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Erbe & Scheidung – Was passiert mit meiner Katze?


Wenn der Besitzer einer Katze verstorben ist, ist es oft nicht klar geregelt, was dann mit der Mieze passiert. Kümmern sich die Angehörigen um sie oder muss die Samtpfote ins Heim? Auch bei einer Scheidung ist der Verbleib der Katze häufig nicht klar.

Getigerte Katze liegt im Arm einer alten Frau

Erbe: Sache oder Familienmitglied?

Viele ältere Menschen haben einen schnurrenden Freund bei sich zu Hause, um sich den Alltag zu versüßen und gegen die Einsamkeit. Katzen fördern nämlich maßgeblich unser Wohlbefinden. Kommt es zu einem Todesfall, bleiben dann nicht nur die materiellen Dinge zurück, sondern auch die Katzen des Erblassers. Tiere sind gemäß § 90a Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) keine Sachen, wobei gemäß Satz 3 aber die für Sachen geltenden Vorschriften auf sie anwendbar sind. Was erstmal verwirrend klingen mag, bedeutet nichts anderes, als dass Katzen vererbbar sind und im Erbfall genau wie andere Gegenstände zum Nachlass gehören.

Da nur dem Menschen zugesprochen wird, rechtsfähig zu sein, kann die geliebte Katze selbst nicht Erbe oder Vermächtnisnehmer sein. Das bedeutet, Miezen können auch selbst nicht im Testament bedacht werden, jedoch kann man dort festhalten, welcher Mensch oder welche Institution sich um die Katze nach dem Ableben kümmern soll. Im Ausland sieht das mitunter anders aus. So können in den USA und Großbritannien Tiere erben. In der Schweiz hingegen gelten die gleichen Regeln wie hierzulande.

Erbe: Bei wem bleibt die Katze?

Wer also nach seinem Tod sicherstellen möchte, dass seine Samtpfote gut versorgt wird, sollte in einer letztwilligen Verfügung entsprechende Vorkehrungen treffen und eine bestimmte Person zur Pflege bestimmen. Dieser als Erbe oder Vermächtnisnehmer eingesetzten Person sollten dann genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um zu vermeiden, dass sie das Erbe ausschlägt. Zudem erhält die Person, die dann die Katze pflegen soll, einen steuerrechtlichen Vorteil. Die Aufwendungen für die Katze können nämlich als Nachlassverbindlichkeit von der Erbschaftssteuer abgezogen werden. Ob sich der betreffende Erbe tatsächlich um die geliebte Katze kümmert oder seine Pflichten vielleicht vernachlässigt, kann man selbst nicht mehr sicher nachvollziehen. Jedoch kann man, um sicher zu gehen, dass die Auflage auch entsprechend den Wünschen des Erblassers erfüllt wird, einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Für den Fall, dass die ausgesuchte Person die Katze doch nicht pflegen will oder kann, solltest du zusätzlich noch jemanden als Ersatz bestimmen.

Menschen, die ein umfangreiches Erbe hinterlassen, haben zudem die Möglichkeit, eine eigene Stiftung zu gründen. Diese kann dann das Wohlergehen der hinterbliebenen Katze des Verstorbenen sicherstellen und sich darüber hinaus im Tierschutz engagieren. So hat man die Möglichkeit, sich auch für die Artgenossen seiner geliebten Samtpfote einzusetzen und über den eigenen Tod hinaus Gutes zu bewirken.

Erbe: Empfehlung

Wenn man etwas betagter ist, ist also die Anfertigung eines entsprechenden Testaments zu empfehlen. Im Optimalfall sollte man schon vor der testamentarischen Bestimmung mit der ausgewählten Person darüber sprechen, ob sie sich um die Katze kümmern kann. So kann sich schon im Vorfeld klären lassen, ob die Person überhaupt dazu bereit ist und unter welchen Bedingungen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Katze des Erblassers nicht in falsche Hände gerät oder im Tierheim landet. Denn mitunter kann es sonst zu Streitereien kommen oder gar die Katze veräußert werden.

Scheidung: Wer behält die Katze?

Wie auch beim Erbrecht gilt auch bei einer Scheidung, dass ein Haustier rechtlich als eine Sache behandelt wird und somit aus Sicht des Gesetzgebers genauso wie Couch und Kleiderschrank unter die gemeinsamen Haushaltsgegenstände fällt. Für den weiteren Verbleib der Samtpfote muss man unterscheiden, ob die Katze beiden Ehepartnern gemeinsam gehört oder nur einem. Diesbezüglich gilt gesetzlich die Vermutung, dass Haushaltsgegenstände wie auch die geliebte Katze beiden Ehepartnern gemeinsam gehört, wenn sie während der Ehe angeschafft wurden. Wie lässt sich dann also über den Verbleib der Katze entscheiden bei einer Anschaffung zu Zeiten der Ehe? Obwohl die Katze rechtlich als „Sache“ gilt, muss berücksichtigt werden, dass es sich um ein Lebewesen handelt. Im Laufe der Zeit kann also eine enge Beziehung zwischen der Katze und dem Mensch entstehen. Letztlich ist zum Schutz der Katze also das Tierwohl ausschlaggebend dafür, bei wem sie verbleibt. Zu hinterfragen für diese Entscheidung ist unter anderem:

  • Wer kümmert sich hauptsächlich um die Katze? Wenn sich ein Partner allein oder überwiegend um die Mieze kümmert, wird dieser Ehegatte eher die Bezugsperson der Katze. Je länger die Versorgung, Pflege und Beschäftigung durch diese Person andauert, desto eher wird ihr die Katze zugesprochen.
  • In welcher Umgebung hat sich die Katze zuletzt aufgehalten? Zu berücksichtigen ist nämlich, ob die Mieze aus ihrer gewohnten Umgebung genommen werden soll (z.B. vom ländlichen Haus mit Garten in die Stadt ohne Balkon) oder Mängel in der Versorgung vorliegen.

Nach der Scheidung gehört die Katze dann nur noch einem der Ehegatten alleine. Im Gegenzug kann der andere Ehegatte eine Ausgleichszahlung verlangen, diese kommt wahrscheinlich jedoch nicht dem ideellen Wert der Katze gleich.

Wenn ein Ehepartner nachweislich alleiniger Eigentümer der Katze ist, wird die Samtpfote nicht in die Hausratsaufteilung mit aufgenommen. Stattdessen hat der Alleineigentümer der Katze einen Herausgabeanspruch gegen den anderen Ehegatten. Das Ganze ist auch unabhängig davon, wer sich in letzter Zeit intensiver um die Mieze gekümmert hat.

Umgangsrecht

Bleibt die Katze beim Ex-Partner, möchte der andere die Samtpfote vielleicht regelmäßig sehen und Zeit mit ihr verbringen. In einem solchen Fall stellt sich die Frage, ob es ein Umgangsrecht mit der Katze gibt. Ein gesetzliches Recht auf Umgang mit der Mieze wie etwa bei Kindern gibt es nicht. Selbstverständlich steht es den Ex-Partnern aber frei, individuelle Absprachen über ein solches Recht auf Umgang mit der Katze zu treffen. Das gilt auch für die Zahlung eines Unterhalts für die Katze, etwa für die medizinische Versorgung. 

Empfehlung

Zu einer zusätzlichen Klausel im Ehevertrag, der den Verbleib der gemeinsamen Katze im Falle einer Scheidung regelt, ist anzuraten. Ein Ehevertrag kann mögliche Umgangszeiten oder Unterhaltsansprüche in Verbindung mit einem Haustier rechtsgültig machen. Da diese Entscheidung jedoch stets von einem Richter abgesegnet werden muss, empfiehlt es sich hierbei, einen Anwalt zu konsultieren.

Warst du schon einmal in einer solchen Situation? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar.

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