Clickertraining für Hunde – Tipps und Tricks


Clickertraining ist ebenso für Hunde bestens geeignet, um ein gewünschtes Verhalten positiv zu bestärken. Dies kann den Alltag von dir und deinem Vierbeiner sehr erleichtern. Was Clickertraining genau ist und was du beachten musst, erfährst du in diesem Artikel.

Brauner Hund spielt mit Fußball auf Wiese

Was ist ein Clicker?

Beim Clickertraining wird ein erwünschtes Verhalten des Hundes mittels eines akustischen Signals verstärkt. Das Clickergerät selbst ist ein kleines Gehäuse mit einem Auslöseknopf, in das ein Stahlblechstreifen montiert ist. Beim Druck auf den Knopf wird dieser Blechstreifen verbogen und erzeugt ein kurzes, scharfes Knackgeräusch. Der Clicker kann auch durch andere akustische Signale ersetzt werden: Eine Klingel, Hupe oder Pfeife zum Beispiel funktionieren ebenfalls. Generell sind Clicker sehr einfach bedienbar und passen in jede Hosentasche. Bei Beginn des Clickertrainings solltest du dich auf ein Geräusch festlegen, das du während des Trainings konstant beibehältst.

Wann ist Clickertraining geeignet?

Du kannst den Clicker sowohl bei praktischen Übungen aus der Hundeerziehung, zum Beispiel im Welpentraining als auch bei sportlichen Agility-Übungen einsetzen. Meistens kannst du damit gewünschtes Verhalten positiv verstärken und manchmal dadurch ungewünschtes abgewöhnen.

Wo setzt Clickertraining auf der Verhaltensebene an?

Das Clickertraining setzt bei Methoden aus der Verhaltensforschung an. Als Vorbereitung wird die klassische Konditionierung nach Pawlow verwendet und dann durch die operante Konditionierung nach Skinner erweitert. Das Geräusch des Clickers ist ein neutraler Reiz. Durch die Gabe einer Belohnung in unmittelbarer Folge des Geräusches verknüpft das Tier die Aktion im Moment des Tons mit der Belohnung. Der Lernimpuls erfolgt ganz präzise.

Wie funktioniert das Clickertraining bei Hunden genau?

  • Verknüpfungsphase: Zunächst muss dein Hund den Click mit dem Futter verknüpfen. Diese Verknüpfungszeit liegt lediglich bei 0,5 bis 0,7 Sekunden. Wichtig ist, dass du das Leckerchen versteckst, bevor du es ihm gibst. Verbirg es in der einen Hand, klicke mit der anderen und reiche deiner Fellnase dann unmittelbar das Futter. Ignoriere Betteln und achte darauf, dass dein Hund nicht abgelenkt ist.
  • Belohnung: In der Folge belohnst du beim Training erwünschtes Verhalten, ob zufällig gezeigt oder unter Anleitung zustande gekommen, sofort mit einem Klick.
  • Schnappschuss: Das Klickgeräusch soll genau in dem Moment erfolgen, in dem der Hund das erwünschte Verhalten zeigt. Es ersetzt nicht die Belohnung, sondern markiert für das Tier den konkreten Moment, in dem es etwas richtig gemacht hat, und kündigt an, dass eine Belohnung folgen wird.
  • Lenkung: Zeigt deinem Vierbeiner beim Training Teilschritte hin zum erwünschten Verhalten, belohne diese ebenso mit Clicker und Futter. Ein Beispiel: Der Hund soll sich auf die Decke setzen. Belohne bereits den Moment, in dem das Tier neugierig auf die Decke zuläuft, und lenke es nach und nach hin bis zum Sitzen.

Welche Übungen kannst du mit deinem Hund machen?

Beim Target-Training lernt dein Hund, mit der Nase einen Zeigestock (Target) oder deinen Finger zu berühren und ihm zu folgen. So kannst du ihn bald durch einen Agility-Slalom oder auf die Waage beim Tierarzt lotsen. Und so geht es:

  • Spiele so, als hieltest du ein Leckerli zwischen Zeigefinger und Daumen.
  • Streckt dein Hund neugierig danach und berührt deinen Finger oder das Target mit der Nase, dann: Click und Leckerli.
  • Das Timing muss perfekt sein: Nase berührt den Finger – Click! Nicht früher und nicht später!
  • Wiederhole diese Übung, bis dein Hund ohne Zögern das richtige Verhalten anbietet. Jetzt erst führst du das Kommando „Touch!“ (Berühren) ein, das du gibst, sobald seine Nase deinen Finger/ Target berührt.
  • Steigere allmählich die Übung. Lasse den Hund nun deiner Hand/ Target folgen, bevor du ihm die Belohnung gibst. Wenige Minuten Training reichen für den Anfang.

Die häufigsten Fehlerquellen sind:

  • Die Aufgaben, die du dem Hund stellst, sind für ihn noch zu schwierig.
  • Du zeigst das Clicken nicht präzise, auf den Punkt gebracht an.
  • Der Hund hat die primäre Konditionierung noch nicht begriffen.
  • Du setzt die Sprache an und lenkst den Hund dadurch vom Clicker ab.

Was musst du selbst beachten?

  • Übe dich in Geduld: Nicht jedes Tier lernt gleich schnell. Entscheidend ist, dass du selbst in deinem Verhalten konsequent bleibst und wirklich nur erwünschte Verhaltensweisen belohnst. Unerwünschtes Verhalten wird ganz einfach ignoriert.
  • Schimpfe auf keinen Fall: Das speichert dein Hund als negatives Erlebnis ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass er erneut an einer Trainingseinheit teilnimmt, sinkt dadurch nur.
  • Setze auf das richtige Timing: Die Belohnung muss direkt auf das Clickern erfolgen, damit der Hund den direkten Zusammenhang erkennen kann.
  • Sorge für ein motivierendes Erfolgserlebnis: Achte zu Beginn des Clickertrainings darauf, den Hund nicht gleich mit schwierigen Tricks zu überfordern.
  • Trainiere deinen Liebling lieber kurz und regelmäßig: Regelmäßige kürzere Intervalle bringen Sicherheit und vertiefen die zuvor gelernten Tricks und Übungen.
  • Der Weg ist das Ziel: Übe schwierige Tricks mit deinem Hund am besten schrittweise, damit sie nicht überfordert wird. Durch Etappenziele sorgst du automatisch dafür, dass der Hund am Ball bleibt und das Interesse und den Spaß nicht verliert.
  • Alles kann, nichts muss: Du solltest keinen unnötigen Druck aufbauen. Sobald dieser nämlich aufgebaut wird, verlieren Hunde ganz schnell die Lust. Wenn deine Fellnase gerade nicht in Stimmung ist, beende das Training einfach. Beim nächsten Mal ist sie dann bestimmt wieder mit an Board.

Hast du schon mal Clickertraining mit deinem Hund ausprobiert? Erzähle uns davon hier in einem Kommentar.

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