Freigängerkatze – Das musst du beachten


Einige Katzenhalter haben zu große Angst, ihre Katze den Gefahren draußen in der Natur auszusetzen. Für andere hingegen kommt es gar nicht in Frage, ihrer geliebten Samtpfote den Freigang zu verbieten. Wir erklären dir hier, was du unbedingt bei deiner Freigängerkatze beachten musst.

Schutz für eine Freigängerkatze

Kastration

Ob du deine Katze kastrieren lässt oder nicht, bleibt dir überlassen. Du solltest dabei allerdings berücksichtigen, dass eine weibliche, unkastrierte Katze schnell trächtig werden kann und du dich anschließend um die kleinen Kitten kümmern musst. Auch wenn du einen Kater hast, solltest du diesen kastrieren lassen. Dadurch ist er nicht mehr in ewigen Kämpfen um Katzen verstrickt und lebt ein glücklicheres Leben. Ein weiterer Punkt, der für eine Kastration spricht, ist die Fortpflanzungskontrolle. Laut PETA können eine unkastrierte Katze und ihre Nachkommen rein rechnerisch in nur 7 Jahren etwa 370.000 Katzen zeugen. So würde eine gigantische Zahl an Katzen zusammenkommen, die gar nicht überall unterkommen könnten. Aufgrund dessen wurde inzwischen in manchen Bundesländern sogar eine Kastrationspflicht für Freigänger eingeführt.

Verwilderte, freilebende Katzen sind aufgrund ihrer schweren Lebensbedingungen anfälliger für Krankheiten. Da sie in der Regel nicht geimpft sind, können sich Krankheiten wie die Katzenseuche oder der Katzenschnupfen ungehindert verbreiten. Dies gefährdet dann auch wiederum deine Freigängerkatze. Lasse deine Katze am besten direkt kastrieren. Dann bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite und ersparst dir und deiner Katze viel Stress.

Impfungen

Freigänger benötigen wie auch Wohnungskatzen die üblichen Impfungen gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen, Feline infektiöse Peritonitis (FIP) und Katzenleukämie. Zusätzlich dazu solltest du deine Katze mit Freilauf unbedingt gegen Tollwut impfen lassen.

Übersicht:

  • Katzenseuche: Ab der 8. Lebenswoche jährlich oder alle 3 Jahre.
  • Katzenschnupfen: Ab der 8. Lebenswoche jährlich.
  • Katzenleukämie: Ab der 9. Lebenswoche jährlich oder alle 3 Jahre.
  • Feline Infektiöse Peritonitis: Ab der 16. Lebenswoche alle 1 – 3 Jahre.
  • Tollwut: Ab der 12. Lebenswoche jährlich.

Parasitenschutz

Besonders in der freien Natur lauern viele Flöhe, Milben und Zecken. Eine wirksame Prophylaxe dagegen ist also für Freigängerkatzen essenziell. Da Freigängerkatzen ein höheres Risiko haben, sich mit Würmern anzustecken, wird eine regelmäßige Wurmkur empfohlen.

Fellpflege

Als Freigänger kann deine Katze auch mal schlammverschmiert und verdreckt nach Hause zurückkehren. Auch wenn sich Katzen grundsätzlich selbst pflegen, solltest du sie mit zusätzlicher Pflege unterstützen.

Chip und Tätowierung

Hast du dich für den Freigang deiner Katze entschieden, so solltest du sie auf jeden Fall chippen lassen. Auf dem Mikrochip, der unter die Haut gesetzt wird, ist eine 15-stellige individuelle Nummer gespeichert, über die dir deine entlaufene Katze zweifelsfrei zugeordnet werden kann. Damit du als rechtmäßiger Besitzer der Katze so schnell wie möglich ausfindig gemacht wirst, ist eine Registrierung in bestimmten Datenbanken, wie dem Haustierregister, notwendig. Dieser Vorgang ist kostenlos und kann direkt vom Tierarzt übernommen werden. Für das Chippen deiner Katze fallen je nach Modell des Mikrochips Kosten zwischen 30 und 50 € an. Deinen Liebling chippen zu lassen dient vor allem zur Kennzeichnung und zum Schutz. Wenn deine Katze also bei ihrem Freigang wirklich mal verloren geht und nicht eigenständig zurückkommt, ist der Chip eine große Hilfe.

Im Idealfall solltest du deine Katze neben dem Chippen zusätzlich tätowieren lassen. Die Tätowierung im Ohr kann sofort von jedem gefunden werden und signalisiert dadurch, dass die Katze eine(n) Besitzer/-in hat. Es kommt nämlich häufig vor, dass Menschen, die keinen Bezug zu Katzen haben, überhaupt nicht wissen, dass diese heutzutage gechippt sind. Dieses Problem kann durch die Tätowierung gelöst werden.

Tipps, wie du deine Katze an den Freigang gewöhnst

Wenn du frisch mit deiner Katze umgezogen oder gerade frische(r) Besitzer/-in eines kleinen Kätzchen geworden bist, solltest du immer mindestens 1 Monat abwarten, bis es dann endlich raus in die Natur geht. Dadurch hat die Mieze erstmals genügend Zeit, sich im Haus einzuleben, bevor sie die neue Nachbarschaft erkundet. So gehst du sicher, dass sie die neue Umgebung als Zentrum ihres Reviers anerkennt und eine Bindung zum Haus aufbaut. Hat sich deine Katze an ihr Zuhause gewöhnt, ist kastriert, gechipt und ausreichend geimpft? Dann kann es losgehen mit dem Freigang. Mit etwas Zeit, Geduld und der richtigen Vorbereitung sollte es bei der Gewöhnung keine Probleme geben. Wenn du sie lieber in der Nähe haben möchtest, bietet es sich natürlich auch an, deiner Mieze einen gesicherten Freigang im Garten zu geben. Folgende Tipps solltest du bei der Gewöhnung beachten:

  1. Bevor du deine Katze raus in die freie Natur lässt, solltest du eine Katzenklappe einrichten. So hat sie jederzeit die Möglichkeit zurück ins Haus zu kommen.
  2. Suche dir am besten für den ersten Freigang einen Tag aus, an dem das Wetter leicht regnerisch ist. Denn auch Katzen bevorzugen Wärme und Trockenheit. Dadurch haben sie gleich einen Grund mehr, um wieder schnell nach Hause zu kommen.
  3. Füttere deine Katze an den ersten Tagen etwas weniger. Der Hunger wird sie schnell wieder von alleine nach Hause treiben.
  4. Wenn es dir lieber ist, kannst du ruhig beim ersten Mal mit ihr rausgehen. So kannst du ihr die schönen Stellen im Garten zeigen und ihr Sicherheit geben.
  5. Lasse deine Katze ganz in Ruhe die neue Umgebung erkunden und lenke sie nicht mit ständigem Rufen ab. Gib ihr dabei genügend Zeit und erwarte nicht, dass sie direkt nach 5 Minuten wieder nach Hause kommt. Sie wird schon alleine entscheiden, wann sie wieder ins Haus zurückkommt.
  6. Wenn du deine Samtpfote nach dem ersten Freigang mit ihrem Lieblingsleckerli oder -spielzeug empfängst, wird sie merken, dass es sich lohnt nach Hause zu kommen.
  7. In den nächsten Tagen kannst du die Ausflüge mit deiner Katze wiederholen. Nach und nach kannst du immer mal für kurze Zeit ins Haus gehen und sie alleine lassen. So gewöhnt ihr euch beide gut daran.

Gefahrenquellen für Freigängerkatzen

Bevor du dir eine Katze anschaffst, solltest du dir immer über die möglichen Gefahren bewusst sein. Besonders bei einer Freigängerkatze warten draußen viele Gefahrenquellen auf sie, weshalb statistisch gesehen, ihre Lebenserwartung weit unter der von reinen Wohnungskatzen liegt.

Umgebung

Die größte Gefahr für Katzen, die als Freigänger gehalten werden, sind Unfälle. Dabei sind Autounfälle leider keine Seltenheit. Dafür musst du nicht mal unbedingt an einer befahrenen Straße wohnen, auch in ruhigeren Gegenden können Katzen versehentlich vor ein Auto laufen. Unfälle können auch passieren, wenn die Katze bei ihren Streifzügen auf Bahngleise gerät. Wenn du an einer Autobahn oder in unmittelbarer Nachbarschaft einer viel befahrenen Schnellstraße lebst, ist es besser, deine Katze als Wohnungskatze zu erziehen. Sollte deine Katze ein Halsband tragen, kann sie leicht daran hängenbleiben und sich dadurch schwer verletzen und schlimmstenfalls strangulieren. Aus diesem Grund sind Halsbänder bei Katzen nicht empfehlenswert.

Andere Tiere

Katzen können draußen einige Tiere treffen, die sich nicht immer freundlich verhalten. Hast du einen unkastrierten Kater, kann es sein, dass er in Revierkämpfe gerät und sich dabei Verletzungen zuzieht. Doch auch kastrierte Katzen sind nicht vor allen sicher. Auch die Nachbarshunde oder Wildtiere wie Füchse oder Mardern können die Katzen angreifen.

Krankheiten

Dadurch, dass die Mieze draußen häufig mit anderen Tieren in Kontakt kommt, können sich Krankheiten leichter übertragen. Besonders wenn deine Katze nicht dagegen geimpft ist, besteht ein höheres Risiko der Ansteckung. Dazu zählen beispielsweise Feline infektiöse Peritonitis (FIP), Katzen-AIDS (FIV), Katzenschnupfen, Hautpilz oder Katzenleukämie.

Parasiten

Draußen in der Natur warten mehrere Parasiten auf deine Katze. Zecken oder Milben warten geduldig auf Bäumen oder in hohem Gras, um sich auf jedes geeignete Wirtstier zu stürzen. Durch den Kontakt mit anderen Katzen können auch Flöhe zu ihr hinüberspringen. Sorge dementsprechend für ausreichende Abwehrmaßnahmen gegen Parasiten. Über Wildtiere, befallene Fellnasen sowie durch den Verzehr von Mäusen und anderen Beutetieren kann sich die Katze verschiedene Würmer einfangen.

Menschen

Es gibt immer mal wieder Katzenhasser, die den Tieren Schaden zufügen wollen. Leider hört man auch immer wieder von Katzen, die durch absichtlich gelegte Giftköder schwer erkranken oder im schlimmsten Fall sogar sterben. Zwar kommt es glücklicherweise selten vor, sollte aber dennoch nicht vergessen werden.

Giftige Pflanzen

Giftige Pflanzen zählen ebenfalls zu einer der Gefahren in der freien Natur. Gerade im Frühling, wenn wir uns an der bunten Blütenpracht erfreuen, solltest du deine Katze im Auge behalten. Es gibt zwar Rassekatzen, die einen hervorragenden Instinkt in Sachen Giftpflanzen zu haben scheinen. Umgekehrt gibt es jedoch auch Katzen, die immer wieder an Giftpflanzen geraten. Eine Freigängerkatze muss noch nicht mal eine Giftpflanze fressen. Manchmal kann schon der Hautkontakt oder das Anknabbern einer bestimmten Pflanze Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Gefährliche Pflanzen sind zum Beispiel:

  • Efeu: Beim Verzehr kommt es zu Vergiftungen, die sich zum Beispiel durch Erbrechen, Durchfall, Zittern oder Lähmungen beim Tier bemerkbar machen.
  • Eisenhut: Die Pflanze ist nicht nur für Katzen hochgiftig, sondern auch für uns Menschen. Sehstörungen und Tod durch Herzstillstand oder Atemlähmung können Folge des Verzehrs sein.
  • Engelstrompete: Alle Pflanzenteile, aber vor allem Wurzeln und Samen, sind hochgiftig und können Herzrhythmusstörungen, Atemnot, starke Verdauungsstörungen und Kreislaufstillstand hervorrufen.
  • Hyazinthe: Das enthaltene Calciumoxolat kann zur Reizung der Schleimhäute, Schluckbeschwerden und Magen-Darm-Beschwerden führen.
  • Lilie: Lilien können zu schweren Nierenschäden bei Katzen führen. Dabei sind alle Teile der Pflanzen giftig und auch bei Aufnahme von sehr geringen Mengen potentiell tödlich.
  • Maiglöckchen: Schon der Hautkontakt kann zu allergischen Reaktionen führen. Beim Verzehr der Pflanze kommt es zu Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Herzrhythmusstörungen. Herzstillstand durch eine Maiglöckchenvergiftung kann sogar zum Tod führen.
  • Osterglocken (Gelbe Narzissen): Alle Pflanzenteile sind hochgiftig und können Krämpfe sowie Herzrhythmusstörungen auslösen.
  • Tulpen: Schon beim Anknabbern lauern Gefahren in Form von Reizungen der Schleimhäute und Magenbeschwerden.

Vorteile für Freigängerkatzen

Zwar gibt es einige Gefahrenquellen für Freigängerkatzen, jedoch bringt der Freigang auch einige Vorteile mit sich. Folgende Vorzüge genießen freilaufende Katzen:

  • Das freie Ausleben der natürlichen Instinkte (Jagdinstinkt, Anschleichen und Revierverhalten) können frei ausgelebt werden. Das schärft gleichzeitig ihre Sinne.
  • Bessere Auslastung.
  • Weniger Langeweile und mehr Abwechslung.
  • Mehr Bewegung und dadurch ein geringeres Risiko zu Übergewicht.
  • Höhere Lebensqualität.
  • Förderung des Sozialverhaltens mit Nachbarskatzen.
  • Die Neugierde von Katzen ist grenzenlos, durch die Freiheit können sie ihrer natürlichen Neugier nachgehen.

Auch für dich ergeben sich Vorteile. Zum einen hast du weniger Arbeit, da die Katze sich als Freigänger bei ihren Ausflügen selbst beschäftigt und ihr Geschäft teils draußen erledigt. Zum anderen kratzen viele Katzen, die nach draußen dürfen seltener an Möbeln, Tapeten, Türrahmen und Teppichen.

Freigängerkatzen an Katzenklappe gewöhnen

Oftmals ergibt sich mit dem Freigang, dass die Katze regelmäßig vor oder hinter der Tür sitzt und ausdrücklich fordert, heraus- oder hineingelassen zu werden. Um das zu vermeiden, empfehlen wir den Einbau einer Katzenklappe. Eine moderne Katzenklappe bringt den Vorteil mit, dass der Zutritt durch andere Katzen vermieden wird. Du kannst nämlich einstellen, dass sich die Tür nur für deine Katze öffnet. Als Zugangsberechtigung dient der gleiche Mikrochip, der als Identifikation eingesetzt wird. Außerdem kannst du bestimmen, wann deine Katze rein und raus darf. Dafür musst du einfach einstellen, dass sich die Katzenklappe nur zu bestimmten Zeiten öffnen kann.

Natürlich ist nicht jede Katze direkt offen für die Neuheit und geht eher ängstlich damit um. Deshalb ist es wichtig, dass du sie erstmals an die Katzenklappe gewöhnst. Damit deine Katze überhaupt versteht, worum es bei der Katzenklappe geht, musst du es ihr erstmal deutlich machen. Fixiere die Klappe dafür zunächst so, dass sie offen steht, und versuche dann, die Katze durch die Öffnung hindurch zu locken. Dafür kannst du als Anreiz ihr Lieblingsleckerli oder -spielzeug benutzen. Du solltest in jedem Fall Geduld mitbringen. Katzen sind zwar sehr neugierige Tiere, jedoch sind sie bei neuen Dingen auch oft misstrauisch. Lobe und belohne ihre Erfolge und versuche, die Katzenklappe Stück für Stück weiter zu schließen. Deine Katze wird bald verstehen, wie das Ganze funktioniert.

Welche Rassen eignen sich als Freigängerkatzen?

Grundsätzlich lässt sich nicht sagen, welche Rasse ideal für den Freigang geeignet ist. Der individuelle Charakter jeder Katze und vor allem das Umfeld, in dem sie aufwächst, spielen eine entscheidende Rolle. Prinzipiell genießt so gut wie jede Katze die Natur und den möglichen Auslauf nach draußen. Dennoch gibt es einige Katzen, die wenig freiheitsliebend sind und sich in einer Wohnung pudelwohl fühlen. Andere hingegen sind so unternehmungslustig und aktiv, dass sie ohne Freigang unglücklich werden. Sie lieben den Auslauf und haben einen sehr hohen Freiheitsdrang und Bewegungsbedarf. Dazu zählen beispielsweise:

Hast du eine Freigängerkatze? Erzähle uns doch gerne hier in einem Kommentar von deinen Erfahrungen.

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