Hund und Katze als Familienmitglied – Wann geht die Tierliebe zu weit?


Es ist wichtig, dass du eine gute Beziehung zu deinem Hund oder deiner Katze aufbaust. Die meisten Hunde- und Katzenhalter schaffen dies auch gut. Jedoch kommt es vor, dass Hunde und Katzen nicht nach ihren artgerechten Bedürfnissen gehalten oder ernährt werden. Zu viel Liebe kann dazu führen, dass der Hund oder die Katze als Partner- oder Kinderersatz gesehen wird. Hier erfährst du, wie sich das auf deinen Hund oder deine Katze auswirken kann.

Herrchen und Frauchen mit Hund

Hund und Katze als Familienmitglied: Allgemeines

In 45% aller deutschen Haushalte werden Tiere gehalten. Spitzenreiter sind hier vor allem Katzen und Hunde. Es leben 14,7 Mio. Katzen und 10,1 Mio. Hunde in deutschen Haushalten. Heutzutage werden Katzen nicht mehr gebraucht, um das Haus mäusefrei zu halten, und Hunde werden nicht mehr gehalten, um das Grundstück zu bewachen. Katzen und Hunde werden als beste Freunde, Familienmitglieder, Partner- oder Kinderersatz gesehen. Sie begleiten den Menschen durch seinen Alltag. 

Es fängt schon mit den Namen der Hunde und Katzen an. Es wird nach Max oder Emma gerufen. Da könnte man doch glatt denken, dass es sich um ein Kind handelt, würde da nicht der Hund oder die Katze angelaufen kommen. Hunde und Katzen werden vom Besitzer sehr geliebt. Tierliebe kann aber schnell zu weit gehen. Liebe wird übertrieben, wenn der Hund oder die Katze in seinem oder ihrem Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt wird. Hunde und Katzen könnten dies fühlen, wenn sie wie Menschen behandelt werden. Dies nennt man Vermenschlichung. Hunde und Katzen werden als Wesen mit menschlichen Eigenschaften betrachtet und auch so behandelt.

Hund und Katze als Partnerersatz

Wird der Hund oder die Katze zum Beispiel als Partner- oder Kinderersatz gesehen, dann stellt der Tierhalter meist zu hohe Ansprüche. Hunde und Katzen können nicht alle Bedürfnisse erfüllen, die Tierhalter von einem menschlichen Partner oder Kind erwarten. Dein Hund oder deine Katze braucht Liebe und schätzt deine Zuneigung sehr. Jedoch sucht sich dein Liebling aus, wann er deine Zuneigung annehmen und wann er sie zurückgeben möchte. Manche Katzen- und Hundebesitzer erwarten aber trotzdem, dass, wenn sie nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommen, der Hunde oder die Katze sich schon auf die Streicheleinheit freut. Der Mensch stellt seine Bedürfnisse vor die seines Hundes oder seiner Katze.

Hund und Katze als Kinderersatz

Haustiere bekommen extra viel Liebe vom Tierbesitzer, wenn sie als Kindersatz empfunden werden. Hunde und Katzen können aber durch zu viel Tierliebe leiden. Zum Beispiel werden Hunde im Hundewagen durch den Park geschoben, mit Leckerlis verwöhnt und angezogen, um noch niedlicher auszusehen. Dies kann zu Bewegungsmangel, Übergewicht und Gereiztheit führen. Manche Hundehalter lackieren ihrem Hund sogar die Nägel.

Hund und Katze als Familienmitglied: Vermenschlichung durch Zucht

Der Berliner Tierpathologe Achim Gruber hat sich in seinem Buch “Das Kuscheltierdrama” unter anderem mit dieser Art der Vermenschlichung auseinandergesetzt. Ein Hund hat normalerweise einen langen Schädel, eine schlanke, große Nase und Augenhöhlen, die schräg nach außen stehen. Heutzutage werden Haustiere jedoch so gezüchtet, dass sie menschenähnlicher wirken. Tiere werden so gepaart, dass sie eine kurze Schnauze, eine hohe Stirn und Augen, die nach vorn blicken, haben. Dadurch können sogenannte Defektzuchten entstehen. Bei Hunden werden dadurch zum Beispiel wichtige Körperfunktionen stark beeinträchtigt. Das lässt sich vor allem bei Möpsen und französischen Bulldoggen feststellen. Sie leiden aufgrund der immer kürzeren Nasen an Atemproblemen.

Hund und Katze als Familienmitglied: Vermenschlichung durch Ernährung

Liebe kann dazu führen, dass du als Hunde- oder Katzenhalter nicht mehr konsequent genug bist. Vor allem wenn das Tier als Partner- oder Kinderersatz gesehen wird, kann es dazu führen, dass Hund oder Katze aufgrund der Vermenschlichung nicht artgerecht gehalten wird. Vermenschlichung bedeutet, dass Hunde und Katzen als Wesen mit menschlichen Eigenschaften betrachtet und auch so behandelt werden. 

Wenn Hunde und Katzen etwas tun, das den Tierhaltern gefällt, werden sie oft mit Leckerlis belohnt. Dies könnte während des Trainings passieren oder auch einfach, wenn der Hund oder die Katze den ganzen Tag alleine war, während der Tierhalter arbeiten musste. Oft ist es so, dass je weniger Zeit der Besitzer für das Tier hat, umso mehr belohnt er es mit Futter. Er stillt dadurch sein schlechtes Gewissen. Das passiert vor allem dann, wenn Hund oder Katze als Partner- oder Kinderersatz gesehen wird. Der Hund oder die Katze leidet aber sehr daran. Diese Überfütterung kann zu Übergewicht deines Tieres führen. Du solltest dein Haustier mit Liebe, Zuneigung und einer ausgewogenen Ernährung belohnen. So vermeidest du die gesundheitlichen Probleme, die durch Übergewicht entstehen können. 

Viele Menschen ernähren sich zunehmend vegetarisch oder vegan, aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen. Davon sind viele auch Tierhalter. Da Hunde und Katzen als Familienmitglied gesehen werden, möchten manche Tierhalter ihre Hunde oder Katzen auch vegetarisch oder vegan ernähren. Im Rahmen einer veganen Ernährung wird auf die Gabe von tierischen Produkten jeglicher Art verzichtet. Anders als bei einer vegetarischen Ernährung sind also auch Milch, Eier und tierische Fette vom Speiseplan gestrichen. Kohlenhydrate, Proteine, Vitamine, Fette und Mineralstoffe werden aus rein pflanzlichen Produkten bezogen. Ob dein Haustier vegetarisch oder vegan ernährt werden kann, hängt auch von Alter, Rasse und Gesundheitszustand deines Tieres ab. Hunde sind flexibler in ihrer Ernährung. Bei Katzen gestaltet sich dies allerdings schwieriger.

Hund und Katze als Familienmitglied: Vermenschlichung durch Verkleidung

Viele Tierhalter sind versucht, den Hund oder die Katze zu verkleiden. Alles was das Tier wirklich nicht stört, kann erlaubt sein. Beobachte aber kritisch dein Haustier, ob es sich wirklich so verhält wie immer. Manche Hunde wehren sich richtig und versuchen, sich das ungeliebte Kostüm vom Leibe zu reißen, andere werden nur hampeliger oder nervös. Es gibt aber auch Haustiere, die deutlich ruhiger oder einfach nur artiger werden.

Sie können auch gereizter werden und sich z. B. schneller mit anderen Hunden streiten. Andere steigern sich in ihre Unarten hinein, wie z. B. noch vehementer als gewohnt nach Fressbarem zu suchen. Wenn dein Hund auf andere Artgenossen trifft, können diese verunsichert auf ihn reagieren, was wiederum schneller zu Auseinandersetzungen führen kann. Im Spiel mit anderen Hunden bietet jegliches Anhängsel für andere Hunde die Möglichkeit, hinein zu beißen und daran herumzuzerren. Im schlimmsten Fall kann sogar ein Hund mit dem Kiefer hängen bleiben und sich ernsthaft verletzen. Je weniger also am Hund dran ist, desto weniger kann auch passieren. Mit einem niedlichen Halsband bist du also auf der sicheren Seite.

Hund und Katze als Familienmitglied: Hund und Katze artgerecht lieben und verwöhnen

Es ist wichtig, dass du eine gute Beziehung zu deinem Hund oder deiner Katze aufbaust. Liebe und Zuneigung spielen hier eine große Rolle. Zu viel bzw. falsche Tierliebe kann jedoch schnell zu weit gehen. Hunde und Katzen können an zu viel Liebe leiden. Liebe wird übertrieben, wenn der Hund oder die Katze in seinem oder ihrem Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt wird. Hunde und Katzen könnten dies fühlen, wenn sie vermenschlicht werden. Wird der Hund zum Beispiel als Partner gesehen, dann steht er in der Hierarchie an gleicher Stelle wie du. Für deinen Hund bedeutet das Verwirrung und könnte zu schlechtem Verhalten führen. Aber auf was musst du achten, damit sich dein Hund oder deine Katze wirklich wohl bei dir fühlt? Achte auf: 

  1. Richtige Auswahl
  2. Futter
  3. Ausreichend Ruhe
  4. Echte Tierliebe

Richtige Auswahl

Tierliebe fängt vor der Anschaffung an. Überleg dir gut, welche Rolle der Hund oder die Katze einnehmen soll. Möchtest du einen Hund haben, mit dem du sehr aktiv sein kannst? Oder eine Katze, die sehr selbstständig ist? Der Hund oder die Katze sollte zu deinen Bedürfnissen und Lebensumständen passen. So vermeidest du zu Hohe oder falsche Erwartungen an das Tier. Stell dir unter anderem folgende Fragen:

  1. Welches Wesen wünsche ich mir?
  2. Wie viel Platz habe ich?
  3. Lebe ich in der Stadt oder auf dem Land?
  4. Wie viel Zeit kann ich täglich investieren?
  5. Wie lange wäre der Hund oder die Katze pro Tag/pro Woche allein?
  6. Wie viel Geld bin ich bereit, auszugeben?

Informiere dich dazu nicht nur im Internet, sondern frage auch Tierärzte und Katzen- oder Hundebesitzer nach ihren Erfahrungen. 

Futter

Genauso wie für dich,ist auch für deinen Hund oder deine Katze eine ausgewogene Ernährung wichtig. Du solltest daher immer passendes Hunde– oder Katzenfutter nutzen. Denk auch daran, dass du als Tierhalter für die Ernährung deines Tieres verantwortlich bist. Überfüttere deinen Liebling nicht. Du behandelst ihn am liebevollsten, wenn du auf seine Bedürfnisse eingehst. Gib deinem Hund oder deine Katze keine Leckerlis, um dein eigenes Gewissen zu beruhigen. Grundsätzlich gilt: Schokolade kann für dein Tier tödlich sein.

Ausreichend Ruhe

Dein Hund oder deine Katze braucht Bewegung und Beschäftigung. Je nach Rasse sind manche Tiere aktiver als andere. Du solltest trotzdem die Schlaf- und Ruhephasen deines Hundes oder deiner Katze einhalten. Sie können bei Hunden und Katzen, je nach Rasse, 17-20 Stunden pro Tag betragen. Ruhephasen sind vor allem für Jung- und Alttiere wichtig. Schlafmangel wirkt sich negativ auf die Gesundheit deines Lieblings aus. Dein Hund könnte zum Beispiel aufgrund von Schlafmangel aggressiver reagieren. 

Echte Tierliebe

Wenn du deinen Hund oder deine Katze wirklich liebst, dann solltest du die tierischen Bedürfnisse akzeptieren und deine eigenen Bedürfnisse auch mal zurückstellen. Vermenschliche deinen Liebling nicht zu sehr.

Wie empfindest du deine Beziehung zu deinem Hund oder deiner Katze? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

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