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Erbkrankheiten bei Katzen – Welche Krankheiten sind genetisch bedingt?


Bei der Katze sind zwischenzeitlich zahlreiche Erkrankungen bekannt, die erblich bedingt sind. Das bedeutet, dass diese Anomalien von den Eltern an die Kitten weitergegeben werden können. Insbesondere bei der Zucht von Katzen ist es wichtig, Erkrankungen bzw. die genetische Disposition frühzeitig zu erkennen. Hier findest du einen Überblick über die häufigsten genetisch bedingten Krankheiten bei Katzen.

Schottische Faltohrkatze

Erbkrankheiten: Genetik der Katze

Eine Hauskatze hat 19 Chromosomenpaare, von denen 18 Autosomen genannt werden und bei Katzen beiderlei Geschlechts gleich sind. Das letzte Paar sind die Geschlechtschromosomen. Sie unterscheidet sich bei Katern (XY) und bei Katzen (XX). Jedes Chromosom enthält mehr als 25.000 Gene. Es kann also zu vielen verschiedenen Kombinationen kommen. Jedoch beeinflussen nur wenige die äußeren Merkmale der Rasse oder ihre Variationen. Jede Änderung der Anzahl oder der Struktur der Chromosomen führt zu einer expliziten oder latenten Änderung der Funktionsweise der Organe und des Systems der Katze. 

Erbkrankheiten: Züchter

Jedes Jahr werden mehr neue genetische und erbliche Erkrankungen von unseren Samtpfoten entdeckt, die für bestimmte Rassen charakteristisch sind. Einige dieser Mutationen sind nicht gesundheitsschädlich, andere können schwerwiegende Krankheiten verursachen, und andere sind ein Merkmal für eine bestimmte Rasse. So ist z.B. das abgeknickte Ohr bei den Schottischen Faltohrkatzen eine gewollte Anomalie. Weit verbreitet ist die Verwendung von verschiedenen Chemikalien, die erbliche Veränderungen bei Katzen hervorrufen, d.h. Mutationen. Das führt zu einer aktiven Anhäufung von Mutationen im allgemeinen Genpool von Katzen. Das erschwert die systematische reinrassige Zucht erheblich. Viele Züchter greifen deshalb immer öfter zu DNA-Tests. Mithilfe der Tests überprüfen sie die Reinrassigkeit ihrer Kitten. Die Früherkennung von Erberkrankungen ist für einen gesunden Fortbestand der Rassekatzen von großer Bedeutung.

Erbkrankheiten: Genetisch bedingte Hautveränderungen

Viele genetisch bedingte Erbkrankheiten betreffen die Haut der Katze. Dazu gehören:

  • Asthenie
  • Haarausfall um die Augen
  • Hypotrichose
  • Lentigo
  • Rex Mutation Wolle
  • Wirecoat

 Asthenie

Diese Hautveränderung wurde vor mehr als 20 Jahren entdeckt. Sie kann auch Hunde, Nerze, Schafe und Rinder betreffen. Sie wird mit der Produktion von defektem Hautkollagen in Verbindung gebracht, wodurch die Haut übermäßig zart, geschmeidig und samtig wird. Die Folge ist Faltenbildung an den Beinen, an den Seiten und an der Brust. Meist kommt die Hautasthenie nur bei siamesischen Katzen und von ihnen abgeleiteten Rassen vor. Diese Krankheit wird auch als Dermatopraxie oder geriditische Zerbrechlichkeit der Haut bezeichnet, da die Haut leicht zerrissen wirkt und beim Abheilen von Wunden raue Narben bildet.

Haarausfall um die Augen

Erblich bedingt kann es zu einer Verdünnung und Ausdünnung der Haare um die Augen kommen. Begleitet werden diese kahlen Stellen meist von der Ansammlung charakteristischer brauner Absonderungen um die Augen und den Mund der Katze. Bei dem Haarausfall um die Augen handelt es sich um eine rezessive Mutation, die mit keinen weiteren gesundheitlichen Problemen einhergeht.

Hypotrichose

Bei der Hypotrichose handelt es sich um eine Verdünnung des Fells der Katze bis zur völligen Abwesenheit der Haare. Dieser Defekt ist seit über 50 Jahren bekannt. Die in den USA beliebte Sphynx Katze gehört zu den prominentesten Vertretern. Es gibt auch eine bekannte Variante der Krankheit namens geriditäre Hypotrichose, die nur bei Devon Rex und Siamesen auftritt. Hier wird das Fell immer dünner und fällt meist im Alter von 2 Wochen aus.

Manche Anomalien in der Katzenzucht sind auch gewollt

Lentigo

Bei der genetisch bedingten Hautveränderung Lentigo handelt es sich um hyperpigmentierte, also dunkle Flecken mit einem Durchmesser von weniger als 1 cm. Dieser Defekt kommt nur bei roten und cremefarbenen Katzen vor, daher wird ein Zusammenhang mit der Fellfarbe vermutet. Die Art der Vererbung ist jedoch bisher nicht bekannt.

Rex Mutation

Die Mutation zeigt sich durch welliges Haar bei Kitten, anschließend werden die Haare lockig. Es ist charakteristisch für alle Rassen von Rex. Eine Mutation kann entweder dominant oder rezessiv sein.

Wirecoat

Dominante Mutation, die zum Auftreten von rauem Fell führt. Als ein Merkmal der Abstammung ist es charakteristisch für eine amerikanische Drahthaarkatze.

Erbkrankheiten: Fehlbildungen

Auch zu vielen Fehlbildungen kann es durch Erbkrankheiten kommen. Dazu zählen:

  • Dysplasie des Hüftgelenks
  • Fehlstellung der Gesichtsknochen
  • Kurzer Schwanz
  • Osteogenesedefekte
  • Patellaluxation
  • Verkürzung der Vorderbeine
  • Vorsprung des Brutbeins
  • Polydaktylie
  • Sindalactia
  • Fold Mutation
  • Amerikanische Locke
  • 4 Ohren
  • Gaumenspalte

Dysplasie des Hüftgelenks

Bei der Dysplasie des Hüftgelenks kommt es zu einer Fehlpaarung der Gelenkfläche und des Femurkopfes, was zu einer Verletzung der Kongruenz des Hüftgelenks führt. Es tritt häufiger in jungen Jahren auf. Solch eine Verletzung des Gangbildes hat die Unmöglichkeit des Springens als Konsequenz. Zu einer Dysplasie kann es verletzungsbedingt kommen. Es kann jedoch auch vererbt werden.

Fehlstellung der Gesichtsknochen

Von einer Fehlstellung der Gesichtsknochen spricht man bei einem Verlust der Kontrolle über Entwicklung und Wachstums der Gesichtsknochen. Sie tritt häufiger bei Katzen mit flachen Gesichtern auf wie Persern, Exoten, Burmesen, Britisch Kurz- und Langhaarkatzen etc.

Kurzer Schwanz

Ein kurzer Schwanz ist in der Regel mit Problemen wie der Fehlfunktion der Beckenorgane oder Deformation der Beckenknochen verbunden. Abhängig von der Schwere der Defekte kann die Krankheit tödlich sein oder sehr früh zum Tod einer Katze führen. Es gibt verschiedene Arten von Kurzschwänzen: Völlige Abwesenheit von Schwanzwirbeln; miteinander verschmolzene Schwanzwirbel; kurzer, aber normal geformter Schwanz.

Osteogenesedefekte

Hierbei handelt es sich um eine Knochenentwicklungsstörung im Zusammenhang mit der Produktion eines defekten Kollagentyps. Die Knochen der Katzen mit diesem Defekt haben eine unregelmäßige Struktur und sind durch erhöhte Zerbrechlichkeit gekennzeichnet. Die Krankheit zeigt sich durch häufige Knochenbrüche.

Patellaluxation

Patellaluxationen bei der Katze sind entweder genetisch oder verletzungsbedingt. Bei der genetisch bedingten Patellaluxation verlagert sich die Kniescheibe meist nach innen. Das häufigste Symptom ist die Lahmheit. Manche Rassen wie Abessinier und Burmesen sind häufiger von Patellaluxationen betroffen.

Verkürzung der Vorderbeine

Eine starke Verkürzung der Vorderbeine der Samtpfote aufgrund von Röhrenknochen. Das allgemeine Aussehen der Katze ähnelt fast einem Känguru. Es hat jedoch keine größere gesundheitliche Bedeutung. Katzen mit verkürzten Vorderbeinen bewegen sich gut, können aber nicht springen.

Vorsprung des Brutbeins

Der Vorsprung des Brustbeins ist charakteristisch für Siamesen und ihre abgeleiteten Katzenrassen. Der Defekt ist nicht mit anderen gesundheitlichen Problemen verbunden. Bei Katzenausstellungen handelt es sich jedoch um einen disqualifizierenden Defekt für reinrassige Katzen. Die Art der Vererbung ist unbekannt.

Polydaktylie

Polydaktylie ist eine Erbkrankheit, die sich durch stark unförmige Finger- bzw. Zehenballen an der Pfote der Katze äußert. Die Pfote sieht zu groß, locker und deformiert aus. Es wurden 8 verschiedene Varianten dieser Anomalie festgestellt, von denen sich 3 auf die Vorder- und 5 auf die Hinterbeine beziehen. Die Anzahl der Fingerballen kann dabei variieren. Unter Schottischen Faltohrkatzen ist diese Krankheit häufiger.

Sindalactia

Diese Erbkrankheit äußert sich durch das Verschmelzen der Fingerballen der Mieze. Das hat eine mögliche Verringerung der Anzahl der Fingerballen zur Folge, was zur Bildung von Pfoten in Form einer Klaue führt. Katzen mit diesem Defekt können sich absolut normal verhalten, obwohl sie Schwierigkeiten beim Springen und Laufen haben.

Fold Mutation

Diese Mutation ist ein charakteristisches Merkmal der Schottischen Faltohrkatze. Die Ohrmuschel einer Katze ist normalerweise nach vorne und oben gerichtet. Bei diesen Samtpfoten sieht es auch anfangs bis zu 4 Wochen so aus, dann beginnt das Ohr sich nach vorne zu beugen. In der Regel versuchen die Züchter, diese Mutation im heterozygoten Zustand zu züchten, da in der homozygoten Variante andere für die Mutation charakteristische Anomalien wie Wirbelsäulendeformität, Bildung falscher Gelenke, Anomalien in der Entwicklung von Schwanzwirbeln etc. auftreten können.

Amerikanische Locke

Dabei handelt es sich um eine in den USA vorkommende dominante Mutation. Sie äußert sich in der Bildung eines Ohrs bei Kitten in Form einer nach hinten und in die Mitte des Kopfes gebogenen Locke. Die Mutation ist nach der so entstandenen Rasse “Ear Curl” benannt. Es wurden keine medizinischen Probleme im Zusammenhang mit dieser Mutation gefunden.

4 Ohren

Mutation, die sich phänotypisch durch zusätzliche kleine Ohrmuscheln auf beiden Seiten des Kopfes zeigt. Bei Katzen mit dieser Anomalie wird auch eine Verkleinerung der Augengröße beobachtet, eine Unterentwicklung des Unterkiefers und eine Tendenz zur Trägheit.

Gaumenspalte

Eine der häufigsten Erbkrankheiten bei siamesischen Katzen, die sich durch eine Spaltung der Lippen äußert. Bei einigen Blutlinien liegt die Häufigkeit des Auftretens dieses Defekts bei 35%. Eine häufige Konsequenz dieses erblichen Defekts bei Kitten ist die Unfähigkeit, normal zu saugen.

Erbkrankheiten: Neuromuskuläre Erkrankungen

Erbkrankheiten können auch die Neuromuskulatur der Katze betreffen. Dazu gehören:

  • Gangliosidose
  • Mukopolysaccharidosen
  • Spastische Lähmung
  • Sfingomyelonoh

Gangliosidose

Erbkrankheiten, die mit einer Degeneration der Nervenknoten verbunden sind. Symptom der Krankheit ist das Zittern des Kopfes und manchmal auch der Gliedmaßen, anschließend entwickeln sich spastische Krämpfe. Erbkrankheiten dieser Art wurden bei Katzen der europäischen Rasse beobachtet.

Mukopolysaccharidosen

Erbkrankheit, die die Aktivität lebenswichtiger Enzyme betrifft. Katzen, die an dieser Krankheit leiden, haben einen abgeflachten Kopf, eine breite und kurze Nase, kleine Ohrmuscheln und eine trübe Hornhaut. Die Bewegungen sind schlecht koordiniert und verursachen manchmal Schmerzen bei der Katze. Die Wirbelsäule ist zudem deformiert, und die Wirbel sind verwachsen. Diese neuromuskulären Erkrankungen enden meist tödlich.

Spastische Lähmung

Erbkrankheit, die sich im Alter von 1 bis 1,5 Monaten zeigt. Die Bewegungen kranker Miezen sind beeinträchtigt, der Hals ist nach unten gebeugt, was zu Ess- und Trinkschwierigkeiten führt. Die Krankheit schreitet mit dem Alter fort, obwohl die Katzen weiterhin aktiv bleiben können. Diese Krankheit zeigt sich bisher nur in der Devon Rex-Rasse.

Sfingomyelonoh

Genetisch bedingte Krankheit, die sich im Alter von 4 bis 5 Monaten zunächst aufgrund eines milden Zitterns zeigt. Mit der Entwicklung der Krankheit wird die Koordination von Bewegungen für die Katze immer schwerer, bis diese in Krämpfe übergehen. Sfingomyelonoh führt häufig zum Tod.

Erbkrankheiten: Blutkrankheiten

Blutkrankheiten können auch genetisch bedingt sein. Viele in der Blutbiochemie der Katze bekannten erblichen Anomalien haben keine erkennbaren äußeren Konsequenzen. Optisch erkennbare Blutkrankheiten bei Katzen sind:

  • Hämophilie
  • Hyperchlormikronämie
  • Chediak-Higashi-Syndrom

Hämophilie

Als Hämophilie wird eine Erbkrankheit bezeichnet, die sich durch Gerinnungsstörungen und eine Verlängerung der Blutungszeit bei Katzen zeigt. Wie beim Menschen auch wird es geschlechtsgebunden vererbt, da sich die betreffenden Allele an Orten auf dem X-Chromosom befinden.

Hyperchlormikronämie

Erbkrankheit, die nach dem 8. bis 9. Lebensmonat erkannt werden kann. Kranke Katzen haben häufig Schwierigkeiten beim Fressen. Im Blut erkrankter Katzen wird ein erhöhter Gehalt an Lipiden beobachtet. Die Folge ist, dass sich zahlreiche Hämatome am Körper der Katze bilden und die Hautempfindlichkeit abnimmt.

Chediak-Higashi-Syndrom

Bei Katzen, die unter dieser Erbkrankheit leiden, ist ebenfalls die Blutungsdauer erhöht, und es bilden sich häufig Hämatome. Durch eine Änderung der Farbe der Iris der Augen hin zu einem Rosa und einer Abschwächung der Pigmentierung des Fells kann diese Erbkrankheit identifiziert werden.

Hast du Erfahrungen mit Erbkrankheiten bei Katzen? Erzähle uns gerne hier in einem Kommentar von deinen Erlebnissen.

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