“Es ist einfach schön, mit einem Tier das Leben zu teilen.”


Das Klavierhaus Schröder im Zentrum von Düsseldorf ist nicht wie jeder andere Betrieb. Denn das familiengeführte Unternehmen von Martin Schröder und Patrizia Schröder beheimatet auch die beiden Whippetrüden Tabeal und Batista. Die sogenannten “Sachbearbeiter für gute Laune” halten sich jeden Tag im Haus des Ehepaares Schröder auf und fühlen sich pudelwohl. Wie sie zu ihrem Herrchen und Frauchen gefunden haben und wie sie bei gesundheitlichen Problemen behandelt werden, erfahrt ihr hier im Interview.

Martin und Patrizia Schröder mit zwei Hunden

Wie lange haben Sie schon Ihre Hunde und wie haben Sie sie gefunden?

Martin Schröder: Die Hunde haben uns eigentlich ausgesucht, nicht andersrum (lächelt).

Patrizia Schröder: Wir hatten uns schon ein paar Jahre damit beschäftigt, uns einen Hund zuzulegen. Es ist einfach schön, mit einem Tier das Leben zu teilen. Dies kann sehr bereichernd sein. Durch einen Bekannten, der eine Hundezüchtung hatte, sind wir mit der mittelgroßen Windhundrasse der Whippets zum ersten Mal in Kontakt gekommen. Wir kannten vorher nur größere Windhunde, wie Afghanen. Aber der mit uns befreundete Hundeliebhaber schwärmte die ganze Zeit von dieser Rasse und seinem baldigen B-Wurf.

Dann begannen wir uns theoretisch mit Whippets zu beschäftigen und wollten wissen, wie mit ihnen umzugehen ist, welch besonderes Verhalten sie warum haben und welche Pflege sowie Ernährung sie benötigen. Generell ist diese Hunderasse äußerst pflegeleicht, ideal für Einsteiger, die Whippets sind sehr sanftmütig, riechen mangels Unterfell nicht und bellen äußerst selten.

Alle diese Eigenschaften sind natürlich für uns im Klavierhaus ideal. Wir haben Batista als Welpen kennen gelernt und es war quasi Liebe auf den ersten Blick. Mein Mann hatte ihn auf den Schoß genommen und er hat sich direkt bei ihm eingekuschelt und ist eingeschlafen.

Wann haben Sie sich dann den zweiten Hund angeschafft?

Patrizia Schröder: Nach 4 Jahren. Da waren wir wieder bereit für einen Welpen. Man muss ja beachten, dass ein Welpe viel Nähe und Fürsorge benötigt und ich gleichzeitig aber trotzdem voll und ganz für den Kunden da sein musst. Das soll wohl überlegt sein.

Haben sich die beiden Rüden direkt verstanden?

Patrizia Schröder: Ja absolut, sie sind sehr happy, dass sie sich haben und ergänzen sich perfekt. Batista ist aber auch ein äußerst sozialer, freundlicher Hund, fast jeder Hund versteht sich mit ihm. Tabeal ist etwas direkter und unser Wachhund, aber auch sehr verschmust mit uns Menschen.

Wie verhalten sich die Tiere denn gegenüber Kunden? Bellen sie?

Martin Schröder: Also jeder Hund reagiert natürlich anders, hat einen eigenen Charakter. Aber mit unseren beiden Whippets ist dies überhaupt kein Thema. Im Gegenteil, sie sind bei unseren Besuchern sehr beliebt. Und bei jenen die allgemein zurückhaltender zu Hunden sind, geschieht oft ein Sinneswandel, wenn sie die Sanftheit dieser beiden Hunde kennen lernen.

Patrizia Schröder: Ja absolut, das kann ich nur bestätigen. Manche Besucher dachten sogar, es sei ein Marketing-Trick (lacht). Aber nein, es ist natürlich keiner.

Reagieren die Hunde auf das Klavierspiel?

Martin Schröder: Sie bellen nicht. Nur zuhause, wenn meine Frau am Klavier spielt, bellt der jüngere Whippet, weil er Aufmerksamkeit und Zuwendung möchte. Aber hier im Klavierhaus nicht. Für die Hunde sind das mittlerweile ganz normale Alltags-Geräusche. Tagsüber schlafen die Beiden auch einfach in ihren Hunde-Körbchen. In der Mittagszeit lädt der große Hofgarten nahe dem Geschäft zu einem ausgiebigen täglichen Spaziergang ein.

Wie wir von Ihnen erfahren haben, leidet Batista an Epilepsie. Wie haben Sie das herausgefunden?

Patrizia Schröder: Batista lebt seit 2010 bei uns. Vor vier Jahren hat er seinen ersten Anfall bekommen. Wir konnte es zuerst nicht glauben, haben dann alle möglichen Tests durchführen lassen. Die Diagnose lautete idiopathische Epilepsie, dies bedeutet, die Ursache ist nicht bekannt. Wir waren dann bei ganz vielen Tierärztinnen und –ärzten und sind mittlerweile auch bei einer Heilpraktikerin.

Wie macht sich der Anfall bemerkbar?

Martin Schröder: Batista beißt sich während eines Anfalls nicht auf die Zunge, wie man es bei Menschen oft hört. Er fängt aber an, am ganzen Körper zu krampfen und rudert in der Seitenlage mit den Beinen. Zuvor springt er auf und läuft gegen den nächstgelegenen Widerstand, einen Schrank oder eine Heizung. Es passiert eher aus dem Schlaf raus. Der Anfall dauert dann etwa eine Minute, aber erst nach ca. 10 Minuten weiß er erst wieder, wo er sich befindet.

Und was genau können Sie selbst tun, um die Krankheit einzudämmen?

Patrizia Schröder: Batista darf kein Getreide zu sich nehmen, da es scheinbar die Krankheit fördert. Er braucht außerdem einen strukturierten Tagesablauf, und wir haben herausgefunden, dass er tendenziell Anfälle bei Voll- und Neumond bekommt. So können wir uns entsprechend zeitlich darauf einstellen. Durch die verschriebenen Medikamente hatten sich seine Leberwerte deutlich verschlechtert.

Daher wollten wir die schulmedizinische Therapie so nicht mehr fortführen. Letztendlich haben wir eine Heilpraktikerin ergänzend konsultiert, die unseren Hund nun mit homöopathischen Mitteln behandelt. Ein Medikament konnten wir daher schon erfolgreich ausschleichen, um die Leberwerte wieder in den Normalbereich zu bekommen.

Martin Schröder: Er nimmt noch ein normales Medikament, das wir aber auch bald absetzen bzw. ausschleichen wollen. Leider sind die Tierärzte bei dieser Art der Epilepsie ratlos, weil sie die Ursache nicht ermitteln können.

Kommen die Anfälle nun etwas weniger mit der Behandlung?

Patrizia Schröder: Nein, leider nicht. Auch wenn ein Anfall aufgrund des bekannten Rhythmus scheinbar einmal ausfällt, wissen wir, dass die Krankheit nicht heilbar ist. Ich gehe damit mittlerweile auch etwas professioneller um. Vorher konnte ich es emotional nicht ertragen und habe während der Anfälle Batista durch meinen Mann betreuen lassen.

Er weiß mittlerweile auch, wo er Batista während des Anfalls anfassen darf und wo nicht, damit dieser sich sicher und geschützt fühlt. Da Tabeal natürlich alles während eines Anfalls seines Kumpels mitbekommt, dabei extrem aufgeregt ist und zittert, kümmere ich mich in dieser Zeit intensiv um ihn. Diese Aufteilung hat sich bewährt, um den beiden äußeren, als auch inneren Halt zu geben.

Tauschen Sie sich auch mit anderen Betroffenen aus?

Martin Schröder: Ja, erst vor Kurzem hatte ich beim Spazierengehen eine Frau getroffen, die ihren Hund aufgrund seiner Epilepsie verloren hatte. Sie gibt mir gerne Tipps. Aber leider erfahren wir derzeit nichts mehr Neues, da wir uns sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.

Patrizia Schröder: Ich recherchiere viel im Internet, aber versuche mittlerweile Foren zu meiden. Auch wenn es einerseits neue Informationen geben könnte, kann ich mit dem sich gegenseitigem Bedauern nicht gut umgehen. Das würde mir nicht helfen. Wenn man ein lösungsorientierter Mensch ist wie ich, sucht man entweder nach Lösungen oder akzeptiert die Situation ohne Bedauern und genießt jede Minuten mit diesen liebenswerten Wesen.

Ich habe auch schon viele wissenschaftliche Artikel gelesen, aber letztendlich müssen wir auf die Tierheilpraktikerin, die Ernährungsberaterin und die Tierärzte vertrauen. Wir selbst versuchen, die bestmögliche Umgebung und Ernährung anzubieten.

Welche Ernährung genau?

Patrizia Schröder: BARF. Wir bevorzugen aber Fertig-BARF, da wir hier im Klavierhaus kein Fleisch zubereiten können. Zusätzlich bekommen die beiden Hunde ab und zu Karotten, Äpfel, Kohlrabi oder Pansen. Und ausschließlich getreidefreie Leckerlis.

Und wie behandeln Sie Tabeal bei gesundheitlichen Problemen?

Martin Schröder: Wenn man Tierhalter ist, hat man nach einiger Zeit viele Mittelchen zu Hause. Wenn Tabeal zum Beispiel Atemwegsprobleme hat, dann geben wir ihm ein entsprechendes Mittel, das wir noch vorrätig haben. Oder Kohletabletten bei Durchfall. Sonst gehen wir zum Tierarzt oder sprechen mit der Tierheilpraktikerin, was helfen könnte.

Patrizia Schröder: Bei Verletzungen der Nägel zum Beispiel muss man schon zum Tierarzt. Trotzdem informiere ich die Heilpraktikerin darüber, damit sie sich ein Bild vom Gesamtzustand des Hundes machen kann. Die beginnende Arthrose von Batista lassen wir von einer Physiotherapeutin behandeln und unterstützen diese Behandlung selber zu Hause und im Betrieb mit einem entsprechenden Soft-Lasergerät.

Ich beschäftige mich seit Kurzem auch mit der Tellington-Touch-Methode für Hunde, um sie in entsprechend aufregenden Situationen beruhigen zu können. Es hilft tatsächlich. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass die Selbsthilfemethoden wieder an Bedeutung gewinnen und
dieses Wissen verstärkt verbreitet wird.

Aber Sie versuchen schon, erst einmal selbst zu diagnostizieren?

Patrizia Schröder: Ja, durch laufende Beobachtung kann man schon so manche Verhaltensänderung bemerken, die oft auf ein körperliches Unwohlsein oder eine nicht direkt sichtbare Verletzung hinweisen kann.
Batista hatte zum Beispiel vor einiger Zeit einen Nagel beim Laufen verletzt. Wir wussten aber nicht, ob die durchgeführte übliche tierärztliche Behandlung ausreichte.

Nach unserer Beobachtung nicht, da die Wunde zwar außen heilte, aber die etwas verhaltene Bewegung von Batista sich nicht deutlich besserte. Nachdem der Verband wieder abgemacht werden
konnte, hatten wir Batista dann doch einmal wieder laufen lassen, und prompt hat es aus der Pfote unter dem Nagel heraus wieder geblutet. Wir wussten dann, dass es doch etwas ist, was sich der Tierarzt genauer ansehen muss. Batista musste tatsächlich operiert werden: Der Nagel wurde komplett entfernt und ein Glied gekürzt.

Gerade der Herbst jetzt ist ja auch Erkältungszeit. Sie müssen die beiden Windhunde ja auch einkleiden.

Martin Schröder: Ja, ab 7 Grad brauchen unsere Hunde mangels Unterfell eine entsprechende Kleidung. Sie tragen bei dem Nasswetter einen dünneren Regenmantel. Sie haben aber auch ganz schicke Wintermäntel mit einem Kragen. Sie sehen aus wie zwei russische Wintermäntel, sagt meine Frau oft, obwohl es hierzulande gar nicht so kalt wird (lacht).

Manche Städte sind ja hundefreundlicher als andere. Auch Düsseldorf könnte mehr bieten. Was würden Sie sich von der Stadt wünschen?

Patrizia Schröder: In Wien gibt es zum Beispiel einen Verlag, der einen Hundereiseführer anbietet. Es wäre toll, wenn es etwas Ähnliches auch für Düsseldorf gäbe. Denn die Anzahl der Hundehalter nimmt in größeren Städten sicherlich zu.

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2 Kommentare

  1. 8. Oktober 2019 um 19:01
    Unsere Piano-Dogs: “Es ist einfach schön, mit einem Tier das Leben zu teilen.” - Klavierhaus Schröder: […] Schröder im Interview mit der Redaktion des neuen Blog für Hunde- und Katzenhalter. Hier das Interview zu ihren Erfahrungen mit den beiden […]
  2. SUPERTESTER
    9. Oktober 2019 um 23:09
    SUPERTESTER: Eine sehr schöne Geschichte!