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Katze an Freigang gewöhnen – Wie klappt die Umstellung?


In Freigang sind die meisten Katzen ganz in ihrem Element. Selbst wenn ihr Futternapf immer gut gefüllt ist, lieben sie es trotzdem draußen zu jagen und zu toben. Freigang bedeutet allerdings auch immer ein gewisses Risiko, was viele Katzenhalter abschreckt. Wenn sich die wohnlichen Bedingungen ändern oder die Katzen älter werden, kommt es oft zu einer Umstellung der Haltungsform. Wir verraten, wie das klappen kann.

Grau-weiße Katze in der Natur

Katze an Freigang gewöhnen – Gründe

Es können zahlreiche Gründe auftreten, warum du auf einmal überlegst, deine Katze von der reinen Wohnungshaltung in den Freigang zu lassen. Mögliche Gründe sind:

  • Besitzerwechsel: Wenn du deine Katze frisch aus dem Tierheim hast oder von Bekannten übernommen hast, ändern sich natürlich die wohnlichen Gegebenheiten für deine Mieze. Gib ihr deswegen etwa 6 bis 8 Wochen Eingewöhnungszeit in der Wohnung, bevor du sie rauslässt. Auch ein neuer Partner oder ein Baby in der Wohnung kann dazu führen, dass sich die Katze erstmal daran gewöhnen muss.
  • Wohnungswechsel: Ähnliches gilt bei einem Umzug ins Grüne. Da die Katze hier allerdings ihre altbekannten Bezugspersonen behält, reichen meist etwa 2 Wochen Eingewöhnungszeit. Die Dauer variiert jedoch.
  • Katze ist “erwachsen”: Junge Kitten leben meist bis zu einem halben Jahr in der Wohnung bis du sie dann rauslassen kannst. Sie benötigen dann erstmal viel Zeit, um sich draußen zu orientieren.
  • Entlastung: Der Freigang deiner Katze kann dich als Halter entlasten. Gerade bei jungen Katzen, die einen großen Spieltrieb haben, kann reine Wohnungshaltung mitunter anstrengend werden.
  • Weniger Zeit bei Alleinhaltung: Gerade bei einer Katze, die einzeln gehalten wird, könnte neu gewonnener Freigang das Leben lebenswerter machen. So wirkt der Halter mit wenig Zeit dem entgegen, dass sich seine Katze langweilt.

Katze an Freigang gewöhnen – Worauf achten

Wenn du dich dazu entscheidest deine Katze fortan rauszulassen, gibt es einiges zu beachten:

1. Gesundheit: Deine Katze muss für den Freigang ausreichend geimpft, gechippt und kastriert sein. Eine Katze im Freigang braucht in der Regel mehr Impfschutz als eine Wohnungskatze. Auch das Chippen und Eintragen in die Datenbank von Tasso e.V. ist wichtig vor dem ersten Freigang. Falls deine Samtpfote einmal verschwindet, dann kann der Finder beim Tierarzt den Chip mittels Lesegerät auslesen lassen und den Besitzer ausfindig machen. Wenn du deine Katze an den Auslauf gewöhnen willst, braucht sie zudem vermehrt Wurmkuren und Zeckenschutz. Entscheidet man sich zusätzlich für ein Halsband, sollte man unbedingt ein Modell wählen, das sich öffnet, wenn die Katze irgendwo hängen bleibt.

2. Beute: Katzen sind Jäger, und so kann es durchaus passieren, dass dir deine Katze ab und an eine Maus oder einen Vogel mit in die Wohnung bringt. Sei es als Geschenk für dich, zum Spielen oder zum Verspeisen. Überlege dir, wie du damit umgehen willst: Gewährst du ihr dauerhaft Freigang, so dass sie kommen und gehen kann, wie sie will, mit einer Katzenklappe? Oder regulierst du den Ausgang?

Freigängerkatzen bringen ihre Beute ab und zu mit

3. Zeitpunkt:  Wenn du deine Katze zum ersten Mal rauslässt, ist es gut, wenn sie hungrig ist und das Wetter nur mäßig gut ist. Gerne mit Nieselregen. Dann gibt es mindestens 2 gute Gründe für deine Mieze, trotz Aufregung und Erkundungsdrang bald wieder vorbeizukommen. 

Katze an Freigang gewöhnen – Vergleich mit den USA

Während in Westeuropa die meisten Katzen Freigänger sind, sind 50 bis 60 Prozent aller US-Katzen Stubentiger – damit leben sie zumindest wesentlich sicherer als unsere Freigängerkatzen. Tierärzte in den USA empfehlen auch Katzen drinnen zu halten. Das liegt aber vermutlich weniger an Sorgen um die Katzen als um jene Vögel oder Mäuse, die von den Katzen-Raubtieren gefressen werden. Amerikanische Vogelschützer fordern sogar, Hauskatzen den Freigang zu verbieten. Grund dafür, ist das die kleinen Raubtiere jedes Jahr Hunderte Millionen Vögel und kleine Säugetiere, Amphibien und Reptilien töten. Auch Halsbänder mit Glöckchen, die viele Tierhalter ihren Katzen zum Schutz von Wildtieren umlegen, sind laut dem Deutschen Tierschutzbund wegen ihrer möglichen Verletzungsgefahr für die Katze kritisch zu sehen. Neben den möglichen Risiken sei zudem der Nutzen der Halsbänder eher gering, da Jungvögel trotzdem nicht wegfliegen können.

Der Naturschutzbund gibt außerdem zu bedenken, dass Freigänger, die ein zu Hause haben, nur zum Zeitvertreib jagen. Ein weitaus größeres Problem für die Vögel stellen verwilderte Hauskatzen dar. Sie sind gezwungen, ihren Nahrungsbedarf außer über menschliche Abfälle praktisch komplett durch die Jagd auf Kleintiere zu decken. Wenn es gelänge, die Bestände verwilderter Hauskatzen durch Kastrationen zu reduzieren, hätte man das Problem sicherlich auf ein erträgliches Maß verringert. Den erwiesenen Rückgang der Vogelpopulation einzig den Katzen anlasten zu wollen, wäre jedoch viel zu einfach. Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt ist und bleibt die fortschreitende Verschlechterung von Lebensräumen durch den Menschen. Und das betrifft Deutschland, sowie die USA und den Rest der Welt.

Katze an Freigang gewöhnen – Die Anfangszeit

Wenn du deiner Mieze zum ersten Mal die Tür in die Freiheit öffnest, haben die meisten Katzenhalter verständlicherweise Herzklopfen. Was ist, wenn die Katze nicht wiederkommt? Was ist, wenn ihr etwas passiert? Damit kein zu großer Stress aufkommt, sollten die ersten Ausflüge nach draußen nicht kurz vor Einbruch der Dunkelheit oder kurz vor Arbeitsbeginn stattfinden. Nimm dir Zeit und gib deiner Katze die nötige Sicherheit. Du kannst sie auch erstmal begleiten, das ist beruhigend für Katze und Halter. Während eurer gemeinsamen Erkundungstouren im Garten oder auf dem Feldweg hinterm Haus kannst du sie auf besonders schöne und sichere Plätze hinweisen, indem du dahin vorgehst. Aber nicht zu schnell. Gehe langsam vor und führe deine Katze nicht weiter von der Tür weg, als sie selber gehen möchte. Gewähre ihr so viel Freiraum, wie sie will, und rufe sie am besten nicht ständig. Sie wird ohnehin schon sehr aufgeregt sein und das verwirrt sie nur weiter. Wenn sie von alleine zu dir kommt, kannst du sie aber natürlich ansprechen und streicheln.

Katze an Freigang gewöhnen – Mit der Leine?

Bei älteren Katzen zwischen 6 und 10 Jahren oder bei jungen Katzen kann es zudem sinnvoll sein, die Nachbarschaft mit der Leine abzugehen und sie ihren Duft markieren zu lassen. An das Tragen einer Leine und eines Geschirrs muss deine Katze natürlich gewöhnt sein. Übe dazu das Anlegen und Tragen mit deiner Katze in deiner Wohnung. Denn wenn du so etwas auf deinem Grund und Boden durchspielst, kannst du deiner Katze eine Menge Vertrauen und Sicherheit vermitteln. Besonders wenn deine Katze unsicher ist, kann das helfen. Du bist ja immer in Reichweite deiner Katze.

Wenn ihr dann angeleint rausgeht, lass deine Samtpfote so viel, wie sie will, herumstöbern und herumrennen. Deine Katze kann selbst entscheiden, wann der kleine Ausflug wieder beendet ist. Animiere deine Katze ruhig mit ein paar Leckerlis dazu, Stellen im Garten zu erkunden, von denen aus sie keinen Sichtkontakt zu dir hat. Es ist ganz normal, dass sie anfangs noch nicht allzu abenteuerlustig ist. Mit der Zeit wird sie sich aber daran gewöhnen und ihren Freigang dann auch einfordern.

Katze an Freigang gewöhnen – Kommt sie wieder zurück?

Katzen sind eigenwillig, haben ihren eigenen Kopf und sind mitunter sehr selbstständig. Deswegen kann die Zeit draußen – besonders bei gutem Wetter in der Dämmerungszeit – mitunter sehr lange andauern. Das ist kein Grund zur Panik. Katzen finden anhand ihrer Duftmarken den Weg zurück nach Hause, da brauchst du dir keine Sorgen machen. Deine Katze findet sich von ihrem Wesen her draußen gut zurecht. Vielleicht dauert die Tour dieses Mal auch länger, weil sie draußen Bekanntschaften geschlossen hat und jetzt ausgiebig spielt. Eine andere Möglichkeit ist, dass sie bei schlechtem Wetter ganz einfach irgendwo einen Unterschlupf gesucht hat. Natürlich kann es auch sein, dass deine Katze irgendwo in der Nachbarschaft andere Leckereien aufgetan hat und sich jetzt erstmal dort bedient. Was auch immer der Grund für das lange Wegbleiben deiner Mieze ist, sie wird in der Regel wiederkommen.

Katze an Freigang gewöhnen – Und umgekehrt?

Umgekehrt ist das Ganze etwas schwieriger. Hat eine Katze nämlich einmal Gefallen am Freigang gefunden, kann man sie nicht einfach wieder zur Wohnungskatze machen. Dieses Hin und Her würde sie auf lange Sicht unglücklich machen, deswegen will die Entscheidung über die Haltungsform bzw. eine Veränderung dieser gut überlegt sein. Ein Wechsel vom Freigänger zum Stubentiger sollte wenn möglich vermieden werden.

Eine Ausnahme bietet der Fall, dass es draußen zu gefährlich für deine Mieze geworden ist. Das kann plötzlich der Fall sein, wenn deine Katze zu alt bzw. krank geworden und nicht mehr so fit ist oder du umgezogen bist. In den ersteren Fällen wird sie wahrscheinlich ganz von selbst mehr Zeit drinnen verbringen wollen, so dass eine Umstellung nicht schwer sein dürfte. Im Falle eines Umzuges in eine Gegend, wo du deine Mieze nicht rauslassen kannst, ist das schon schwieriger. Um ihr eine Umstellung zu erleichtern, solltest du folgendes beachten:

  • Mache deine Wohnung zum Katzenparadies mit viel Spiel- und Kratzmöglichkeiten.
  • Verringere langsam die Ausgangszeiten.
  • Kein zusätzlicher Stress durch fremde Leute oder Lärm.
  • Viele Rückzugsorte für deine Katze schaffen mit ihrem Lieblingsspielzeug, Kuscheldecken und Leckerlis.
  • Sorge für Plätze mit Ausblick nach draußen: Gesicherter Balkon oder ein breites Fensterbrett.

Trotz allem wird es definitiv am Anfang Protest geben, wenn deine Katze die Wohnung nicht mehr verlassen darf. 

Ist deine Katze zur Freigängerin geworden? Was waren deine Überlegungen dazu? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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