Gesundes Hundefutter – Wie wähle ich das richtige Futter?


An der Auswahl an Hundefutter mangelt es nicht. Von teuer, billig, nass oder trocken ist alles dabei. Doch was ist bei der Wahl eines gesunden Hundefutters wirklich wichtig? Dies kannst du hier herausfinden. 

Hund frisst

Gesundes Hundefutter: Das Passende finden

Bequem von zu Hause aus online, im Supermarkt oder in der Tierhandlung – Angebote für Hundefutter sind zahlreich, aber wie findest du das passende und gesunde Hundefutter für deinen vierbeinigen Freund?

Im Laden

Auch in dem Geschäft deiner Wahl gibt es viele verschiedene Anbieter und Sorten. Doch wie erkennst du von außen ein gesundes Hundefutter? Wirklich von außen ist das leider kaum möglich. Nur die Labor­analyse zeigt wirklich, wie wertvoll das Futter für deinen Hund ist. Ein sogenanntes Alleinfutter muss alle Nährstoffe in ausreichendem Maße liefern. Du als Tierhalter solltest deshalb auf die Deklaration „Alleinfuttermittel“ Acht geben. Daneben werden nämlich häufig Ergänzungs­futtermittel verkauft, die fast genauso aussehen, deinen Vierbeiner aber nicht umfassend versorgen. 

Ein Blick auf die Nährstofftabelle auf der Rückseite des Produktes kann dir mehr verraten. Inwiefern dein ausgewähltes Allein­futter tatsäch­lich eine adäquate Rund­umver­sorgung leistet, kann man jedoch auch hier meist nicht erkennen, da vom Gesetz her nicht alle enthaltenen Nährstoffe angegeben werden müssen.

Ergänzungsfuttermittel

Wer Allein­futtermittel füttert, braucht üblicher­weise nicht noch andere Futtermittel. Ergän­zungs­futtermittel dienen der Ergän­zung etwa bei Mangel­erscheinungen, Erkrankungen oder zur Vorbeugung. Wenn der Tier­arzt einen Mangel fest­stellt, können sie nötig sein. Laut gesetzlicher Definition weisen Ergänzungsmittel einen hohen Gehalt an bestimmten Nähr­stoffen auf wie Vitamine oder Fischöl. Alleine decken Ergänzungsfuttermittel aber keine tägliche Ration ab.

Umstellen

Hast du ein gesundes Hundefutter ausgesucht, folgt meistens die Futterumstellung. Dabei ist wichtig, dass die Ernährung nicht abrupt umgestellt wird, um Verdauungsprobleme wie Blähungen oder Durchfall zu vermeiden. Die Darmflora deines Hundes muss sich an neue Futterzutaten und an eine neue Futterzusammensetzung gewöhnen. So benötigen einige Hunde mehrere Wochen, um sich an das neue Futter zu gewöhnen, während andere auch nach einem plötzlichen Wechsel keine Probleme mit der Verdauung zeigen. Zu empfehlen ist eine Umstellung über mindestens 4 Tage und bei sehr empfindlichen Hunden 1 bis 2 Wochen.

Damit dein Hund sich an das neue Futter gewöhnt, mischst du kleine Mengen unter das alte Futter und erhöhst den Anteil des neuen Futters schrittweise. Bei einer 4-tägigen Umstellung wird z.B. am ersten Tag 1/5 der neuen Tagesration hinzugefügt und die alte entsprechend reduziert. Die Menge des neuen Futters steigt mit jedem neuen Tag, so dass dein Liebling am 5. Tag bereits die volle neue Ration erhält. Es ist auch wichtig, dass das neue Futter bei jeder Mahlzeit hinzugefügt wird und dass keine einzige Mahlzeit das neue Futter vollständig enthält.

Futtermenge

Natürlich ist jeder Hund individuell, und es gibt keine Faustregel, die besagt, wie viel dein Hund genau braucht. Dennoch gibt es für ausgewachsene Hunde eine Orientierung, an die du dich richten kannst: 

Die empfohlene Tagesration für einen ausgewachsenen Hund beträgt rund 2 – 3 %  seines Körpergewichts. Ein Hund mit 25 kg erhält demnach 500 – 750 g Futter pro Tag je nach körperlicher Aktivität. Dieser Richtwert bezieht sich auf Trockenfutter. Nassfutter hingegen enthält aufgrund von beinhaltetem Fleisch und Gemüse einen hohen Wassergehalt. Hier darf es für den Vierbeiner auch einmal etwas mehr Futter als die berechnete Gesamtmenge sein.

Alternativ kannst du die Futtermenge auch mittels der folgenden Formel berechnen, die den Tagesbedarf eines ausgewachsenen Hundes ermittelt:

  • Körpermasse (in kg) hoch (0,75) x 100 Kilokalorien (kcal) = Tagesbedarf. 

Beispielsweise wiegt ein Hund 30 kg. Diese 30 kg rechnet man hoch 0,75, was 12,82 kg ergibt. Diese Zahl wird dann mit 100 kcal multipliziert. Nach der Berechnung hat also der Hund einen Tagesbedarf von rund 1282 kcal. 

Die Berechnungen sind allerdings sehr allgemeine Angaben. Somit lässt sich nicht pauschal eine Futtermenge als Idealwert festlegen. Die individuelle Futtermenge für deinen Vierbeiner hängt von vielen Faktoren ab.

Gesundes Hundefutter: Unverträglichkeiten und Allergien

Getreidefrei

Getreide im Hundefutter wird oft als wertloser Füllstoff gesehen. Natürlich stimmt es auch, dass Getreide wesentlich günstiger ist als Fleisch. Getreide liefert jedoch auch Ballaststoffe, die der Verdauung gut tun. Getreide in der Nahrung wird oft als ungesund bezeichnet, weil z.B. der Wolf als Vorfahre des Hundes auch kein Getreide gefressen hat. Es wurde jedoch nachgewiesen, dass durch genetische Veränderungen der Hund das Getreide nun besser verdauen kann als der Wolf. Das Getreide in der Tiernahrung muss jedoch so verarbeitet werden, dass die Tiere es verdauen können. Die Art und Weise, wie das Futter zubereitet wird, ist entscheidend.

Nur Hunde, die Gluten nicht vertragen, sind auf getreidefreies Futter angewiesen. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste vorkommt. Es gibt auch glutenfreies Getreide, etwa Reis oder Hirse.

Futtermittelunverträglichkeit

Bei Futter für Allergikerhunde muss das enthaltene Eiweiß in hydrolysierter, also aufgespaltener Form vorliegen. Auf diese Weise ist es besser verdaulich. Außerdem wird üblicher­weise nur eine Eiweiß­quelle, sprich eine Tier­art einge­setzt, um das Allergierisiko möglichst gering zu halten, vorzugs­weise Pferd. Bei Hunden mit bekannter Allergie, etwa gegen Rind­fleisch, genügt es, ein Futter mit anderen Fleischsorten zu wählen.

Gesundes Hundefutter: Zutaten

Bei der Entscheidung zwischen Trocken- oder Nassfutter gibt es einiges zu beachten. Für Hunde, die wenig trinken und daher einen größeren Flüssigkeits­bedarf haben, eignet sich Nassfutter besonders gut.

Trockenfutter

Vorteile

  • längere Haltbarkeit
  • in der Regel günstiger
  • einfacher zu dosieren
  • sauberer

Nachteile

  • nicht artgerecht
  • kurze Haltbarkeit
  • Wassermangel
  • Allergieauslöser
  • mehr pflanzliche Stoffe als Fleisch
  • schlechte Deklarationen
  • Konservierungsstoffe
  • nicht gut für die Darmflora
  • höhere Gefahr für Magendrehungen
  • schlecht für Zähne und Zahnfleisch (pH Wert)
Hund isst Trockenfutter
Hund isst Trockenfutter

Nassfutter

Vorteile

  • artgerechter
  • oftmals bessere Deklarationen

Nachteile

  • schlecht zu dosieren
  • kurze Haltbarkeit

Insgesamt hat Trockenfutter schon eine Menge Vorteile, da es energiereicher und günstiger ist als Nassfutter. Dieses ist jedoch magenfreundlicher und wird meistens von Hunden bevorzugt. Wenn dein Tier eh wenig Wasser trinkt, ist Nassfutter optimal. Eine Kombination aus beiden Futterarten ist letztendlich empfehlenswert.

Zusatzstoffe

Beim Thema Zusatzstoffe spalten sich die Meinungen sehr. Der schlechte Ruf ist nicht immer begründet, denn ein gutes Fertigfutter kommt nicht ohne sie aus. Als Zusatzstoffe werden alle Substanzen, Stoffgemische oder Mikroorganismen bezeichnet, die dem Hundefutter über die eigentlichen Zutaten hinaus bewusst beigemengt werden. Vitamine und Mineralstoffe werden oft als Fertigmischung zugesetzt. Denn das im Futter enthaltene Fleisch, Gemüse und Co. können den Vitaminbedarf nicht allein decken. Antioxidations­mittel sind ebenfalls üblich: Sie erhalten Fett­säuren und Vitamine. Auch wenn du deinen Vierbeiner barfst, empfehlen die meisten Rezepte, dem Futter Zusätze wie Algenkalzium hinzuzufügen.

Superfood

Viele Hundebesitzer sind skeptisch, wenn das Hundefutter Obst oder Gemüse enthält. Natürlich stimmt es, dass dein Liebling nicht alle Arten von Obst und Gemüse vertragen kann. Denn nicht alles, was für dich gut ist, macht auch für deinen Hund Sinn. Mehr über Lebensmittel, die dein Hund nicht essen sollte, kannst du in unserem Artikel “Diese Lebensmittel darf dein Hund nicht fressen” nachlesen. Als Superfoods werden meistens Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs bezeichnet, die eine hohe Nähr- und Vitalstoffdichte haben. Superfoods für Hund sind zum Beispiel:

  • Chia-Samen
  • Hagebutte
  • Gerstengras
  • Heidelbeeren
  • Brokkoli

Chia-Samen enthalten einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken, und haben ebenfalls einen hohen Eisen- und Kalziumgehalt. Hagebutte hat einen überragenden Vitamin-C-Gehalt, welches das Immunsystem stärkt und dadurch Entzündungen vorbeugt. Des weiteren hat die Hagebutte eine positive Wirkung auf die Haut-, Knochen- und Knorpelregeneration. Gerstengras ist ein weiteres Superfood, das dem Körper hilft, Giftstoffe auszuscheiden, das Immunsystem stärkt, den Säure-Basen-Haushalt ausgleicht und die Verdauung unterstützt. Heidelbeeren hingegen stärken das Immunsystem durch den hohen Vitamin-C-Gehalt, sorgen für die Elastizität der Blutgefäße, unterstützen die Blutbildung und die Verdauung. Falls du Brokkoli an deinen Hund verfüttern willst, darfst du das niemals roh tun, da dieser starke Blähungen verursacht. Brokkoli enthält unter anderem Vitamin C und B, Kalium, Kalzium und Eisen.

Es lohnt sich also durchaus, die Ernährung deines Vierbeiners mit Superfoods aufzuwerten. Dies kannst du tun, indem du Futter kaufst, das diese Zutaten bereits enthält, oder indem du Superfoods zum Futter hinzu gibst.  

Gesundes Hundefutter: Nährstoffbedarf

Eiweiß

Eiweiße, auch Proteine genannt, sind die wichtigsten Grundbausteine für das Leben eines jeden Hundes. Es sind spezielle Aminosäuren, die einerseits der Energiegewinnung dienen und andererseits für die Zellbildung notwendig sind. Damit hängt die Körpersubstanz des Tieres (Muskeln, Haut, Haare, Organe) entscheidend von der richtigen Versorgung mit Proteinen ab. Die wichtigste Proteinquelle für den Hund ist nach wie vor das Fleisch. Daher sollten Vierbeiner mit einem hohen Fleischanteil versorgt werden. 

Die optimale Hundeernährung besteht zu circa 80 % aus Fleisch. Falls du dich bereits für BARF entschieden hast, kannst du die angemessene Menge an Fleisch selber portionieren. Aber nicht nur die Fleischmenge ist entscheidend, sondern wie sich das Futter insgesamt zusammensetzt. Nicht einmal das beste Muskelfleisch liefert alle erforderlichen Nährstoffe. Auch Obst und Gemüse sowie Öle und Fette sind wichtig für die Zusammensetzung des Hundefutters. Es ist natürlich möglich, einen Hund ohne Fleisch zu ernähren. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Bedarf an tierischem Eiweiß über Milch- und Eiprodukte wie Magerquark und körnigen Frischkäse abgedeckt wird.

Fett

Im Gegensatz zu uns Menschen vertragen unsere Hunde in der Regel problemlos größere Mengen Fett in ihrer Nahrung, solange das Nährstoffverhältnis ausgewogen ist. Fett ist nicht nur eine der wichtigsten Energiequellen, sondern übernimmt auch viele andere Funktionen im Körper deines Hundes. Es fördert den Stoffwechsel und dient als Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K, die der Körper nur dank Fett auflösen und verwerten kann. Hochwertige Öle, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, sind für den gesunden Stoffwechsel deines Haustieres unerlässlich. Sie sind vor allem in Fischölen (z.B. Lachsöl) aber auch in pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumenöl oder Rapsöl enthalten.

Kohlenhydrate

Ein weiterer wichtiger Nährstoff in der Ernährung deines Hundes sind Kohlenhydrate. Sie versorgen ihn in erster Linie mit viel Energie und fördern seine Leistungsfähigkeit. Eine Unterversorgung mit Kohlenhydraten zeigt sich daher in der Regel auch in einem reduzierten Bewegungsbedarf und den damit verbundenen Verdauungsproblemen

Gesundes Hundefutter: Klimabilanz

Die Menge an Treib­hausgasen, die durch das Halten eines Hundes entsteht, ist höher als bei einer Katze. Das zeigen Berechnungen eines Schweizer Umwelt­instituts. Dieses hat sich zur Aufgabe gemacht die Umwelt­belastungen beliebter Haustiere zu kalkulieren. Dafür wurden das Futter, Behausung, Fäkalien, Pkw-Fahrten und Anschaffungen für das Tier erfasst. Verglichen mit den Treib­hausgas­emis­sionen, die ein Mensch im Jahr durch­schnitt­lich durch seinen Konsum an Produkten und Dienst­leistungen erzeugt, steigen die Emissionen bei Katzenhaltung um etwa 3 Prozent, bei einem Hund um etwa 7 Prozent, bei einem Pferd um 22 Prozent.

Vegane Ernährung bei Hunden

Grundsätzlich ist eine vegane Ernährungsweise viel nachhaltiger als eine konventionelle aufgrund der geringeren Treibhauseffekte. Es gibt Beispiele von Hunden und Katzen, die durch eine vegane Ernährungsweise ihre Gesundheit verbessert haben. Jedoch gibt es keine zuverlässigen Studien, die diesen Zusammenhang eindeutig belegen. Tierärzte verweisen auf den Placebo-Effekt, der sehr ausgeprägt ist bei Hunden. Das heißt, seine Gesundheit verbessert sich, wenn er allein schon mehr Aufmerksamkeit vom Halter bekommt. Aber natürlich kann es im Einzelfall immer sein, dass ein Hund mit einer Allergie oder Hautkrankheit eventuell von einer Ernährungsumstellung profitiert.

Welches Futter bekommt dein Hund? Erzähle uns hier in einem Kommentar davon.

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