Blutspende Hund und Katze – Wie unsere Tiere Leben retten können


Selbst Hunde und Katzen können Blut spenden und so das Leben eines anderen Vierbeiners retten. Nach einem Unfall könnte der Hund oder die Katze viel Blut verlieren. In den meisten Fällen kann nur eine Bluttransfusion helfen, diesen Blutverlust auszugleichen. Erfahre hier alles über die Blutspende von Hund und Katze.

Blutspende Hund und Katze

Blutspende Hund und Katze: Allgemeines

Im Blut sind die roten Blutkörperchen und das Blutplasma enthalten. Während die roten Blutkörperchen Sauerstoff transportieren, enthält und transportiert das Plasma zahlreiche Nährstoffe, wie Proteine und Zucker, sowie Blutgerinnungsfaktoren und Elektrolyte.

Genauso wie wir Menschen werden Hunde auch krank und brauchen medizinische Unterstützungen. Sie gelten schon längst als Familienmitglieder. Bei Blutarmut durch Verletzungen oder Operation,kann in manchen Fällen sogar eine Bluttransfusion bei Hund oder Katze notwendig sein, damit der Vierbeiner überleben kann. Viele Tierhalter wissen nicht, dass dies möglich ist, stehen der Blutspende aber grundsätzlich offen gegenüber. 

Der Unterschied zur Humanmedizin ist, dass Tierblutspenden vorwiegend nur bei Bedarf abgenommen werden. Die Blutspenden von Hunden und Katzen werden in der Regel nicht auf Vorrat gesammelt. Tierkliniken sind daher darauf angewiesen, dass die Hunde- und Katzenhalter dazu bereit sind, ihr Haustier als Blutspender testen und registrieren zu lassen. Bei Bedarf muss der Vierbeiner dann umgehend in die Klinik gebracht werden. Falls dein Hund oder deine Katze ein Tierblutspender sein soll, solltest du als Halter flexibel sein, denn in den akuten Fällen ist eine schnelle Blutspende notwendig.

Blutspende Hund und Katze: Wann benötigt ein Hund oder eine Katze eine Bluttransfusion?

Es gibt unterschiedliche Gründe, wieso ein Vierbeiner eine Bluttransfusion gebrauchen könnte:

  • Blutverlust
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Operationsvorsorge

Blutverlust

Wenn ein Vierbeiner aufgrund eines großen Blutverlustes einen Schock erlitten hat, ist eine Bluttransfusion Teil der Behandlung. Dem Hund oder der Katze fehlen rote Blutkörperchen, die wiederum für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich sind. Zudem erhöht die Transfusion das Blutvolumen wieder, was für einen konstanten Blutdruck notwendig ist. Auch andere Substanzen, wie z.B. Moleküle zur Blutgerinnung, werden durch eine Bluttransfusion wieder aufgefüllt.

Chronische Niereninsuffizienz

Aber auch bei chronischer Niereninsuffizienz kann z.B. eine Bluttransfusion notwendig sein, da diese zu einer unzureichenden Produktion von roten Blutkörperchen führt. Wenn die körpereigene Blutgerinnung durch eine Rattenvergiftung außer Kraft gesetzt wird, kann eine Bluttransfusion lebensrettend sein.

Operationsvorsorge

Wenn eine Operation ansteht, von der bekannt ist, dass sie mit hohem Blutverlust verbunden ist, kann deinem Liebling einige Wochen vorher Blut abgenommen werden. Während der Operation kann dein Vierbeiner dann mit seinem eigenen Blut versorgt werden. Auch bei größeren Blutungen, z.B. in der Bauchhöhle, kann das Blut von dort entnommen und direkt wieder in die Blutbahn eingeleitet werden. Dies ist eine Notfallmaßnahme z.B. nach einem Unfall mit schweren inneren Blutungen. Wenn diese Vorsichtsmaßnahme nicht getroffen wurde, können Blutspenden von anderen Vierbeinern helfen.

Blutspende Hund und Katze: Voraussetzungen für Spender

Ebenso wie nicht jeder Mensch als Spender geeignet ist, ist auch nicht jeder Hund oder jede Katze geeignet. Hunde und Katzen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um als Spender in Frage zu kommen. Die Kriterien werden von jeder Tierklinik selbst festgelegt, müssen sich aber an den “Leitlinien zur Gewinnung, Lagerung, Transport und Verabreichung von Blut und Blutprodukten im Veterinärbereich” orientieren. Die Leitlinien wurden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht. Grundsätzlich lassen sich diese Voraussetzungen festhalten: 

Voraussetzungen Hund

  • Dein Hund muss gesund sein.
  • Alter von 1-9 Jahren.
  • Er sollte regelmäßig geimpft und entwurmt sein.
  • Er sollte noch keine Bluttransfusion erhalten haben.
  • Kein Einnehmen einer Dauermedikation.
  • Dein Hund sollte nicht aus dem Ausland stammen.
  • Er darf keine Auslandsreisen hinter sich haben.
  • Deine Hündin darf nicht trächtig oder läufig sein.
  • Zwischen 2 Spenden sollten mindestens 2 Monate liegen.

Voraussetzungen Katze

  • Deine Katze muss gesund sein.
  • Alter von 1-9 Jahren.
  • Sie sollte regelmäßig geimpft und entwurmt sein.
  • Sie sollte noch keine Bluttransfusion erhalten haben.
  • Kein Einnehmen einer Dauermedikation.
  • Deine Katze sollte nicht aus dem Ausland stammen.
  • Sie darf keine Auslandsreisen hinter sich haben.
  • Die Kätzin darf nicht trächtig oder läufig sein.
  • Zwischen 2 Spenden sollten mindestens 2 Monate liegen.
  • Sie muss eine Wohnungskatze sein.
  • Sie sollte mindestens 4-5 kg wiegen.

Blutspende Hund und Katze: Blutgruppen von Hunden und Katzen

Auch Hunde und Katzen haben verschiedene Blutgruppen. Bei deiner Katze ist die Blutgruppe rasseabhängig. Es gibt folgende Blutgruppen bei Katzen:

  • Blutgruppe A
  • Blutgruppe B (sehr selten)
  • Blutgruppe AB (sehr selten)

Eine Bluttransfusion bei Katzen muss nach Blutgruppen getrennt werden. Bei Hunden ist das Gegenteil der Fall. Es gibt über 20 Blutgruppen bei Hunden. Dein Vierbeiner trägt nicht, wie wir Menschen, von der Geburt an Antikörper gegen fremde Blutgruppen in sich. Erst ab der 2. Bluttransfusion spielt die Blutgruppe bei Hunden eine Rolle

Blutspende Hund und Katze: Ablauf der Blutspende

Damit dein Vierbeiner Blut spenden darf, muss er alle Voraussetzungen erfüllen. Dein Hund oder deine Katze wird vor jeder Spende klinisch untersucht, um sicherzustellen, dass dein Vierbeiner gesund und schwer genug ist. Die Blutspende dauert inklusive Untersuchung, Blutabnahme und Laboruntersuchung etwa 45 Minuten. Sie läuft wie folgt ab:

  1. Terminvereinbarung zur Untersuchung des Spenders.
  2. Klinische Untersuchung und Blutabnahme.
  3. Abwarten der Laborergebnisse.
  4. Falls die Voraussetzungen erfüllt werden, beginnt die Blutspende.
  5. Deinem Vierbeiner wird etwas Fell am Hals abgeschoren.
  6. Die Stelle wird desinfiziert.
  7. Das Blut wird über eine Kanüle abgenommen.
  8. Bei Katzen darf die Blutabnahme in Sedation oder Narkose vorgenommen werden. Bei Hunden darf, falls notwendig, eine Sedation vorgenommen werden.
  9. Einem 10 kg schweren Hund dürfen 100 ml Blut entnommen werden. Bei einem 20 kg schweren Hund dürfen es sogar 200 ml sein. Eine 5 kg schwere Katze darf 50 ml Blut spenden. 
  10. Nach der Spende bekommt dein Hund oder deine Katze Wasser und Futter. 

Blutspende Hund und Katze: Vorteile der Blutspende

Ein großer Vorteil der Blutspende ist die kostenlose tierärztliche Untersuchung. Hunde und Katzen werden vor jeder Blutspende kostenlos untersucht. Es findet auch eine Blutuntersuchung statt. So wird der Gesundheitszustand deines Vierbeiners gründlich überprüft. Außerdem erhalten regelmäßige Blutspender bei Kliniken oft eine vergünstigte Impfung und einen großen Sack Futter geschenkt. 

Da es auch Kliniken gibt, die Blutspenden auf Vorrat sammeln, steht dort immer Blut für Notfälle zur Verfügung. Dies kann bei so manchen Vierbeinern die einzige Chance zum Überleben sein. Als Blutspender kann dein Hund oder deine Katze das Leben eines anderen Vierbeiners retten. Hier die Vorteile im Überblick:

  • Potentiell lebensrettende Maßnahme für einen anderen Vierbeiner.
  • Kostenlose klinische Untersuchung vor jeder Spende.
  • Kostenloses aktuelles Blutbild vor jeder Spende.
  • Kostenloses ausführliches Blutprofil inkl. Infektionskrankheiten.
  • Bestimmung der Blutgruppe bei Erstspende.
  • Futter als Dankeschön.

Blutspende Hund und Katze: Gibt es Nebenwirkungen?

Für deinen Hund oder deiner Katze besteht kein gesundheitliches Risiko durch die Blutspende. Natürlich sollte dein Vierbeiner nach der Blutspende noch ein paar Minuten liegen bleiben, um Schwindelgefühl oder Übelkeit zu vermeiden. Das Vorgehen ist gleich wie beim Menschen. Außerdem sollte dein Vierbeiner bis zu 24 Stunden nach der Spende Anstrengungen vermeiden

Blutspende Hund und Katze: Spielt die Rasse eine Rolle?

Es gibt über 20 unterschiedliche Blutgruppen bei Hunden. Bei einer Bluttransfusion spielt die Rasse trotzdem keine Rolle. So kann ein Pudel auch in der Regel mit dem Blut eines Rottweilers gerettet werden. Genau das gleiche gilt natürlich auch für Katzen. So kann eine Burma Katze einer Ocicat Blut spenden. Es gibt jedoch einen signifikanten Unterschied. Bei Hunden muss nicht einmal die Blutgruppe übereinstimmen. Bei Katzen ist die Blutgruppe jedoch wichtig und eine Bluttransfusion muss daher nach Blutgruppen getrennt werden.

Blutspende Hund und Katze: Blutbanken

Blutspenden für Tiere gibt es seit den 1980er Jahren. Das Verfahren stammt ursprünglich aus den USA. Seit über 20 Jahren ist es auch in vielen anderen Ländern möglich. Auch in Deutschland haben große Tierarztpraxen und Kliniken mittlerweile sogar eigene Blutbanken, um im Notfall schnell handeln zu können. Vielen Hunden und Katzen konnte so schon das leben gerettet werden. Blut lässt sich jedoch nur für eine begrenzte Zeit lagern. Deshalb ist es für Kliniken umso wichtiger immer wieder neue Spender zu finden. Blutbanken für Tiere unterliegen auch in Deutschland vielen Auflagen, weshalb sie in der Regel mit Tierkliniken gekoppelt sind. Es sind unter anderem regelmäßig Qualitätskontrollen an Stichproben aus der aktuellen Blutabnahme durchzuführen.

Die Freie Universität (FU) Berlin besitzt schon seit 1996 eine Blutbank für Hunde und Katzen. Viele Tierhalter wissen nicht, dass es Blutbanken bzw. Blutspenden für Tiere gibt. Jedes Jahr bekommen rund 300 Hunde und 180 Katzen eine Bluttransfusion an der FU in Berlin. Bluttransfusionen sind nicht nur nach Unfällen mit hohem Blutverlust notwendig, sondern können manchmal auch Immunerkrankungen und Gerinnungsstörungen behandeln. Auch nach Tumoroperationen kann Blut gegeben werden. 

Sobald nicht mehr genug Blutkonserven an der FU auf Lager sind, wird ein Rundruf gestartet. Spender sind Tierhalter aus der hauseigenen Spenderkartei, Studenten oder auch Uni-Mitarbeiter, die ihre Katze oder ihren Hund vorbeibringen. Die FU betont, dass sie Katzen nicht mehr als 2 mal im Jahr spenden lässt. Der Hunde- oder Katzenhalter, deren Vierbeiner die Bluttransfusion erhält, muss 150 Euro an die FU zahlen. In der Regel übernimmt eine OP-Versicherung für Hunde und Katzen die Kosten einer Bluttransfusion. Du solltest dies aber bei deiner Versicherung nachfragen, da dies vom Tarif abhängen kann.

Blutspende Hund und Katze: Künstliche Blutprodukte

Es gibt auch die Möglichkeit den Vierbeiner mit künstlichem Blut zu versorgen. Jedoch ist künstliches Blut nicht vollwertig. Ebenso macht die Verabreichung von künstlichen Blutprodukten oft schwierig oder unmöglich, alle Blutwerte für einige Tage auszuwerten. Zudem ist künstliches Blut erheblich teurer. Natürliches Blut ist daher künstlichen Blutersatzprodukten immer vorzuziehen. Tierärzte und Patienten sind daher auf Blutspenden von anderen Haustieren angewiesen. 

Würdest du deinen Hund oder deine Katze zur Blutspende bringen? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar. 

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