Hundesteuer – Alles auf einem Blick


Neben den Ausgaben für Futter, Tierarztbesuchen und Zubehör, musst du als Halter auch die Hundesteuer zahlen. Aber warum zahlst du die Hundesteuer und wie hoch ist sie? Hier erhältst du einen Überblick über die Hundesteuer.

Glücklicher Hund wird vom Herrchen umarmt

Hundesteuer: Allgemeines

Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, mit der das Halten von Hunden besteuert wird. Man muss diese jährlich pro Hund bezahlen. Üblicherweise ist für besonders gefährliche Hunde ein höherer Steuersatz zu zahlen. Kampfhunde zahlen fast überall drauf. Außerdem gibt es in Deutschland nur sehr wenige Gemeinden, die keine Hundesteuer erheben.

Hundesteuer: Warum zahle ich Hundesteuer?

Die Hundesteuer wurde in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Luxussteuer eingeführt. Da damals Hunde eher als ein Luxusgut galten, richtete sich die Steuer hauptsächlich an reiche Leute. Diese hielten die Hunde als Haustiere.

Die Einnahmen aus der Hundesteuer dienen der Finanzierung aller möglichen kommunalen Aufgaben. Es handelt sich hier um eine Abgabe, die nach dem sogenannten Gesamtdeckungsprinzip verwendet werden darf. Dies bedeutet, dass die Gemeinde selbst entscheidet, wofür sie das eingenommene Geld benutzt. Meistens wird es für die Beseitigung von Hundekot, die Bereitstellung von Hundekotbeuteln und den Ausbau von Hundespielwiesen genutzt. Es kann aber auch für anderweitiges genutzt werden.

Hundesteuer: Wie hoch ist die Hundesteuer?

Die Höhe der Hundesteuer hängt hauptsächlich von dem Wohnort ab, denn jede Gemeinde legt die Höhe der Abgabe selbst fest. Daher sind die Beiträge in Deutschland sehr unterschiedlich. In der Regel gilt: Je größer die Stadt, desto höher ist die Hundesteuer.

Hier eine Auflistung der jeweiligen Steuersätze in den Hauptstädten der Bundesländer. Es handelt sich um einen jährlichen Beitrag. Beachte, dass im Bundesland, je nach Gemeinde, nochmals Unterschiede möglich sind.

Berlin

  • 120 Euro für den 1. Hund
  • 180 Euro für jeden weiteren Hund

Baden-Württemberg

  • 108 Euro für den 1. Hund
  • 216 Euro für jeden weiteren Hund
  • 612 Euro für gefährliche Hunde
  • 216 Euro für Zwinger

Bayern

  • 100 Euro für jeden Hund
  • 800 Euro für Kampfhunde

Brandenburg

  • 108 Euro für den 1. Hund
  • 144 Euro für den 2. Hund
  • 192 Euro für jeden weiteren Hund
  • 648 Euro für Kampfhunde

Bremen

  • 150 Euro für jeden Hund

Dresden

  • 108 Euro für den 1. Hund
  • 144 Euro für jeden weiteren Hund

Hamburg

  • 90 Euro pro Hund
  • 600 Euro für gefährliche Hunde

Hessen

  • 90 Euro den 1. Hund
  • 180 Euro für jeden weiteren Hund
  • 900 Euro für gefährliche Hunde

Mecklenburg-Vorpommern

  • 108 Euro für den 1. Hund
  • 200 Euro für den 2. Hund
  • 350 Euro für jeden weiteren Hund
  • 700 Euro für den 1. gefährlichen Hund
  • 1.000 Euro für jeden weiteren gefährlichen Hund

Niedersachsen

  • 132 Euro für den 1. Hund
  • 240 Euro für jeden weiteren Hund
  • 600 Euro für gefährliche Hunde

Nordrhein-Westfalen

  • 96 Euro für den 1. Hund
  • 150 Euro jeweils für 2 Hunde
  • 180 Euro jeweils für 3 oder mehr Hunde
  • 600 Euro für einen Kampfhund

Rheinland-Pfalz

  • 186 Euro für den 1. Hund
  • 216 Euro für jeden weiteren Hund
  • 600 Euro für gefährliche Hunde

Saarland

  • 120 Euro für den 1. Hund
  • 168 Euro für jeden weiteren Hund

Sachsen-Anhalt

  • 96 Euro für den 1. Hund
  • 144 Euro für den 2. Hund
  • 192 Euro für jeden weiteren Hund
  • 500 Euro für jeden gefährlichen Hund

Schleswig-Holstein

  • 126 Euro für den 1. Hund
  • 177 Euro für den 2. Hund
  • 213 Euro für jeden weiteren Hund

Thüringen

  • 108 Euro für den 1. Hund
  • 132 Euro für den 2. Hund
  • 156 Euro für jeden weiteren Hund

Hundesteuer: Wann muss ich keine Hundesteuer zahlen?

Befreiung und Vergünstigung von der Hundesteuer sind weitestgehend einheitlich geregelt. Generell lässt sich sagen, dass du von der Hundesteuer befreit werden kannst, wenn dein Vierbeiner nicht ausschließlich privaten Zwecken dient, also wenn dein Hund sich zum Beispiel durch besondere Fähigkeit nützlich macht. Darunter zählen:

  • Assistenzhunde
  • Rettungshunde und Polizeihunde
  • Hirten-, Herdschutz- und Hütehunde
  • Jagd- und Forstbegleithunde

Flächendeckend befreit von der Hundesteuer sind Assistenzhunde für Menschen mit Behinderung. Dazu gehören beispielsweise Blindenführhunde und Signalhunde für Gehörlose. Für die Befreiung reicht es meist, den Behindertenausweis einzureichen.

Rettungs- und Polizeihunde sind sozusagen im öffentlichen Dienst tätig. Sie sind erfolgreich als Rettungshunde geprüft worden und leisten mit ihren speziellen Fähigkeiten einen wertvollen Dienst für die zivile Bevölkerung. Dazu gehören beispielsweise Lawinenspürhunde, Wasserrettungshunde und Mantrailing-Hunde, die die Spur vermisster Personen verfolgen.

Bei Hirten-, Herdschutz- und Hütehunden handelt es sich um Hunde, die Hirten bei ihrer Arbeit unterstützen. Dies tun sie zum Beispiel, indem sie helfen die Herde zusammenzuhalten oder die Herde vor Raubtieren zu schützen.

Auch Jagdhunde können von der Steuer befreit werden. Dem Berufsjäger steht eine Befreiung von der Steuer zu, wenn sein Hund eine erfolgreiche Jagdhundeprüfung abgelegt hat. Die Befreiung gilt nur, wenn der Hund von einem Berufsjäger, einem Forstangestellten oder Feld- und Forstaufseher gehalten wird.

Außerdem musst du keine Hundesteuer zahlen, wenn der Hund zu gewerblichen Zwecken gehalten wird. Dies gilt etwa für Hundezüchter und -händler. Zudem gibt es Gemeinden, in denen die Hundesteuer für Tierheim-Hunde entfällt. Die Kommunen verzichten nach der Adoption eines Tierheimhundes für einen gewissen Zeitraum oder sogar ganz auf die Hundesteuer. In den meisten Städten gibt es eine Befreiung von der Steuer für ein bis zwei Jahre. In Mannheim wurde letztes Jahr beschlossen, dass unbefristet keine Steuern mehr für Hunde, die aus dem Tierheim übernommen werden, erhoben werden. Diese Entscheidung betrifft auch Listenhunde, wenn der neue Halter einen Hundeführerschein vorweisen kann.

Hundesteuer: Regionale Unterschiede

Da die Hundesteuer von der Gemeinde festgelegt wird, unterscheiden sich die Hundesteuersätze auch bundeslandweit sehr stark. Oftmals ist die Hundesteuer auf dem Land niedriger als in der Stadt. Betrachtet man beispielsweise die Hundesteuersätze innerhalb Nordrhein-Westfalens, lassen sich immense Unterschiede finden.

In der Gemeinde Lienen im Kreis Steinfurt muss jeder Hundebesitzer 60 Euro pro Hund zahlen, unabhängig davon, ob es sich um einen gefährlichen Hund handelt oder nicht. Währenddessen nimmt die Stadt Hagen 180 Euro für einen Hund, 210 Euro je Hund bei zwei Hunden und 240 Euro je Hund bei drei oder mehr gehaltenen Hunden.

Wie viel Hundesteuer zahls du in deiner Gemeinde? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zur Hundehaltung und deren Vor- und Nachteile. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Vorteile eines Hundes sind besonders, dass sich der Hundehalter viel bewegt, der Hund treu ist und aufheitert. Nachteile sind vor allem die Hundesteuer und die vielen Haare.

Infografik illustriert zu Vor- und Nachteilen der Hundehaltung
Infografik Vor- und Nachteile Hundehaltung

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