Hundesprache – So verstehst du deinen Hund richtig


Dein Hund kommuniziert mit dir zum größten Teil durch seine Körpersprache. Er nutzt verschiedene Gesten und Verhaltensweisen, um dir seine Bedürfnisse mitzuteilen. Hier lernst du die Hundesprache zu verstehen.

Süßer Hundewelpe schaut nach unten

Hundesprache: Allgemeines

Du kannst deinen Mitmenschen sagen, was mit dir los ist, genauso wie dein Hund auch. Der Unterschied besteht darin, dass du in erster Linie verbale Kommunikation verwendest, während dein Hund hauptsächlich nonverbal durch Körpersprache und in zweiter Linie durch Lautäußerungen kommuniziert. Zu dieser Körpersprache gehören Haltung und Bewegung der Rute, Ohr- und Augenstellung, Körperhaltung und -bewegung sowie Gesichtsausdrücke. Das Verständnis der Körpersprache hilft dir dabei zu verstehen, was dein Hund dir sagen möchte.

Wenn du die Körpersprache deines Hundes beobachtest, um festzustellen, was er dir mitteilen will, ist es von entscheidender Bedeutung, deinen gesamten Hund sowie die Situation zu beobachten. Nur so kannst du genau bestimmen, was er dir mitteilen will. Damit euer Zusammenleben gut funktioniert, ist es wichtig, dass er dich und du ihn verstehst. Um zu verstehen, ob dein Hund zum Beispiel gerade ängstlich oder aggressiv ist, musst du erst einmal wissen, wie dein Hund im entspannten Zustand aussieht. Wie hält er seine Rute und seine Ohren? Wie sind seine Gesichtszüge? Nur wenn du dies weißt, kannst du seine Hundesprache richtig interpretieren.

Hundesprache: Haltung der Rute

Die Rute deines Hundes kann dir eine Menge Informationen vermitteln, wenn du weißt, wie du sie interpretieren musst. Die Haltung der Rute wird stark von der Rasse deines Hundes beeinflusst. Dein Hund drückt sich individuell aus. Die Höhe der Schwanzhaltung und die Art der Bewegung kann die Hundesprache erklären. Die Aussage, dass ein wedelnder Schwanz zeigt, dass sich dein Hund freut, stimmt nicht. Schließlich zeigt das Wedeln nur, dass dein Hund aufgeregt ist. Er kann positiv und negativ aufgeregt sein. Daher musst du die gesamte Körpersprache beachten. Hier sind einige Beispiele:

  • Die Rutenhaltung ist niedrig, einfach hängend, bzw. wie angewachsen: Dein Hund ist neutral, wenig selbstbewusst, defensiv oder auf der Jagd.
  • Die Rutenhaltung ist sehr hoch, bis über die Rückenlinie: Dein Hund ist selbstbewusst, imponierend oder aggressiv.
  • Schnelles Wedeln mit neutralem bis hohem Schwanz: Abhängig von den restlichen Signalen reagiert dein Hund so bei Freude, Spiel und auch bei angespannter Erregung und Aggression. 
  • Der Schwanz ist zwischen den Beinen oder am Bauch eingezogen: Dein Hund ist ängstlich, beschwichtigend oder unterwürfig. Dies zeigt, dass sich dein Liebling bedrängt fühlt oder von etwas verängstigt wurde. 
  • Langsames, fast steifes Wedeln mit dem hohen Schwanz: Dein Hund ist angespannt erregt und zeigt Imponiergehabe. 
  • Wedeln mit niedrigem oder eingezogenem Schwanz: Dein Hund beschwichtigt oder begrüßt unterwürfig. 

Bewerte immer die gesamte Körpersprache. Dein Vierbeiner hat eine individuelle Kommunikation und seine eigenen Gewohnheiten. Um ihn zu verstehen, musst du ihn gut kennen lernen.

Hundesprache: Augenstellung verstehen

Die Pupillengröße und der Blick deines Hundes kann dir viel über ihn mitteilen. Wenn dein Hund große Pupillen und einen ruhigen Ausdruck hat, dann ist er entspannt und freundlich. Sind seine Pupillen jedoch starr in Kombination mit einem fixierten Blick, dann spiegelt dies Drohung wieder. Dein Hund gibt wichtige Hinweise mit der Blickrichtung.

  • Der Blick ist direkt und weich: Dein Hund strahlt Aufmerksamkeit aus. 
  • Dein Hund wendet seinen Blick ab. Die Augen sind halbgeschlossen, blinzelnd und der Kopf ist abgewendet: Angst oder Unterwerfung.
  • Dein Hund starrt dir mit einem direkten Blick in die Augen. Er zieht die Augenbrauen dabei zusammen: Dein Vierbeiner strahlt Drohung aus.

Hundesprache: Ohrenstellung verstehen

Die Ohrenhaltung deines Hundes kann sich aufgrund seiner Rasse von anderen unterscheiden. Einige Hunde haben von Natur aus aufgerichtete Ohren und andere Schlappohren. Unabhängig davon, wie die Ohren der Rasse geformt sind, kann die Ohrenstellung etwas ausdrücken. Die Ohrenstellung kann so etwas über die Aufmerksamkeit oder den Gemütszustand deines Hundes aussagen. Hiermit kannst du die Hundesprache verstehen und sie übersetzen

  • Die Ohren sind aufgerichtet oder nach vorne gerichtet: Dein Hund ist aufmerksam oder neutral. Dein Hund konnte ein interessantes Geräusch wahrgenommen haben und seine Ohren in diese Richtung gedreht haben. 
  • Die Ohren sind sehr weit nach vorne gedreht, angespannt und können leicht vibrieren: Dein Vierbeiner könnte so reagieren, während er seine Beute fixiert. Er ist gespannt aufmerksam und konzentriert.
  • Die Ohren sind aufrecht oder in verschiedene Richtungen gedreht. Sie können auch nach hinten gedreht sein und sind sehr beweglich: Dein Liebling ist aufmerksam und unsicher.
  • Die Ohren sind nach hinten geklappt und liegen am Kopf an: Dein Hund ist unsicher und unterwürfig. Er könnte auch ängstlich sein. Oft macht er sich dabei klein und legt sich vielleicht sogar auf den Boden. Finde heraus, was ihn verunsichert und wie du ihn wieder beruhigen kannst.
  • Die Ohren sind steif nach vorne gerichtet: Dein Liebling ist offensiv aggressiv.
  • Die Ohren sind seitlich nach hinten geklappt oder nach hinten gezogen und könnten die Stellung schnell wechseln: Dein Vierbeiner ist defensiv aggressiv.

Hundesprache: Gesichtsausdrücke verstehen

Die Gesichtsausdrücke deines Hundes sind zwar nicht so vielseitig wie deine, aber sagen trotzdem viel aus. Wenn du dir die Mimik deines Lieblings genauer anschaust, erfährst du mehr über seine Stimmung. Der Gesichtsausdruck deines Hundes kann sich aus der Spannung und Stellung der Augenlider, der Augenbrauen, der Stellung des Augapfels, der Spannung der Gesichtshaut und mehr zusammensetzen.

  • Dein Hund hat einen entspannten Ausdruck. Er zieht die Lefzen vor allem im Bereich der Schneidezähne hoch. Er wirkt freudig: Dein Hund lächelt oder lacht. 
  • Die Lefzen deines Hundes sind weit nach hinten gezogen. Er hat Spannungsfalten bis zu den Ohren. Dein Hund könnte in dieser Situation hecheln: Er ist unsicher und ängstlich.
  • Dein Hund zittert und zieht die Lefzen hoch. Er zeigt seine Zähne und runzelt die Nase leicht: Dein Vierbeiner fühlt sich bedroht. 
  • Dein Hund zieht die Lefzen hoch und zeigt viele Zähne. Sein Mundwinkel ist spitz und weit nach hinten gezogen: Dein Hund drückt eine defensive Drohung aus.
  • Dein Hund zieht die Lefzen hoch und seine Nase ist gerunzelt: Dein Vierbeiner drückt eine offensive Drohung aus.
  • Dein Hund zieht seine Augenbrauen hoch und macht seine Augen groß: Dein Liebling möchte mehr Aufmerksamkeit von dir haben.

Hundesprache: Kopf- und Körperhaltung verstehen

Dein Hund kann auch mit seiner Kopf- und Körperhaltung Emotionen ausdrücken.

  • Dein Hund dreht den Kopf ein und zieht ihn weg. Er macht sich klein und kauert sich zusammen: Dein Hund hat Angst und ist unsicher.
  • Dein Hund streckt seinen Kopf nach vorne aus oder sein Hals ist gerader als sonst: Dein Vierbeiner ist offensiv aggressiv. 
  • Dein Hund dreht seinen Kopf seitlich weg. Seine Haltung ist tief oder schräg nach oben gerichtet: Dein Hund will beschwichtigen.
  • Dein Hund vergrößert sich, indem er seine Beine streckt. Er hat eine sehr aufrechte Haltung: Dein Liebling ist selbstbewusst, offensiv-aggressiv.
  • Dein Hund verlagert sein Gewicht nach hinten. Seine Haltung ist vorne hoch und hinten tief: Dein Hund drückt defensive Abwehr aus.
  • Dein Hund streckt seinen Kopf sehr weit nach vorne und hat eine niedrige Haltung. Seine Hinterbeine sind eingeknickt: Dein Hund erkundet.  
  • Dein Hund drückt seinen Vorderkörper nach unten. Er schiebt seine Vorderpfoten nach vorne und hebt seinen Hinterteil: Dein Liebling möchte dich zum Spielen auffordern.
  • Dein Hund hat eine niedrige Haltung und sein Körper ist leicht seitlich gedreht: Dein Vierbeiner ist aktiv am Beschwichtigen. 
  • Dein Hund liegt bewegungslos auf dem Rücken oder seitlich: Dein Hund ist passiv am Beschwichtigen oder unterwirft sich.

Hundesprache: Die Lautsprache deines Hundes verstehen

Neben der Körpersprache kann sich dein Hund auch über Laute ausdrücken. Der klassische Laut ist das Bellen. Es gibt aber noch viel mehr Laute wie das Quietschen, Wuffen, Winseln, Knurren oder Heulen. 

Bellen

Hunde habe unterschiedliche Arten des Bellens, sowohl gegenüber Artgenossen als auch Menschen. Meistens weißt du genau, ob dein Hund bellt, weil es an der Haustür geklingelt hat, weil er spielen möchte, oder weil er dir damit zeigen will, dass es höchste Zeit für den Spaziergang ist. Dein Hund bellt in einem unterschiedlichen Ton, wenn er gerade aggressiv ist oder sich freut. Tiefes Bellen deutet auf eine aggressive Stimmung hin und hohes Bellen auf Freude. Wenn du die Stimme deine Hundes kennst, kannst du hier Unterschiede feststellen. Achte hier auch auf die gesamte Körpersprache.

Quietschen

Wenn dein Hund am Quietschen ist, kann es für dich ganz schön nervig sein. Die Tonlage beim Quietschen ist sehr hoch. Dein Hund kann aus ganz unterschiedlichen Gründen quietschen. Langeweile, Freude, Stress, Schmerzen und auch Angst können der Grund sein. Schau dir die Situation genau an, um den jeweiligen Grund zu erkennen. 

Wuffen

Wenn dein Hund wufft, hört es sich an wie ein unterdrücktes Bellen. Meistens wufft dein Hund, weil er etwas bemerkt hat, auf das er dich aufmerksam machen will. Er möchte dich sozusagen warnen. Er macht Pausen während des Wuffens, um zu sehen, ob du seine Warnung wahrgenommen hast. 

Winseln

Das Winsel ist ähnlich wie das Quietschen recht hoch, aber das Geräusch selber ist länger gezogen. Dein Hund könnte aus vielen Gründen winseln:

  • Nervosität.
  • Angst.
  • Freude.
  • Frustration.
  • Weil er dringend vor die Tür muss.

Betrachte seine Körpersprache genau, um herauszufinden, was er dir mitteilen will. Wenn du gerade nach Hause gekommen bist und er an dir hoch springt, dann freut er sich bestimmt, dass du wieder zurück bist. 

Knurren

Das Knurren ist ein wichtiges Signal. Er drückt damit aus, das er sich bedroht fühlt und möchte Abstand vom jeweiligen Auslöser haben. Ein tiefes, langanhaltendes Knurren bedeutet oft eine Warnung. Ist das Knurren jedoch tief, aber immer nur kurz, dann ist dein Hund wahrscheinlich aufmerksam und warnend zugleich. Du solltest ihn dafür nicht bestrafen.

Heulen

Dein Liebling legt den Kopf nach hinten und streckt das Maul in die Höhe. Er heult wie ein Wolf. Dein Hund heult, weil er sein Territorium markieren oder seinen Sozialverband zusammenhalten möchte. Es kann auch sein, dass er nicht alleine sein will.

Verstehst du die Hundesprache und kannst gut mit deinem Hund kommunizieren? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zur Hundehaltung und deren Vor- und Nachteile. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Vorteile eines Hundes sind besonders, dass sich der Hundehalter viel bewegt, der Hund treu ist und aufheitert. Nachteile sind vor allem die Hundesteuer und die vielen Haare.

Infografik illustriert zu Vor- und Nachteilen der Hundehaltung
Infografik Vor- und Nachteile Hundehaltung

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