Behandlungsfehler beim Tierarzt – Haftet der Tierarzt bei einer Fehldiagnose?


Selbst wenn du deinem Tierarzt gut vertraust, kann ein Behandlungsfehler vorkommen. Wenn ein solcher Fehler nachgewiesen werden kann, besteht eine Haftung des Tierarztes. Wie du im Falle eines Behandlungsfehlers vorgehen kannst, erfährst du hier.

Behandlungsfehler beim Tierarzt

Behandlungsfehler beim Tierarzt: Was zählt als Behandlungsfehler?

Ein Behandlungsfehler oder auch Fehlverhalten des Tierarztes liegt vor, wenn er sich nicht an die Regeln der tierärztlichen Kunst gehalten hat. Eine angemessene Behandlung deines Vierbeiners ist in der Regel gegeben. Manchmal kann es vorkommen, dass ein Tierarzt bei der Behandlung Fehler macht, z.B. indem er falsche oder überflüssige Medikamente verschreibt. Auch eine unnötige Operation kann als Behandlungsfehler angesehen werden, wenn deinem Vierbeiner dabei etwas passiert.

Darüber hinaus spricht man von einem Behandlungsfehler, wenn der Tierarzt unhygienisch gearbeitet hat, z.B., indem er Kanüle und Instrumente verwendet hat, die nicht hygienisch sauber waren und dann bei deinem Haustier eine Entzündung verursacht haben. 

Darüber hinaus ist der Tierarzt verpflichtet, dich als Tierhalter hinreichend über Diagnose, Behandlung und mögliche Risiken zu informieren. Geschieht dies nicht und verschlechtert sich der Zustand deines Tieres während der Behandlung, kann dies auch eine tierärztliche Haftung nach sich ziehen. In jedem Fall solltest bei einem vermuteten Behandlungsfehler zunächst mit dem Tierarzt sprechen und dich dann an einen Rechtsanwalt wenden, um die Haftung des Tierarztes zu prüfen. 

Behandlungsfehler beim Tierarzt: Wann haftet der Tierarzt?

Grundsätzlich haftet der Tierarzt nur, wenn der Behandlungsfehler nachgewiesen werden kann. Es wird bei einer Haftung meist von 4 Arten von Fehlern unterschieden:

  • Behandlungsfehler
  • Schlechtbehandlung
  • Fehlinformation
  • Diagnosefehler oder Befunderhebungsfehler

Wenn sich ein Tierarzt bereit erklärt, dein Haustier zu untersuchen und zu behandeln, wird in der Regel ein Dienstvertrag zwischen dir und dem Tierarzt abgeschlossen. In diesem Vertrag ist festgelegt, dass der Tierarzt sein gesamtes Fachwissen und seine Fähigkeiten einsetzen wird, damit es deinem Vierbeiner besser geht. Er verpflichtet sich, sein Bestes zu tun, um deinen Liebling zu heilen, um zumindest seinen Gesundheitszustand zu stabilisieren oder zu verbessern. Laut deiner Seite des Vertrags zahlst du für die Behandlung. Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).

Die Tierarzthaftung tritt ein, sobald ein Behandlungsfehler vorliegt und du diesen nachweisen kannst. Ist dies der Fall, kannst du Schadensersatz verlangen, unabhängig davon, ob der Behandlungsfehler bewusst oder unbewusst begangen wurde. Wenn dein Hund beispielsweise am falschen Bein operiert wurde und nun wieder am eigentlich verletzten Bein operiert werden muss, sowie wenn noch Medikamente benötigt werden und Folgeschäden entstanden sind, müssen diese Kosten von dem falsch behandelnden Tierarzt übernommen werden. Folgekosten können zum Beispiel sein:

  • Fahrtkosten
  • Kosten, weil du dein Tier nicht mehr unbeaufsichtigt lassen kannst
  • Tierarztkosten
  • Physiotherapiekosten
  • Medikamentenkosten

Behandlungsfehler beim Tierarzt: Tipps für Tierhalter

  1. Wähle einen vertrauensvollen Tierarzt, der offen kommuniziert und aufklärt.
  2. Bringe immer einen Zeugen mit, wenn du zum Tierarzt gehst oder dein Haustier behandeln lässt. 
  3. Sprich bei einem Behandlungsfehler zunächst mit deinem Tierarzt und finde Möglichkeiten deinen Vierbeiner bestmöglich zu behandeln. 
  4. Wenn dein Tierarzt nicht dazu bereit ist, mit dir darüber zu sprechen, kannst du dich an die Tierärztekammer wenden oder einen Rechtsanwalt hinzuziehen.

Der 17. September ist der Tag der Patientensicherheit

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) bringt seine Erfahrungen und sein Netzwerk in Deutschland als Plattform für den Welttag der Patientensicherheit ein. Ziel dieser internationalen Initiative ist es, Patienten, Gesundheitspersonal, politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Forscher, professionelle Netzwerke und die Gesundheitsindustrie zu mobilisieren, sich für die Patientensicherheit einzusetzen und das öffentliche Engagement für Themen der Patientensicherheit zu stärken. Themen des Aktionstages in Deutschland sind:

  • Präsentation wirksamer Lösungsansätze für mehr Qualität und Sicherheit in der medizinischen Versorgung.
  • Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit und der Medien zu zentralen Themen rund um Patientensicherheit.
  • Vorstellung von Modellprojekten.
  • Information zu Aktivitäten in Kliniken, Praxen und Heimen zum Thema Patientensicherheit.
  • Wie jeder Einzelne zu seiner Sicherheit als Patient beitragen kann.

Hat dein Vierbeiner bereits einen Behandlungsfehler beim Tierarzt erlebt? Wie bist du vorgegangen? Erzähle uns gern davon hier in einem Kommentar.

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