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Wie eroberte die Katze die Welt?


Rund 400 Millionen Katzen leben unter uns, und es werden immer mehr. Die domestizierte Hauskatze hat nicht nur fast den gesamten Erdball erobert, sondern ist heute auch ein Star der sozialen Netzwerke. Nichts scheint ihren Siegeszug aufhalten zu können. Aber wann und wie haben sich die Samtpfoten die Gunst des Menschen gesichert? Wir treten eine Reise in die Vergangenheit der Katzen an.

Frau und Katze kuscheln

Archäologische und historische Entdeckungen in Zypern stützen die Hypothese, wonach sich Menschen und Wildkatzen vor etwa 9500 Jahren in Zypern angenähert haben. Aber wie sich die Katze anschließend über die Welt verbreitet hat, blieb für die Wissenschaft lange ein Rätsel. Nun steht fest: Die Hauskatze stammt nicht von der europäischen Katze ab, sondern von der Falbkatze, die aus der Levante und Anatolien stammt. Seit knapp 10000 Jahren sind also die Geschicke von Katzen und Menschen eng miteinander verwoben. Nachdem die samtpfotigen Vierbeiner das Herz der Menschen erobert hatten, begannen Züchter, die Tiere den Wünschen der Menschen anzupassen. 

Katzen haben das Herz der Menschen erobert

Wie die Katze die Welt eroberte – Die Wildkatze

Die Geschichte unserer Hauskatzen begann vor tausenden von Jahren irgendwo im Herzen des europäischen Waldes, der asiatischen Steppe oder der afrikanischen Savanne. In diesen Regionen gibt es noch Wildkatzen-Populationen. Äußerlich unterscheiden sich diese Raubkatzen nur wenig von unseren Hauskatzen. Doch ihre Lebensweisen sind völlig andere. Wildkatzen sind Einzelgänger. Sie leben abseits der Menschen im Verborgenen. Die Jungen, die im Frühjahr zur Welt kommen, beginnen sogleich ihre hervorragenden Fähigkeiten als Raubtiere zu entwickeln. Um bis zum Winteranfang allein zurechtkommen zu können. Das naturhistorische Museum in Paris zeigt die gravierenden Ähnlichkeiten der Schädelknochen einer Wildkatze und einer Hauskatze. Abgesehen von Augen und Fellfarbe haben sich Katzen im Laufe ihres Domestizierungsprozess nur wenig verändert.

Wildkatzen ähneln unseren Hauskatzen stark

Wie die Katze die Welt eroberte – Die Falbkatze

Studien haben gezeigt, dass die Hauskatze nicht von der europäischen Katze abstammt, sondern von der Falbkatze, die aus der Levante und Anatolien stammt. Es gibt auch eine 2. Linie an Falbkatzen aus Ägypten. Diese sind mehr gefolgsam und menschenbezogen. Langsam verdrängten sie ihre Kollegen und eroberten von da an die ganze Welt bis nach Europa.

Wie die Katze die Welt eroberte – Ägypten

Was war das Besondere an den ägyptischen Katzen? Bei der Erkundung uralter Gräber stoßen Ägyptologen auf hunderttausende Katzenmumien. Die Ägypter verehrten Katzen. Nach ihrem Tod wurden sie sorgfältig einbalsamiert, um eine optimale Konservierung ihrer Überreste sicherzustellen und damit Bastet zu ehren. Bastet war die mächtige Göttin mit dem Katzenkopf und war ein Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Um die große Nachfrage der Pilger zu decken, die Bastet ein Opfer darbringen wollten, töteten die Priester tausende von Katzen. Darunter waren viele Jungtiere, was auf eine Zucht hindeutet. Die Züchtung der Katzen, deren Einbalsamierung und Verarbeitung wurden zum Wirtschaftsfaktor. Unzählige Katzen wurden geopfert, um zu Kultobjekten zu werden.

Bastet war eine mächtige Göttin mit Katzenkopf

Wie die Katze die Welt eroberte – Mittelalter

Nachdem die Katzen Jahrtausende lang in Ägypten vergöttert wurden, wurden Katzen im 13. Jahrhundert zum Hasstier der katholischen Inquisition in Europa. Als Verkörperung diabolischer nächtlicher Kreaturen wie Hexen, wurden Katzen lange verfolgt. Erst zum Ende des Mittelalters traten sie wieder mehr in Erscheinung und gelangten in der Renaissance ihr Ansehen zurück.

Katzen wurden im Mittelalter verfolgt

Wie die Katze die Welt eroberte – 19. Jahrhundert

Der kleine launische Begleiter, der ebenso liebenswert wie auch nervig sein kann, erlangte im 19. Jahrhundert endgültig seinen Status als Haustier. Katzen kamen in Mode und jeder suchte nach einer Mieze, die besonders gut passt. Katzen, die folgsamer, niedlicher und plüschiger als alle anderen waren. Das führte zu der 1. Züchtung von Rassen wie der Kartäuserkatze oder der Perser. Erst seit dem späten 19. Jahrhundert, als man mit der Züchtung begann, Eigenschaften festigte und sie systematisch kreuzte, um eine bestimmte Form zu erhalten, lässt sich von Domestizierung sprechen. Bislang gibt es nur etwa 70 Rassen, doch die Nachfrage nach Katzen verschiedener Farben und Formen wächst weiter. Was auch der große Erfolg der 1871 gegründeten Katzenwettbewerbe und Ausstellungen zeigt.

Wie die Katze die Welt eroberte – Bindung

Wir gingen lange davon aus, dass nur Hunde und Primaten Bindungen zu uns Menschen aufbauen können. Katzen gelten eher als undankbar und als wenn sie das Futter dem Menschen vorziehen würden. Versuche einer Forscherin von der Universität in Oregon zeigen jedoch, dass auch Katzen anders sein können. Katzen haben einen weniger stark ausgeprägten Gesichtsausdruck als Hunde. Ihre Emotionen abzulesen ist deshalb schwierig. Trotzdem lässt sich nachweisen, dass Katzen, sobald ihr Frauchen oder Herrchen mit ihnen interagierten, sie ihre Aufmerksamkeit sehr wohl auf ihre Besitzer richten und nicht nur das. Wenn ihre Bezugsperson in der Nähe ist, duldet die Katze sogar unangenehme Störungen wie einen Ventilator in ihrer Nähe. Aus einer Vielzahl von Versuchen ging hervor, dass 60 Prozent der Katzen durch die Anwesenheit ihrer Bezugsperson beruhigt werden. Einen vergleichbaren Prozentsatz wiesen Studien nach mit Hunden oder Kindern. Aber empfinden Katzen wirklich Zuneigung für ihre Menschen? In weiteren Versuchen wurde gezeigt, dass rund 50 Prozent der Katzen die Interaktion mit ihrer Bezugsperson ihrem Lieblingsfutter und ihrem Lieblingsduft vorziehen. 37 Prozent bevorzugen das Futter. Obwohl beide Prozentsätze hoch sind, lässt sich festhalten, dass Katzen soziale Bindungen eingehen können.

Sprache

Eine Forscherin aus Schweden untersucht, wie Katzen mit Menschen kommunizieren. Katzen kommunizieren nicht nur über Laute. Unsere Stubentiger setzen auch visuelle Signale ein wie Schwanzbewegungen. Katzen können auch über Berührungen und Duftstoffe kommunizieren. Sie setzen Markierungen für andere Katzen. Menschen hingegen sind nicht sehr gut darin, Witterungen aufzunehmen. Die beste Art für Katzen mit uns zu kommunizieren ist über Töne und die Stimme. Die Frequenzen, in denen eine Katze miaut, sind für die menschlichen Ohren sehr gut wahrnehmbar. Die Stimme der Katze geht in für sie positiven Situationen hoch; in negativen runter. Katzen haben die Art und Weise, wie sie miauen und schnurren, perfektioniert, um mit uns zu kommunizieren.

Wie die Katze die Welt eroberte – Gründe

  • Katzen kommunizieren mit uns. Zwar nicht mit Wörtern und einem Alphabet, aber sie haben in den Jahren gemerkt, dass eine Reaktion von uns kommt, wenn sie miauen. Mehr zur Katzensprache in unserem Beitrag “Katzensprache verstehen – So deutest du sie richtig”.
  • Sie bauen Bindungen zu uns auf.
  • Katzen helfen dem Menschen dabei, Nagetiere, die die Getreidevorräte plündern, fernzuhalten.
  • Katzen vernichten auf dem Land und in der Stadt Ratten, die auch Krankheiten übertragen.

Haben Katzen auch dein Herz erobert? Und wie ist es ihnen gelungen? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar.

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