Hund zieht an der Leine – Was jetzt zu tun ist


Wenn dein Hund ab und zu mal an der Leine zieht, vielleicht auch unbeabsichtigt, ist das völlig normal. Doch wenn deine Fellnase eher mit dir spazieren geht als du mit ihm, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Wir zeigen dir hier, was du gegen häufiges An-der-Leine ziehen tun kannst. 

Angeleinter Terrier schaut in die Kamera

Hund zieht an der Leine: Mögliche Gründe

Wenn dein Vierbeiner häufig an der Leine zieht, gibt es dafür mehrere Ursachen. Um mögliche Verletzungen von dir oder deinem Hund zu vermeiden und eure Bindung zu stärken, achte darauf, folgende Gründe zu vermeiden:

Inkonsequente Erziehung

Die häufigste Ursache, wenn dein Hund ständig an der Leine zieht, ist seine Erziehung. Konsequenz und Geduld sind hierbei wichtige Stichworte. Auch wenn dein Liebling dich mit seinem Hundeblick noch so umgarnt, du bist der Chef, und das musst du ihm auch deutlich zeigen. Beginne am besten schon im Welpenalter deinen Hund zu erziehen. Im jungen Alter lässt sich dein Vierbeiner noch stark prägen und beeinflussen. Die Grundkommandos wie “Bleib” und “Bei Fuß” sollte deine Fellnase möglichst früh erlernen. Um eine gute Hundeerziehung zu gewährleisten, kannst du mit ihm eine Hundeschule besuchen. Dort findet er gleichzeitig viele soziale Kontakte, von denen er einiges lernen kann. Denn auch Hunde lernen von ihren Artgenossen.

Länge der Leine

Überprüfe die Länge der Leine deines Hundes. Manchmal ist diese zu kurz eingestellt, sodass das Tier schon anfängt an der Leine zu ziehen, wenn es nur ein paar Schritte vorwärts geht. Hunde wollen ihr Revier markieren und Sozialkontakte pflegen. Das bedeutet, die Duftmarken der Artgenossen zu erschnüffeln, die eigenen Marken zu erneuern, andere Hunde zu begrüßen. Und sich zu bewegen gehört zu ihren natürlich Bedürfnissen. Verwehre ihm das nicht.

Eine Schleppleine kann Abhilfe schaffen. So kann dein Vierbeiner sich freier bewegen, während du ihn notfalls trotzdem unter Kontrolle hast. Falls sich das Problem so nicht löst, kannst du es mit Training probieren. Die Leinenführigkeit deines Hundes lässt sich erlernen. Hierbei ist das Ziel, deinem Hund klar zu machen, dass du nicht möchtest, dass er an der Leine zieht. Er muss verstehen, dass es sich für ihn mehr lohnt, auf dich zu achten, als seinem eigenen Kopf zu folgen. Das gilt auch, wenn er an der Leine zerrt und bellt, weil er durch andere Vierbeiner in Aufregung gerät.

Auch ist ein Brustgeschirr für Hunde, die an der Leine ziehen, ratsam. Das ständige Ziehen am Halsband kann nämlich zu Verletzungen der Luftröhre und des Kehlkopfs des Hundes führen. Du verstärkst die möglichen Verletzungen, indem du auch an der Leine ziehst. Dieses Kräftemessen gewinnt keiner, denn der sogenannte Leinenruck ist schmerzhaft für deinen Vierbeiner. Du solltest von daher keinesfalls an der Leine zerren, wenn dein Hund zieht. Mit einem Brustgeschirr schonst du die Gesundheit deines Hundes. Es kann außerdem helfen, wenn du einen Teil der Leine an dem vorderen Brustring, den anderen hinten am Geschirr befestigst und ihn über zwei Punkte führst. So kannst du seine Leinenführigkeit entspannter trainieren.

Leinenführigkeit trainieren

Das Laufen an der lockeren Leinen ist für deinen Hund eine sehr unnatürliche Anforderung. Deswegen solltest du Verständnis dafür haben, dass dein Vierbeiner das Gehen an der Leine zuerst als Einschränkung in seiner geliebten Freiheit sieht. Um die Bedeutung, die dein Hund dem An-der-Leine-gehen beimisst, zu ändern, solltest du die Leine positiv verknüpfen. Gelingen kann das, indem du der Fellnase ab sofort beim Spielen, dem Füttern oder den nächsten Streicheleinheiten die Leine anlegst. Das beeinträchtigt den Vierbeiner nicht, und er lernt so die Leine nicht weiter mit dem anstrengenden An-der-Leine-ziehen zu verbinden.

Wenn du deinen Hund bisher immer am Halsband geführt hast, solltest du ab sofort auf ein Brustgeschirr wechseln oder umgekehrt. Viele Hunde sind durch diese Umstellung erst einmal irritiert und legen ihre gewohnten Handlungen wie das An-der-Leine-ziehen ab. Das kannst du dir zunutze machen. Lobe deinen Hund ausgiebig, wenn die Leine locker durchhängt. Das kann verbal oder auch durch Leckerlis geschehen. Achte gleichzeitig darauf, dass du ihm das Ziehen jetzt nicht wieder durchgehen lässt.

Beginne das Training in einer relativ ablenkungsfreien Umgebung. Das macht deinem Hund nicht direkt allzu schwer seine Aufmerksamkeit auf dich zu richten, wenn du ihn ansprichst. Das kann zum Anfang auch der eigene Garten sein, bevor es später auf die aufregende Hundewiese geht.

Sobald dein Hund an der Leine zieht, bleibst du jetzt einfach stehen. Verharre solange auf deiner Position, bis er seine Aufmerksamkeit wieder dir schenkt. Kontakt nimmt er auf, indem er dich ansieht, den Kopf zu dir dreht oder auf dich zugeht. In diesem Moment lobst du ihn und gehst dann erst weiter. Das wiederholst du stetig. Wichtig ist dabei konsequent zu bleiben. 

Diese Übung kannst du variieren, indem du in die entgegengesetzte Richtung weitergehst, nachdem dein Hund an der Leine gezogen hat. So muss die Fellnase noch aufmerksamer auf dich achten, um den Spaziergang für sich möglichst angenehm zu gestalten und nicht fortwährend überrumpelt zu werden.

Wenn dein Hund zieht, weil er eine Erwartungshaltung aufgebaut hat, solltest du diese unterbrechen. Gehe zum Beispiel nicht dauernd spazieren auf der Hundewiese, sondern macht zwischendurch auch mal ruhigere Gassi-Runden. Auch die Routine, deinen Vierbeiner immer direkt nach dem Spaziergang zu füttern, solltest du vermeiden. Warte damit lieber eine Weile, damit dein Hund auf dem Heimweg nicht zu ziehen beginnt.

Fange mit kurzen Trainingseinheiten an. Um deinen Hund nicht zu überfordern, solltest du höchstens 10 Minuten pro Tag trainieren. An der lockeren Leine zu laufen, erfordert viel Konzentration von deinem Vierbeiner. Lieber kürzer, aber dafür regelmäßig und effektiv lautet die Devise dabei. Steigere allmählich die Trainingsdauer. Nach und nach begreift dein Hund dann, dass der Spaziergang nur vorangeht, wenn er locker an der Leine läuft.

Auf einen Blick zusammengefasst heißt das also für dich, wenn dein Hund an der Leine zieht und du seine Leinenführigkeit trainieren möchtest:

  • Leine positiv verknüpfen
  • Umstellung von Halsband auf Brustgeschirr und andersherum
  • Beginne in einer ablenkungsfreien Umgebung
  • Stehen bleiben, wenn der Hund an der Leine zieht
  • Richtungswechsel, wenn der Hund an der Leine zieht
  • Unterbrechen von Routinen
  • Kurze, aber häufige Trainingseinheiten

Leinenpflicht

4 verschiedene Hunde an der Leine
Verschiedene Hunde angeleint in der Stadt

Die Leine ist in unserer Gesellschaft ein unabdingbares Hilfsmittel für Mensch und Tier. Deswegen ist es auch so wichtig, dass der Hund an der lockeren Leine problemlos laufen kann. In Deutschland gibt es zwar keine generelle Leinenpflicht für Hunde, jedoch gibt es je nach Bundesland andere Regelungen, die das Anleinen der Vierbeiner thematisieren. Da es keine einheitlichen bundesweiten Regeln gibt, muss der Hundebesitzer feststellen, dass er in manchen Bundesländern die Leine getrost Zuhause lassen kann, während in anderen eine strikte Leinenpflicht herrscht. Gerade Jogger, Fahrradfahrer oder Eltern mit kleinen Kindern können sich durch freilaufende Hunde angegriffen oder verängstigt fühlen und sich auf die Leinenpflicht berufen. Wer also auf der sicheren Seite des Gesetzes sein will, sollte sich informieren.

Schließlich dürfen Jagdschutzberechtigte auch auf den wildernden Hund schießen. Nicht so schlimm für den Hundehalter, aber sehr ärgerlich sind auch hohe Geldstrafen, die fällig werden, wenn gegen die Leinenvorschriften verstoßen wird. Zu beachten ist zudem, dass es für sogenannte „Listenhunde“, die im Volksmund auch als Kampfhunde bezeichnet werden, einen Leinenzwang gibt. Diese Regelung gilt für das gesamte Bundesgebiet.

Bußgelder bei Verstoß gegen die Leinenpflicht

Lässt du deinen Hund trotz Leinenpflicht frei herumlaufen, begehst du vorsätzlich eine Ordnungswidrigkeit, die mit maximal 50.000 Euro geahndet werden kann. Üblich sind meist jedoch geringere Bußgelder. Das hängt allerdings von dem jeweiligen Einzelfall, dem Bundesland sowie der Gefährdung von anderen Menschen ab. Kontrolliert wird die Leinenpflicht durch die Ordnungsämter und Veterinärämter. Meist geben Schilder darüber Auskunft, an welchen Orten es nicht gestattet ist, seinen Hund frei laufen zu lassen.

Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit

Die Brut- und Setzzeit bezeichnet die Zeit, in der Wildtiere brüten bzw. Jungtiere zur Welt bringen. Sie gilt generell vom 01. April bis zum 15. Juli. In Bremen beginnt diese Zeit sogar schon am 15. März. In dieser Zeit besteht eine besondere Aufsichtspflicht für Hundehalter auf allen Grünflächen. Dies schließt alle Wiesen, Wälder und dazugehörige Gewässer außerorts ein. In manchen Bundesländern, wie zum Beispiel in Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt gilt in der Brut- und Setzzeit strikte Leinenpflicht. Da bei Missachtung der jeweiligen Regelungen hohe Bußgelder drohen, empfiehlt es sich, sich zu informieren, wie sein Bundesland oder die jeweilige Kommune das regelt.

Leinenpflicht an öffentlichen Orten und in Nahverkehrsmitteln

An beliebten und belebten Orten in der Stadt, an denen sich viele Menschen tummeln oder an Plätzen, welche häufig besucht werden, ist es in der Regel Pflicht, seinen Hund anzuleinen. Zudem finden sich in Bussen und Bahnen meist Hinweise durch Schilder und Markierungen, dass Hunde nur an der Leine zu führen sind. Grund dafür, ist die Annahme, dass sich das Tier hier in einer ungewohnten Situation auf engstem Raum befindet. Und selbst wenn der Hund gut erzogen ist, könnte er Angst bekommen und andere Personen verschrecken. Daher sollte hier auf die mitfahrenden Menschen Rücksicht genommen werden. Selbst wenn der Hund ruhig und wohlerzogen ist, gibt es Menschen, die Angst vor Hunden haben und panisch auf nicht angeleinte Tiere reagieren.

Zieht dein Hund an der Leine? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zur Hundehaltung und deren Vor- und Nachteile. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Vorteile eines Hundes sind besonders, dass sich der Hundehalter viel bewegt, der Hund treu ist und aufheitert. Nachteile sind vor allem die Hundesteuer und die vielen Haare.

Infografik illustriert zu Vor- und Nachteilen der Hundehaltung
Infografik Vor- und Nachteile Hundehaltung

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