Gutes Katzenfutter – Was sind die Kriterien?


Teuer, günstig, nass oder trocken – Es gibt so viele verschiedene Anbieter von Katzenfutter. Worauf es wirklich ankommt bei der Wahl eines guten Katzenfutters, erfährst du hier.

Rotes Kitten schaut auf Apfel vor ihr

Gutes Katzenfutter – Das Passende finden

Im Supermarkt, beim Tierfachmarkt oder doch online – Angebote für Katzenfutter gibt es viele, doch wie finde ich das Passende für mich und meine Samtpfote?

Im Laden

Starten wir in dem Geschäft deiner Wahl. Vielleicht möchtest du auch erstmal verschiedene Anbieter und Sorten ausprobieren. Ob in Schälchen, Dosen oder Tütchen das Angebot ist groß. Doch wie erkenne ich von außen im Laden ein gutes Katzenfutter? Wirklich von außen ist das leider kaum möglich. Nur die Labor­analyse zeigt wirklich, wie wert­voll ein Futter für deinen Stubentiger ist. Ein sogenanntes Allein­futter muss alle Nähr­stoffe in ausreichendem Maße liefern. Du als Tierhalter solltest deshalb auf die Deklaration „Allein­futtermittel“ Acht geben. Daneben werden nämlich häufig Ergän­zungs­futtermittel verkauft, die fast genauso aussehen, deine Samtpfote aber nicht umfassend versorgen. Wir stehen also vor dem Regal mit Alleinfuttermitteln und halten mehrere bunte Verpackungen mit Katzenfutter in den Händen – Und jetzt? Ein Blick auf die kleingedruckte Nährstofftabelle auf der Rückseite soll mehr verraten. Wenn dir Rohasche, Rohprotein und Co. nicht so viel sagen, lies gerne unseren Artikel “Rohasche, Rohprotein und Co.” dazu. Inwiefern dein ausgewähltes Allein­futter tatsäch­lich eine adäquate Rund­umver­sorgung leistet, kann man jedoch auch hier meist nicht erkennen, da vom Gesetz her nicht alle enthaltenen Nähr­stoffe angegeben werden müssen.

Ergänzungsfuttermittel

Wer Allein­futtermittel füttert, braucht üblicher­weise nicht noch andere Futtermittel. Ergän­zungs­futtermittel dienen der Ergän­zung etwa bei Mangel­erscheinungen, Erkrankungen oder zur Vorbeugung. Wenn der Tier­arzt einen Mangel fest­stellt, können sie nötig sein. Laut gesetzlicher Definition weisen Ergänzungsmittel einen hohen Gehalt an bestimmten Nähr­stoffen auf wie Vitamine oder Fischöl. Alleine decken Ergänzungsfuttermittel aber keine tägliche Ration ab.

Umstellen

Wenn du ein gutes Katzenfutter gefunden hast, ist die Umstellung meist etwas schwierig. Hier ist oftmals Geduld gefragt. Mische vom neuen Futter kleine Mengen unter das alte, dann steigere die Menge nach und nach. Bei Dosenfutter hilft es manchmal, das Futter zu erwärmen. Der Erfolg hängt auch davon ab, was deine Samtpfote als kleines Kitten zu fressen bekam. War ihr Futter da schon abwechs­lungs­reich, stehen die Chancen gut, dass sie auch als ausgewachsenes Tier Neues akzeptiert.

Futtermenge

Ausschlag­gebend für die benötigte Futtermenge ist in erster Linie das Gewicht deiner Samtpfote; weitere Faktoren sind Rasse, Aktivität und Alter. 5 Kilogramm sind bei einer Britisch-Kurz­haar-Katze normal, bei einem Perser jedoch bereits Überge­wicht. Freigängerkatzen brauchen mehr Kalorien als Katzen in Wohnungshaltung. Auch das Geschlecht spielt eine entscheidende Rolle: Das Normalgewicht für ein Europäisch-Kurz­haar-Weibchen liegt bei 3 Kilogramm, beim Männ­chen bei 4 bis 5 Kilogramm. Wiege daher am besten deine Katze wöchentlich. Ab einer Zu- oder Abnahme einer ausgewachsenen Katze von 200 Gramm solltest du den Tierarzt aufsuchen und möglicherweise Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewichtsproblemen treffen. Um herauszufinden, ob deine Katze womöglich Übergewicht hat, schau dir doch unseren Artikel “Hat deine Katze Übergewicht?” dazu an.

Gutes Katzenfutter – Unverträglichkeiten und Allergien

Getreidefrei

Die Annahme, dass Katzen Getreide per se schlecht vertragen, ist nicht nachgewiesen. Häufig wird es als wertloser Füllstoff abgetan. Richtig ist, dass Getreide wesentlich kostengünstiger ist als Fleisch; deswegen wird hier gerne getrickst. Getreide liefert jedoch auch Ballast­stoffe, die der Verdauung gut tun. Erwachsene Katzen sind zwar nicht auf Kohlenhydrate aus Getreide angewiesen, können diese aber ebenfalls effizient als Energiequelle nutzen. In der Säugephase sind Kitten sogar auf eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten angewiesen. Die Aufnahme von Kohlenhydraten, z.B. aus Getreide, ist daher besonders in der Zeit der Milchproduktion von großem Vorteil und verhindert, dass deine Katze schnell abnimmt. Bei einer großen Menge von Getreide im Katzenfutter kann jedoch alkalischer Urin die Folge sein. Hier solltest du vorsichtig sein. Weitere Mythen der Katzenernährung haben wir hier im Artikel “8 Mythen der Katzenernährung” für dich zusammengefasst.

Futtermittelunverträglichkeit

Wenn deine Katze ein Futter nicht verträgt, kannst du das häufig nach kurzer Zeit erkennen, z.B. wenn die Katze nach Fütterung eines bestimmten Produktes regel­mäßig erbricht, Durch­fall bekommt oder sehr harten Kot hat. Eine Futtermittelun­verträglich­keit kann sich auch an der Haut bemerk­bar machen, etwa durch Juck­reiz. Schau dir auch unseren Artikel zu den häufigsten Allergien bei Vierbeinern an. Eine Reaktion auf Nähr­stoff­mangel oder Nähr­stoff­über­versorgung kann jedoch sehr lang auf sich warten lassen. Infolge eines Kalzium­mangels können sich Knochen­stoff­wechsel­störungen entwickeln. Bei erwachsenen Tieren kann das Monate oder Jahre dauern. Und es kündigt sich nicht durch Symptome wie stumpfes Fell oder Gewichts­abnahme an. Ein gutes Katzenfutter zu wählen ist daher essentiell.

Gutes Katzenfutter – Zutaten

Bei der Entscheidung zwischen Trocken- oder Nassfutter gibt es einiges zu beachten, lies ergänzend auch unseren Beitrag “Trocken- oder Nassfutter für deine Katze?” dazu. Für Tiere, die wenig trinken und daher einen größeren Flüssig­keits­bedarf haben, eignet sich Nassfutter besonders gut.

Trockenfutter

Wichtigste Zutat beim Trockenfutter ist meist Getreide, gefolgt von Fleisch und tierischen Neben­erzeug­nissen. Huhn, Ente und Pute sind häufig verarbeitete Tier­arten und meist je zu mindestens 4 Prozent enthalten. Das ist die Mindest­menge, die Hersteller einhalten sollten, wenn sie mit diesen oder jenen Tier­arten in ihrem Futter werben. Weitere typische Zutaten von Trockenfutter sind Erbsen und Karotten, Fett und Öl, Zucker, wahl­weise Eier und Fisch. Die meisten Zutaten werden getrocknet in Form von Pulver oder Mehl einge­setzt.

Nassfutter

Beim Nassfutter sind die Hauptzutaten neben Flüssigkeit meist Fleisch und tierische Neben­erzeug­nisse. Diese müssen für eine Erwähnung und Werbung damit mindestens zu 4 Prozent erhalten sein. Getreide ist, wenn über­haupt, in deutlich kleineren Mengen als beim Trockenfutter enthalten. Dazu können im Nassfutter noch andere pflanzliche Neben­erzeug­nisse kommen, ebenso Fette und Öle, Mineralstoffe, Ballast­stoffe, Fisch und Fischer­zeug­nisse. Bei minderwertigem Nassfutter ist hauptsächlich zur Farbgebung auch Zucker enthalten.

Zusatzstoffe

Zusatz­stoffe haben einen schlechten Ruf. Teils jedoch zu Unrecht, denn ein gutes Fertigfutter kommt nicht ohne sie aus. Vitamine und Mineralstoffe werden oft als Fertigmischung zugesetzt. Denn das im Futter enthaltene Fleisch, Gemüse und Co. können den Vitaminbedarf nicht allein decken. Ebenso wird die Aminosäure Taurin zugesetzt – ein wichtiger Nährstoff für Katzen, den sie nicht selbst bilden. Ohne Taurin können sie herz­krank oder blind werden. Antioxidations­mittel sind ebenfalls üblich: Sie erhalten Fett­säuren und Vitamine. Auch wenn du deine Samtpfote barfst, empfehlen die meisten Rezepte, dem Futter Zusätze wie Taurin hinzuzufügen. Mehr Tipps zum Barfen bekommst du hier in unserem Artikel “BARF für die Katze: Tipps”.

Phosphor

Ein falscher Mix der lebens­notwendigen Nähr­stoffe kann der Gesundheit deiner Mieze schaden. Häufig liefern Katzenfutter zu viel Phosphor, Natrium oder Kalzium sowie ein ungüns­tiges Verhältnis dieser Stoffe. Zu viel Phosphor etwa kann den Nieren der Katze schaden; das ist durch zahlreiche Studien erwiesen. Nieren­probleme sind bei Katzen weit verbreitet: Bis zu 35 Prozent der älteren Tiere leiden an einer chro­nischen Nieren­erkrankung.

Superfood

Wenn Katzennahrung Obst oder Gemüse enthält, sind viele Katzenhalter erstmal skeptisch. Richtig ist es natürlich auch, dass es für Katzen wenig Nutzen hätte, wenn man ihnen einen frischen Apfel oder eine Möhre geben würde.  Denn nicht alles, was für uns gut ist, macht auch Sinn für deinen Stubentiger. Mehr zu Lebensmittel, die deine Katze nicht fressen sollte, erfährst du in unserem Artikel “Diese Lebensmittel darf deine Katze nicht fressen”. Nicht nur, dass sie das Obst oder Gemüse kaum mögen würden, sie könnten es zudem schlecht verdauen. Aber aus Obst und Gemüse, also sogenanntem Superfood, lassen sich dennoch wertvolle Bestandteile extrahieren, die zum Wohl der Katzen beitragen können. Gerne eingesetzt werden Superfoods, um bestimmte Abläufe im Organismus gezielt zu unterstützen. So gibt es z.B. Superfood-Leckerchen, die mit ihrer Zusammensetzung darauf ausgelegt sind, den Stoffwechsel von Haut und Fell zu unterstützen oder das Immunsystem zu stärken. Auch wenn es um die Zahnpflege deiner Mieze geht, gibt es Varianten mit Superfoods.  Wenn sichergestellt ist, dass deiner Katze alle notwendigen Nährstoffe in bedarfsdeckender Menge anderweitig zur Verfügung stehen, musst du sie allerdings nicht zwingend verfüttern.

Gutes Katzenfutter – Nährstoffbedarf

Eiweiß

Viel tierisches Eiweiß tut Samtpfoten gut. Fleisch und tierische Neben­erzeug­nisse wie Lunge oder Herz liefern reichlich davon. 16 Gramm Protein braucht die deutsche Durch­schnitts­katze pro Tag. So viel liefern etwa 75 Gramm Hühn­chen­fleisch. Der Nährstoff Taurin, den Katzen nicht selbst bilden können, steckt z.B. in Fischen und Muskel­fleisch.

Fett

Auch Fett sollte nicht zu kurz kommen. Katzen sind z.B. auf die Arachidonsäure angewiesen, sie spielt bei der Fort­pflan­zung eine Rolle. Durch tierische Fette wie Geflügelhaut werden sie gut damit versorgt.

Fleischanteil

Einen ausgewogenen Nähr­stoff­gehalt und damit eine gute ernährungs­physiologische Qualität des Futters wird nicht automatisch garantiert durch einen hohen Fleischanteil. Fehlen wichtige Nähr­stoffe, sind sie über­dosiert oder stehen in einem ungüns­tigen Verhältnis zueinander, kann das Katzenfutter auch trotz des hohen Fleisch­anteils für deine Samtpfote nicht ausgewogen sein. Trotzdem gilt ein hoher Fleischanteil als erstes Indiz für ein gutes und hochwertiges Katzenfutter.

Gutes Katzenfutter – Klimabilanz

Das Bewusstsein in der Gesellschaft für die Auswirkungen unseres Verhaltens auf das Klima wird immer größer. Doch was ist eigentlich mit der Klimabilanz unserer Stubentiger? Und können wir die reduzieren?

Die Menge an Treib­hausgasen, die durch das Halten einer Katze entsteht, ist vergleichs­weise gering. Das zeigen Berechnungen eines Schweizer Umwelt­instituts. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht die Umwelt­belastungen beliebter Haustiere zu kalkulieren. Dafür wurde das Futter, Behausung, Fäkalien, Pkw-Fahrten und Anschaffungen für das Tier erfasst. Verglichen mit den Treib­hausgas­emis­sionen, die ein Mensch im Jahr durch­schnitt­lich durch seinen Konsum an Produkten und Dienst­leistungen erzeugt, steigen die Emissionen bei Katzenhaltung um etwa 3 Prozent, bei einem Hund um etwa 7 Prozent, bei einem Pferd um 22 Prozent.

Vegetarisch oder vegan

Um meinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und den meiner Samtpfote: Wäre da vegetarische oder sogar vegane Kost nicht eine Alternative? Für dich kann das passen und eine Möglichkeit darstellen, aber deiner Katze solltest du weiterhin Fleisch und tierische Produkte geben. Zwar würde der Verzicht auf tierische Zutaten auch bei der Ernährung der Katze COeinsparen, aber unsere Samtpfoten sind nun mal von Natur aus Karnivoren. Fleisch­fresser wie sie haben einen hohen Bedarf an Eiweiß. Zum Leben notwendige Nähr­stoffe wie Taurin, Vitamin A und die Arachidonsäure nehmen Stubentiger am besten über Fleisch und andere tierische Zutaten auf. Mehr zu dem Thema in unserem Beitrag “Veganes Futter für Hunde und Katzen.

Katzenstreu

Aber wie kann man den jetzt die Klimabilanz einer Katze verbessern? Ein Ansatz­punkt ist Katzen­streu. Streu aus Pflanzen- oder Holz­fasern ist deutlich umwelt­freundlicher als die weit verbreitete Streu aus Bentonit. Mehr dazu in unserem Beitrag “Katzenstreu – Welche soll ich nehmen?”.

Hast du Tipps wie sich gutes Katzenfutter erkennen lässt? Erzähle uns gerne mehr von deinen Erfahrungen hier in einem Kommentar.

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