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Geschichte des Katzenfutters in Deutschland


Vom Mäusefangen zum Festtagsragout – die Ernährung unserer Katzen hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Hier erfährst du, wie die Herstellung des Katzenfutters zum lukrativen Geschäft wurde.

Katze klaut Essen vom Tisch

Katzenfutter: Stellenwert & Angebot

Eine gute und ausgewogene Ernährung ist auch bei Katzen essentiell. Als wichtiger Teil ihres Lebens bestimmt es auch ihre Gesundheit. Genauso wie wir Menschen Wert auf einen gesunden Lebensstil legen, sollten es auch verantwortungsvolle Katzenhalter bei ihren Samtpfoten tun. Und das Angebot ist heutzutage groß. Egal, ob die Rede von Nass- oder Trockenfutter, Ergänzungsfutter oder Alleinfuttermitteln ist, Halter werden förmlich erschlagen von dem angebotenen Katzenfutter. Im Discounter, Supermarkt oder beim Tierfachmarkt nahezu überall gibt es Katzenfutter für jedweden Geldbeutel. Nach welchen Kriterien du beim Kauf des nächsten Futters Ausschau halten solltest, erfährst du in unserem Beitrag “Gutes Katzenfutter – Was sind die Kriterien?”. Da fällt die Entscheidung oft schwer, zumal ein Blick auf die Nährstofftabelle des Futters auf der Rückseite meist wenig erfolgreich ausfällt. Was genau in dem Katzenfutter enthalten ist, kannst du in unserem Beitrag “Rohasche, Rohprotein und Co. – Was ist in meinem Katzenfutter?” nachlesen.

Katzenfutter: Selbstversorgung

Bis ungefähr 1950 hatte ein Großteil der Katzen keinen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Auch nicht in Deutschland. Vielleicht wurden sie von dem ein oder anderen Landwirt geduldet, doch Gedanken an ihre artgerechte Ernährung verschwendeten wohl die wenigsten. Auf dem Weg zu ihrer endgültigen Domestizierung waren Katze als draußen lebende Streuner vordergründig Selbstversorger. Sie fingen und jagten Mäuse und andere Kleintiere. Vielleicht fielen auch mal ein paar Essensreste für sie ab. Im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Funktion der Samtpfote jedoch allmählich. Den kleinen Fellnasen wurde mehr Aufmerksamkeit zuteil, die man fortan auch ihrer Ernährung widmet. Wenn du mehr zu der Geschichte der Katze erfahren möchtest, schau einfach bei unserem Beitrag “Wie eroberte die Katze die Welt?” vorbei.

Langsam breiteten sich die Katzen auch in unseren Wohnräumen aus und schnurrten sich in das Herz ihrer Bewohner. Auch als Versuchstiere wurden Katzen immer häufiger eingesetzt. Und somit übernahm immer mehr der Mensch die Nahrungsbeschaffung für die Samtpfoten. Gefüttert wurde das, was da war – Essensreste, Milch, Brot und Fleisch. Bei der Fütterung von Laborkatzen kam es darauf an, dass die Tiere möglichst günstig und gut ernährt werden konnten, um aussagekräftige Versuchsergebnisse zu bekommen. Dazu griff man unter anderem zu günstigem Dosenlachs, Pferde- und Geflügelfleisch, Schlachtabfällen und Hundetrockenfutter. Die Katze wurde generell lange Zeit wie ein kleiner Hund behandelt, was sich erst nach dem 2. Weltkrieg langsam änderte.

Katzenfutter: Anfänge der industriellen Herstellung

Durch die kontinuierlich steigende Zahl der vom Menschen gehaltenen Stubentiger und von denen in den Versuchslaboren stieg das Interesse an der Entwicklung eines Katzenfertigfutters. Ziel war es, die Katzen einfach und vollständig zu ernähren. Nachdem bereits der englische Chemiker James Spratt Mitte des 19. Jahrhunderts Hunde- und auch Katzenfutter entwickelte, brachte die Firma Mars 1958 das erste Dosenfutter für Katzen auf den Markt und machte es so einer breiten Masse zugänglich. Unter dem Namen Whiskas ging das erste industriell gefertigte Nassfutter vom Band. Etwa 20 Jahre später entwickelte man auch Trockenfutter. Weitere Hersteller stürzten sich auf die Entwicklung von Katzenfutter. In den 1970ern folgte das Dosenfutter „Prescription Diet Feline“ von Hills, 1981 Trockenfutter von Iams und 1990 schließlich das erste Diätfuttermittel zur Bekämpfung von Übergewicht und anderen Krankheiten von ihnen.

Katzenfutter: Ernährungsbedingte Krankheiten

Durch den Beginn der industriell hergestellten Katzenfutterproduktion sind auch ernährungsbedingte Krankheiten bei den Miezen aufgetreten. Während Harnsteine bei Katzen im 19. Jahrhundert nur selten beobachtet werden konnten, nahm deren Häufigkeit nach Einführung der ersten Trockenfutter deutlich zu. Auch Übergewicht begleitet viele Hauskatzen seit dem Einzug von Fertigfutter. Die speziellen Anforderungen an die Nahrung der Katze waren noch nicht bekannt, weshalb es oft zu gefährlichen Über- und Unterversorgungen mit bestimmten Vitaminen und Mineralien kam.

Häufig wurde zu viel Leber gegeben, was zu einer Überversorgung mit Vitamin A und damit zu Knochendeformationen führte. Auch entstand durch einseitige Fleischfütterung oft ein Jod- und Kalziummangel. Daraus resultierten meist Krankheiten wie zum Beispiel Knochenweiche. Die einseitige Fütterung mit gekochtem Fleisch verursachte Störungen bei der Entwicklung von Skelett, Zähnen und Geschlechtsorganen. Auch Sehstörungen oder sogar Erblindung traten nicht selten durch einen Mangel an Taurin auf. Verschiedene Hauterkrankungen und Allergien durch einseitige und falsche Fütterung treten auch leider heute noch regelmäßig auf.

Durch falsche Fütterung ausgelöste Krankheiten gab es aber nicht erst seit Erfindung des Katzenfertigfutters. Als Katzen sich noch selbst versorgten, spielten auch ernährungsbedingte Krankheiten eine Rolle. Sie wurden allerdings durch fehlende tierärztliche Versorgung oft nicht erkannt, geschweige denn behandelt. Die Beutetiere der Katze, die mangels Alternativen oft von der Katze auch verspeist wurde, können Krankheiten übertragen, vor allem auch Parasiten.

Katzenfutter: Katzenernährung heute

Heutzutage wissen viele Katzenhalter wesentlich mehr über artgerechte Katzenernährung. Die auftretenden ernährungsbedingten Krankheiten sind deutlich harmloser und seltener geworden als noch vor einigen Jahren. Trotzdem steigt mit dem wachsenden Wissen der Halter auch das Interesse an den genauen Inhaltsstoffen im Katzenfutter. So gehen immer mehr Menschen dazu über, Katzennahrung wieder selbst zuzubereiten. Damit es hierbei nicht zu Nährstoffmangeln oder -überversorgungen kommt, ist einiges an Wissen nötig. Der deutlich überwiegende Teil der Katzenhalter greift aber weiterhin auf das praktische Katzenfertigfutter zurück. Da auch das Wissen um artgerechte Ernährung bei den Herstellern immer mehr wird und die Konkurrenz immer größer wird, gibt es mittlerweile auch viele gute Katzenfertigfutter. Ergänzt durch ab und an mal Frischfleisch bevorzugen die meisten Katzenhalter diese Methode.

Es gibt allerdings auch die alleinige Fütterung mit rohem Fleisch, auch BARF genannt, die manche Halter als die beste Ernährungsmethode für ihre Fellnasen auserkoren haben. Solange die Ernährung der Katze nicht zu einseitig wird, gibt es hier im Moment kein Richtig oder Falsch. Die Bereitschaft der Katzenhalter, sich auch in Zukunft mit dem Thema Katzenernährung auseinanderzusetzen und bewusst zu füttern, hat einige Veränderungen mit sich gebracht und wird dies auch hoffentlich weiterhin.

Wie ernährst du deine Katze? Hat sich deine Einstellung dazu geändert? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar.

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