Hundegeburt – Das solltest du wissen


Deine Hündin ist trächtig, und die Geburt steht bald an? Dann beginnt für euch beide einer der aufregendsten Momente im Leben. Wir erklären dir hier, was zu beachten ist und wie du dich auf die Geburt vorbereiten kannst.

Vorbereitung der Hundegeburt

Wenn der Geburtstermin immer näher rückt, steigt verständlicherweise auch bei dir die Nervosität. Zwar kannst du dich bei der Geburt der Welpen voll und ganz auf die Instinkte der Hundemama verlassen, deiner Unterstützung steht jedoch nichts im Wege. Vor der Geburt gilt es natürlich erstmal, die 9 Wochen der Trächtigkeit zu überstehen. Was du dabei beachten solltest und wie du damit umgehst, erfährst du in unserem Beitrag Hündin ist trächtig. Folgendes solltest du vor der Geburt bereitstellen:

Wurflager

Gegen Ende der Trächtigkeit wird sich deine Hündin ein ruhiges Plätzchen suchen, an dem sie entspannt und in Ruhe ihre Jungen zur Welt bringen kann. Du kannst ihr dabei helfen, indem du ihr ein Wurflager baust, wo sie es für die bestehende Geburt ihrer Welpen warm, sicher und gemütlich hat. Stelle ihr dafür beispielsweise eine Kiste aus Holz zur Verfügung und lege darin saubere Laken, Bettbezüge oder Handtücher aus. Der Karton sollte am besten hoch genug sein, damit die neugierigen Welpen nicht auf die Idee kommen, auf Erkundungstour zu gehen. Natürlich sollte die Wurfkiste trotzdem noch niedrig genug sein, damit die Hündin bequem die Kiste verlassen und wieder betreten kann.

Sicherer und umschlossener Bereich für Welpen

Sobald die Welpen beginnen, sich zu bewegen und die Umgebung zu erkunden, solltest du dafür sorgen, dass ihr Lebensraum sicher umschlossen ist und sie nicht entkommen können.

Handtücher

Halte saubere, fusselfreie Handtücher und Laken zum Wechseln bereit. Falls die Hundemama ihre Welpen nicht selbst ableckt, musst du dabei mit sauberen Tüchern nachhelfen. Sonst können die frisch geborenen Welpen aufgrund der Fruchtblase nicht richtig atmen.

Telefonnummer

Falls während der Geburt doch mal Komplikationen auftreten sollten, ist es sinnvoll, wenn du die Telefonnummer des Tierarztes deines Vertrauens stets zur Hand hast.

Milch

Wenn die Hündin nach dem Werfen Probleme hat, kann es sein, dass du die Welpen selber füttern musst. Für einen solchen Fall solltest du spezielle Welpenmilch vorrätig haben, die du den Welpen in regelmäßigen Abständen mit einer Spritze verabreichen kannst. Wenn du dir dabei unsicher bist, kannst du natürlich deinen Tierarzt um Rat fragen.

Sterile Schere und Faden

Du solltest vor der Geburt eine saubere Schere und einen festen Faden bereithalten. In den meisten Fällen beißt die Hundemama die Nabelschnur selbst durch. Falls die Hündin ihre Welpen jedoch nicht selbst abnabelt, zählt dies zu deinen Aufgaben. Dafür bindest du die Nabelschnur ungefähr 2,5 cm vom Körper des kleinen Hundes mit einem festen Faden ab und schneidest sie dann zwischen Nachgeburt und Hundebauch mit einer sauberen Schere durch. Achte darauf, die Schnur nicht zu nah am Körper des Welpen abzuschneiden, um seine Gesundheit nicht zu gefährden.

Anzeichen vor der Hundegeburt

Es ist immer gut, wenn du bei der Geburt direkt zur Stelle bist und im Fall der Fälle helfen kannst, sollte es Komplikationen geben. Es gibt einige Anzeichen für eine bevorstehende Hundegeburt, auf die du achten kannst:

  • Der Bauch der Hündin senkt sich nun nach unten. In dieser Zeit wirkt sie an der Taille etwas schlanker als vorher. 
  • 2 – 3 Tage vor der Geburt beginnt die Milch in das Gesäuge der Hündin einzuschießen. Das Gesäuge wird also größer und die Milchsekretion beginnt.
  • Kurz vor der Geburt zeigt die Hündin ein steigendes unruhiges Verhalten. Dabei sind das Hin- und Herlaufen und häufiges Hecheln Anzeichen für die beginnende Geburt.
  • Kurz vor der Geburt bekommt die Hündin Durchfall. Dies ist ein sicheres Indiz dafür, dass die Geburt bald beginnt.
  • Die Hündin frisst vor der Geburt deutlich weniger. Ungefähr 24 Stunden vor der Geburt wird sie das Futter komplett verweigern und sich auf das anstehende Ereignis vorbereiten.
  • Die Hündin beginnt sich vermehrt zu lecken.
  • Leichter schleimiger Vaginalausfluss, der sich aus der Verflüssigung des Zervikalschleims ergibt. 
  • 8 – 10 Tage vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur auf 38°C. Etwa 12 – 24 Stunden direkt vor der Geburt kommt es zu einem auffälligen weiteren Abfall um 1° oder mehr. Mit Beginn der Öffnungsphase steigt die Temperatur wieder an.

Die Hundegeburt

1. Öffnungsphase

Die Öffnungsphase beschreibt das erste Stadium der Geburt. Die Gebärmutter stellt sich auf die Geburt ein und zieht sich leicht zusammen. Dabei erschlaffen die Beckenbänder, die Milch schießt in das Gesäuge der Hündin ein, und die Geburtswege weiten sich. Durch hormonellen Einfluss kommt es in dieser Phase zu Eröffnungswehen. Die Kontraktionen sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Du wirst aber merken, dass deine Hündin zu diesem Zeitpunkt unruhig ist und sich ihr Wurflager zurecht scharrt. Im Idealfall wird sie sich im von dir vorbereiteten Wurflager niederlassen. Wunder dich jedoch nicht, wenn deine trächtige Hündin einen anderen Ort als den von dir hergerichteten für die Geburt auswählt, weil sie sich dort wohler fühlt. Lasse sie in dem Fall am besten dort und sorge für genug Wärme, da es sonst nur zu unnötigen Störungen kommen würde. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass sie stark hechelt und sich ständig nach hinten in Richtung ihrer Flanken umschaut. Die Dauer dieser Geburtsphase kann zwischen 6 und 12 Stunden, manchmal bis zu 36 Stunden betragen.

2. Austreibungsphase

Die 2. Phase umfasst die Geburt der Jungen, die in der Regel 3 – 12 Stunden Zeit in Anspruch nimmt. In manchen Fällen kann es auch bis zu 24 Stunden dauern. Durch die Eröffnungswehen werden die Welpen langsam durch den Muttermund in die Vulva geschoben. Die äußere Fruchthülle platzt und das austretende Fruchtwasser sorgt für eine bessere Gleitfähigkeit der Welpen. Die Austreibungswehen werden dabei durch die Bauchpresse verstärkt. Bei der Austreibung liegt oder sitzt die Hündin meist, der Rutenansatz steht steil nach oben und die restliche Rute ist in einem Bogen nach unten abgedreht. Wenn du starke Wehen und einen klaren Ausfluss am Geschlecht deiner Hündin erkennst, folgt in der Regel 20 – 30 Minuten danach der erste Welpe. Die Welpen kommen in einem Abstand von 20 Minuten zur Welt. Falls sich die Mama zwischen den Welpen ausruhen möchte, kann es auch passieren, dass sie bis zu 2 Stunden nicht wieder presst. Beobachte sie dabei genau und informiere den Tierarzt, wenn die Ruhephase länger anhält. 

Wenn alles gut geht, musst du nicht in den Geburtsvorgang deiner Hündin eingreifen, aber manchmal braucht die werdende Mama etwas Unterstützung. Normalerweise wird sie die Neugeborenen selber von der noch vorhandenen Fruchthülle befreien und die Nabelschnur durchbeißen. Falls die Hündin sie nicht freileckt, musst du gegebenenfalls einspringen und ihr bei der Pflege der Neugeborenen behilflich sein. Entferne dazu die restliche Fruchtblase und säubere behutsam das Gesicht und Nasenlöcher mit einem sauberen Lappen, Handtuch oder Waschlappen schnell und gegen den Strich trocken. Durch das Reiben werden die Jungen dazu angeregt, ihre ersten kräftigen Atemzüge zu machen.

3. Nachgeburtsphase

Diese Phase beschreibt die letzte Phase der Hundegeburt. Jeder Hundewelpe ist von einer Plazenta, der sogenannten Nachgeburt, umgeben, die in der Regel sofort, spätestens nach 15 Minuten, jeweils nach der Geburt eines Welpen ausgeschieden wird. Manche Hündinnen fressen die Plazentas während der Geburt, um sich zu stärken. Später erbrechen sie diese meist wieder. Das mag für dich vielleicht sehr unappetitlich und ungewohnt wirken, ist aber völlig normal. Achte dabei darauf, dass deine Hündin genauso viele Nachgeburten ausscheidet wie sie Welpen geworfen hat. So weißt du, ob sich noch welche im Körper der Mutter befinden. Wenn du glaubst, dass das der Fall ist, rufe am besten den Tierarzt an, damit er gegebenenfalls eingreifen kann.

Wenn alle geboren sind, geht das Gerangel um die Nahrung los. Jeder möchte sich schnell eine Zitze sichern, die während der gesamten Säugezeit als ihr Eigentum verteidigt wird. Die Aufnahme der ersten Muttermilch ist von entscheidender Bedeutung, da sie wichtige mütterliche Antikörper enthält und so die Hundebabys vor Krankheitserregern schützt.

Komplikationen bei der Hundegeburt

Du solltest auf jeden Fall den Tierarzt deines Vertrauens vor der Geburt informieren. So ist er vorbereitet und kann schneller reagieren, wenn es während der Geburt zu Komplikationen kommt. Dabei gibt es unterschiedliche Ursachen, die zu Komplikationen führen können. Bei folgenden Anzeichen solltest du unbedingt den Tierarzt rufen:

  • Beckeneinengung: Eine Beckeneinengung besteht, wenn die Hündin starke Wehen zeigt und nach 45 – 60 Minuten kein Welpe geboren wurde. Bei Rassen wie Mops oder Bulldogge tritt diese Komplikation häufig auf, da sie besonders anfällig dafür sind.
  • Wehenschwäche: Dies bedeutet, dass die Kontraktionen der Gebärmutter nicht stark genug sind, um den Vorgang der Geburt voranzutreiben. Die Wehenschwäche besteht also, wenn es nach 2 Stunden andauernder Kontraktion zu keiner Geburt des ersten Welpen kommt bzw. wenn nach 4 Stunden der Geburt kein weiterer Welpe geboren wird.
  • Fehlende Öffnungsphase: Durch einen zu geringen Kalziumspiegel im Blut wird die Weitung des Gebärmutterhalses verhindert, daher kommt es 24 – 36 Stunden nach dem Temperaturabfall zu keiner Geburt.

Folgende Komplikationen können nach der Geburt auftreten:

  • Eklampsie: Als Eklampsie werden Krämpfe bezeichnet, die in der Geburts- und Nachgeburtsperiode bei Hündinnen auftreten. Am häufigsten tritt diese Krankheit jedoch nach der Geburt und vor allem bei kleinen Hunderassen auf. Dabei bekommt die Hündin Muskelzuckungen an den Vorder- und Hinterbeinen. Die Ursache dahinter ist eine verminderte Kalziumkonzentration im Blut. Nimmt die Hündin also durch ihre Nahrung nicht genügend Kalzium auf, verringert sich die Konzentration des Kalziums im Blut durch das Stillen, wodurch die Eklampsie ausgelöst wird. 
  • Unterzuckerung (Hypoglykämie): Die Ursache einer Unterzuckerung ist die Überanstrengung der Hündin während der Geburt. Dabei ist sie nach der Geburt sehr schwach und kann Krämpfe bekommen.
  • Entzündung der Gebärmutter (Metritis): Die möglichen Ursachen dahinter sind eine zurückgehaltene Plazenta, abgestorbene Föten oder aufsteigende Infektionen. Falls also eine Plazenta oder ein Teil davon in der Gebärmutter bleibt, besteht die Gefahr einer Gebärmutterentzündung. Dabei zeigt die Hündin Symptome wie Müdigkeit, verminderter Appetit, Fieber und vaginaler Ausfluss.
  • Entzündung der Milchdrüse (Mastitis): Mastitis ist eine sogenannte Gesäugeentzündung. Diese wird meist durch Bakterien, die in die Drüsen eindringen, verursacht. Die Bakterien gelangen dabei über kleine Verletzungen in das Gewebe des Gesäuges und vermehren sich dort. Zustande kommen diese Verletzungen unter anderem durch die Zähne oder die Krallen der säugenden Welpen. Bei einer Mastitis sind die entzündeten Milchdrüsen der Hündin geschwollen, gerötet, überwärmt und schmerzhaft. Dies führt in der Regel dazu, dass die Hündin ihre Welpen nur noch selten oder gar nicht mehr säugt.

Direkt nach der Hundegeburt

Wenn die Geburt vorbei ist und alle sich bester Gesundheit erfreuen, solltest du deiner Hündin genug zu trinken und zu fressen geben. Verwende dafür weiterhin das Welpenfutter, das sie auch bereits während der Trächtigkeit erhalten hat. Gerade jetzt braucht sie etwas, das sie kennt und das gut verträglich für ihren Magen ist. 

Hilf ihr dabei, nach draußen an die frische Luft zu gehen und ihr Geschäft zu verrichten. Gerade am Anfang wird sie hierbei noch ihre Schwierigkeiten haben. Nach der Geburt solltest du die Tücher und Laken, die während der Geburt beschmutzt wurden, entfernen und mit sauberen ersetzen.

Nun braucht die Hundemama viel Ruhe und auch die Welpen sollten nicht direkt mit vielen Menschen konfrontiert werden. Die junge Familie braucht nun etwas Zeit für sich. Hast du Kinder, sollten diese nur unter Aufsicht mit dem Hundenachwuchs spielen und das erst nach ein paar Wochen. Schlaf- und Ruhebedürfnisse des Nachwuchses sollten immer an erster Stelle stehen und respektiert werden. 

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Hundemama einen Welpen verstößt und aufhört, ihn zu füttern und zu pflegen. Dann muss der Nachwuchs ganz oder teilweise von Hand mit spezieller Welpenmilch von dir aufgezogen werden. Besprich dabei das Vorgehen am besten mit deinem Tierarzt.

Hat deine Hündin schon mal Welpen bekommen? Erzähle uns gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Die Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zu Gesundheitsthemen. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Wenn sich Hundehalter über Gesundheitsthemen informieren, wird am häufigsten der Tierarzt konsultiert. Auch recherchieren viele Tierbesitzer im Internet. Nach ihrer Ansicht beeinflussen vor allem das richtige Futter und die Bewegung die Gesundheit ihres Hundes.

Infografik Umfrage Hundegesundheit
Infografik Hundegesundheit

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