Hund hört nicht – Das kannst du tun


Wenn dein Hund nicht auf dich hört, ist das nicht nur sehr anstrengend, sondern auch unter Umständen gefährlich. Daher solltest du dringend untersuchen, woran diese Situation liegt. Wir erklären dir, warum manche Hunde nicht gehorchen und was du dagegen tun kannst.

Corgi an der Leine draußen

Hund hört nicht – Kein normaler Zustand

Hunde sind Rudeltiere, die sich nach Regeln und einer gewissen Ordnung im Alltag sehnen. Es hat also nichts mit einem ausgeprägten Freiheitsdrang zu tun, wenn dein Hund nicht hört. Natürlich genießen Hunde auch mal ihre Freiheiten. Zum Beispiel, wenn sie ohne Leine auf einer Wiese herumtollen oder mit anderen Hunden spielen dürfen.

Aber du solltest die Position eines Rudelführers einnehmen, damit dein Vierbeiner dir vertrauen kann. Wenn dein Hund auf einem Spaziergang bellt, knurrt und die Zähne fletscht, sobald ein anderer Hund seinen Weg kreuzt, tut er dies nicht aus Boshaftigkeit. Vielmehr sieht er sich genötigt, dich beschützen zu müssen, da er dich selbst nicht dazu in der Lage sieht. Das kann dich und deinen Hund unter enormen Stress setzen.

Das bedeutet also für dich, dass Hunde einen souveränen Führer brauchen, der ihnen liebevoll, aber konsequent den Weg weist. Selbst als schwer erziehbar geltende Hunderassen werden auf einen kompetenten Halter hören, wenn sie merken, dass das für sie der leichtere Weg ist. Schließlich sind alle Hunde Opportunisten: Sie verhalten sich lieber so, dass es sich für sie lohnt mit weniger Stress und mehr Belohnung. Denn negatives Verhalten führt sie nicht zu ihrem Ziel.

Hund hört nicht – Der Hauptgrund

Wenn dein Hund jedes „Sitz“, „Platz“ und „Bei Fuß“ ignoriert, liegt das also nicht daran, dass dein Liebling einfach ein Sturkopf ist. Leider liegt der Fehler für Ungehorsam des Hundes beim Halter und seiner falschen Erziehung. Trotzdem solltest du dir keine Selbstvorwürfe machen: Sicherlich willst du immer das Beste für deinen Hund, und die Fehler sind aus Unerfahrenheit, Unwissenheit oder schlichtweg aus Zeitmangel passiert. Jetzt ist jedoch die Zeit, aus den Fehlern zu lernen und an einer besseren Beziehung zu deinem Liebling zu arbeiten.

Hund hört nicht – Kommandos sind unklar

Um Fehler in der Erziehung zu vermeiden, ist es natürlich wichtig zu wissen, wo diese in der Vergangenheit gelegen haben. Einer der häufigsten Gründe, warum Hunde die Befehle des Halters nicht ausführen, liegt ganz einfach daran, dass der Hund diese nicht versteht. Und das passiert nicht, weil er etwa dumm oder gar taub ist, sondern weil er sie nicht als Aufforderung wahrnimmt. Das heißt, du musst unklare, genuschelte oder widersprüchliche Kommandos in der Kommunikation mit Hunden unbedingt vermeiden.

Wenn deine Körpersprache nicht mit dem Tonfall deiner Stimme übereinstimmt, kann das ebenfalls zu Problemen führen. Hunde können blitzschnell erkennen, in welcher Stimmung ihre Bezugsperson ist. Du kannst also noch so freundlich „Bei Fuß“ rufen. Wenn dein Hund merkt, dass du wütend bist, weil du zum Beispiel ungeduldig mit dem Fuß aufstampfst oder die Leine schwingst, wird dein Hund eher nicht zu dir kommen. Daher ist es wichtig, dass du dich selbst beherrschen kannst.

Das folgende Video stammt aus der Reihe “Tierversteher TV” vom WDR, die die einzelnen Kommandos für den Hund erklärt. „Fuß“ ist für den Hundesport, aber auch für Alltagssituationen, in denen man den Hund unter Kontrolle halten, aber nicht anleinen will.

Hund hört nicht – Vermeide ständige Wiederholungen

Genauso problematisch sind Kommandos, die sich ständig wiederholen. Wichtig ist, dass dein Hund auf das erste Kommando hört. Es ist nämlich für euch beide ermüdend, wenn du dich ständig wiederholen musst. Folgendes Beispiel erklärt hier die Problematik. Wenn du deinem Hund sechsmal „Sitz“ sagen musst, bis er sich schließlich hinsetzt und du ihn dann auch noch lobst, untergräbt das deine Autorität. Denn dein Verhalten zeigt dem Vierbeiner, dass er nicht sofort auf jedes Wort von dir hören muss.

Eine andere Situation ist, dass du zu oft „Bleib“ sagst, damit er auf dich wartet. Er glaubt schließlich, er müsse nur so lange liegen bleiben, solange du „Bleib“ sagst. Wenn du aber verschwunden bist, wird dein Hund aufspringen und versuchen, hinter dir herzulaufen.

Hund hört nicht – Halte dich ans Timing

Auch ist es für deinen Hund schwierig zu gehorchen, wenn deine Kommandos zu einem falschen Zeitpunkt kommen. Hunde, die gerade ihr Geschäft verrichten und dann „Bei Fuß“ gerufen werden, können das Kommando nicht ausführen. Wirkungslos ist es auch, deinem Hund „Platz“ zu sagen, wenn er dies eigentlich erst nach 50 Metern machen soll. Dein Hund sollte immer direkt nach Aussprache das Kommando ausführen. Verwirre deinen Hund also nicht, wenn du ihm bereits vorab Dinge erklärst. Hunde sind keine Menschen: Sie verstehen unsere Worte nur im Zusammenhang mit Taten.

Ebenso entscheidend wie der Zeitpunkt eines Kommandos, ist das richtige Timing beim Belohnen des Hundes. Hunde verknüpfen Lob und Tadel nur mit ihrem unmittelbaren Verhalten. Wenn dein Hund bellt und knurrt, sobald es an der Haustür klingelt und du ihm zur Beruhigung über den Kopf streichelst, lernt dein Hund: „Je lauter ich belle, wenn es klingelt, desto mehr Streicheleinheiten bekomme ich.”

Wenn dein Hund „bei Fuß“ gekommen ist und du auf der Suche nach der Leckerli-Packung lange in deiner Tasche kramst, wird dein Hund unruhig und winselt. Das Ergebnis ist, dass er das Winseln anstatt das „Bei-Fuß-Kommen“ als lohnenswertes Verhalten abspeichern wird.

Hund hört nicht – Bleibe konsequent

Bis dein Vierbeiner ein Kommando gelernt hat und aufs Wort hört, vergeht einige Zeit. Selbst die besten Übungen in der Hundeschule werden irgendwann vergessen, wenn du zuhause inkonsequent oder einfach nur nachlässig wirst. Du musst Befehle und Kommandos immer wieder mit deinem Hund einüben – und dies an allen möglichen Orten. Fallen sämtliche Motivationsanreize wie Leckerlis, Spielzeug oder Streicheleinheiten plötzlich weg, wird dein Hund sich irgendwann fragen, warum er auf dich hören sollte.

Häufig erwarten Besitzer, dass Hunde, die in der Hundeschule gelernt haben, wie sie auf bestimmte Befehle reagieren sollen, dies ein Hundeleben lang beibehalten. Das ist jedoch nicht der Fall. Du musst auch außerhalb der Hundeschule konsequent sein und bei deinen einmal gewählten Kommandos bleiben. Auch solltest du ihn weiterhin für sein richtiges Verhalten loben.

Hund hört nicht – Lässt sich Gehorsam trainieren?

Wenn du dich fragst, ob man Gehorsam antrainieren kann, dann lässt sich sagen: Jeder Hund kann lernen, auf dich zu hören. Am besten ist es natürlich, wenn dein Hund schon im Welpenalter die wichtigsten Grundkommandos lernt. Es ist nämlich zweifellos leichter, einem jungen Hund das richtige Verhalten beizubringen als einem erwachsenen Hund, der sich bereits einige Unarten angewöhnt hat.

Du kannst deinem Hundewelpen erste Kommandos beibringen. „Komm“, „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ sind gute erste Beispiele. Beherrscht dein Welpe nämlich diese Kommandos, erleichtern die Befehle deinen Alltag mit dem Hund enorm. Am besten beginnst du damit gleich nach der Eingewöhnungsphase. Denn das hat den Vorteil, dass sich dein Kleiner zu diesem Zeitpunkt noch in der Sozialisationsphase befindet. Ein paar Tipps solltest du auch hierbei beachten.

  • Er sollte nicht müde oder ausgepowert sein und während des Trainings nicht von anderen Dingen abgelenkt werden. Aus diesem Grund ist es ratsam, die ersten Kommandos mit deinem Hundewelpen im Haus an einem ungestörten Ort zu üben.
  • Achte auch darauf, den jungen Hund nicht zu überfordern, damit er während des Trainings keinen Frust aufbaut und später die Motivation verliert. Kurze Trainingseinheiten von fünf Minuten mehrfach über den Tag verteilt sind ideal.
  • Hüte dich zudem davor, zu streng mit deinem Hund zu sein. Das Lernen von Kommandos soll deinem Hund Spaß machen und ihm ein gutes Gefühl vermitteln, wenn er etwas richtig macht.
  • Beende das Training immer mit einem Erfolgserlebnis und gönne deinem Vierbeiner danach Ruhe. So kann er das Erlernte verarbeiten.

Auch gibt es Unterschiede zwischen den Rassen. So erfordert die Erziehung eines Afghanischen Windhundes, eines Bloodhounds oder eines Wolfshundes, die für einen gewissen Eigensinn berühmt sind, sicherlich mehr Knowhow und Geduld als etwa die eines Labradors oder Golden Retrievers. Dennoch lassen sich auch vermeintlich schwer erziehbare Vierbeiner auf den richtigen Weg bringen.

Hund hört nicht – Hundeschule als Lösung

Es gibt viele Trainingsmethoden zum Erlernen der Grundkommandos, die das Zusammenleben zwischen dir und deinem Hund erleichtern können. Welche die richtige ist, hängt von deinem Hund ab. Wie auch wir Menschen sind Hunde individuelle Wesen, die auf unterschiedliche Reize reagieren.

Der Besuch einer Hundeschule ist in jedem Fall ratsam. Der erfahrene Hundetrainer wird deinen Hund genau beobachten und schnell wissen, welche Methode bei deinem Vierbeiner vermutlich am schnellsten zum Erfolg führt. Dabei übt nicht nur dein Hund die gewünschten Befehle ein, sondern auch du lernst, auf welche Art und Weise du dich verhalten musst, damit dein Hund auf dich hört.

In dem Beitrag vom Bayerischen Rundfunk werden Hundehalter begleitet, die sich mit ihren aggressiven Hunden nicht mehr weiterzuhelfen wissen. Dafür suchen sie eine Hundeschule auf, die ihren Hunden wieder gehorsames Verhalten antrainieren soll.

Hund hört nicht – Gehorsamsübungen

Ob dein Hund auf dich hört oder nicht, hängt von seinem inneren Antrieb ab. Denn letztendlich muss sich Gehorsam für ihn lohnen. Um dies einzuüben, sollte ihm das Gehorsamstraining zunächst einmal Spaß machen. Mit Freude und positiver Verstärkung lernen Hunde sehr viel schneller und zuverlässiger als mit übertriebener Strenge oder einer harten Hand. Das bedeutet also, wenn auf die richtige Ausführung der Kommandos „Sitz“, „Platz“ oder „Bei Fuß“ eine Belohnung erfolgt, wird der Hund dieses Verhalten wieder zeigen.

Belohnungen gibt es dabei viele: Das können Leckerlis, ein geliebtes Spielzeug sein, aber auch ein liebevolles Streicheln über den Kopf oder sanfte Worte. Je nach Situation sind auch kleine Freiheiten als Belohnung geeignet, etwa wenn dein Hund von der Leine darf, nachdem er vorher brav „Platz“ gemacht hat. Eine weitere Belohnung kann sein, dass dein Hund mit anderen Hunden spielen darf, wenn er brav bei Fuß gegangen ist und ruhig abgewartet hat, bis du ihm dies erlaubt hast. Wichtig ist, dass dein Vierbeiner die Belohnung wirklich mit der gewünschten Handlung verknüpft.

Hund hört nicht – Richtige Führung an der Leine

Zu einem gehorsamen Hund gehört neben der Beherrschung der Grundkommandos natürlich auch, dass er gut an der Leine läuft. Denn nicht dein Hund sollte die Richtung bestimmen, sondern du. Zeige deinem Hund also, dass an der Leine laufen auch Spaß machen kann. Du kannst ihm zum Beispiel auf einer großen Wiese ein paar abwechslungsreiche Übungen an der Leine beibringen. Slalomlaufen, schnelles Laufen, abruptes Anhalten, Rückwärtsgehen oder schnelle Richtungswechsel wird dein Hund sicherlich sehr spannend finden und dir aufmerksam folgen.

Die Leine sollte dabei immer locker sein – sie dient nicht dazu, den Hund mit Gewalt in eine bestimmte Richtung zu zerren. Damit dein Kleiner lernt, dass er auch bei äußerlichen Reizen und Verlockungen folgsam neben dir bleiben soll, kannst du Spielzeug oder Futter in einiger Entfernung positionieren. Wenn dein Hund an der Leine zerrt und darauf zustürmen will, entfernst du dich einfach kommentarlos weiter weg mit ihm und vergrößerst damit die Distanz zum Objekt der Begierde. Erst wenn dein Hund es schafft, ruhig zu bleiben und das Ziel mit lockerer Leine zu erreichen, bekommt er seine Belohnung von dir.

Hund hört nicht – Der Erfolg hängt von dir ab

Es ist nie zu spät, deinem Hund das Hören beizubringen. Ob er in Zukunft auf dich hört, hängt ganz von dir ab: Von deiner Geduld, Konsequenz und nicht zuletzt von deiner Zeit, die du für deinen Hund und euer gemeinsames Training aufbringen kannst. Probiere also aus, welche Trainingsmethode zu dir und deinem Hund am besten passt. Ein Hundetrainer kann dir außerdem viele weitere Tipps und Tricks zeigen, mit denen du den Gehorsam deines Hundes verbessern kannst.

Folgende wichtige Punkte sind noch einmal zusammengefasst:

  • Gehorsam des Hundes hängt von deiner Erziehung ab.
  • Vermeide unklare Kommandos und eine widersprüchliche Körperhaltung.
  • Vermeide ständige Wiederholung der Kommandos.
  • Halte dich ans Timing.
  • Bleibe konsequent mit Befehlen und Belohnungen.
  • Suche eine Hundeschule auf, die Hilfestellung gibt.
  • Mache verschiedene Gehorsamsübungen und Übungen an der Leine.

Hört dein Hund nicht auf dich? Teile uns deine Erfahrung doch gerne hier in einem Kommentar mit.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zur Hundehaltung und deren Vor- und Nachteile. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Vorteile eines Hundes sind besonders, dass sich der Hundehalter viel bewegt, der Hund treu ist und aufheitert. Nachteile sind vor allem die Hundesteuer und die vielen Haare.

Infografik illustriert zu Vor- und Nachteilen der Hundehaltung
Infografik Vor- und Nachteile Hundehaltung

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