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Klonen – Das eigene Haustier klonen?


Wenn das geliebte Haustier verstirbt, trifft es viele Tierhalter hart. Einige erwägen dann den Schritt, ihr Tier klonen zu lassen. Für viel Geld bekommen sie dann ein genetisch nahezu identisches Tier. Wie genau das funktioniert, erfährst du hier.

DNA-Strang

Beweggrund

Der Grund für die Idee, sein Haustier klonen zu lassen, liegt eigentlich auf der Hand: der Tod der geliebten Fellnase. Vor allem wenn der Tod des Tieres unerwartet war, stürzt das viele Tierbesitzer in starke Trauer um die verstorbene Katze oder den verstorbenen Hund. Manche Menschen wollen danach gar kein Haustier mehr, manche schaffen sich irgendwann ein neues an und wiederum andere klonen ihren ehemaligen Vierbeiner. Was zuerst merkwürdig klingt, ist dank der Wissenschaft schon länger möglich. Zugegeben gibt es jedoch in Deutschland noch nicht viele geklonte Haustiere. Doch dank prominenter Anhänger des Klonens wie Barbara Streisand, die 2 geklonte Hündinnen aus dem genetischen Material ihrer 2017 verstorbenen Hundedame Samantha hat, ist das Klonen von Haustieren auch hierzulande publik geworden. Verboten ist es nämlich auch hier nicht, jedoch ziemlich teuer.

Die Gene des neuen, geklonten Tieres stimmen zu weit mehr als 99 Prozent mit dem Vorgängertier überein. Trotzdem kann es beim Aussehen zu geringfügigen Veränderungen kommen. Ähnlich wie bei eineiigen Zwillingen. Inwieweit sich die Tiere dann auch charakterlich gleichen, ist jedoch fraglich. Die Tiere haben zwar nahezu die gleichen Anlagen, jedoch sind bei Haustieren nur einige Charaktereigenschaften erblich bedingt. Vieles entsteht auch erst im Laufe des Lebens durch Erziehung und gemachte Erfahrungen.

Geklonte Tiere

Um eine neue Errungenschaft der Wissenschaft handelt es sich bei dem Klonen von Tieren also nicht. Spätestens seit 1996 ist das Klonen von Säugetieren keine reine Fiktion mehr. Geklont wurden weltweit bereits folgende Säugetiere:

  • Schaf
  • Maus
  • Ziege
  • Kalb
  • Rhesusäffchen
  • Ferkel
  • Mufflon
  • Katze
  • Hund
  • Wolf
  • Ratte
  • Kaninchen
  • Pferd
  • Hirsch
  • Frettchen

Eine lange Liste. Und das Klonen von Amphibien gelang sogar erstmals bereits 1902. Wir haben uns einige Highlights der Klongeschichte näher angeschaut.

Dolly, das Schaf

Am 5. Juli 1996 kam in Schottland das erste erwachsene geklonte Säugetier zur Welt. Dolly, das Schaf, ist zudem das erste geklonte Tier, das aus einer Somazelle geklont werden konnte. Das bedeutet, aus einer entnommenen Körperzelle und nicht aus einer Keimzelle. Ian Wilmut, dem Wissenschaftler, der Dolly “erschuf”, gelang das komplexe Unterfangen erst bei seinem 277. Versuch.

Copy Cat, die Katze

Am 22. Dezember 2001 gelang erstmals das Klonen einer Katze. Die 1. geklonte Katze weltweit trug den Namen CC, Carbon Cat und wurde unter dem Namen Copy Cat berühmt. Sie wurde an der A&M University in Texas, USA, erfolgreich im Labor geklont. Die Existenz von CC wurde erst im Februar 2002 bekanntgegeben, als man sich sicher war, dass die Katze auch überlebt. Sie hatte mehrere Male Nachwuchs, bis sie 2020 verstarb.

Angestoßen durch sie beginnt in den USA das Klonen von Katzen auch für den kommerziellen Markt interessant zu werden. Allein im Laufe des Jahres 2004 kommen in den USA mehrere weitere Klonkatzen verschiedener Rassen zur Welt. Das Klonen einer Katze wird für einen Preis von circa 32.000 € angeboten.

Snuppy, der Hund

“Snuppy” ist der erste geklonte Hund. Der afghanische Windhundwelpe kommt am 24. April 2005 in Seoul, Südkorea zur Welt. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland bereits 2 geklonte Hunde. Die Preise für einen Klonhund belaufen sich auf circa 50.000 €.

Praktische Umsetzung

Das Verfahren wirkt sehr einfach. Der Prozess setzt sich zusammen aus folgenden Schritten:

  1. Entnahme der Gene
  2. Entkernen der Eizelle
  3. Einsetzen in die Gebärmutter eines Leihmuttertieres

Als Erstes wird dem Haustier mittels Biopsie eine Körperzelle entnommen, woraus der Kern isoliert wird. Dieser Kern enthält das Erbmaterial – die individuelle DNA. In einem nächsten Schritt wird der Kern dann in eine entkernte Hunde- bzw. Katzeneizelle übertragen. Somit ist fast nur noch die Erbsubstanz des Spendertieres und nicht der Leihmutter vorhanden, und es kann sich eine Kopie entwickeln. Die so manipulierte Eizelle wird dann in die Gebärmutter eines Leihmuttertieres eingepflanzt. Diese trägt dann den Klon aus.

Wenn man das Erbgut seiner Fellnase konservieren möchte, um es für einen späteren Zeitpunkt aufzuheben, muss man die Gewebeprobe des Tieres an ein Klonlabor schicken. Diese kultivieren daraus neue Zellen, die dieselbe genetische Identität wie die Gewebeprobe haben. Danach werden diese eingefroren. So sind die Zellen auch Jahre später noch verwendbar zum Klonen. Allein das Kultivieren der Zellen und die anschließende Konservierung kostet circa 1.500 €. Eine günstigere Variante zur Sicherung des Genmaterials seines Haustieres ist die Express-Aufbewahrung, bei der die eingesandte Gewebeprobe beim Anbieter aufbewahrt wird, ohne dass hieraus neue Zellen kultiviert werden. Kostenpunkt hierfür liegt bei circa 500 €. Jedoch kann hier nicht garantiert werden, dass das aufbewahrte Material für ein späteres Klonen auch tatsächlich verwendet werden kann. 

Wer erst im Todesfall seines Haustieres auf die Idee kommt, sein Tier klonen zu lassen, muss möglichst schnell handeln. Unmittelbar nach dem Ableben sollten die Körperzellen entnommen werden. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass die Gewebeprobe oder das gesamte Tier unmittelbar nach seinem Tod gekühlt werden muss aber nicht eingefroren werden darf. Bei der Lagerung von ca. 4°C ist eine Nutzung der Biopsieprobe noch für circa 5 Tage möglich.

Klonen – Fazit

Ob man sein Haustier klonen möchte, muss jeder selbst für sich entscheiden. In Amerika und Russland sind geklonte Haustiere schon weitaus normaler. Trotzdem hat das Thema für viele einen seltsamen Beigeschmack, denn es gibt auch Gefahren, die sich durch die Möglichkeit des “künstlichen” Schaffens von Klonen ergeben könnten. Das Klonen von Menschen ist übrigens in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz und auch in vielen anderen Ländern verboten. Wir wollen uns an eine kleinen Pro- und Contra-Liste wagen:

Pro

  • Das geklonte Tier gleicht dem Spendertier nahezu.
  • Alternative, um mit der Trauer um ein verstorbenes Tier umzugehen, da man sich quasi nicht trennen muss.
  • Wissenschaftlich gesehen, kann es bei der Erforschung von Krankheiten und Heilmitteln helfen.

Contra

  • Charakterliche Übereinstimmung fraglich, da bei Haustieren nur einige Charaktereigenschaften erblich sind, andere hingegen werden anerzogen.
  • Kostet viel Geld.
  • Kompliziertes und aufwendiges Verfahren, denn es werden teils mehrere hundert Eizellen “befruchtet”, bis möglicherweise ein lebensfähiger Embryo entsteht.

Fallen dir noch weitere Argumente dazu ein?

Was sagst du zum Klonen von Haustieren? Makaber Unsinn oder eine zukunftsweisende Chance? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar.

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