Hund bellt – Was du dagegen tun kannst

Dein Hund bellt ständig, egal ob zu Hause oder während des Spazierganges? Das ist nicht nur für dich anstrengend, auch dein Umfeld wird daran keine Freude haben. Das plötzliche Bellen des Hundes zählt beim Thema Erziehung mit zu den präsentesten Problemen. Wir zeigen dir hier, was du gegen ständiges Bellen tun kannst. 

Hund bellt: Mögliche Ursachen

Wenn du deinem Hund das Bellen abgewöhnen möchtest, solltest du erstmal herausfinden, worin die Ursache für sein Verhalten liegt. Denn Hunde bellen nie einfach so ohne Grund, nur um dir auf die Nerven zu gehen. Sie bellen, um sich auszudrücken. Folgende Gründe können dahinter stecken:

Rassebedingt

Der Drang, sich übermäßig zu Wort zu melden ist einigen Hunderassen bereits in die Wiege gelegt. Hunde mit einem großen Wach- oder Hütetrieb neigen dazu, Besucher in den eigenen vier Wänden entsprechend lautstark zu begrüßen. Da reichen oft schon die kleinsten Geräusche im Treppenhaus, harmlose Spaziergänger, die am Haus vorbeigehen, oder ein fremder Hund. Viele Terrier, Pinscher, aber auch Schäferhunde und Rottweiler haben diesen Wach- und Hüteinstinkt fest in ihrer Genetik verankert. Auch der Pudel und der Chihuahua sind ebenfalls gerne laut.

Langeweile und Frust

Hunde, die frustriert sind, bellen oft wann immer du das Haus betrittst oder verlässt oder wenn jemand zu Besuch kommt. Die Frust kann entstehen, da sie zum Beispiel zu wenig beschäftigt werden, zu wenig Auslauf bekommen und sich langweilen. Die Langeweile macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn dein Vierbeiner viel alleine zu Hause ist. Das kann sich dann in einem übertriebenen Bellen auswirken. Für dich mag es grundlos wirken, da er nur bellt, weil du in seiner Nähe bist. Dabei ist der Grund für das lautstarke Kläffen eigentlich eindeutig: Dein geliebter Vierbeiner sucht deine Aufmerksamkeit, um mehr Beschäftigung zu kriegen.

Einsamkeit

Hunde sind grundsätzlich Rudeltiere und fühlen sich zusammen mit anderen Artgenossen oder in Gesellschaft mit ihrer menschlichen Familie am wohlsten. Aufgrund dessen können viele Hunde einfach nicht alleine sein und machen ihrem Unmut und ihrer Einsamkeit mit Gebell Luft.

Aufmerksamkeit

Hunde suchen nicht nur deine Aufmerksamkeit, wenn ihnen langweilig ist. Ein weiterer Grund für das ständige Bellen kann sein, dass dein Vierbeiner sich von dir missachtet und vernachlässigt fühlt. Ein Hund braucht grundsätzlich viel Nähe, Liebe und Zuneigung. Er möchte jeden Tag aufs Neue fühlen, dass er geliebt wird. VIelleicht warst du in letzter Zeit gestresst oder viel unterwegs und hast gar nicht gemerkt, dass dein Hund zu kurz gekommen ist.

Unsicherheit und Angst

Ein häufiger Grund, warum ein Hund bellt, ist die Angst und Unsicherheit. Ob es unbekannte Situationen, fremde Personen oder Geräusche sind, all dies kann den Vierbeiner sehr verunsichern. Gerade wenn dein Hund schon vorher schlechte Erfahrungen mit unbekannten Personen gemacht hat, reagiert er auf neue Gesichter sehr verängstigt. Bellt er ständig, wenn du die Wohnung oder das Haus verlässt, kann eine große Trennungsangst dahinterstecken.

Schlechte Angewohnheit

Eine unbewusste Erziehung kann ein Grund für häufiges Bellen sein. Dabei entwickelt dein Hund ein aufdringliches Bellen, um seinen Willen durchzusetzen. Die häufigsten Gründe sind das Fordern eines Leckerlis oder der Aufruf zum Spaziergang. Dein Hund versucht dadurch die Dominanz in eurer Beziehung zu gewinnen und aufrechtzuerhalten.

Schmerzen

Eine weitere Ursache für häufiges Bellen können auch chronische Schmerzen oder andere Beschwerden sein, die im Zusammenhang mit einer Erkrankung stehen. Bevor du also beginnst, deinem Hund das Bellen abzugewöhnen, sollte der nächste Gang zum Tierarzt gehen. Nur so kannst du zweifelsfrei ausschließen, dass die Ursache für das ständige Kläffen physischer Natur ist.

Freude

Hinter dem Bellen kann auch ein schöner Grund stecken: Die Freude. Bellt dein Hund, wenn du von der Arbeit nach Hause kommst? Dann freut er sich einfach, dich zu sehen, und will dich so begrüßen. Genauso verhält es sich, wenn manche Hunde sehen, dass Herrchen oder Frauchen sich zum Spaziergang fertig machen. Solange er damit niemanden anderen großartig stört, kann er diese Art von Bellen ruhig und gerne beibehalten.

Hund bellt: 6 Tipps, wie du ihm das Bellen abgewöhnst

Willst du deinem Hund das Bellen abgewöhnen, ist es wichtig, dass du ihn zunächst genau beobachtest und analysierst, um zu sehen, in welchen Situationen er bellt. Hast du die Ursache hinter dem ständigen Kläffen rausgefunden, geht es darum, sie möglichst zu beseitigen. Vergiss nicht, dass du deinem Hund das Bellen nicht vollständig abgewöhnen kannst und sollst. Bellen in gewissem Maße ist natürlich völlig in Ordnung. Wir geben dir im Folgenden Tipps, wie du ihm das ständige Bellen abgewöhnst.

1. Trainiere deinen Hund bereits im Welpenalter

Wichtig ist, dass du deinen Hund schon im Welpenalter erziehst. Im jungen Alter lässt sich dein Vierbeiner noch stark prägen und beeinflussen. Um eine gute Hundeerziehung zu gewährleisten, kannst du mit ihm eine Hundeschule besuchen. Dort findet er gleichzeitig viele soziale Kontakte, von denen er einiges lernen kann. Denn auch Hunde lernen von Hunden.

2. Sorge für ausreichend Aktivitäten

Dieser Tipp ist vor allem umzusetzen, wenn dein Hund vor lauter Langeweile und Frust ständig bellt. Dein Hund braucht dringend mehr Abwechslung fürs Köpfchen und Bewegung. Power ihn also ruhig so richtig aus. Lange Spaziergänge, kleine Apportierspiele, das Aufspüren von Leckerlis und das Beibringen kleiner Kunststücke stellt einen Hund meist schon zufrieden. Reicht das nicht aus, empfehlen wir Hundesport wie Agility, Degility oder Dog Dancing als Ausgleich. Die gemeinsamen Aktivitäten werden sich auch positiv auf eure Bindung auswirken. Ihr lernt euch besser kennen und baut ein wichtiges Vertrauensverhältnis zueinander auf.

3. Gib ihm das Gefühl von Sicherheit

Verhalte dich in Situationen, in denen dein Hund vor lauter Angst und Unsicherheit bellt, ganz normal. So begreift er, dass es keinen Grund zur Aufregung gibt und beruhigt sich wieder. Dein Hund spürt sonst deine Nervosität, was seine Angst nur verstärken würde. Lasse dich also nicht aus der Ruhe bringen und gib ihm ein Gefühl von Sicherheit.

4. Trainiere das Bellen an und ab

Im Idealfall machst du deinem mitteilungsbedürftigen Liebling das Stillsein auf Kommando genauso schmackhaft wie das Bellen. Es klingt zwar seltsam, aber du solltest deinem Hund erstmal das Bellen beibringen. Finde dafür eine passende Situation und übe Grundkommandos wie “Gib Laut!” oder “Bell!” mit ihm, wenn beispielsweise ein Fremder an der Tür klingelt.

Genauso gezielt kannst du dann das Abtrainieren handhaben. Nachdem dein Vierbeiner auf die Aufforderung gebellt hat, liegt es an dir, das Bellen bewusst durch “Aus!” oder “Schluss!” zu beenden. Mit etwas Übung gelingt es dir, deinen Hund so gut einzuschätzen, dass du das Befehlswort vor dem Bellen anwendest. Lobe und belohne ihn, sobald er auf dich gehört hat. Wichtig ist, dass du die Übung öfters wiederholst, bis es dir gelingt, ihm das Bellen abzugewöhnen.

5. Mindere seinen Wachtrieb

Ein Hund, der aus Wachsamkeit bei jedem Geräusch im Treppenhaus bellt, sollte möglichst nicht unmittelbar vor der Haustür sitzen. Kommt fremder Besuch zu dir, kannst du deinen Vierbeiner erstmal in sein Körbchen verweisen. Falls sich dein Flur durch eine Zwischentür verschließen lässt, solltest du diese am besten zulassen. So bekommt er weniger vom Geschehen draußen mit.

6. Nimm dir Zeit für deinen Hund

Du solltest dir auf jeden Fall immer genügend Zeit für deinen Hund nehmen und ihm ausreichend Beachtung schenken. Er wird es dir sehr danken, wenn du ihm mehr Aufmerksamkeit und Nähe schenkst. Ausreichend Kuschel- und Spielstunden sollten dabei täglich auf deiner Tagesordnung stehen. Besonders, wenn es darum geht, deinem Hund seine Angst zu nehmen, sind vor allem Ruhe, Geduld und Zeit wichtig.

Bellt dein Hund ständig? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zur Hundehaltung und deren Vor- und Nachteile. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Vorteile eines Hundes sind besonders, dass sich der Hundehalter viel bewegt, der Hund treu ist und aufheitert. Nachteile sind vor allem die Hundesteuer und die vielen Haare.

Infografik illustriert zu Vor- und Nachteilen der Hundehaltung
Infografik Vor- und Nachteile Hundehaltung

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