Coronavirus bei Hund und Katze: Das ist zu wissen


Das Coronavirus ist aktuell wieder stark in den Medien. Doch nicht nur Menschen können sich potenziell mit dem gefährlichen Virus anstecken, sondern auch Hunde und Katzen. Was du dazu wissen solltest, erfährst du hier.

Welpe und Katze schmusen

Was ist das Coronavirus?

Es gibt nicht das eine Coronavirus, sondern es handelt sich dabei um eine große Virusfamilie, die Coronaviridae. Das heißt, Formen des Krankheitserregers können Mensch sowie Tiere befallen. Dazu gehören Hunde, Katzen, Vögel, Schweine, Rinde, Kühe und Pferde. Jedoch sind Krankheitsverlauf und Symptome unterschiedlich. Während sich die Tierviren untereinander vermischen können, hat es laut Weltgesundheitsorganisation WHO bisher keinen belegten Fall gegeben, in dem das menschliche Coronavirus auf ein Haustier übertragen wurde. Das heißt, Hunde und Katzen übertragen das menschliche Coronavirus auch nicht auf andere Menschen. Trotzdem solltest du dir regelmäßig die Hände waschen, nachdem du ein Haustier berührt hast.

Graphik: WHO (Myth busters)

Coronavirus bei Hunden

Beim Coronavirus von Hunden handelt es sich um eine akute infektiöse Viruserkrankung, die die Magenwand, die Schleimhautzellen der Dünndarmzotten und Teile vom Dickdarm befällt. Hunde jeden Alters, jeder Rasse und Größe können betroffen sein. In den meisten Fällen sind jedoch besonders Welpen gefährdet. Denn der Körper eines jungen Hundes ist bedeutend anfälliger für Infektionen, da sein Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Darüber hinaus erleichtert die starke Zellaktivität während der Wachstumsphase die Verbreitung des Virus zusätzlich.

Übertragung auf Hunde

Für die Verbreitung des Coronavirus bei Hunden sind oft Straßenhunde verantwortlich. Denn Straßentiere sind besonders anfällig für Krankheiten, und das Risiko von Epidemien steigt dadurch stark an. Das Virus wird bei Hunden in den meisten Fällen fäkal-oral übertragen. Vor allem Hunde, die die Angewohnheit haben, ihren eigenen oder den Kot anderer Tiere zu fressen (Koprophagie) sind von einer Infizierung mit dem Virus betroffen. Die Inkubationszeit bei dieser Krankheit variiert zwischen 24 und 36 Stunden. Die Symptome treten aufgrund der schnellen Vermehrung des Virus in der Regel relativ bald auf.

Symptome bei Hunden

  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit und Lethargie
  • Fieber
  • Schmerzen im Bauchraum
  • Erbrechen
  • Übelriechender Durchfall, der oft von Schleim und Blut begleitet wird

In der weiteren Entwicklung der Infektionskrankheit kann der Hund außerdem an Dehydrierung und Gewichtsverlust leiden. Auch kann er zittern und Bewegungsstörungen haben. Zudem können Hunde auch mit einer Form des Coronavirus befallen werden, das Husten, Niesen und Schleim verursacht.

Behandlung bei Hunden

Wenn du diese Anzeichen bei deinem Hund bemerkst, solltest du schleunigst zum Tierarzt. Als erstes analysiert er die Symptome und den Fortschritt der Infektionskrankheit. Anschließend können folgende Behandlungen einzeln oder in Kombination durchgeführt werden:

  • Flüssigkeitszufuhr, um die Dehydrierung zu bekämpfen.
  • Appetitanreger, um Mangelernährung und Gewichtsverlust zu verhindern.
  • Verabreichung antiviraler Medikamente, um die Verbreitung des Virus zu hemmen.
  • Antibiotika, um auftretende bakterielle Folgeerkrankungen zu bekämpfen.
  • Medikamente zur Verbesserung des Verdauungsprozesses zum Schutz der Magenschleimhaut und Verhinderung von Erbrechen und Durchfall.

Vorbeugung bei Hunden

Das Coronavirus ist bei Hunden nicht lebensbedrohlich. Dennoch solltest du einige Vorbeugungsmaßnahmen treffen, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.

  • Halte den Impfplan und die Entwurmungen deines Hundes bereits ab dem Welpenalter gewissenhaft ein.
  • Sorge für eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung.
  • Sorge für eine gute Hygiene in deiner Wohnung.
  • Achte darauf, dass dein Hund keinen Kot frisst oder verschmutztes Wasser trinkt.

Coronavirus bei Katzen

Das Coronavirus bei Katzen verläuft anders als bei Hunden. Das sogenannte Feline Coronavirus (FCoV) infiziert in der Regel nur Katzen. Manchmal verläuft eine Infektion ohne Symptome, dennoch scheiden betroffene Tiere den Erreger aus und können andere anstecken.

FECV und FIP

Kommt es zum Ausbruch der Krankheit, gibt es eine milde und eine schwere Form. Die milde Form nennt sich “Felines Enterales Coronavirus” (FECV), die schwere Form “Feline Infektiöse Peritonitis” (FIP), zu Deutsch “ansteckende Bauchfellentzündung”. Es handelt sich dabei um dieselben Coronaviren. Im Fall von FIP mutieren die Erreger jedoch zu einer aggressiven Form, die leider für gewöhnlich tödlich endet. Über 50% der Fälle treten bei Katzen unter 1 Jahr auf, insgesamt 70% bei Katzen unter 4 Jahren. Doch nur insgesamt 10 % der Katzen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, bekommen FIP. Das heißt, bei 90 % der infizierten Tiere kommt es entweder zu keinerlei oder vorübergehenden, milden Beschwerden.

Übertragung auf Katzen

Katzen, die das Feline Coronavirus in sich tragen, scheiden den Erreger mit dem Kot aus, auch wenn sie keine Symptome einer Erkrankung zeigen. Wenn andere Katzen dann an infiziertem Kot schnuppern oder durch ein gemeinsam genutztes Katzenklo damit in Kontakt kommen, können sie sich über Nase und Mund anstecken. Kätzchen können sich außerdem durch den engen Kontakt bei ihrer Mutter anstecken, wenn diese das Virus in sich trägt. Die Gefahr einer Übertragung steigt, wenn viele Katzen auf engem Raum miteinander leben und die hygienischen Bedingungen schlecht sind.

Symptome bei Katzen

Bei FECV

Bei FIP zusätzlich

  • Apathie
  • Gewichtsverlust
  • Gelbliche und blasse Schleimhäute
  • Entzündung des Bauchfells
  • Flüssigkeit in Bauchraum oder in Brusthöhle (feuchte FIP)

Es gibt auch die trockene FIP, bei der es zu keiner Flüssigkeitsansammlung kommt. Sie äußert sich in knotigen Veränderungen des Gewebes. Die Folgen können neurologische Erscheinungen, gelbliche Schleimhäute oder Augenerkrankungen sowie Blutarmut sein. Ebenfalls möglich ist eine Mischform aus trockener und feuchter FIP. Hier können alle bisher beschriebenen Ausprägungen auftreten.

Behandlung bei Katzen

Auch hier solltest du sofort zum Tierarzt. Die Therapie eines Durchfalles durch das FECV entspricht der normalen symptomatischen Durchfallbehandlung, ähnlich wie bei Parasiten und Bakterien. Hier können Medikamente helfen. Das FIP wird durch ein Bauchpunktat sowie ein Blutscreening von Blut ermittelt. Eine Erkrankung an FIP ist allerdings nicht heilbar, daher sollte die Katze erlöst werden von ihren Schmerzen.

Ist deine Katze an FIP gestorben, solltest du Böden mit Haushaltsdesinfektionsmitteln reinigen, sowie Teppiche und bevorzugte Liegestellen shampooniereren. Das Coronavirus ist nach Austrocknung weniger als 24 Stunden infektiös. Durch Desinfektionsmittel kann es inaktiviert werden. Eine neue Katze sollte erst nach einigen Wochen diese Räume betreten.

Vorbeugung bei Katzen

Es gibt eine Impfung für Katzen, solange sie noch nicht infiziert waren. Bei dem Impfstoff handelt es sich um inaktivierte FIP-Viren, die der Katze in die Nase getropft werden. Diese inaktiven FIP-Viren vermehren sich nur bei 31°C. Da die Katze eine normale Körpertemperatur von 39°C hat, ist das Virus in der Theorie also nicht gefährlich für die Katze. Die Impfung soll theoretisch nur eine Antikörperproduktion anregen. Leider funktioniert dieses Prinzip in der Praxis nicht so einwandfrei. Unter bestimmten Umständen kann die Impfung die Wahrscheinlichkeit an FIP zu erkranken sogar erhöhen. Wenn eine Katze eine Immunschwäche hat, kann sie sich trotzdem anstecken.

Da FIP besonders bei Jungtieren vorkommt, sollten Zuchtkatzen bevorzugt werden, die bereits problemlos Jungtiere großgezogen haben. Tragende Zuchtkatzen sollten unbedingt ca. 14 Tage vor der Geburt getrennt von anderen Katzen gehalten werden. Damit kann der Infektionsdruck (Viren im Kot der Ausscheider) gemindert werden. Bis zu einem Alter von 4 Wochen sind die Katzenbabys von den maternalen Antikörpern in der Muttermilch geschützt. Danach sinkt der Antikörperspiegel ab, was eine Infektion möglich macht. Die mutterlose Aufzucht ab der 5. bis 6. Lebenswoche hat sich nicht als schützend erwiesen.

Bei mehreren Katzen in einem Haushalt ist es besonders wichtig, auch mehrere Katzenklos aufzustellen und den Kot möglichst schnell zu entfernen. So wird eine Ansteckungsgefahr über das Beschnuppern von infektiösem Kot markant vermindert. Gesunde Ernährung, artgerechte Haltung und Pflege sorgen außerdem für ein starkes Immunsystem der Katze.

Mehr Infos zu dem menschlichen Coronavirus unter: WHO International

Kennst du einen Fall von Coronavirus bei einem Hund oder einer Katze? Erzähle uns gerne hier davon in einem Kommentar.

Du suchst noch nach einfachen Rezepten für Hunde- oder Katzenleckerlis? Dann haben wir für dich ein tolles. Wenn du dich bei uns registriert hast, erhältst du direkt das Dokument zum Download.

0 Kommentare