Hund gefunden: Darf ich den Hund behalten?


Allein in Deutschland werden jedes Jahr in den Sommermonaten ca. 65.000 Tiere an Autobahnraststätten, im Wald oder an abgelegenen Feldwegen ausgesetzt. Hunde, Katzen, Exoten, Kaninchen und andere Nagetiere sind dann ganz auf sich allein gestellt. Für viele bedeutet das Verdursten, Verhungern oder sogar den Tod. Wir erklären dir, was du tun kannst, wenn du einen Hund gefunden hast.

Kleiner Hund sucht auf der Wiese

Hund gefunden: Allgemeines

Ein gefundener Hund bedeutet nicht gleich einen ausgesetzten Hund. Manche Hunde entlaufen und finden nicht mehr zurück nach Hause. Andere gehen Herrchen oder Frauchen während eines gemeinsamen Urlaubs verloren. Abgesehen von diesen Gründen gibt es zu viele Hunde, die ausgesetzt werden.

Sich einen Hund anzuschaffen sollte immer eine gut durchdachte Entscheidung sein. Leider kommt es aber auch in Deutschland zu oft vor, dass ein Hund gekauft wird, ohne sich der großen Verantwortung bewusst zu sein. Manche verschenken Hunde sogar zu Weihnachten oder kaufen sich den Welpen, weil er doch so süß aussieht. Nach ein paar Wochen wird dem Besitzer die Hundehaltung zu viel Arbeit, der Welpe wird älter, oder es wird keine Betreuung für die Ferienzeit gefunden. Der Hund kann nichts dafür und wird ohne guten Grund im Tierheim abgegeben oder sogar ausgesetzt.

Hund gefunden: Unterschied herrenloser Hund und Fundtier

Ein herrenloser Hund ist nach der Gesetzeslage nicht das gleiche wie ein Fundtier. Hier wird unterschieden, da nur Fundtiere vom Tierschutzverein aufgenommen werden müssen. In der Regel schließen Kommunen einen Fundtiervertrag mit einem Tierschutzverein ab. Der Tierschutzverein verpflichtet sich, sich um die Fundtiere der Gemeinde zu kümmern. Dafür zahlt die Kommune einen Pauschalpreis an die Vereinskasse. So werden die Kosten gedeckt. Jedoch werden Fundtiere sehr häufig als herrenlos bezeichnet, auch wenn es klare Anzeichen dafür gibt, dass das Tier einen Besitzer hat. So werden Kosten eingespart.

Was unterscheidet nun aber einen herrenlosen Hund von einem Fundtier? Ein herrenloser Hund ist von vornherein freilebend oder wurde von einem ehemaligen Halter ausgesetzt. Bei einem Fundtier lässt sich durch äußere Merkmale erkennen, dass der Hund eine Besitzerin oder einen Besitzer hat. Das äußere Merkmal kann ein sichtbares Halsband, eine Tätowierung oder ein Mikrochip sein. Auch ein guter Pflegezustand des Hundes oder ein sehr vertrauliches Verhalten deuten auf ein Fundtier hin.

Hund gefunden: Was kann ich jetzt tun?

Wenn du einen Hund gefunden hast, kannst du helfen, dass er wieder zu seinem Halter oder seiner Halterin zurückgeführt werden kann. Die wichtigste Regel lautet: in keinem Fall den Hund mit nach Hause nehmen, ohne den Fund vorher zu melden. Wenn du dies trotzdem tust, verstößt du gegen das Gesetz und machst dich strafbar. Außerdem unterliegen entlaufene Hunde genauso wie andere Haustiere der Meldepflicht. Beachte folgendes, wenn du einen Hund gefunden hast: 

  1. Siehst du einen angebundenen Hund, der einsam wirkt? Beobachte den Hund ein wenig, um zu sehen, ob ein Mensch zu ihm zurückkehrt. 
  2. Falls kein Besitzer zurückkehrt, ruf die Polizei oder informiere das örtliche Tierheim. Nimm dir bitte die Zeit und bleibe in der Nähe des Hundes. Warte auf die gerufene Hilfe.
  3. Stell dem Hund etwas Wasser hin. Er hat bestimmt schon länger nichts mehr getrunken. Vor allem an warmen Tagen kann das sehr gefährlich für Hunde sein.
  4. Falls der Hund bereits abgemagert ist, solltest du versuchen Hundefutter zu besorgen. 
  5. Fass den Hund nicht an. Du weißt nicht, wie lange der Hund schon dort steht. Er ist wahrscheinlich sehr verängstigt oder könnte verletzt sein. Du könntest den Hund auch stressen, wenn du ihn streichelst. Für ihn bist du ein Fremder. Es könnte auch passieren, dass er in Panik gerät und dich beißt. 
  6. Sprich sanft und ruhig mit dem gefundenen Hund und halte weiterhin Abstand. Eine vertrauensvolle Stimme kann ruhiger auf den Hund wirken, als eine fremde Hand, die ihn streichelt. 
  7. Nimm den Hund nicht einfach mit. Du musst den Hund melden, damit das Fundrecht auf ihn angewendet werden kann. 

Ist der Hund bei der Fundbehörde gemeldet, kann der Tierarzt die Registrierung des Hundes in einer Tierdatenbank überprüfen. So wird versucht, den Halter zu ermitteln. Falls der Hund verletzt ist oder du innere Verletzungen vermutest, wäre es sinnvoll ihn, zum Tierarzt zu bringen. Vorher musst du aber die zuständige Fundbehörde informieren. Der Tierarzt kann die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen durchführen oder nachsehen, ob der Hund gechippt ist. Der Eigentümer des Hundes muss die Kosten übernehmen. Falls er nicht ermittelt werden kann, ist die Gemeinde, in der das Tier gefunden wurde, für die Kostenerstattung verantwortlich.

Hund gefunden: Tipps für die Suche nach dem Besitzer

Abgesehen davon, dass du den Hund bei der Fundbehörde meldest und dich um ihn kümmerst, kannst du Weiteres tun, damit der eigentliche Besitzer ausgemacht wird:

  • Aufhängen von Infozettel. 
  • Schalten von Anzeigen in lokalen Zeitungen.
  • Schalten von Anzeigen in Facebookgruppen.
  • Achten auf Infozettel und Anzeigen mit dem Titel “Hund vermisst”.

Auch wenn du den Hund gerne bei dir hast, solltest du nach seinem Besitzer suchen, vor allem, wenn der Hund entlaufen ist. Du kannst Infozettel an Bäumen, Straßenlaternen, Busstationen, Geschäften und Supermärkten in der Umgebung der Fundstelle aufhängen. Häng die Infozettel entlang beliebiger Spazierrouten auf. Außerdem kannst du Anzeigen in lokalen Zeitungen oder in Facebookgruppen schalten. Vergiss nicht auf Infozettel und Anzeigen zu achten, die auf einen vermissten Hund hinweisen. Wenn der Hund entlaufen ist, gibt sich der Besitzer bestimmt Mühe ihn wiederzufinden.

Hund gefunden: Darf ich den Hund behalten?

Wenn du einen Hund gefunden hast, darfst du ihn in keinem Fall einfach mit nach Hause nehmen, ohne den Fund vorher zu melden. Wenn du dies trotzdem tust, verstößt du gegen das Gesetz und machst dich strafbar. Entlaufene Hunde genauso wie andere Haustiere unterliegen der Meldepflicht. 

Bevor du darüber nachdenkst, ob du den Hund behalten darfst, solltest du dir gut Gedanken darüber machen, ob du der Verantwortung gewachsen bist. Du kannst dem Vierbeiner nur ein schönes Heim bieten, wenn du auch die Zeit und die Lust hast dich langfristig um ihn zu kümmern. Diese Grundfragen können dir bei der Entscheidung helfen:

  1. Habe ich genug Platz für den Hund?
  2. Habe ich genug Zeit für den Hund?
  3. Wie viel Geld habe ich für den Hund übrig?
  4. Kann ich den Hund mit in den Urlaub nehmen oder bin ich dazu bereit für eine Urlaubsbetreuung zu zahlen?
  5. Bin ich dazu bereit mich langfristig liebevoll um den Hund zu kümmern?

Wenn du den gefundenen Hund ordnungsgemäß gemeldet hast, darfst du dich um ihn kümmern, bis der Besitzer sich bei dir meldet. Tu dies nur, wenn du dich auch wirklich gut um den Hund kümmern kannst und dich der Herausforderung gewachsen fühlst. Wenn du geeignet bist, dich um den Hund zu kümmern, ersparst du ihm den Stress durch den Aufenthalt in einem Tierheim.

Während du dich um den Hund kümmerst, baust du eine Beziehung zu ihm auf. Es kann passieren, dass sich der Besitzer erst nach Wochen oder sogar Monaten bei dir meldet. Er hat dann das Recht seinen Hund wieder mitzunehmen. Daher solltest du damit rechnen, dass du den Hund wieder abgeben musst. Nur in dem Fall, dass sich der Besitzer nach 6 Monaten noch nicht bei dir gemeldet hat, darfst du den Hund behalten. Der Hund gehört dann offiziell dir.

Hund gefunden: Aussetzen ist eine Straftat

Das Aussetzen von Tieren ist laut § 3 des Tierschutzgesetzes verboten. Dieser lautet:

“Es ist verboten, … ein gezüchtetes oder aufgezogenes Tier einer wildlebenden Art in der freien Natur auszusetzen oder anzusiedeln, das nicht auf die zum Überleben in dem vorgesehenen Lebensraum erforderliche artgemäße Nahrungsaufnahme vorbereitet und an das Klima angepasst ist.” 

Das Tierschutzgesetz verbietet ausdrücklich, das Aussetzen von Hunden und anderen Tieren, wenn diese gezüchtet oder vom Menschen aufgezogen worden sind. Da es dieses Gesetz gibt, gilt das Aussetzen von Hunden als Straftat. Wenn du einen gefundenen Hund meldest, kann der Besitzer ausfindig gemacht werden und zur Rechenschaft gezogen werden. Du solltest dies auf jeden Fall tun, denn das Aussetzen von Hunden ist keine Lösung und sollte nicht unterstützt werden

Laut § 17 des Tierschutzgesetzes kann das Aussetzen von Hunden den Straftatbestand der Tierquälerei erfüllen. Dies kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren geahndet werden. Das gleiche Gesetz gilt für die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung oder die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung des Tieres.

Hund gefunden: Hund angefahren

Wenn ein Hund am Straßenrand ausgesetzt wird oder sich so weit verläuft, dass er auf die Straße gelangt, kann er schnell zu Schaden kommen. Gerätst du in einen Autounfall mit einem Hund, solltest du zunächst Ruhe bewahren. Falls du nicht verletzt bist, gehe so vor: 

  1. Bewahr Ruhe.
  2. Sicher die Unfallstelle ab.
  3. Ruf die Polizei an.
  4. Berühre auf keinen Fall den Hund. Er könnte verängstigt und verwirrt sein und dadurch dich oder sich selbst verletzen. 
  5. Falls die Polizei keinen Tierrettungsdienst kontaktiert, kannst du als Unfallfahrer zum nächsten Tierarzt oder zur nächsten Tierklinik fahren.
  6. Warte auf jeden Fall immer auf die zuständigen Beamten.
  7. Vergewissere dich, dass der Hund versorgt wird.

Stößt du auf einen verstorbenen Hund am Straßenrand, solltest du ihn ebenfalls beim Tierheim melden. Falls es sich um einen entlaufenen Hund handelt, kann der Besitzer so informiert werden.

Hast du schon einmal einen Hund gefunden? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

Die Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zu Gesundheitsthemen. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Wenn sich Hundehalter über Gesundheitsthemen informieren, wird am häufigsten der Tierarzt konsultiert. Auch recherchieren viele Tierbesitzer im Internet. Nach ihrer Ansicht beeinflussen vor allem das richtige Futter und die Bewegung die Gesundheit ihres Hundes. 

Infografik Umfrage Hundegesundheit
Infografik Hundegesundheit

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