Anaplasmose beim Hund – Lohnt es sich vorzubeugen?


Die milden Winter führen dazu, dass die Zecken das ganze Jahr über aktiv sind. Ob im Frühling, Sommer oder Winter, Anaplasmose bei Hunden kann durch Zecken übertragen werden. Dies kann schwerwiegende Folgen für deinen Hund haben. Lass es nicht so weit kommen und schütze deinen Liebling. Erfahre hier, wie du deinen Hund vor Anaplasmose schützen kannst und warum du das tun solltest. 

Anaplasmose beim Hund durch Zecken

Anaplasmose beim Hund: Was ist Anaplasmose?

Die Anaplasmose ist eine Infektion, die durch die Aufnahme von Bakterien der Familie Anaplasmataceae hervorgerufen wird. Die Infektionskrankheit wird überwiegend durch Zecken übertragen. Die Zeckenart des gemeinen Holzbocks ist der Hauptträger von Anaplasma phagocytophilum, das bestimmte weiße Blutzellen befällt, sich darin vermehrt und sie zerstört. Es kommt zu ernsten Folgeschäden bei deinem Hund. 

Kleinste Anaplasmen verursachen vielseitige Symptome wie Blutungsneigung, Blutbildveränderungen (Blutarmut, Mangel an Blutplättchen), Fieber oder Milz- und Lebervergrößerungen. Folgen sind blasse Schleimhäute und Lethargie.

Anaplasmose beim Hund: Wie erkenne ich Anaplasmose bei meinem Hund?

Die Anaplasmen gelangen sehr schnell in den gesamten Organismus und verursachen so die unterschiedlichsten Symptome. Nicht jeder Hund, der infiziert ist, erkrankt auch. Kommt es jedoch zu einer Erkrankung, tritt diese sehr akut auf. Die Symptome einer Anaplasmose beim Hund können sehr allgemein sein und lassen sich daher oft schwer von anderen Krankheiten unterscheiden. Symptome, die stark für eine Anaplasmose beim Hund hinweisen, sind: 

  • Fieber (besonders hoch über 3-5 Tage)
  • Oberflächliche Blutungen
  • Nasenbluten
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Schwellung von Milz und Leber

Zu den unspezifischen Symptomen einer Anaplasmose beim Hund gehören jedoch:

Da die Infektionskrankheit das gesamte Immunsystem deines Hundes schwächt, können z.B. auch Husten, Gleichgewichtsstörungen oder eine Netzhautentzündung auftreten. Deine Aufgabe ist es die Symptome zu erkennen und dadurch deinen Hund vor schlimmerem zu bewahren. Die Anaplasmose beim Hund ist meistens heilbar, wenn dein Liebling rechtzeitig behandelt wird.

Da die Übertragung der Infektion fast ausschließlich über den Zwischenwirt, die Zecke, stattfindet, kann dein Hund niemanden mit Anaplasmose anstecken. Dein Hund stellt keine Gefahr für andere Tiere oder dich dar. Ein Ansteckungsrisiko besteht nur, wenn dein Hund ein Blutspender ist. Anaplasmen können durch eine Bluttransfusion eines infizierten Hundes übertragen werden.

Anaplasmose beim Hund: Diagnose der Anaplasmose

Da die Symptome sehr unterschiedlich sein können, lässt sich die Infektionskrankheit nur im Blutausstrich eindeutig diagnostizieren. In der akuten Phase sind die Erreger unter dem Mikroskop sichtbar. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Anaplasmose beim Hunden können jedoch wenige Tage bis mehrere Wochen liegen. Oft wird die PCR-Diagnosemethode (Polymerase-Kettenreaktion) angewendet, obwohl sie sich nur bedingt zur Diagnose eignet. Mit dieser Untersuchung kann die DNA von Anaplasmen im Blut nachgewiesen werden. Dies gelingt allerdings nur im sehr frühen Stadium der Infektion. So kann auch ein negatives PCR-Ergebnis die Krankheit nicht ausschließen.

Die Anaplasmose beim Hund kann auch über den indirekten Erregernachweis durch Antikörper nachgewiesen werden. Dies funktioniert jedoch erst einen Monat nach der Infektion. Wenn dein Hund Symptome aufweist und du ihn untersuchen lässt, kann der Antikörpernachweis trotzdem negativ ausfallen. Zudem wird nicht jeder infizierte Hund krank. Beispielsweise weisen in Deutschland bis zu einem Drittel der Hunde Antikörper gegen Anaplasmen im Blut auf, obwohl sie keine auffälligen Symptome haben. So bleibt die Krankheit bei Hunden oft unentdeckt. Aufgrund der milden Winter nehmen jedoch die Fälle von Anaplasmose bei Hunden zu.

Anaplasmose beim Hund: Kann mein Hund geheilt werden?

Untersuche deinen Hund regelmäßig auf Zecken und reagiere auf Symptome. Anaplasmose ist heilbar, wenn dein Hund rechtzeitig behandelt wird. Anaplasmose wird mit Doxycyclin behandelt, einem Antibiotikum, das auch bei der Behandlung von anderen Zeckenkrankheiten verwendet wird. 

Innerhalb von 2 bis 3 Wochen muss dein Hund 5 mg Doxycyclin pro Kilogramm alle 12 Stunden zu sich nehmen. Während dieser Zeit zeigt die Zunahme der Blutplättchen ebenfalls die erfolgreiche Wirkung des Medikaments. Bereits nach den ersten Tagen bzw. spätestens nach einer Woche, kannst du eine positive Veränderung bei deinem Hund feststellen. Die Heilungschancen sind sehr hoch, solange du die Anaplasmose beim Hund früh erkennst. 

Anaplasmose beim Hund: Wie beuge ich Anaplasmose durch Zeckenschutz vor?

Die Infektionskrankheit wird überwiegend durch den Speichel der Zecken übertragen. Bevor die Bakterien in die Wunde übergehen, müssen infizierte Parasiten mindestens 36-48 Stunden an der Einstichstelle Blut saugen. Wenn du vorher reagierst, verhinderst du, dass sich die Bakterien von dort über den Blutkreislauf im ganzen Körper verbreiten. Es gibt unterschiedliche Mittel zum Schutz des Hundes vor Anaplasmose

  • Hund nach Zecken absuchen
  • Zecken sofort entfernen
  • Spot-on-Mittel
  • Zeckenhalsband

Hunde lieben es, auf Wiesen, im Park oder im Wald zu toben. Diese Bereiche zu meiden ist daher keine gute Lösung. Am besten ist es, wenn du deinen Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken untersuchst und diese sofort entfernst. Allein dadurch reduzierst du das Infektionsrisiko der Anaplasmose beim Hund erheblich. Die Parasiten können jedoch aufgrund ihrer Größe leicht übersehen werden. Den wirksamsten Schutz bieten daher Anti-Zecken-Präparate.

Es gibt Spot-on-Mittel und Zeckenhalsbänder die vor der Anaplasmose beim Hund schützen. Spot-on-Mittel müssen regelmäßig alle 4 Wochen in das Fell deines Hundes geträufelt werden. Dies hält die Blutsauger fern, indem es sie lähmt oder ihren Geruchssinn irritiert. Die Zecke beißt nicht zu. Im Gegensatz dazu gibt es Zeckenhalsbänder. Sie setzen Wirkstoffe frei, deren Geruch die Parasiten abschreckt und die beißenden Zecken abtötet. Dein Tierarzt kann dir dabei helfen, das passende Präparat zu finden. Zudem sollte der Zeckenschutz ganzjährig erfolgen. Nur so beugst du Anaplasmose beim Hund vor.

Wie entferne ich eine Zecke?

Für ein zeckenfreies Fell braucht dein Hund Hilfe. Trotzdem wird er dir das Entfernen der Zecke nicht leicht machen. Benutze keinesfalls deine bloßen Finger oder Fingernägel, um die Zecke zu packen. Dadurch würdest du sie nur quetschen. Benutze unbedingt eine Pinzette, eine Zeckenzange oder einen Zeckenhaken. Es kann leicht passieren, dass die Zecke auseinandergerissen wird und ein Teil noch in der Wunde stecken bleibt. Du solltest auf Hausmittel wie Öl oder Nagellack verzichten, da dadurch Erreger übertragen werden können. Geh beim Entfernen der Zecke wie folgt vor:

  1. Halt deinen Hund fest. Falls er sich stark wehrt, solltest du jemanden nach Hilfe fragen.
  2. Spreiz die Haut um die Zecke herum mit den Fingern auseinander.
  3. Setze die Pinzette oder die Zeckenzange möglichst dicht am Körper deines Hundes an.
  4. Zieh die Zecke mit einer geraden oder leicht drehenden Bewegung senkrecht zum Hundekörper heraus.
  5. Achte darauf, die Zecke am Stück zu entfernen. Der Kopf darf nicht in der Wunde zurückbleiben.
  6. Falls der Zeckenkopf doch abgerissen ist, benutze eine Scheckkarte oder einen ähnlichen Gegenstand. Bewege ihn mit der Kante gegen den Zeckenkopf und schiebe den restlichen Teil der Zecke aus der Haut heraus.
  7. Funktioniert dies nicht, desinfiziere die Stelle sorgfältig und beobachte den weiteren Verlauf. Normalerweise sollte der Kopf nach einer Weile von selbst abfallen.
  8. Entzündet sich die Stelle, solltest du deinen Hund zum Tierarzt bringen.

Du solltest die herausgezogene Zecke sicher entsorgen, denn die meisten überleben das Entfernen. Du kannst sie mit einem flachen, harten Gegenstand zerdrücken oder sie verbrennen. Eine Zecke in der Toilette zu entsorgen ist nicht optimal. Sie kann bis zu 3 Wochen im Wasser überleben.

Anaplasmose beim Hund: Was passiert, wenn ich nicht vorbeuge?

Der milde Winter führt dazu, dass Zecken ganzjährig aktiv sein können. Sie brauchen nur niedrige Plusgrade, um aus ihrem Versteck zu krabbeln und sich einen Wirt zu suchen. Ohne Frost können auch die Eier der Parasiten überleben und zu einer Plage werden. So steigt das Infektionsrisiko für Mensch und Tier. Für deinen Hund bedeutet dies selbstverständlich ein erhöhtes Risiko, sich mit Anaplasmose anzustecken. Anaplasmose beim Hund hat schwere Folgen.  

Wenn du deinen Liebling nicht mit Anti-Zecken-Präparaten schützt oder ihn nicht regelmäßig nach Zecken durchsuchst und diese entfernt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Bereits nach 36-48 Stunden gehen die Bakterien in die Wunde. Die Zecke überträgt die Infektionskrankheit. Abhängig vom Immunsystem deines Hundes treten die ersten Symptome innerhalb von 4-14 Tagen auf. Die weißen Blutkörperchen im Körper deines Hundes werden von den Anaplasmen befallen. Weiße Blutkörperchen haben die Aufgabe, das Abwehrsystem des Körpers zu fördern. Das Immunsystem wird durch den Angriff der Bakterien automatisch geschwächt. Die Anaplasmen gelangen über das Blut und die Lymphen nach und nach in das zentrale Nervensystem.

Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Hunde nach der Erstinfektion ein Leben lang infiziert bleiben. Nicht immer bricht Anaplasmose beim Hund aus und zeigt Symptome. Bei allen infizierten Hunden ist jedoch das Immunsystem geschwächt, und der Hund ist daher anfälliger für andere Krankheiten. Für dich bedeutet dies, dass du dich nach der Infektion mehr um deinen Hund kümmern musst. Er erkrankt schneller, was auch mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Falls du nicht vorbeugst und dein Hund Anaplasmose bekommt, wirst du eindeutig mehr Zeit und Geld investieren müssen als für die Prävention. Anaplasmose beim Hund darfst du nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wie schützt du deinen Hund vor Anaplasmose? Erzähle uns gerne davon hier in einem Kommentar.

Unsere Infografik zeigt Antworten von deutschen Hundehaltern zur Hundehaltung und deren Vor- und Nachteile. 44 % der Tierbesitzer haben mehr als 12 Jahre einen Hund. Meistens lebt ein Vierbeiner im Haushalt. Auch haben 32 % neben einem Hund auch eine oder mehrere Katzen. Vorteile eines Hundes sind besonders, dass sich der Hundehalter viel bewegt, der Hund treu ist und aufheitert. Nachteile sind vor allem die Hundesteuer und die vielen Haare.

Infografik illustriert zu Vor- und Nachteilen der Hundehaltung
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