“Hunderecht betrifft alle Hundehalter”

Kristina Trahms arbeitet selbstständig als Rechtsanwältin. Vor nunmehr 15 Jahren als die Landeshundegesetze in Kraft traten, entschloss sie sich im Bereich Hunderecht zu spezialisieren. Sie hatte den richtigen Riecher, denn bei allen Hundehaltern und ihren Vierbeinern können Rechtsstreitigkeiten zu Problemen führen.

Rechtsanwältin Trahms mit ihren 2 Hunden

Wie kamen Sie darauf sich in diesem Bereich zu spezialisieren? Wie ist Ihr Werdegang?

Kristina Trahms: Angefangen habe ich als „normale“ Rechtsanwältin, die sich nebenbei für Hunderecht engagierte. Mittlerweile mache ich nichts anderes mehr. Nach dem tragischen Hundevorfall in Hamburg 2002 bei dem ein Kind starb sind bundesweit die Landeshundegesetze in Kraft getreten. Ich erkannte, dass dadurch jedoch nicht nur sogenannte gefährliche Hunde reglementiert werden, sondern leider auch alle anderen. Hunderecht ist demnach ein sehr spezielles Thema, aber eines das alle Hundehalter betrifft.

Wie sieht ein typischer Fall bei Ihnen aus? Wann werden Sie am häufigsten kontaktiert?

Kristina Trahms: Hunderecht gliedert sich in mehrere Teilbereiche. Da sind einmal Fälle, die den Bereich der Landeshundegesetze betreffen. Hier werde ich z.B. kontaktiert, wenn es Probleme gibt, wegen der Haltung von Hunden bestimmter Rassen oder als gefährlich eingestufter Hunde gibt. Zwecks der sachgerechten Haltung solcher Hunde oder wenn der Hund auffällig wird, werden die Halter dann von der Behörde kontaktiert – in so einem Fall springe ich oft ein und übernehme den Fall. Die besondere Schwierigkeit liegt dann darin, dass jedes Bundesland etwas andere Landeshundegesetze hat und es keine einheitliche Regelung gibt. Aber auch bei Hunden, die nicht als gefährlich eingestuft werden, kann es zu Beißvorfällen kommen.

Auch Fälle, die das Zuchtrecht und Kaufrecht betreffen, kommen häufig vor. Hier geht es um Auseinandersetzungen von Hundezüchtern und Käufern. Aber auch Fälle von Tierarztrecht, wenn Tierärzte in die Haftung genommen werden, vertrete ich. Immer stärker rückt auch das Mietrecht mit Hund in den Fokus meiner Arbeit. Das Wohnen mit Hunden zur Miete wird immer schwieriger in Deutschland.

Was war Ihr schönster Fall?

Kristina Trahms: Es gibt immer wieder schöne Fälle. Erst letztens hatte ich einen Fall, der sich nach 3 langen Jahren vor Gericht schlussendlich für uns und den Hundehalter entschied. Ein junger Mann hat nach einem einmaligen Beißvorfall seines Hundes, dessen Haltung behördlich untersagt bekommen. Die außerordentliche Situation wurde aber letzten Endes vom Gericht anerkannt und diese sehr drastischen Maßnahmen zurückgenommen. Diese Erleichterung des Hundehalters seinen Hund wieder guten Gewissens halten zu können und keine Angst davor haben zu müssen, dass dieser ihm weg genommen wird, ist auch für mich sehr schön.

Wie lange dauert ein Verfahren in der Regel?

Kristina Trahms: Das ist ganz unterschiedlich. Bei Verfahren nach dem Landeshundegesetz dauert es locker bis zu einem Jahr.

Es gibt Haftpflichtversicherungen für Haustiere. Übernehmen die den Rechtsschutz durch Ihre Kanzlei?

Kristina Trahms: Nein, dafür ist die Rechtsschutzversicherung zuständig. Diese agiert auch unabhängig davon, um welches Haustier es sich handelt. Bei der Kostenübernahme durch die Rechtsschutzversicherung ist aber natürlich der individuelle Vertrag den die Menschen mit ihrer Versicherung haben, entscheidend.

Haben Sie diesbezüglich Tipps an Tierhalter?

Kristina Trahms: In erster Linie würde ich jedem Tierhalter, besonders aber den Hundehaltern und den Pferdehaltern, empfehlen eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viele Tierhalter das nicht haben. Dabei kann so schnell ein massiver Schaden entstehen, wenn etwa der Hund nur einmal unbeaufsichtigt auf die Straße läuft und einen Verkehrsunfall verursacht. Eine Rechtsschutzversicherung kann sich für alle genannten Bereiche lohnen, muss aber schon vor dem Schadensfall abgeschlossen sein. Nachträglich greift die Versicherung nicht mehr.

Deutschland ist in der EU nur noch eines der wenigen Länder, in dem überhaupt eine Hundesteuer erhoben wird. Für Katzen, und besonders auch Pferde hingegen nicht. Wie ist Ihre Meinung zur Hundesteuer?

Kristina Trahms: Die Hundesteuer ist meines Erachtens eine veraltete Luxussteuer. Wofür brauchen wir sie? Dafür, dass sowieso jeder Hundehalter die Pflicht hat die Hinterlassenschaften seines Hundes weg zu räumen. Ich sehe nicht die Notwendigkeit für eine Steuer, besonders im Vergleich zu Katzen oder Pferden. Durch die Landeshundegesetze geht die Hundesteuer rapide hoch, wenn sie Hunde bestimmter Rassen halten, sodass sich manche Hundeliebhaber es sich schlichtweg nicht mehr leisten können ihre Hunde zu halten. Die Hundesteuer fungiert als Vermeidungssteuer, so dass sich auch nur noch wenige Listenhunde aus dem Tierheim anschafft. Als Abschreckung gewissermaßen. Aber auch bei als gefährlich eingestuften Hunden ist die Steuer enorm hoch. Die Höhe der Hundesteuer macht in solch Fällen das Zusammenleben fast unmöglich. Dies empfinde ich als ungerecht.

Wie hat die aktuelle Corona-Krise Ihr Arbeiten beeinflusst?

Kristina Trahms: Auch die Behörden sind momentan in Notbesetzung, von daher erreichen weniger Ordnungsverfügungen als sonst die Hundehalter. Jedoch werden die kommen, denn im Moment sind durch die Auflagen, die wir aktuell haben, Unmengen von Menschen mit Hunden unterwegs. Das wird erwartungsgemäß dazu führen, dass es zu mehr Begegnungen, aber auch Kollisionen zwischen Hunden und Hundehaltern kommen wird. Züchter und Tierheime geben mir auch die Rückmeldung, dass momentan viel mehr Menschen einen Hund aufnehmen wollen. Der Bedarf an einem Hund als Haustier scheint aktuell hoch.

Sie haben selbst Hunde. Sind die in der Kanzlei bei der Betreuung der Mandanten dabei?

Kristina Trahms: Meine 2 Hunde sind in der Kanzlei mit dabei. Je nach dem, werden sie natürlich raus geschickt, wenn der Mandant etwa selbst seinen Hund mitbringen will, damit es nicht zu viel Gewusel gibt. Beim Anwalt sind Leute oft erst einmal etwas nervös und gehemmt, klar, die Situation ist nicht alltäglich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde die Anspannung wegnehmen können. Ein Hund unterm Schreibtisch liegen zu haben, den die Mandanten kraulen können, entspannt nachgewiesen. Ohne Hund in der Kanzlei kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen.

Rechtsanwältin Kristina Trahms
Neumarkt 8a
41751 Viersen
info@hundekanzlei.de

http://www.hundekanzlei.de/

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