Hund oder Katze überfahren – Wie verhalte ich mich richtig?

Unfälle im Straßenverkehr passieren leider noch viel zu oft. Schnell kann es passieren, dass ein Hund oder eine Katze vor das Auto läuft. Viele Menschen fahren einfach weiter, ohne dem Tier zu helfen. Wir erklären dir, was du tun solltest, wenn du einen Hund oder eine Katze angefahren hast.

Hund und Katze spielen zusammen

Hund oder Katze überfahren: Was soll ich jetzt tun?

Wenn ein Hund oder eine Katze am Straßenrand ausgesetzt wird oder sich so weit verläuft, dass es auf die Straße gelangt, kann es schnell zu Schaden kommen. Findest du ein angefahrenes Tier oder gerätst selber in einen Autounfall mit einem Hund oder einer Katze, solltest du zunächst Ruhe bewahren. Den ersten richtigen Schritt hast du geschafft, wenn du angehalten hast und dem Tier helfen möchtest. Gehe wie folgt vor: 

  1. Bewahre Ruhe und gerate nicht in Panik.
  2. Schalte den Warnblinker ein, wenn du an der Unfallstelle anhälst. Sichere dich selbst, z.B. mit einer Warnweste, bevor du die Unfallstelle mit einem Warndreieck ordnungsgemäß absicherst: Bring dich selbst und andere nicht in Gefahr. 
  3. Ruf die Polizei: Eine Meldepflicht besteht nur, wenn der Hund oder die Katze zu einer Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer wird. Das Tier könnte zum Beispiel mitten auf der Straße liegen. Du solltest den Unfall aber trotzdem immer melden, da es sich um einen entlaufenen Hund oder eine entlaufene Katze handeln könnte. Wenn du das Tier meldest, kann der Besitzer ausfindig gemacht werden. 
  4. Nähere dich dem Tier nur, wenn die Lage sicher ist: Eine stark befahrene Straße solltest du nicht betreten. Warte auf die Beamten und bringe dich selbst nicht in Gefahr.
  5. Falls die Lage sicher ist, nähere dich langsam dem Tier: Geh langsame Schritte und sprich beruhigend und leise mit dem Hund oder der Katze. 
  6. Schau das Tier zunächst an, ohne es anzufassen: Lebt es noch? Kannst du es atmen sehen? Bewegt es die Augenlider? Zuckt das Tier?
  7. Wenn der Hund oder die Katze noch lebt, kannst du es zum Tierarzt oder zur nächsten Tierklinik fahren, falls die Polizei keinen Tierrettungsdienst ruft: Bedecke deine Hände und Arme am besten mit Handschuhen, bevor du den verletzten Hund oder die verletzte Katze anfasst. Das Tier könnte Angst haben und deswegen beißen und kratzen. Du solltest das Tier nur mit einem geeigneten Behälter transportieren (z.B. ein Karton, ein Korb oder eine Box).
  8. Falls du dich selbst nicht dazu in der Lage fühlst, dem Hund oder der Katze zu helfen, kann die Polizei dies übernehmen. Vergewissere dich auf jeden Fall darüber, dass der Hund oder die Katze versorgt wird.
  9. Wenn der Hund oder die Katze tot ist, solltest du sicherstellen, dass es dadurch kein Unfallrisiko für andere Fahrer gibt: Falls du selbst in der Lage bist, das Tier von der Fahrbahn zu holen, solltest du dies tun. Du solltest auch hier deine Hände und Arme bedecken. Fühlst du dich nicht dazu in der Lage, kann die Polizei dies ebenfalls übernehmen.
  10. Du darfst den Hund oder die Katze nie von seinen Qualen “erlösen”. Diese Entscheidung darf nur der Tierarzt oder der zuständige Jäger treffen.

Gesetzlich bist du nur dazu verpflichtet, den Unfall zu melden, wenn der Hund oder die Katze zu einer Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer wird. Nichtsdestotrotz solltest du die Polizei immer informieren. Es ist von außen nicht immer ersichtlich, ob das Tier noch lebt und eventuell qualvoll leidet. Wenn du die Polizei rufst, vermeidest du eine Anzeige aufgrund von Tierquälerei. Außerdem haben die meisten Hunde und Katzen einen Besitzer. Dieser sorgt sich gerade wahrscheinlich sehr um sein Tier. Dadurch, dass du den Unfall meldest, kann sein Tier gerettet werden oder der Besitzer kann über den Verlust informiert werden. Hierfür bietet sich auch an, den Unfall oder den Verlust beim Tierheim zu melden. Es könnte schon eine Vermisstenanzeige vorliegen. 

Hund oder Katze überfahren: War es Fahrerflucht?

Der Tatbestand der Fahrer- oder Unfallflucht ist in § 142 des Strafgesetzbuches (StGB) definiert. Dieser lautet:

Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Demnach handelt es sich um Fahrerflucht, wenn Personen oder Sachen beschädigt wurden. Tiere werden zwar vor dem Gesetz den Sachen gleichgestellt, jedoch ist die Gesetzeslage bei Haustieren anders. Hunde und Katzen haben normalerweise einen Besitzer, der dazu verpflichtet ist, auf den Hund oder die Katze aufzupassen, damit kein Schaden entsteht. Er muss dafür zu sorgen, dass der Hund oder die Katze keine Gefährdung für andere darstellt. Somit handelt es sich bei einem Zusammenstoß mit Hund oder Katze um eine Pflichtverletzung des Halters. Sein Hund oder seine Katze hat den Unfall hervorgerufen.

Gibt es andere Strafen?

Es kann also nicht zur Fahrerflucht kommen, wenn du einen Hund oder eine Katze angefahren hast. Der Tierhalter hat auch kein Recht auf Entschädigung, da er die Pflichtverletzung begangen hat. Er muss für den entstandenen Schaden am Auto aufkommen und übernimmt so die Verantwortung für den Hund oder die Katze. Daher empfiehlt sich immer eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Diese übernimmt die Kosten.

Auch wenn es nicht zu Fahrerflucht kommen kann, heißt das nicht immer, dass du ohne Strafe davonkommen wirst. Wenn du zum Beispiel als verantwortlicher Verkehrsteilnehmer, der einen Hund oder eine Katze überfahren hat, die Verunreinigungen auf der Straße nicht entfernst, kann es zu einem Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro kommen. Außerdem könnte ein Verstoß gegen das Gesetz zum Tierschutz vorliegen, wenn der Hund oder die Katze unnötig leidet. Dir kann somit Tierquälerei vorgeworfen werden. Das Tierschutzgesetz sieht für Tierquälerei eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro vor.

Hund oder Katze überfahren: Unfälle mit Tieren vermeiden

Um zu verhindern, dass du ein Tier anfährst oder überfährst, sollest du deine Geschwindigkeit immer anpassen. Bei Dämmerungen im Frühjahr ist die Sicht nach vorne nicht so klar wie sonst. Kreuzt ein Tier die Fahrbahn, solltest du dich als Autofahrer wie folgt verhalten:

  • Ablenden
  • Hupen 
  • Bremsen

Durch das Hupen soll das Tier dazu gebracht werden, die Gefahrenzone reflexartig zu verlassen. Das Bremsen soll natürlich einen Zusammenstoß verhindern. Trotz dieser Regeln lässt sich ein Zusammenstoß nicht immer vermeiden. Falls der Zusammenstoß nicht vermeidbar ist, solltest du das Lenkrad gut festhalten und eine Vollbremsung durchführen. Ausweichen solltest du in dieser Situation nicht, da dein Fahrzeug sonst im Gegenverkehr landen könnte, andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden könnten oder sogar in einen Unfall verwickelt werden könnten. Du würdest dadurch auch dich in Gefahr bringen.

Unfälle können auch in der eigenen Einfahrt passieren. Vor allem im Sommer nutzen Hunde und Katzen gerne den schattigen Platz unter dem Auto. Stell sicher, dass sich dein Hund oder deine Katze nicht unter dem Auto befindet, bevor du losfährst. 

Hund oder Katze überfahren: Trauer bewältigen

Du bist nicht immer vom Unfall betroffen, weil du der Autofahrer warst oder das Tier gefunden hast. Du könntest als Hunde- oder Katzenbesitzer auch einen Anruf mit der traurigen Nachricht erhalten. Bei einem Unfalltod hast du leider keine Möglichkeit, dich von deinem Vierbeiner zu verabschieden. Kommt dein Hund oder deine Katze ganz unerwartet bei einem Verkehrsunglück zu Schaden, ist sicherlich der Schock zunächst überwältigender als die Trauer.

Jeder Hunde- oder Katzenhalter trauert anders um seinen verstorbenen Mitbewohner. Der Verlust des Tiers hinterlässt eine Leere. Vor allem spürst du im Alltag, dass die  Fellnase oder der Stubentiger nicht mehr da ist. Lasse diese Gefühle zu, denn du hast einen wichtigen Vertrauten verloren. Auch kann es bei der Bewältigung der Trauer helfen, sich mit anderen Tierhaltern auszutauschen, die bereits mit solchen Verlusten konfrontiert waren. Rituale helfen ebenfalls: Du kannst ein Foto deines Hundes oder deiner Katze aufstellen oder Katzenminze an die Grabstelle pflanzen.

Wo du deinen Hund oder deine Katze beerdigen kannst

Die Frage, was mit dem Körper des geliebten Hundes oder der geliebten Katze geschehen soll, stellt Tierbesitzer beim Verlust vor schwierige Entscheidungen. Du kannst deinen Liebling wie folgt bestatten:

Begraben im Garten

Wenn du ein Grundstück besitzt, kannst du deinen Liebling begraben. Allerdings darf das Grundstück nicht in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet liegen. Das Grab soll mindestens einen halben Meter tief und einen Meter vom nächsten öffentlichen Weg entfernt sein. Außerdem muss das tote Tier mit einem verrottenden Material umhüllt sein, etwa mit einem Pappkarton, also nicht in Folie oder Plastik.

Kremation

Ist eine private Beerdigung keine Option, kannst du dich an ein Tierkrematorium wenden und dir die Asche deines Hundes oder deiner Katze in einer Urne aushändigen lassen. Zwischenzeitlich gibt es in jedem Bundesland Tierkremationen. Die Kosten für die Kremation richten sich meist nach dem Gewicht des Tieres.

Tierfriedhöfe

Auch spezielle Tierfriedhöfe, wo du ein Grab für deine Katze anmieten kannst, sind bundesweit zu finden. Strikt verboten ist hingegen, einen toten Hund oder eine tote Katze im öffentlichen Raum, im Wald oder Park zu begraben. Dies gilt als Ordnungswidrigkeit und kann bis zu 20.000 € Bußgeld kosten.

Bist du schon mal in einen Autounfall mit einem Hund oder einer Katze geraten oder hast einen angefahrenen Hund oder eine angefahrene Katze gefunden? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

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