Erhöhung der Temperatur rechtzeitig zu erkennen.

Kühlende Wickel

Wenn es die Katze zulässt, kannst du es mit Wadenwickel und Bauchwickel versuchen. Befeuchte dafür Handtücher oder Waschlappen mit Wasser, dabei sollte es nicht zu kalt sein, da es sonst die Temperatur im schlimmsten Fall erhöhen könnte. Alternativ kannst du auch ein nasskaltes Tuch zwischen ihre Beine oder auf den Nacken legen. Tausche die Lappen immer mit frischen, nassen Lappen aus, sobald sie warm geworden sind.

Abkühlung

Katzen geben ihre Hitze über ihre Schweißdrüsen in den Pfoten ab. Hilf deiner fiebrigen Katze sich abzukühlen, damit ihre Körpertemperatur sinkt. Setze sie dafür in einen kühlen, abgedunkelten Raum. Ideal ist ein gefliester Fußboden. Dieser leitet die Körperwärme der Katze ab, während sie darauf liegt. Manchmal suchen Katzen auch von selbst solche kühlen Plätze, um sich abzukühlen.

Viel Trinken

Fieber kann zu Flüssigkeitsmangel führen, sodass Katzen mit Fieber dazu neigen auszutrocknen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass deiner Katze genügend Wasser zur Verfügung steht. Stelle es dafür unbedingt in Reichweite, da die Katze sich möglicherweise nicht mehr so viel bewegt. Wenn du mit der Wasseraufnahme ein bisschen helfen willst, kannst du ihr auch Wasser mit Hilfe einer Spritze (ohne Nadel) ins Mäulchen geben. Übrigens lässt sich eine Austrocknung anhand einer Hautfalte feststellen. Bildest du mit 2 Fingern eine Hautfalte, zum Beispiel an der Flanke, und lässt diese dann los, sollte sich diese nach max. 2 Sekunden zurückbilden. Bleibt die Hautfalte hingegen stehen, spricht das eher für eine Austrocknung.

Zum Fressen animieren

Achte darauf, dass deine Mieze genug frisst, da Fieber an den Energiereserven zerren und deine Katze somit schwächen kann. Bei erhöhter Körpertemperatur zeigen Katzen häufig Appetitlosigkeit oder verweigern ihr Fressen sogar komplett. Du kannst sie mit ihrem Lieblingsfutter oder -leckerli davon überzeugen, wieder mehr zu fressen.

Homöopathie

Es gibt einige homöopathische Mittel, die bei Fieber oft schnell und durchgreifend helfen können. Eine einmalige Gabe von Aconitum C30 oder Belladonna C30 ist manchmal schon ausreichend, um das Fieber deiner Katze zu senken. Aconitum kann bei plötzlich auftretendem hohen Fieber bis 40°C angewendet werden, wenn dieses aufgrund eines Infektes auftritt. Belladonna ist bei Fieber bis 40°C ebenfalls ein unterstützendes homöopathisches Mittel. Von einer ausschließlichen Therapie mit homöopathischen Mitteln ist bei sehr hohem Fieber der Katze abzuraten. Beispielsweise sollte Katzenschnupfen, aufgrund des schweren, potenziell tödlichen Verlaufs, prinzipiell zuerst mit Antibiotika behandelt werden.

Deine Katze darf auf keinen Fall fiebersenkende Medikamente, die für uns Menschen sind, bekommen, da sie für sie giftig sind. Dazu zählen beispielsweise humanmedizinische Präparate wie Aspirin oder Paracetamol.

Katze hat Fieber: Wann zum Tierarzt?

Hast du eine erhöhte Körpertemperatur bei deiner Katze festgestellt, solltest du grundsätzlich zur Sicherheit immer den Tierarzt aufsuchen. Besonders bei sehr hoher Temperatur ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich, da das Fieber sonst Organe schädigen kann und dies lebensbedrohlich für deine Mieze werden kann. Der nächste Schritt wird sein, die genaue Ursache dafür zu erfassen. Der Tierarzt wird dann einen ausführlichen Vorbericht erfragen, unter anderem beispielsweise auch, ob die Katze in letzter Zeit eine Zecke hatte. Daraufhin wird er eine gründliche klinische Untersuchung durchführen, um Hinweise auf den Fieberauslöser zu finden. Er wird dann entscheiden, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Fieber zu senken und die dahintersteckende Grunderkrankung zu bekämpfen. Möglicherweise sind weitere Untersuchungen nötig, wie zum Beispiel Blutuntersuchungen oder Röntgen- und Ultraschallaufnahmen. Die genaue Behandlung hängt dann selbstverständlich von der Ursache ab.

Bei bakteriellen Infektionen, wie beispielsweise Chlamydien, wird der Tierarzt geeignete Antibiotika verschreiben. Wenn ein Tumor die Ursache ist, kann eine chirurgische Maßnahme sinnvoll sein. Ist die Erkrankung geheilt, wird auch das Fieber zurückgehen. Alternativ kann der Tierarzt, besonders bei sehr hohem Fieber, auch fiebersenkende Mittel nutzen, bis die Ursache behandelt ist. Jungen und geschwächten Katzen kann der Tierarzt eine Infusion geben, dadurch kriegen sie wieder frische Energie im Kampf gegen die fieberverursachende Krankheit. Besonders bei einer Austrocknung kann er sofort mittels einer Infusion helfen.

Katze hat Fieber: Vorbeugung

Um deine Katze vor Fieber, genauer genommen, vor den Grunderkrankungen schützen zu können, kannst du einige Maßnahmen zur Vorbeugung durchführen:

  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung
  • Viele Infektionskrankheiten, wie beispielsweise die Katzenseuche, können durch empfohlene Impfungen verhindert werden. Besonders Freigängerkatzen sollten ausreichend geimpft sein, da sie üblicherweise mehr Kontakt mit fremden Katzen haben als Wohnungskatzen.
  • Im Idealfall solltest du deine Katze kastrieren. So ist sie als Freigängerkatze nicht ständigen Kämpfen mit anderen Katern ausgesetzt. Dadurch könnte sie sonst Bissverletzungen erlangen, die zu einer bakteriellen Infektion führen können.
  • Hast du mehrere Katzen, so sollte die erkrankte Katze von den gesunden bis zur Genesung getrennt werden. So wird eine Ansteckung der anderen Miezen vermieden

Hatte deine Katze schon mal Fieber? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Du suchst noch nach einfachen Rezepten für Katzenleckerlis? Dann haben wir für dich ein tolles. Wenn du dich bei uns registriert hast, per Facebook oder per Login, erhältst du direkt das Dokument zum Download.